Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne

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Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne
Quelle: Activision Blizzard

Ein Paukenschlag: Microsoft kauft Activision Blizzard, Reihen und Spiele wie Call of Duty und World of Warcraft gehören jetzt dem Xbox-Konzern. Was bedeutet das für die Spielewelt? Redakteur Lukas Schmid versucht eine Einordnung.

Jetzt ist es also wirklich passiert.

Microsoft kauft Activision Blizzard und die Spielewelt hält den Atem an: Damit gehört dem Xbox-Konzern nun das nach Aktienwert größte Videospielunternehmen der Welt. Da wirkt der Kauf von Bethesda vor einiger Zeit im Vergleich wie Peanuts. 7,5 Milliarden Dollar versus sage und schreibe 70 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das entspricht fünf Fußballfeldern, auf denen man 70 gottverdammte Milliarden Dollar gestapelt hat!

Call of Duty. World of Warcraft. Diablo. Starcraft. Overwatch. Crash Bandicoot. Tony Hawk. Guitar Hero. Skylanders. Oh, und dann freilich auch noch Candy Crush von King Games, einem weiteren Tochterunternehmen Activisions. Diese und viele andere Spielereihen gehören jetzt Microsoft und werden, zumindest größtenteils, neben dem PC exklusiv für die Xbox erscheinen. Bye-bye, Playstation, das war's dann wohl mit exklusiven Werbedeals by Call of Duty.

Die Frage "was bedeutet das?" reicht hierbei in viele Richtungen. Konzentrieren wir uns mal auf drei.

Was bedeutet das für die Spieler?

Nun, dass Playstation-Besitzer sich darauf einstellen müssen, dass es einige der größten Marken über kurz oder lang nicht mehr für ihre Hardware geben wird. Klar, Microsoft spielt gerne den Good Guy, dem es nur darum geht, den "Gamern" eine schöne Welt zu gestalten.

Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne (2) Quelle: Activision Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne (2) Das ist aber freilich Blödsinn. Es geht um Geld, um viel Geld, wie man sich vielleicht vorstellen kann, wenn 70 Milliarden Dollar in die Hand genommen werden! Es wird eine Übergangsfrist geben, das nächste Call of Duty, Overwatch 2, vielleicht Diablo 4, die könnten und werden zum Teil noch für Playstation erscheinen.

Dann aber dürfte der Flow abflauen. Nach den Überhangsdeals zu Deathloop und Ghostwire Tokyo kommen Starfield und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Elder Scrolls 6 von Bethesda auch nur noch für PC und Xbox.

Was bedeutet das für die Gaming-Industrie?

Nun, der Kauf kommt einem Erdbeben gleich, bei dem kein Stein auf dem anderen bleiben und die Langzeitauswirkungen noch gar nicht so richtig abzusehen sein dürften.

Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne (3) Quelle: Blizzard Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne (3) Microsoft lässt die Muskeln spielen und stellt klar: Die Playstation-Marktführerschaft ist nichts wert, wenn das Unternehmen dahinter im Vergleich zum Konkurrenten wie David gegen Goliath dasteht. Microsoft muss nicht mal unbedingt klug agieren, es muss vor allem die Geldbörse öffnen, und mit dem quasi unendlichen Fluss an monetären Ressourcen kann jeder Widerstand wie eine Fliege zerdrückt werden.

Good Guy? Wohl weniger. Monopolist trifft's eher. Die Konkurrenz wird einfach vernichtet, anstatt sie zu bekämpfen, und seit dem Minecraft-Kauf hat man einen weiten Weg zurückgelegt. Das ist wirtschaftlich sinnvoll, aber wenig sympathisch.

Microsoft baut vor, nicht nur für eine Streaming-Zukunft, sondern für eine Zukunft, in der man um Xbox einfach nicht mehr herumkommen kann, wenn man spielen will, egal, wie sehr man es auch versucht. Das Problem daran: Wo keine Konkurrenz, da keine Notwendigkeit, kundenfreundlich zu agieren, weil: friss oder stirb. Ich male schwarz, ja, aber rosig kann ich diese Zukunft einfach nicht sehen.

Zu guter Letzt:

Was bedeutet das für die Mitarbeiter von Activision?

Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne (4) Quelle: Blizzard Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne (4) Rein wirtschaftlich war es bestimmt der allerbeste Moment für Microsoft, jetzt zuzuschlagen und Activision noch schnell an der Kasse mitzunehmen. Sexismus-Skandale, massives Mobbing am Arbeitsplatz, ein katastrophales Management unter oberster Schirmherrschaft von Robert Kotick, der all das offenbar geschehen ließ oder sogar guthieß: So weit man das bei einem milliardenschweren Unternehmen sagen kann, liegt Activision-Blizzard derzeit am Boden.

Und das ist der einzige, und dankenswerterweise auch wichtigste Punkt, in dem ich in den Aufkauf positiv sehen kann. Hier kann, hier darf und hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, da Microsoft genau weiß, welche Erwartungshaltung hier existiert. Kotick wird nicht zu halten sein, auch sonst muss das Management umstrukturiert werden. Den beanstandeten Fällen muss penibel nachgegangen werden, und Microsoft wird gut daran tun, dem auch Folge zu leisten.

Ja, die nun in Microsoft-Besitz befindlichen Marken sind unfassbar wertvoll. Der Scherbenhaufen dahinter dürfte für den Neubesitzer aber nur bedingt reizvoll sein. Und bei allem, was man Microsoft vorwerfen kann: Eine schlechte Behandlung der Mitarbeiter scheint nicht dazuzugehören. Zumindest hört man da von den diversen Studios hauptsächlich Gutes. Die Activision-Mitarbeiter haben es verdient, dass sie in ein gesundes, neues Arbeitsumfeld hineinwandern.

In den nächsten Tagen werden wir wohl noch mehr Details zum Mega-Deal erfahren. Jetzt muss man das ganze Ding aber auch erst einmal sacken lassen. Es ist zwar nur die Videospiel-Welt, aber zumindest die wurde ganz gehörig auf den Kopf gestellt.


Über den Autor

Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne (5) Quelle: Lukas Schmid Microsoft kauft Activision: Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne (5) Lukas Schmid arbeitet seit 2010 in unterschiedlichen Funktionen bei Computec Media und damit bei PC Games, zuerst als Praktikant, anschließend als freier Mitarbeiter, dann als Volontär, Redakteur und inzwischen als Leitender Redakteur für pcgames.de, videogameszone.de, gamesaktuell.de und gamezone.de. Er liebt Action, Adventure, Action-Adventures, Shooter, Jump & Runs, Horror und Rollenspiele, mit Strategietiteln, den meisten Rogue-likes und Militärsimulationen kann man ihn jagen. Hasskommentare und Liebesbriefe gerne in die Kommentare unter der Kolumne, an lukas.schmid@computec.de oder auf Twitter an @Schmid_Luki.

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    • Kommentare (65)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1649365804 Mitglied
        Zitat von devilsreject
        Naja Nintendo hat einen komplett anderen Stellenwert in der Welt. Ich kenne kaum ein Kind welches nicht einen DS oder ne Switch hat. Dann kommt der unheimlich große Nostalgiewert für Millionen von Menschen hinzu die mit Mario und Zelda oder Metroid usw aufgewachsen sind. Daneben setzt Nintendo immer mal wieder auf außergewöhnliche Konzepte.

        Sony ist einfach nur eine Konsole mit einigen exclusiven Titeln. Aber machen wir uns mal nichts vor, die meistverkauften Spiele sind dann doch so Dinger wie COD oder Fifa und für sowas ist keine Playstation nötig. Der Zugzwang durch den Freundeskreis war enorm groß, sodass viele sich pauschal für ne Playstation entschieden haben um mit den Kumpels zu zocken. Das alles ändert sich aber momentan rasant. Die mangelnde Verfügbarkeit der Konsolen tut sein übriges, viele die ne PS5 wollten haben sich mit ner Xbox angefreundet sofern sie diese bekommen konnten. Nicht wenige sind glücklich sich getraut zu haben.

        Ich teile deine Ansichten bezüglich der Spieleabos, trotzdem ist der Gamepass für Millionen das Kaufargument schlechthin, auch am PC erfreut sich das Ding zunehmender Beliebtheit. Sony bleibt eine wirkliche gute Konsolenschmiede sowie auch einige der Exclusives richtige Bretter sind, aber ob das reichen wird in der Zukunft wage ich doch zu bezweifeln.
        Ja, absolut. Bin ich bei dir.
        Es gibt aber nicht nur diejenigen, die CoD oder Fifa und so weiter spielen. Ich glaube auch, wenn sich genau die, für die diese Spiele der Grund waren, sich eine PS5 zulegen zu wollen, sich stattdessen nun auf eine andere Plattform ausweichen, macht dies den Weg frei für Leute, die sich aus anderen Gründen eine Playstation zulegen wollen. Nicht jeder, der eine PS haben will, tut das, weil er darauf die genannten Titel spielen will. Man hört oder liest halt nur vermehrt das „Gejammer“ derjenigen. Die schweigende Mehrheit wird sich davon nicht relevant beeinflussen lassen, denke ich oder das ist meine Überzeugung.
        Ob ich recht habe, wird sich zeigen. Hundertprozentig sicher kann man nie sein.
        Es würde mich sogar freuen, wenn CoD, FiFa und Co, für viele nicht der Grund ist, sich überhaupt irgendeine Spieleplattform zuzulegen. Seit so vielen Jahren ruhen sich die Publisher auf dem immer gleichen „Scheiss“ aus und zocken die Spieler mit null Innovation, Microtransaktionen und dem selben alten Wein in neuen Schläuchen ab.
        Naja, hat vielleicht auch was damit zu tun, in welcher Spielergeneration man aufgewachsen ist. Wer nix anderes großartig kennt, wird das toll finden. Doch mittlerweile ist die Altersgruppe der 39-65 jährigen die größte Spielergruppe und ich denke, die hat mehrheitlich andere Ansprüche und hängt auch mehrheitlich nicht in Foren herum. ;)
        Bin daher der Ansicht, dass das, was man so hört und liest, nicht die Gesamtheit abbildet.
      • Von Gast1649365804 Mitglied
        Zitat von devilsreject
        Naja Nintendo hat einen komplett anderen Stellenwert in der Welt. Ich kenne kaum ein Kind welches nicht einen DS oder ne Switch hat. Dann kommt der unheimlich große Nostalgiewert für Millionen von Menschen hinzu die mit Mario und Zelda oder Metroid usw aufgewachsen sind. Daneben setzt Nintendo immer mal wieder auf außergewöhnliche Konzepte.

        Sony ist einfach nur eine Konsole mit einigen exclusiven Titeln. Aber machen wir uns mal nichts vor, die meistverkauften Spiele sind dann doch so Dinger wie COD oder Fifa und für sowas ist keine Playstation nötig. Der Zugzwang durch den Freundeskreis war enorm groß, sodass viele sich pauschal für ne Playstation entschieden haben um mit den Kumpels zu zocken. Das alles ändert sich aber momentan rasant. Die mangelnde Verfügbarkeit der Konsolen tut sein übriges, viele die ne PS5 wollten haben sich mit ner Xbox angefreundet sofern sie diese bekommen konnten. Nicht wenige sind glücklich sich getraut zu haben.

        Ich teile deine Ansichten bezüglich der Spieleabos, trotzdem ist der Gamepass für Millionen das Kaufargument schlechthin, auch am PC erfreut sich das Ding zunehmender Beliebtheit. Sony bleibt eine wirkliche gute Konsolenschmiede sowie auch einige der Exclusives richtige Bretter sind, aber ob das reichen wird in der Zukunft wage ich doch zu bezweifeln.
        Ja, absolut. Bin ich bei dir.
        Es gibt aber nicht nur diejenigen, die CoD oder Fifa und so weiter spielen. Ich glaube auch, wenn sich genau die, für die diese Spiele der Grund waren, sich eine PS5 zulegen zu wollen, sich stattdessen nun auf eine andere Plattform ausweichen, macht dies den Weg frei für Leute, die sich aus anderen Gründen eine Playstation zulegen wollen. Nicht jeder, der eine PS haben will, tut das, weil er darauf die genannten Titel spielen will. Man hört oder liest halt nur vermehrt das „Gejammer“ derjenigen. Die schweigende Mehrheit wird sich davon nicht relevant beeinflussen lassen, denke ich oder das ist meine Überzeugung.
        Ob ich recht habe, wird sich zeigen. Hundertprozentig sicher kann man nie sein.
        Es würde mich sogar freuen, wenn CoD, FiFa und Co, für viele nicht der Grund ist, sich überhaupt irgendeine Spieleplattform zuzulegen. Seit so vielen Jahren ruhen sich die Publisher auf dem immer gleichen „Scheiss“ aus und zocken die Spieler mit null Innovation, Microtransaktionen und dem selben alten Wein in neuen Schläuchen ab.
        Naja, hat vielleicht auch was damit zu tun, in welcher Spielergeneration man aufgewachsen ist. Wer nix anderes großartig kennt, wird das toll finden. Doch mittlerweile ist die Altersgruppe der 39-65 jährigen die größte Spielergruppe und ich denke, die hat mehrheitlich andere Ansprüche und hängt auch mehrheitlich nicht in Foren herum. ;)
        Bin daher der Ansicht, dass das, was man so hört und liest, nicht die Gesamtheit abbildet.
      • Von devilsreject Mitglied
        Zitat von General-Lee
        Wie es auch ohne das alles geht, also ohne GamePass, ohne das ganze Online-Gedöns (nicht negativ gemeint) und ohne das ganze Drumherum, zeigt mir immer noch Nintendo. Ich weiß, ich weiß, die sind und waren schon immer irgendwie anders und speziell und genau da liegt vielleicht sogar für Sony eine Chance, sich vom Einheitsbrei abzuheben.

        Naja Nintendo hat einen komplett anderen Stellenwert in der Welt. Ich kenne kaum ein Kind welches nicht einen DS oder ne Switch hat. Dann kommt der unheimlich große Nostalgiewert für Millionen von Menschen hinzu die mit Mario und Zelda oder Metroid usw aufgewachsen sind. Daneben setzt Nintendo immer mal wieder auf außergewöhnliche Konzepte.

        Sony ist einfach nur eine Konsole mit einigen exclusiven Titeln. Aber machen wir uns mal nichts vor, die meistverkauften Spiele sind dann doch so Dinger wie COD oder Fifa und für sowas ist keine Playstation nötig. Der Zugzwang durch den Freundeskreis war enorm groß, sodass viele sich pauschal für ne Playstation entschieden haben um mit den Kumpels zu zocken. Das alles ändert sich aber momentan rasant. Die mangelnde Verfügbarkeit der Konsolen tut sein übriges, viele die ne PS5 wollten haben sich mit ner Xbox angefreundet sofern sie diese bekommen konnten. Nicht wenige sind glücklich sich getraut zu haben.

        Ich teile deine Ansichten bezüglich der Spieleabos, trotzdem ist der Gamepass für Millionen das Kaufargument schlechthin, auch am PC erfreut sich das Ding zunehmender Beliebtheit. Sony bleibt eine wirkliche gute Konsolenschmiede sowie auch einige der Exclusives richtige Bretter sind, aber ob das reichen wird in der Zukunft wage ich doch zu bezweifeln.
      • Von TobiasHartlehnert Mitglied
        Zitat von Loosa
        Eine etwas weiter greifende Analyse findet sich bei der Süddeutschen: Microsoft wettet aufs Metaversum
        Naja, da werden auch nur Mutmaßungen aufgestellt, aber keine Belege dafür geliefert. Ist doch eher ein ziemlich dünner Beitrag. Und seit wann ist "Overwatch" ein Sportspiel und die Xbox eine X-Box? :-D

        Edit: Ok, auf pcgh.de wird zumindest Microsoft-CEO Sataya Nadella mit "Activision Blizzard soll eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Metaversen-Plattformen spielen" zitiert, allerdings steht das nicht in der verlinkten Quelle. Und bei der SZ gibts mal gar keine Quellen-Links.
      • Von Gast1649365804 Mitglied
        Zitat von Loosa
        Eine etwas weiter greifende Analyse findet sich bei der Süddeutschen: Microsoft wettet aufs Metaversum
        Ready Player One lässt schön grüßen ;)
      • Von Loosa Senior Community Officer
        Zitat von Lukas Schmid
        Die Gaming-Welt ist jetzt eine andere - Kolumne
        Das ist der Punkt. Die Gaming-Welt (eher Digitalwelt) wird bald eine andere sein, und Microsoft ist dafür unterirdisch gewappnet. Sony mag vielleicht irgendwann Kollateralschaden werden. Aber die 70 Mrd. sind eine Wette auf die Zukunft und zielen voll gegen Facebook.

        Die Kolumne ist unterhaltsam, aber auch eng auf meine jetzige Spielerperspektive begrenzt.
        Eine etwas weiter greifende Analyse findet sich bei der Süddeutschen: Microsoft wettet aufs Metaversum
      Direkt zum Diskussionsende
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