30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1
Drei Jahrzehnte, 362 Hefte, Dutzende Autoren, Hunderte Kollegen, unzählige Spiele - das ist die bewegte Geschichte der PC Games. Wir laden euch ein auf einen Trip in die Vergangenheit, von unseren Anfängen bis in die Gegenwart: Wie ist das Heft vor 30 Jahren gestartet, wie haben wir seither uns entwickelt, wer war mit dabei? Welche Höhen gab es - und welche Tiefen? Im ersten Teil unserer großen Rückblick-Serie (jetzt mit Video!) begleiteten wir die PC Games von ihren ersten Jahren bis zu ihrem größten Erfolg.
Es ist wieder so weit. Die PC Games feiert ihr Jubiläum, 30 Jahre wird sie alt. Wir wissen, was nun kommen muss: Ein Jubiläumsartikel, bunt und peppig, in dem wir uns mal so richtig abfeiern... nicht wahr? Doch so einfach ist es nicht. In drei Jahrzehnten erlebt man nicht nur Schönes, wie jedes Magazin haben auch wir viele Höhen und Tiefen durchgemacht. Aber: Es gibt sie noch, die gute alte PC Games - und heute ist sie so viel mehr als früher. Ein bewährtes Magazin, eine moderne Website, ein beliebter YouTube-Kanal, eine lebendige Community und neuerdings auch wieder ein Podcast. Kurzum: eine Marke, auf die wir richtig, richtig stolz sind. Doch der Weg dorthin war lang: In diesem mehrteiligen Special laden wir euch ein auf eine Reise durch die bewegte Heftgeschichte der PC Games. Begleitet uns durch Erfolge und Rückschläge durch 30 Jahre PC Games.
Im ersten Teil unseres Specials blicken wir ganz weit zurück auf unsere Wurzeln. Wie ging es damals mit der PC Games los, was zeichnete die ersten Hefte aus, wer war mit dabei? Danach geht es mit Vollgas ins CD-ROM-Zeitalter, in die Ära der Zwischensequenzen und den Siegeszug der Ego-Shooter. Gegen Ende landen wir schließlich in den späten 90er Jahren, als 3D-Beschleuniger alles verändern sollten.
Hier findet ihr die anderen Teile unserer Reise durch die Heftgeschichte:
Zweiter Teil: 1998 bis 2003
Dritter Teil: 2004 bis 2008
Vierter Teil: 2009 bis heute
Erster Teil - Von der Diskette ins 3D-Zeitalter
Wir schreiben das Jahr 1991. Christian Geltenpoth, Gründer des Computec-Verlages und Chefredakteur der Playtime, entwickelt die Idee für zwei neue Hefte, die sich explizit an PC- und Amiga-Käufer richten sollen. Über die Namen wird lange diskutiert, schließlich entscheidet man sich aber einfach für die simpelste Lösung: Die Magazin-Schwestern werden Amiga Games und PC Games getauft.
In diesem Artikel
- Seite 1 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1
- Seite 2 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1
- Seite 3 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1
- Seite 4 30 Jahre PC Games: Eine Reise durch die Heftgeschichte - Teil 1
- Seite 5 Bildergalerie
So fing es an
Quelle: PC Games
Startschuss: Die Erstausgabe 10/92 der PC Games mit Diskette und Laura Bow 2 auf dem Cover.
Die erste PC Games findet im September 1992 ihren Weg ins Händlerregal, zum schlanken Einführungspreis von 4,- DM. (Für die Jüngeren unter euch: das sind vier Deutsche Mark). Dafür gibt es 100 randvoll bedruckte Seiten, die meisten davon farbig. Das Highlight klebt aber vorne auf dem Umschlag: die Cover-Diskette, die jeder Ausgabe beiliegt. Auf dem 3,5"-Datenträger lassen sich stolze 1,44 MB unterbringen, der Platz verteilt sich auf Demo-Versionen von neuen PC-Spielen, Patches, Levels, Shareware oder kleine Extras. Da bekommt man also was für sein Geld. Obwohl das reichlich unbekannte Adventure Laura Bow 2 auf dem Cover prangt, wird die Erstausgabe zum Erfolg: Schon im ersten Jahr durchbricht PC Games die Grenze von rund 50.000 verkauften Heften.
Schon das erste Heft bietet sämtliche Eckpfeiler, die uns bis heute ausmachen: Zu Beginn das Editorial, wichtige Meldungen, Vorschau-Artikel, Reportagen, Hardware-Teil, Kolumnen, Specials - und natürlich Tests, seit jeher das Herzstück der PC Games. Ebenfalls in der Erstausgabe: Eine lockere Leserbriefecke, in der Urgestein Rainer "Rossi" Rosshirt um Zuschriften bittet. Die soll er bekommen: Rainers Rubrik entwickelt sich binnen kürzester Zeit zur beliebten Anlaufstelle für Sorgen, Fragen, Lob und Kritik. Dank Rossi treffen Heft und Community von Anfang an aufeinander. Er wird die Seiten noch für die nächsten 28 Jahre betreuen.
Tipp: Eine detailreiche Betrachtung der Erstausgabe gibt's hier in diesem Special!
Auf die altmodische Art
Quelle: PC Games
Die Originale: Thomas Borovksis, Florian „Stanglnator“ Stangl, Petra Maueröder, Harald Wagner und Oliver Menne bilden in den ersten Jahren das Kernteam von PC Games. Nicht im Bild: Rossi.
Obwohl anfangs fast zwei Dutzend Autoren für das Heft schreiben, zeichnet sich früh die Kernredaktion ab: Thomas Borovskis, Oliver Menne und Harald Wagner sind die Namen und Gesichter, die uns in den meisten Tests entgegenlachen. Schon ab der zweiten Ausgabe ist Petra Maueröder als Freie Redakteurin mit an Bord, die mit ihren geschliffenen Kolumnen und kreativen Meinungskästen schnell zum Liebling vieler Leser avanciert.
Heute kaum noch vorstellbar: Die PC Games entsteht in einer Ära ohne Internet, ohne digitale Kameras, ohne Smartphones. Screenshots stellen eine Herausforderung dar: Vom Hersteller werden sie oft per Dia angeliefert, doch wenn Redakteure eigene Bilder brauchen, zieht man sich in einen dunklen Raum zurück und fotografiert den Monitor kunstvoll ab. Die entwickelten Negative lässt man danach einscannen, bevor die Layouter damit arbeiten können. Interviewfragen gehen per Fax ans andere Ende der Welt, Testmuster bringt der Postbote an die Tür. Recherchiert wird per Telefon, immer wieder greift das Team zum Hörer und klappert Kontakte ab. Von Anfang sucht die PC Games die Nähe zur Industrie und spielt hier ihre Stärken aus: Schon früh erfährt die Redaktion viele Trends von morgen, es gibt lesenswerte Reportagen (gleich im ersten Heft über die Westwood Studios) und man bespricht Spiele, die viele damals noch gar nicht kennen. Mit Hintergrundberichten und Interviews geht die PC Games deutlich über simple Kaufberatung hinaus - und trifft damit den richtigen Nerv.

Auf die Coverdisc gingen nur 720kbyte. Man benutzte (aus Kostengründen) DD Disketten. Die HD varianten waren deutlich teurer damals. HD Coverdiscs gab es sehr selten bei PCGames. 11/94 hatte z.b. eine HD Diskette.
Die erstausgabe hatte mit Soul Magican und Atom gar 2 Vollversionen auf dem Cover (Computec hatte damals für die PCAction und die AmigaFun wohl diverses an Auftragsarbeiten an Hobbyentwickler gegeben die komplette Spiele für den Verlag schrieben, die man dann verkaufte)
Ab dann gab es natürlich nur Demos, sieht man von Werbespielen wie Energiemanager und Tony & Friends ab.
Kolumnen gab es eigentlich nicht, ausser man sieht Rossis fiktiven Leserbrief und das "Whats Up" als Kolumne.
Man musste Soundkarten übriges nicht nur vor dem Spielstart konfigurieren, schon beim Einbau durfte man mit Jumpern rumhantieren. Man stelle sich vor man legt die Soundkarte auf IRQ7 wo schon der HDD controller sein Werk verrichtet. DA geht dann erstmal gar nichts mehr, weder HDD noch Sound ...
Ich mag den ersten Wertungskasten eigentlich immer noch am liebsten. Aber gut. Ich mag auch % Wertungen. Ich frag mich eher wie "CD Advantage" ausgewürfelt wurde. 2 fette Multimediaproduktionen, eine bekam Gut, eine Befriedigend und ich denk nur "Hä?"
Man hätte vielleicht die getrennte CD und Diskettenrubrik erwähnen können die es ab 7/93 gab, die Trennung wurd erst später überhaupt aufgehoben..
1994 aber von Heftvariante mit CD zu reden ist auch seltsam. Das war eine Papphülle mit einer CD-ROM drin für 19,80. (Das wurd mit dem verschieben der CD-ROM aufs Magazin eine Papphülle mit CD mit Vollversion. Das wurd erst später dann zur PCGames+PCAction Kombi mit Vollversion auf dem Heft, was dann zur PCGames Plus wurde. (Illustre Spiele wie "Magic Candle 2" "Siege" "Hanniball" "wer kennt sie nicht :ugly: )
Diese "PCAction" gab es seit 1990(!)
Spoilereien waren übrigens usus in damaligen Heften, mir haben einige Magazine da einiges versaut weil im Test plötzlich eine Wendung mitten im Spiel gespoilert wurde. Oder wie Gamestar die komplette Star Wars Episode 1 Story ins Heft schrieb, seitenverkehrt (spiegelschrift) blöderweise kann ich das von Berufswegen lesen.
Die erwähnte Rubrik "Flashback" auf Seite 4, gabs in den frühen PCGames auch schonmal. Das war "Lesertest" eines halbwegs aktuellen Spieles.
10/97, drei Vollversionen, Geburtstagsausabe. Ja, und so ein bisschen den Gamestar Launch torpedieren. Machte man ja 1/05 auch mit der PCPowerplay, da mischten dann auch Gamestar und alle anderen mit.
Mit der Qualität, die sie seit einiger Zeit bei den großen Reports bieten, sollten sie eigentlich auf einem guten Weg sein. Und dann schaut man auf die Abrufzahlen auf der Website und bei YouTube und versteht, dass es wohl noch ein lange Strecke ist... Trotzdem ist es gut, dass man sich auf den Marsch gemacht hat.