MotoGP 22 im Test: Wer später bremst, fährt länger schnell
Seit dem 21. April heulen wieder die virtuellen Motoren. Entwickler Milestone bringt mit MotoGP 22 das offizielle Spiel zur Motorrad-Weltmeisterschaft auf den Markt. Der Racer überzeugt mit viel Umfang und realistischem Gameplay, doch diverse KI-Schwächen bremsen den Spaß.
Für Motorsport-Fans stellt die neue Saison der Motorrad-Weltmeisterschaft eine Besonderheit dar. Zum ersten Mal seit 1995 findet die WM ohne die Zweirad-Legende Valentino Rossi statt. Nachdem er die Nachwuchsklassen mit 125 und 250 Kubikzentimeter Hubraum dominiert hatte, wechselte der Italiener im Jahr 2000 in die Königsklasse des Motorradsports, die heutige MotoGP.
Nach etlichen Jahren der Dominanz gab er zur Saison 2022 seinen Rücktritt bekannt. Im neuen Rennspiel des Entwicklerstudios Milestone MotoGP 22 (jetzt kaufen 69,99 € ) dürfen wir aufgrund von einigen historischen Bikes noch mit dem Superstar der Szene unsere Runden drehen. Doch im offiziellen Spiel der Motorrad-WM sind auch alle aktuellen Fahrer der Moto3, Moto2 und MotoGP vertreten: Vom Heißsporn Marc Marquez über den derzeitigen Tabellenführer Enea Bastianini bis hin zum amtierenden Weltmeister Fabio Quartararo. Die Racing-Konkurrenz könnte in diesem Jahr jedoch größer nicht sein, schließlich muss sich MotoGP mit Gran Turismo 7, Grid Legends und dem bald erscheinenden F1-Spiel von Codemasters messen.
In diesem Artikel
Grandioses Lizenzpaket
Quelle: PC Games
Der Umfang ist riesig. Neben der kompletten Moto3, Moto2 und MotoGP stehen uns auch noch diverse ältere Maschinen und Strecken zur Verfügung.
Neben den offiziellen Fahrern der drei Klassen und etlichen Piloten aus vergangenen Tagen stehen uns natürlich auch die echten Teams, Motorräder und Strecken der diesjährigen Saison zur freien Auswahl.
Das bedeutet, wir können beispielsweise mit einer hochgezüchteten KTM über Kurse wie den deutschen Sachsenring, Silverstone und den Red Bull Ring brettern. Die Strecke in der Steiermark bietet sogar schon das nagelneue Layout mit der Bremsschikane vor Kurve zwei. Lasergescannt sind die Pisten jedoch nicht. Der Wiedererkennungswert ist natürlich trotzdem da, aber Spiele wie GT7 haben in diesem Punkt ein wenig die Nase vorne.
Aufgrund des offiziellen Kalenders lassen sich auch Rennen auf eher unbekannteren Rundkursen in Thailand, Indonesien oder Finnland fahren. Eine nette Abwechslung zu Pisten wie Monza oder Spa, die es beinahe in jedes Rennspiel schaffen.
Zu den Fahrern, Teams und Strecken der aktuellen Meisterschaft gesellt sich auch noch die Möglichkeit die Kurse des Jahres 2009 mit den damaligen Piloten in Angriff zu nehmen. Mit Klassikern wie Donington, Indianapolis und Brno gibt's dadurch nochmal einige Fanlieblinge obendrauf.
Es ist auch nicht völlig grundlos, dass die Entwickler genau diese Saison gewählt haben, schließlich entwickelte sich ein packender Vierkampf zwischen Casey Stoner, Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Rossi um den Titel. Diesen vier Fahrern widmet Milestone daher einen besonderen Challenge-Modus.
Geschichtsunterricht
Quelle: PC Games
In den Herausforderungen gilt es bestimmte Ziele zu erreichen. Mit Casey Stoner müssen wir in Katar beispielsweise Valentino Rossi auf Abstand halten.
In den Herausforderungen übernehmen wir den Lenker der vier Protagonisten und erleben deren Geschichte der 2009er-Saison auf ein Neues. In Episoden müssen wir kurze Abschnitte bestimmter Rennen nachspielen und beispielsweise unsere Position verteidigen, eine Anzahl an Überholmanövern ausführen oder innerhalb weniger Runden eine Lücke auf unseren Hintermann herausfahren.
Da der Schwierigkeitsgrad von Strecke zu Strecke jedoch ordentlich schwankt - später noch mehr dazu - spielen wir die Story von damals häufig nicht nach, sondern schreiben sie eher neu. Wenn wir eigentlich nur auf den vierten Rang fahren sollen, plötzlich aber die Führung übernehmen, ist das für die Immersion nicht ganz optimal. Da sich die zukünftigen Herausforderungen dadurch nicht ändern, lässt es sich aber verschmerzen.
Zwischen den Episoden sorgen mehr als 50 Minuten reale Bilder aus der damaligen Saison für gute Unterhaltung. Kommentiert wird das Ganze im Übrigen vom Filmregisseur Mark Neale, der unter anderem auch für MotoGP-Dokus wie Faster und Hitting The Apex bekannt ist.
Auf dem Weg nach oben
Neben den Herausforderungen steht aber natürlich auch wieder die Fahrerkarriere im Mittelpunkt. Wie schon in den Jahren zuvor orientiert sich Milestone hier am Karrieremodus des offiziellen F1-Spiels von Codemasters. So steht nicht nur simples Rennfahren auf dem Programm, sondern auch die Verwaltung des Teams.
Zu Beginn erstellen wir einen eigenen Piloten und wählen einen persönlichen Manager aus. Diesem zahlen wir natürlich ein bestimmtes Gehalt, dafür unterstützt er uns bei der Vertragssuche und gewährt uns einen bestimmten Verhandlungsbonus bei Gesprächen mit anderen Teams. Erzielen wir auf der Strecke Erfolge flattern zwischendurch weitere Angebote von besseren Managern herein, für die wir aber natürlich auch mehr Geld auf den Tisch legen müssen.
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Besteht das Problem mit der extrem schwachen KI noch immer?
Ich kauf mir alle paar Jahre mal nen Motorradspiel. Meine letzten waren Moto GP20 und Ride 4. Bei beiden hat sich das selbe Phänomen eingestellt wie immer bei Motoradspielen.
Ohne Ahnung von Motorädern zu haben spiele ich sie ganz gerne in den unteren Klassen und dort machen sie auch ne zeitlang spaß; Wenn man sich noch Fehler erlauben darf. Aber sobald es in die schnelleren Klassen geht bin ich raus. Ich habe einfach keine Ahnung wie ein Motorrad funktioniert und komme mit dem Handling dann schlicht nicht mehr zurecht.
Aber die kleineren Klassen müssen sich auch deutlich anders spielen, als die grossen.
Bei den kleineren geht es darum so "geschmeidig"/gleichmässig um die Kurven zu kommen, wie möglich, da die Power auf der Graden nicht genügt.
Bei den grossen Maschinen gehts ums harte Bremsen und so früh an Gas wie möglich.
Hab da mal ein interview mit Tom Lüthi darüber gelesen, dass das schon was ganz anderes ist.
Ich kauf mir alle paar Jahre mal nen Motorradspiel. Meine letzten waren Moto GP20 und Ride 4. Bei beiden hat sich das selbe Phänomen eingestellt wie immer bei Motoradspielen.
Ohne Ahnung von Motorädern zu haben spiele ich sie ganz gerne in den unteren Klassen und dort machen sie auch ne zeitlang spaß; Wenn man sich noch Fehler erlauben darf. Aber sobald es in die schnelleren Klassen geht bin ich raus. Ich habe einfach keine Ahnung wie ein Motorrad funktioniert und komme mit dem Handling dann schlicht nicht mehr zurecht.
Ist ja nicht si, als dass es irgendwas "realistisches" gibt, wenn man mit Maus + Tastatur, bzw mit Controller, mit einer Schusswaffe durch die Pampa eilt.
Aber man hat sich an die Steuerung gewöhnt.