NBA 2K24 und Co.: Die große Lüge der kleinen "Mikro"-Transaktionen

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Kolumne Christian Fussy - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
NBA 2K24 und Co.: Die große Lüge der kleinen "Mikro"-Transaktionen
Quelle: 2K Games

Redakteur Chris ist der Meinung, dass In-Game-Käufe schon viel zu lange verharmlost werden und das Wort "Mikrotransaktionen" abgeschafft gehört. Das altehrwürdige Monetarisierungs-Monster NBA 2K24 ist dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Es ist 2023 und Deutschland ist zum ersten Mal Weltmeister im Basketball. Eigentlich ein perfekter Zeitpunkt, um sich als Laie und patriotischer Deutscher einmal mit diesem exotischen Sport zu beschäftigen. Um tatsächlich eine Runde zu dribbeln, bräuchte ich aber einen Ball, Mannschaften, einen Platz zum Spielen und Lust, mich zu bewegen. Habe ich aber nicht. Zum Glück gibt es für solche Fälle Simulationen, mit denen man auch bequem von der Couch aus sporteln kann. Und siehe da, erst vor einigen Tagen kam 2K Games mit der neuesten Ausgabe des Basketballspiels NBA 2K um die Ecke. Also habe ich mal flott den Redaktions-PC angeschmissen und mir angeschaut, ob unser neuer Volkssport auch mit dem Controller Jubelstürme auslöst.

Ich muss gestehen, dass ich sowohl mit echtem Basketball als auch mit seiner virtuellen Form bisher nicht viel anfangen konnte. Auch in meiner Jugend war ich keine 1,85m und das letzte Mal, dass ich irgendwas von der NBA2K-Reihe gehört hatte, war noch vor drei Jahren, als Publisher 2K entschlossen hat, zwischen dem Gameplay Werbeclips in das Spiel einzubauen. Das war damals ein ganz schöner Aufreger. Danach war irgendwann nochmal einer der Nachfolger in einem Humble Bundle dabei, das ich gekauft hatte. Da kam ich aber nicht über das Menü hinaus, weil ich aufgefordert wurde, ein Konto bei 2K Games aufzumachen, um die Kampagne zu spielen. Diese kleine Hürde war mir damals schon zu hoch und ich habe das Spiel wieder deinstalliert. NBA 2K24 (jetzt kaufen ) ist also sozusagen mein erster richtiger Berührungspunkt mit der Reihe.

Im Vorfeld hatte ich schon viel gehört über die gierige Monetarisierung und die unverschämten Ingame-Käufe. Auf Steam steht das Teil gerade bei horrenden 8 Prozent an positiven Bewertungen. Heutzutage ist es ja nicht mehr überraschend, dass Publisher versuchen, ihr Publikum bis auf den letzten Cent zu schröpfen, und tatsächlich ist die Ingame-Ökonomie in NBA 2K24 mit vielen verschiedenen Systemen ausgestattet, in die man hier echtes Geld investieren kann.

So können wir Pakete mit zwei verschiedenen Sorten Ingame-Währung kaufen, wenn sich das Freischalten durch Gameplay zu strapaziös gestaltet. Es gibt goldene VC-Münzen und silberne MT-Münzen, die beide im Shop erhältlich sind. Um Boosterpacks mit Spielerkarten oder ähnlichem zu erwerben, müssen wir eine bestimmte Anzahl beider Münztypen besitzen.

NBA 2K24 Quelle: PC Games Außerdem gibt es zweierlei Season Pass für jede Season, einen normalen für 10 Euro und einen umfangreicheren für 20, der unter anderem mit einem XP-Booster daherkommt.

Der große Stein des Anstoßes für die Community ist neben der PC-Version, die auf dem Ableger aus dem letzten Jahr basiert, vor allem der Grind und die unfairen Vorteile, die vor allem im Multiplayer durch frivoles Geldausgeben erlangt werden können.

Mein Ausflug in die Welt der Riesen endete schon nach ein paar Partien, bevor ich überhaupt in Versuchung geraten konnte, irgendetwas zu investieren. Als Neuling war ich schon mit den dutzenden Menüs und Modi überfordert und das Spiel an sich war auch nicht wirklich meins. Ich habe trotzdem den Eindruck, dass ich mit dem Shop das Wichtigste an NBA 2K24 schon gesehen habe und den Frust der Community nachvollziehen kann.

NBA 2K24 Quelle: PC Games Leider ist NBA 2K24 ein Sonderfall in dem Sinn, dass die Fans geschlossen die Schnauze voll zu haben scheinen und ihre Ablehnung laut und deutlich äußern. Ich bin der Meinung, dass Publisher viel häufiger für Ingame-Käufe kritisiert gehören und das Modell grundsätzlich überdacht und teilweise stärker reguliert gehört. Die Art, wie wir als Spielerinnen und Spieler über Mikrotransaktionen, Season Passes und Co. reden und was wir bereits sind, zu akzeptieren, muss sich kollektiv ändern. Viel zu oft schaffen es Firmen, negative Entwicklungen mit neutraler oder positiver Sprache zu verschleiern und Leuten weiszumachen, sie würden im Interesse ihrer Kunden handeln. Es ist kein Glückspiel, es sind Surprise Mechanics!

Das Konzept der "Mikrotransaktionen" ist mir schon immer ein Dorn im Auge. Ich finde sie eigentlich immer störend, oft sogar aufdringlich und ausbeuterisch. Egal in welcher Form sie implementiert sind, ob "nur" kosmetische Items angeboten werden oder Experience-Booster oder tatsächliche Gameplay-Vorteile, sie machen die Spielerfahrung generell schlechter.

NBA 2K24 Quelle: PC Games Trotzdem werden sie ständig von Publishern und Entwicklern sowie merkwürdigerweise auch von einem großen Teil des Spiele-Publikums verteidigt. Viele der Argumente, die häufig genutzt werden, um die Praxis zu rechtfertigen, finde ich aber bestenfalls nicht überzeugend und schlimmstenfalls komplett haltlos. Wir sollten endlich aufhören, diese Art der Monetarisierung zu verharmlosen und obendrein ihren Namen ändern, damit er auch tatsächlich die Realität widerspiegelt.

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  1. Seite 1 Seite 1 - Die große Lüge der kleinen "Mikro"-Transaktionen
  2. Seite 2 Seite 2 - Der Begriff "Mikro"-Transaktion ist falsch (und überflüssig)
  3. Seite 3 Seite 3 - "Es sind nur Cosmetics" ist keine Rechtfertigung
    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von syncError Stille/r Leser/in
        Wahre Worte, diese Melkpraktiken sind eine Sauerei.

        Um so wichtiger ist es, dass Spiele wie Overwatch 2 dafür einen Denkzettel bekommen.
        Blizz/Activision versprach sich mit dem Schritt auf steam die Erschließung neuer Käufergruppen. Was sie bekamen war das schlechtbewertetste Spiel in der Geschichte von steam.
        Die community hat nicht vergessen, dass man mit falschen Versprechungen ihnen OW wegnahm um es durch OW2 zu ersetzen, was lediglich dazu diente die Monetarisierung umzustellen auf greedy und einen Battlepass und einen ingameshop zu etablieren bzw. aufzuzwingen.
      • Von syncError Stille/r Leser/in
        Wahre Worte, diese Melkpraktiken sind eine Sauerei.

        Um so wichtiger ist es, dass Spiele wie Overwatch 2 dafür einen Denkzettel bekommen.
        Blizz/Activision versprach sich mit dem Schritt auf steam die Erschließung neuer Käufergruppen. Was sie bekamen war das schlechtbewertetste Spiel in der Geschichte von steam.
        Die community hat nicht vergessen, dass man mit falschen Versprechungen ihnen OW wegnahm um es durch OW2 zu ersetzen, was lediglich dazu diente die Monetarisierung umzustellen auf greedy und einen Battlepass und einen ingameshop zu etablieren bzw. aufzuzwingen.
      • Von IngloriousBasterd Anfänger/in
        Den Hinweis auf die suchterzeugenden Mechaniken in diesen Spielen finde ich sehr wichtig. Es ist eben nicht nur die debile Fanboy-Spielerschaft solcher Titel, die den Rubel rollen lässt, sondern auch die Glücksspielsucht. Da wäre der Gesetzgeber gefordert, indem er die Definition des Glücksspiels weiter fasst und entsprechend reguliert, wie es ja auch bereits in einigen anderen Ländern geschieht.

        Was die Medien hingegen machen könnten: Einen Halsabschneider-Titel nicht einfach nur homöopathisch abwerten sondern massiv. Einfach mit einer 3/10 bewerten und der Sache wäre schon gedient.
      • Von fdl-ananas Anfänger/in
        Bravo und Amen!
        Ich kann nur jeden einzelnen Satz des Artikels unterschreiben!

        Insbesondere auch die Kritik an der Idee, kosmetische Items hätten irgendwie nichts mit "Gameplay" zu tun und deren Verkauf wäre deshalb akezptierbar, spricht mir aus der Seele.
        Schaue ich z.B. auf MMOs, so fand ich in diesen Spielen die Jagd nach Items mit den höchsten Stats immer nur sehr bedingt reizvoll. Denn die Mühle muss am laufen gehalten werden und das heißt, mit dem nächsten großen Patch oder Addon wird der "heiße Scheiß" von heute unweigerlich wertlos werden.
        Gutes Design dagegen macht auch noch Freude wenn die Stats keinen mehr interessieren. In WoW habe ich damals schon lange vor Einführung des Transmog-Festures viel Zeit damit verbracht, "Stylegear" zu sammen. Ein Spiel, dass die "schönsten" Items hinter einer Paywall versteckt, hätte für mich persönlich also z.B. größere Auswirkungen auf das Gameplay als irgendein kaufbarer Statboost.

        Viel Hoffnung auf ernsthafte Besserung habe ich allerdings nicht.

        Die meisten Gamer sind zu "gewählt unmündig", um die entsprechenden Akteure zu einem ernsthaften Umdenken zwingen zu können. (Dass wir uns heute - und inzwischen jährlich - über die Microtransaction-Ekszesse in 2K's NBA Spielen aufregen, wird z.B. absolut niemanden mehr interessieren, wenn morgen derselbe Publisher GTA 6 und seinen ebenfalls wieder gut durchmonetarisierten Onlineableger auf den Markt bringt.)

        Und die Gestzgeber sind irgendwo zwischen "das ist doch Neuland" und "da könnten uns Steuermilliarden entgehen" gefangen...
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