Need for Speed: Carbon
Probleme mit der Balance
Gegen Ende des Spiels kommen neben den KI-Defiziten auch arge Balancing-Probleme zum Tragen. Der Schwierigkeits-grad steigt rapide und ohne Vorwarnung auf ein Maximum an. Selbst versierte Raser erleben hier einige Frustmomente, denn die Gegner fangen an zu cheaten, kleben am Asphalt und machen kaum noch schwerwiegende Fahrfehler.
Wenn Sie alle nötigen Wettbewerbe in einem Bezirk abgeschlossen haben, fordert Sie schließlich der gegnerische Boss heraus. Diesen bezwingen Sie -zuerst in einem Duell auf den Straßen der Innenstadt, dann geht es in die Berge, genauer gesagt ins spannende Canyon-Rennen. Das ist unterteilt in zwei Abschnitte. Zuerst versuchen Sie, möglichst nah am Gegner zu bleiben oder ihn gar zu überholen. Je näher Sie dranbleiben, desto mehr Punkte hageln auf Ihr Konto. Danach sind Sie am Zug, fahren vorweg und holen einen möglichst großen Vorsprung zum Gegner heraus. Haben Sie genügend Punkte eingefahren, übernehmen Sie den Bezirk der Gang.
Triste Dunkelheit
In Need for Speed sind Sie - wie eingangs erwähnt - ausschließlich nachts unterwegs. Dieser Fakt ist eine zweischneidige Angelegenheit. Auf der einen Seite ist es authentisch, denn illegale Rennen finden in der -Realität meist nachts statt. Auf der anderen Seite bleibt dadurch die Abwechslung auf der Strecke. Dieses Manko kann auch der umfangreiche Tuningshop nicht wieder wettmachen.
Neben vorgefertigten Teilen legen Sie nun selbst Hand an und verändern Tuningteile manuell. So bestimmen Sie die Größe des Heckspoilers, verlängern die Frontschürze, verändern die Motorhaube oder lassen gar den Big-Block eines Muscle Cars aus der Motorhaube lugen. Die obligatorischen Vinyls wurden erweitert, die Vielfalt maximiert. So ist es fast unmöglich, einen Wagen zweimal gleich aussehen zu lassen.
Das ist auch gut so, denn auf den Straßen geht es wie schon im Vorgänger heiß her. Die Gesetzeshüter warten überall auf Sie und erinnern sich an Ihren fahrbaren Untersatz. Je mehr Sie am Wagen verändern, desto weniger wird er der Polizei auffallen und desto weniger Kopfgeld müssen Sie fürchten. Leider fehlt den Cops abermals das nötge Gehirnschmalz, um vernünftige Straßensperren aufzustellen. Letztere sind noch immer löchrig wie ein Schweizer Käse.
Auch die Verhaltensweisen der Männer in Grün wirken unausgereift und fordern dem Spieler zu wenig ab. Apropos Vorgänger, die Grafik hat sich gegenüber Most Wanted in einigen Punkten stark zurückentwickelt. Der Geschwindigkeitsrausch - erzeugt durch den Tunnelblick - wirkt nicht mehr realistisch, sondern aufgesetzt und fast schon wie gemalt. Zwar sind die einzelnen Bezirke von Palmont City mit unterschiedlichen Charakteristika ausgezeichnet, von großem Abwechslungsreichtum kann man jedoch nicht sprechen. Außerdem sind die spaßigen Drag-Rennen nicht mehr dabei. Am Sound gibt es hingegen nichts auszusetzen. Wie immer trumpft EA mit bekannten Bands auf und peitscht Sie musikalisch an. Insgesamt bleibt Most Wanted aber die Nummer 1 der Serie.
