30 Jahre PC Games: Ehemalige Redakteure erinnern sich - Teil 1
Im Laufe von 30 Jahren kamen und gingen viele hochgeschätzte Kollegen, die PC Games mitgeprägt haben. Wir lassen einige in Teil 1 des Specials zu Wort kommen!
Petra Fröhlich: "Mehr kann man von seinem Berufsleben kaum erwarten!"
Im November 2014 habe ich meinen Redaktions-PC heruntergefahren - also vor fast acht Jahren. Und wenngleich ich mir ganz, ganz, ganz fest vorgenommen hatte, diesen letzten Tag mit Würde hinter mich zu bringen, siegten dann doch die Emotionen und die Tränen flossen in Strömen.
Schließlich hatte ich bis dahin mehr als mein halbes Leben bei ein und demselben Arbeitgeber verbracht. Ich durfte die Anfänge von späteren Weltkonzernen wie Blizzard Entertainment redaktionell begleiten - und war dabei, als Auflagen und Verkaufszahlen von PC Games in den 90ern förmlich explodierten.
Dass ich ab der Jahrtausendwende sogar in die Chefredaktion wechseln durfte, war der vorläufige Höhepunkt einer Verkettung extrem glücklicher Zufälle und schicksalhafter Momente. Denn im Sommer 1992 - ich war gerade volljährig geworden und noch Schülerin - hörte ich zufällig im Radio einen Aufruf: Ein Nürnberger Verlag suchte freie Autoren, die Computerspiele "testen" würden. Wenn ich in dieser Minute einen anderen Sender eingeschaltet oder das Notieren der Telefonnummer verhühnert hätte, wäre die Geschichte an dieser Stelle schon zu Ende gewesen.
In diesem Artikel
Quelle: Petra Fröhlich
30 Jahre PC Games: Ehemalige Redakteure erinnern sich - Teil 1 (3)
Die folgenden drei Jahre liefen folgendermaßen ab: morgens Unterricht an der Berufsoberschule, mittags Testmuster im Verlag abholen, nachmittags spielen, abends tippen und tags darauf den fertigen Text samt Screenshots auf Diskette in der Redaktion abgeben.
Im Anschluss wollte ich eigentlich Journalismus mit Schwerpunkt Wirtschaft studieren, doch der Verlags-Chef meinte lapidar: "Studieren? Kannste später immer noch." Was natürlich so gut wie nie passiert. Und so kam es, dass ich im August 1995 direkt als Jung-Redakteurin bei PC Games startete - und ein kleiner Traum in Erfüllung ging.
In der Folge war ich hautnah beim Aufstieg und Niedergang glorreicher Studios und Publisher dabei, kaute Sandwiches beim Mittagessen mit berühmten Spieledesignern wie Peter Molyneux, reiste zu Messen und Events und traf auf den Fluren des Verlagsgebäudes jenen Kollegen, der einige Jahre später die Änderung meines Nachnamens triggern würde. Mehr kann man von seinem Berufsleben kaum erwarten.
Die Medienlandschaft hat sich in den vergangenen Jahren natürlich dramatisch gewandelt - und mit ihr PC Games. Viele Kollegen, mit denen ich einst zusammengearbeitet und die ich teils eingestellt habe, sind mittlerweile in ganz anderen Feldern und Branchen tätig. Doch dass eine Magazin-Marke so lange "durchhält" wie PC Games, ist absolut außergewöhnlich. Ich werde immer stolz darauf sein, dass ich einen bescheidenen Teil habe beitragen dürfen.
Happy Birthday - und nur das Beste für die nächsten 30 Jahre!
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Robert Horn: "Viele schöne Anekdoten und Erinnerungen"
Meine Zeit bei der PC Games (2006 bis 2013) beinhaltet viele schöne Anekdoten und Erinnerungen. Mein erster abgedruckter Test (Sid Meier's Railroads), epische Sneak-Peek-Reisen zu meinem Lieblingsentwickler Valve nach Seattle (das Tagebuch dazu ist immer noch online), ein unvergessliches Treffen mit Entwicklerlegende John Carmack bei id software in Texas, eine kontrovers hohe Wertung zu Portal 2 (für mich immer noch eines der vollkommensten Spiele aller Zeiten) oder die wunderbaren Lesertreffen auf der Games Convention (damals)/Gamescom (heute).
Quelle: Behrendt und Rausch
30 Jahre PC Games: Ehemalige Redakteure erinnern sich - Teil 1 (4)
Ein Denkmal habe ich mir damals aber eher unfreiwillig selbst gebaut. Bei einem etwas schwülstigen Strip-Poker-Spiel-Test (ja, solchen Schrott mussten wir damals noch testen, der Dank geht raus an Frau Petra F.) verwechselte ich mal eben "sie" und "Sie" und machte unsere Leser damit zu sich selbst befummelnden Lustmolchen. Ein gefundenes Fressen für meine Kollegen, der "Horn des Monats" war geboren. In dieser flugs geschaffenen Rubrik wurden fortan die peinlichsten Schreibfehler der Redaktion gnadenlos festgehalten und genüsslich kommentiert - inklusive einer jährlichen Wahl zum Horn des Jahres.
Die Rubrik gibt's leider nicht mehr, die Fehler sicherlich noch immer. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch diesem grandiosen Heft zu 30 Jahren immer mittendrin in dieser wunderbaren Computerspielewelt und die besten Grüße an alle alten und neuen Kollegen. Ihr seid 1337! haben wir damals gesagt.

Hehe, den Horn des Monats habe ich lange super gerne verfolgt. Endlich kenne ich auch die Entstehungsgeschichte :-D
Ich bin quasi mit allen der hier vorgestellten Leuten gross geworden, nja, ausser Maria B F, da war ich naemlich schon gross ;-)
Hat Erinnerungen aufsteigen lassen, tolle Artikelidee!
Oh... und ja: Herzlichen Glückwunsch zur 30. ;) !