30 Jahre PC Games: 30 Jahre in 30 Spielen - das Jahr 2006
30 Jahre PC Games, das feiern wir natürlich gebührend! Mit Spielen im Fokus werfen wir im fünften Teil der Reihe einen Blick auf die Jahre 2004 bis 2006.
Man soll die Feste ja feiern, wie sie fallen, also halten wir uns auch daran: Die PC Games wird 30 Jahre alt und die meisten von uns in der Redaktion waren vorher bereits jahrelang als Leser an Bord, einige sogar seit der Erstausgabe 10/92. Dementsprechend wollen wir in dieser Artikelreihe diese 30 Jahre Spielegeschichte ausgiebig feiern. Wir machen eine Reise durch alle 30 Jahrgänge, von den Anfängen des Heftes bis heute, mit dem Fokus auf das, was wirklich wichtig ist: die Spiele. Daher schnappte sich jeder Redakteur die Jahre, mit denen er besondere Erinnerungen verbindet - das erste Spiel überhaupt, das Entdecken der Genre-Liebe, erste Online- oder Mehrspieler-Gehversuche, der erste Kontakt mit der Lieblingsreihe. Viel Spaß beim Schmökern!
2006: Ein Jahr, in dem Euphorie und Enttäuschung sehr nah beieinander liegen
Von Carlo Siebenhüner
Die wichtigsten Titel des Jahres
- Company of Heroes
- Medieval 2: Total War
- GTR 2
- Anno 1701
- TES: Oblivion
- Spellforce 2
- Dark Messiah of Might & Magic
- Der Herr der Ringe:
- Die Schlacht um Mittelerde 2
- Rainbow Six: Vegas
- Battlefield 2142
- Prey
- Heroes of Might & Magic 5
- Titan Quest
- Half-Life 2: Ep. 1
- Gothic 3
- Star Wars: Empire at War
In diesem Artikel
Ganz nüchtern betrachtet war 2006 ein ziemlich gutes Spielejahr. Die Echtzeitstrategie bäumte sich noch ein letztes Mal stark auf mit Company of Heroes, Schlacht um Mittelerde 2 und Star Wars: Empire at War, bevor sie ihren Abstiegskurs vollends einschlug. Mit Anno 1701 startete der neue Entwickler Related Designs (heute Blue Byte Mainz) den Versuch, die Serie vor dem Untergang zu retten, und triumphierte.
Quelle: PC Games
Die Spielwelt von Gothic 3 strotzt vor Atmosphäre. Würde der Rest doch auch mithalten.
Bis heute lebt die Aufbaureihe und erreichte 2019 sogar ihren vorläufigen Höhepunkt mit Anno 1800. Selbst Shooterfans wurde das Jahr versüßt mit den großartigen Rainbow Six: Vegas und Prey.
Doch all das konnte mir nicht egaler sein, denn für mich gab es 2006 nur ein Spiel, das meine Aufmerksamkeit genoss: Gothic 3!
Schon ein Jahr vorher kaufte ich meine erste Ausgabe dieser PC-Spielezeitschrift für die ich 16 Jahre später arbeiten darf, allein weil dort das neue Rollenspiel von Piranha Bytes auf dem Cover war. Ich war Mitte der 2000er voll im Bann der Gothic-Serie. Ich bin unzählige Male durch die Kolonie gewandert, hab die Welt von Drachen befreit und wollte endlich wissen, wie sich dieser verdammte Cliffhanger am Ende des zweiten Teils auflöst.
Ich habe jeden neuen Bericht über den Nachfolger verschlungen und mein gesamtes Jugendweihe-Geld (Konfirmation für religiöse Leser) ging für einen neuen PC drauf, der die Grafikpracht eines Gothic 3 stemmen sollte.
Quelle: PC Games
Mit Oblivion bewies Bethesda, dass sie Rollenspiele mit dem gewissen Extra können.
Ich war so gehyped, wie noch nie in meinem Leben und wie ich wohl nie wieder sein würde, denn am Freitag, den 13. Oktober raste dieser Hypetrain mit Vollgas gegen die harte Wand der Realität. Gothic 3 war ein Bugfest sondergleichen und der Start des ambitionierten Rollenspiels ist vergleichbar mit dem Release von Cyberpunk 2077.
Zwar sog ich die tolle Atmosphäre in vollen Zügen ein und verbrachte unzählige Stunden in der fantastisch designten Welt von Myrtana, doch sah ich aufgrund der ständigen Bugs und Abstürze bis heute nur eines der drei Enden. Zwar ist das Spiel heutzutage viel besser spielbar, doch konnte ich mich nie wieder zu einem weiteren Lauf durchringen.
Dieser Enttäuschung habe ich aber gleichzeitig auch eine der größten Entdeckungen meiner Spielerkarriere zu verdanken. Nachdem Gothic 3 die Erwartungen nicht erfüllen konnte, war ich trotzdem hungrig auf Fantasy.
Zufälligerweise kam im gleichen Jahr nämlich ein weiteres Rollenspielschwergewicht mit The Elder Scrolls 4: Oblivion. Das war zwar auch nicht von Bugs befreit und bot bei Weitem nicht so eine lebendige Welt wie das Ruhrpott-Rollenspiel. Trotzdem zog es mich mit der detaillierten Welt und den kreativen Quests in seinen Bann. So entdeckte ich also im gleichen Jahr meine Vorliebe für Bethesda-Spiele, die auch bis heute andauert. Von daher kann ich nur sagen: Ich verfluche dich, 2006, aber trotzdem danke für die tollen Spiele.

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