Metal Gear Solid - Raiden: Ein großes Missverständnis
Konami und Hideo Kojima waren knapp 30 Jahre das Dreamteam der Spieleindustrie. Doch Ende 2015 ist Schluss. Bevor man getrennte Wege gegangen ist, erschien jedoch noch das mit Spannung erwartete Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain. Grund genug für uns, einen Blick auf die bewegte Geschichte der Schleich-Saga zu werfen.
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Raiden: Ein großes Missverständnis
Der Seriencharakter Raiden spaltete die Fans und war lange Zeit ziemlich unbeliebt, was wohl an seiner androgynen Gestalt lag. 2013 bekam Raiden dann sein eigenes Spiel spendiert und war endlich rehabilitiert!
Wer an Metal Gear Solid denkt, der hat sofort Namen wie Solid Snake oder Big Boss im Kopf. Ihre Gesichter sind in der Historie der Stealth-Saga zementiert. Beides sind knallharte Profis, die ihren Job mit viel Grips und (un)gesundem Körpereinsatz erledigen. Aber Moment, was ist eigentlich mit Raiden? Ironischerweise ist der blonde Jüngling aus Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty, den man hier abseits von Snake steuerte, das schwarze Schaf der Heldenfamilie. Mit seinem androgynen Äußeren und seinem Codec-Beziehungsdrama zwischen ihm und seiner Freundin Rose passte der FOXHOUNDAgent scheinbar so gar nicht ins Kojima'sche Protagonisten-Schema.
Was aber keiner ahnte: Hideo Kojima hatte einen langfristigen Plan mit Raiden. "Für Metal Gear Solid 2 wollten wir jemanden, der von außerhalb auf diese Kultfigur Snake schaut. Raiden sollte der Neuling sein, mit dem Spieler auch die Figur Snake neu erleben sollte", erklärte der Japaner in einem 2013 veröffentlichten Interview auf der Website SPONG. Er führt seine Erklärung fort: "Vielleicht haben wir das den Spielern nicht gut genug beigebracht. Leute mochten ihn nicht, und das aus gutem Grund." In Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots kehrte Raiden wieder zurück. Von dem Blondchen war jedoch nichts mehr übrig geblieben – stattdessen verwandelte Kojima ihn in einen gebrochenen Cyborg-Ninja mit schrecklicher Vergangenheit.
Plötzlich war Raiden interessant. Interessant genug, um ihm 2009 die Hauptrolle in einem eigens für ihn gestalteten Spiel zu spendieren: Metal Gear Solid: Rising unter der Führung von Shigenobu Matsuyama und Minishi Kimura. Doch es gibt Probleme bei der Entwicklung, das Projekt wird 2011 zunächst abgebrochen, ehe es bei Platinum Games – den Schöpfern von Bayonetta und aktuell Transformers: Devastation – landet und dort mit frischer Story und anderem Ansatz eine komplette Neugeburt erfährt. 2013 erscheint das schnittige Actionspiel Metal Gear Rising: Revengeance. Kojima kommentiert Raidens Durchsetzungsvermögen mit gewohntem Humor: "Man könnte sagen, es ist die wahre Bedeutung des Titel Revengeance. Es ist Raidens erneute Rache. Er kommt zurück und rächt sich für seine Unbeliebtheit bei den Fans."

Aber Konami wird wohl kein Interesse haben, die nochmal als überarbeitete Win 7 / 8 / 10 Version zu veröffentlichen.