Das war die PC Powerplay - Ein Rückblick von Florian Stangl - Teil 1/2
Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Aus dem Stand verkauft sich PC PowerPlay gut 100.000 Mal, das angepeilte Ziel ist erreicht. Das Heft selbst wirkt etwas kantig, zeigt aber deutlich, was wir uns vorstellten: Ausführliche Kaufberatung mit einem Schuss Humor, viel Lesestoff und wenig Firlefanz. Geholfen hat außerdem die Vollversion von No One Lives Forever 2, die dafür aber auch schweineteuer war. Zum Thema Vollversionen später mehr.
Die Stimmung ist gut, die zweite Ausgabe in Arbeit. World of WarCraft drängt sich als großer Test geradezu als Titelgeschichte auf, und fast das gesamte Team verbringt Frei- und Arbeitszeit mit der Beta des Online-Rollenspiels. Eigentlich ist es Irrsinn, aber das Schlafpensum kann man tatsächlich soweit reduzieren, dass man Level 40 erreicht und nebenbei noch ein dickes Heft produzieren kann. Kinder, nicht zu Hause nachmachen! Das Heft selbst ist das aus meiner Sicht beste der kurzen Ära PC PowerPlay: Sehr schönes Cover, starkes Thema, geniale Vollversion (Heroes of Might & Magic 4), vielfältiger Heftinhalt. Klar, das ist meine subjektive Meinung, aber diese Ausgabe verkauft sich auch mit Abstand am besten. Was sicher an World of WarCraft liegt, das im Januar 2005 seinen unaufhaltsamen Siegeszug antritt. Und uns darin bestärkt WoW als Thema immer wieder aufzugreifen. Auch gegen den Widerstand einiger Leser, die klein an Zahl aber lautstark den Blizzard'schen Zeitfresser aus dem Heft in die Untiefen des Internets verbannen wollen.
PC PowerPlay ist wie gewünscht gestartet, alles läuft. Never change a winning team, heißt es bekanntlich. Doch anstatt die Richtung beizubehalten, greift der CyPress-Admiral den PCPP-Kapitänen Deppe und Stangl ins Ruder: Früher als geplant soll der Einführungspreis angehoben werden, weil ein Konkurrent eine Preisschlacht "bis aufs Blut" androht. Um den Protest der Mannschaft zu dämpfen, werden dem Heft zwei anstatt einer Vollversion verordnet - bei gleichem Budget. Auf gut deutsch: Anstatt einer saustarken und schweineteuren Vollversion sollen kurzfristig zwei starke und immer noch teure Vollversionen den höheren Preis auffangen. Unter enormen Zeitdruck müssen massig neue Spiele lizenziert werden, die im Paket günstiger sind - also werden Päckchen geschnürt, die neben guten Titeln auch einige Rohrkrepierer (z.B. Rally Championship Xtreme, Rogue Spear: Black Thorn) enthalten. Das Team muss den ersten echten Dämpfer verarbeiten.

mir ist auch NEGATIV aufgefallen, dass man bewusst die möglichkeit der abo-kündigung, weggelassen hat!!
für mich stellte sich die frage nach dem "was jetzt". grundsätzlich finde ich die pcg gut, also warum nicht das abo weiterlaufen lassen? passt schon.
ABER! ich werde das abo NICHT verlängern, weil mir die pcg einfach zu teuer ist....ich schaue eh jeden monat im kiosk vorbei und werde dann entscheiden, welche zeitschrift ich diesmal kaufe, weil so grosse unterschiede gibts nicht.
ausschlaggebend für mich wird sein, welches spiel als beilage dabei ist. 08/15 lückenfühler sind kein kaufgrund. gute spiele, wo ich weiss das ich sie spielen werde, sind es aber!
frage an die redaktion: MUSS ICH DAS ABO, welches ich NICHT bei der pcg abgeschlossen habe, fristgerecht kündigen um nach ablauf des pcpp abos ohne probleme da rauszukommen?
schon mal danke für die kommende konkrete antwort, auf die ich mich später berufen werde ;)
Ich will hier nicht ins Fachjuristische abgleiten, aber an sich nennt man die Umstellung von der pcpp auf die pcg eine gravierende Änderung des Vertragsgegenstands (pcpp<>pcg). Daraus resultiert ein ausserordentliches (Sofortiges, also nix mit Kohle für die 'Test-pcg/pca') Kündigungsrecht des Vertragspartners, worauf ein seriöses Unternehmen von sich aus in einer Rechtsbehelfsbelehrung hinweist und alle anderen rechtlich unsauber agieren. Verbraucherschutz ist was tolles ;-)
Den 'Kundenstamm' zu kaufen ist übrigens auch nicht so einfach, weil die weitergabe der Abo-Adressen eine Datenschutzverletzung darstellt, kenne aber den genauen Text der pcpp-Abobedingungen nicht in denne sie sich das evtl zusichern lassen. :)
Trotzdem schade, wieder ein bisschen Auswahl weniger am Kiosk.
Du befindest dich in deiner History gerade in der Mitte des Jahres 2005 oder kurz danach. GameStar XL kam Ende Februar 2006 an den Kiosk. PC Games Extended erschien Ende April 2006 und Computer Bild Spiele Gold erschien Anfang Juni, ebenfalls 2006.
Nichts für ungut ;)
Danach fasst er alle Fakten zusammen, schmückt das ganze mit ein wenig verbalem "ChiChi" aus, greift evtl. noch auf ein paar Vergleiche aus seiner reichhaltigen Gamer-Vitae mit anderen Games zurück und hackt das ganze in seinen Mac. Problem dabei - das kann im Prinzip jeder, der sich a) einigermaßen vernünftig und fehlerfrei in Wort und Schrift ausdrücken kann und sich b) lang genug für das Thema "Games" interessiert.
Aber ernsthaft: Du hast flüchtig beschrieben, was wir tun. Ich würde es mir wohl auch so ähnlich vorstellen, wüsste ich nicht, wie die Realität aussieht.
Tatsächlich geht es darum, die Pressemitteilungen der Publisher zu lesen und kritisch zu hinterfragen; es geht darum, die Vor-Ort-Termine wahrzunehmen und nicht nur über das Spiel, sondern auch über die Menschen dahinter zu schreiben - in möglichst lesefreundlicher Symbiose.
Fakten fassen wir in unserem Wertungskasten zusammen; das macht nur einen kleinen Teil der Arbeit aus. In unseren Artikeln geht es viel, viel weniger um Fakten als darum, wie sich das Spiel anfühlt, ob es Spaß macht und wenn ja, warum.
Wir wollen keinen aufgeblähten Backcover-Text bringen, sondern eine attraktive Beschreibung des Dargebotenen. Wir müssen ein Bild malen, das in aller Deutlichkeit Auskunft darüber gibt, ob der Leser 40 Euro für das Spiel hinblättern sollte oder nicht.
Der Fließtext ist nur ein geringer Teil des Ganzen. Die Berichte enthalten auch Kästen, deren Bau schwieriger ist als man sich vermutlich vorstellt; es steckt ja immer ein Konzept dahinter. Den Spagat zwischen Information und Unterhaltung zu finden, jedesmal die richtige Würze zu bringen, das kann man nur in Ausnahmefällen aus dem Ärmel schütteln. Und dann ist da ja noch der Termindruck.
Das Drumherum, beispielsweise Screenshots, nimmt nebenbei ganz heftig viel Zeit in Anspruch. Gute Bilder zu machen ist etwas, das man lernen muss. Es dauert locker seine zehn Stunden, um für einen großen Test alles Bildmaterial zusammenzukriegen.
Was ich sagen will: Spieleredakteure sind keine Atomwissenschaftler, aber jeder kann den Beruf nicht ausüben. Eine Leidenschaft für Computerspiele aufzubringen und sich schriftlich gut auszudrücken - solche Leute findet man nicht an der Straßenecke.
...
Außerdem habe ich mir mal Gedanken gemacht; nehmen wir an, ich würde mein "PCPP-Abo" fristgemäß zur Ausgabe 04/08 (das Abo ist bis einschließlich 03/08 bezahlt) kündigen, habe ich dann trotzdem die 12-monatige Computec-Sperre für Prämien am Hals?
MfG Jokka