MotoGP 22: Das offizielle Spiel zur Motorrad-WM im Test - Seite 3
Entwickler Milestone bringt mit MotoGP 22 das offizielle Spiel zur Motorrad-Weltmeisterschaft auf den Markt. Wir haben das Rennspiel ausführlich getestet.
Viele Fahrer donnern Runde für Runde beinahe ungebremst in die Reifenstapel oder benutzen uns eben als Anker und werfen uns dadurch vom Motorrad. Mit der Rückspul-Funktion müssen wir dann herumprobieren, wie wir den Kamikaze-Piloten am besten ausweichen. Auch im echten Leben sind die Rennfahrer nicht zimperlich und setzen gerne einmal die Ellbogen gegen ihre Kontrahenten ein, aber natürlich nicht in diesem Ausmaß und dieser Häufigkeit. Das nervt nicht nur auf Dauer, sondern schadet einem bis dato sehr guten Spiel immens.
Noch dazu fährt die KI extrem unbeständig. Auf dem gleichen Schwierigkeitsgrad ziehen uns die virtuellen Piloten auf bestimmten Strecken davon, auf anderen düsen wir ihnen komplett um die Ohren. Während wir in Indonesien eine komplette Sekunde pro Runde einbüßen, nehmen wir der KI in Mugello 2,5 Sekunden pro Runde ab. Dieser Unterschied ist deutlich zu groß und sorgt dafür, dass wir theoretisch vor jedem Rennen den Schwierigkeitsgrad anpassen müssten, um ein spannendes Rennen zu erleben. Im Training und im Qualifying gibt's außerdem ein altes, sowie nerviges Rennspiel-Problem.
In diesem Artikel
Quelle: PC Games
Vorsichtig fliegende Motorräder: Die KI zerstört sich auf vielen Kursen häufig selbst und reißt uns auch hin und wieder aus dem Rennen.
Die Rundenzeiten der KI werden generiert, sobald wir die Zeit vorspulen oder die letzten Minuten der Einheit überspringen. Hatten wir die komplette Session mit großem Abstand die Bestzeit inne, verbessern sich die anderen Piloten auf vielen Strecken teilweise um mehrere Sekunden und wir stehen plötzlich am Ende der Rangliste.
Nachdem das nicht auf allen Kursen passiert und die Verbesserungen so gewaltig sind, haben die schnelleren Rundenzeiten auch nichts mit mehr Grip auf dem Asphalt oder wärmeren Temperaturen zu tun, sondern sind schlichtweg zufällig errechnet.
Quelle: PC Games
Optisch hat der Titel mit der Unreal Engine einen Schritt nach vorne gemacht. Für die Spitzenplätze reicht es aber noch nicht ganz.
Die Probleme mit der KI sind wirklich extrem schade, denn das eigentliche Gameplay macht sehr viel Spaß. Gepaart mit dem riesigen Lizenzpaket und dem gelungenen, wenn auch nicht gerade innovativen Karrieremodus hätte ein starker Kontrahent zu Gran Turismo 7 und Co. entstehen können. So muss Milestone nochmal ein wenig Hand anlegen und vor allem in Sachen KI nachpatchen.
Wer die Crash-Piloten umgehen möchte, der kann sich auch im 2-Spieler-Splitscreen- oder Online-Modus mit menschlichen Gegnern messen. Eine Crossplay-Funktion zwischen der älteren und neuen PlayStation- sowie Xbox-Generation ist vorhanden.
Weder hui noch pfui
Werfen wir zum Abschluss doch noch einen Blick auf die Technik: Grafisch spielt MotoGP nicht in der gleichen Liga wie ein GT7, Forza Horizon 5 oder Grid Legends. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich das Rennspiel zwar ordentlich verbessert, aber sticht aus der Masse definitiv nicht heraus. Die Umgebungsgrafik ist solide, einige Texturen ploppen jedoch erst nachträglich ins Bild.
Die Charaktermodelle hinken der Zeit dagegen relativ arg hinterher. Wenn wir uns die Gesichter der Figuren in der Box oder vor dem Rennstart genauer ansehen, dann sieht das schon sehr veraltet aus - in einem Rennspiel aber durchaus verschmerzbar.
Der Sound der Bikes klingt dagegen äußerst gelungen. Das Kreischen der hochgezüchteten Motoren sorgt bei jedem Motorrad-Fan für Gänsehaut. Natürlich hören wir auch deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Klassen. Wären da nicht die riesigen KI-Probleme könnte das Gesamtpaket von MotoGP 22 wirklich komplett überzeugen.
Meinung
Bildergalerie
Das Rennspiel ist seit dem 21. April für PC, PS5, PS4, Xbox Series X und S sowie die Xbox One erhältlich. Die Preise liegen zwischen 50 Euro auf Steam und 70 Euro im PlayStation Store. Die Speichergröße liegt trotz des gewaltigen Umfangs lediglich zwischen 20 und 30 Gigabyte und sollte daher auf den meisten Festplatten einen Platz finden.

Besteht das Problem mit der extrem schwachen KI noch immer?
Ich kauf mir alle paar Jahre mal nen Motorradspiel. Meine letzten waren Moto GP20 und Ride 4. Bei beiden hat sich das selbe Phänomen eingestellt wie immer bei Motoradspielen.
Ohne Ahnung von Motorädern zu haben spiele ich sie ganz gerne in den unteren Klassen und dort machen sie auch ne zeitlang spaß; Wenn man sich noch Fehler erlauben darf. Aber sobald es in die schnelleren Klassen geht bin ich raus. Ich habe einfach keine Ahnung wie ein Motorrad funktioniert und komme mit dem Handling dann schlicht nicht mehr zurecht.
Aber die kleineren Klassen müssen sich auch deutlich anders spielen, als die grossen.
Bei den kleineren geht es darum so "geschmeidig"/gleichmässig um die Kurven zu kommen, wie möglich, da die Power auf der Graden nicht genügt.
Bei den grossen Maschinen gehts ums harte Bremsen und so früh an Gas wie möglich.
Hab da mal ein interview mit Tom Lüthi darüber gelesen, dass das schon was ganz anderes ist.
Ich kauf mir alle paar Jahre mal nen Motorradspiel. Meine letzten waren Moto GP20 und Ride 4. Bei beiden hat sich das selbe Phänomen eingestellt wie immer bei Motoradspielen.
Ohne Ahnung von Motorädern zu haben spiele ich sie ganz gerne in den unteren Klassen und dort machen sie auch ne zeitlang spaß; Wenn man sich noch Fehler erlauben darf. Aber sobald es in die schnelleren Klassen geht bin ich raus. Ich habe einfach keine Ahnung wie ein Motorrad funktioniert und komme mit dem Handling dann schlicht nicht mehr zurecht.
Ist ja nicht si, als dass es irgendwas "realistisches" gibt, wenn man mit Maus + Tastatur, bzw mit Controller, mit einer Schusswaffe durch die Pampa eilt.
Aber man hat sich an die Steuerung gewöhnt.