Unterwegs zocken? - Keine Chance, dank Onlinezwang
Pendler kennen es nur zu gut: Man sitzt stundenlang in der Bahn oder im Bus, hat sich extra ein neues Spiel für den Zeitvertreib gegönnt, und kaum versucht man, es zu starten, ist die Enttäuschung groß. Der Grund? Keine Internetverbindung.
Das Problem im Zug
Es gibt wohl kaum etwas, das mich unterwegs mehr nervt. Als jemand, der ständig in allen möglichen Ecken Deutschlands und der Welt unterwegs ist, kenne ich dieses Problem nur zu gut. Weil ich aber kein großer Fan davon bin, Filme unterwegs zu schauen, packe ich mir immer etwas zum Zocken ein - nur, um dann oft festzustellen, dass ich doch nicht loslegen kann.
Das liegt nicht einmal daran, dass ich überwiegend Multiplayer-Titel spiele. Ich plane natürlich im Voraus und stelle mich darauf ein, unterwegs oft keine Verbindung zu haben. Aber warum zum Henker brauchen selbst Singleplayer-Spiele mit einem separaten Multiplayer-Modus unbedingt eine Internetverbindung?!
Es ist ja nicht so, dass ich bei jedem Spiel eine ständige Verbindung brauche. Anno 1800 zum Beispiel braucht das Internet nur, um zu starten. Einmal mit Ubisoft Connect verbunden und eingeloggt, ist es dem Spiel herzlich egal, ob man online ist oder nicht.
Der Hintergrund ist vermutlich der Kopierschutz. Entwickler sichern sich mit dem Online-Zwang vor Piraterie ab. Wenn man ein Spiel starten möchte - in meinem Fall eben Anno -, prüfen die Server, ob man eingeloggt ist und ob die Lizenz zur Bibliothek passt. Sobald die Bestätigung erfolgt ist, scheint es dem Spiel egal zu sein, ob eine Verbindung besteht oder nicht.
Steam macht mir das Leben in solchen Fällen etwas einfacher. Der Offline-Modus funktioniert tatsächlich auch ohne Internet. Eine Lösung des Problems ist das aber trotzdem nicht.
Die erste Hürde mag überwunden sein, aber ans Ziel komme ich damit noch lange nicht. Anfang des Jahres habe ich mein Herz an Palworld verloren. Darum erwähne ich es an dieser Stelle direkt mal wieder. Grundsätzlich hat man in dem Spiel die Wahl, ob man allein oder mit Freunden im Koop spielen möchte. Das Problem? Schon die bloße Möglichkeit, online zu spielen, erzwingt eine permanente Internetverbindung.
Dasselbe gilt für Titel wie Diablo 4 oder Hearthstone. Beides Spiele, die ich grundsätzlich lieber alleine spiele. Letzteres bringt mich dabei besonders auf die Palme - immerhin spiele ich es auf dem iPad. Und wo benutze ich mein iPad am meisten? Unterwegs! Und wo habe ich kein Internet? Unterwegs!
Die Duelle gegen die KI machen wirklich Spaß. Sie bieten durch die Vielzahl an Helden eine Menge Abwechslung und knackige Herausforderungen. Ganz zu schweigen vom schrägen Humor. Das alles gibt mir deutlich mehr als die frustrierenden Online-Matches gegen Spieler, die mich mühelos in Grund und Boden stampfen. Warum also kann ich dann nicht einfach zwischen Online und Offline wählen?
Das Problem auf dem Dorf
Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Richtig ärgerlich wird es, wenn es um die Verbindung und Serverstabilität geht. Ich bin auf dem Dorf groß geworden, und schnelles Internet war für mich lange Zeit ein Fremdwort - ein Luxus, der erst vor ein paar Jahren Einzug gehalten hat. Das Problem ist aber weniger die Geschwindigkeit als vielmehr die Stabilität.
Ein Beispiel, das mir sofort einfällt, ist die wohl meistgespielte Reihe meiner Gaming-Karriere: FIFA bzw. EA Sports FC. Ich habe schon oft erwähnt, dass Ultimate Team jahrelang meine tägliche "Gaming-Nadel" war.
Das Beste am Casino-Modus ist bis heute die Wahlfreiheit: Man kann sich entweder in verschwitzte Online-Partien stürzen oder entspannt gegen die KI kicken. Allerdings gibt es einen Haken - selbst für die Offline-Partien ist eine Verbindung zu den EA-Servern notwendig.
Und die sind so instabil, dass ich manchmal das Gefühl habe, ein einzelner Zwerghamster kurbelt den ganzen Betrieb an.
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Nicht nur, dass man sich für die Offline-Partien mit den Servern verbinden muss, man ist auch noch auf die wackeligen Verbindungen angewiesen. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon den Controller in der Hand auseinanderbrechen wollte [ist das ein üblicher Ausdruck? Kenne ich nicht zumindest], weil die Server mal wieder abgeschmiert sind. Wenn man gerade mitten in einer Partie steckt, bedeutet das: Niederlage. Ein Problem, das in über zehn Jahren immer noch ungelöst ist. Ein Armutszeugnis für EAs Cashcow, die sich immer als so kompetitiv und fair präsentiert.

Die gelegentliche Überprüfung der online ID kostet nur wenige KByte.
Als bei mir mal das DSL ausgefallen war, habe ich eine Woche lang die PS über meinen Handy-Hotspot online gehabt.
Inklusive regelmäßiger Chat-Party‘s waren das in dieser Woche lediglich knapp pber 1 Gbyte Datenvolumen.
Solange die Leute noch den halben Tag unterwegs TikTok Videos schauen, kann es so eng mit dem Datenvolumen nicht sein.
Was für eine komplett unsinnige Überschrift... Wer heutzutage, der ein Smartphone dabei hat, ist offline?
Überschrift, Deutschland 2025 xD
Aber wir müssen auch irgendwie ehrlich bleiben.
„Damals“ ohne „Online-Zwang“, also wie war es denn da wirklich?
Neben klassischen Handhelds gab es irgendwie nichts für unterwegs und wenn man nicht gerade raubkopiert hat, mußte man den physischen Datenträger zum Beweis des Besitztums einlegen, um spielen zu können.
Nicht wirklich praktikabel.
Und realistisch betrachtet tragen die Spieler selber auch eine Mitschuld daran. Die Raubkopiererei hatte enorme Ausmaße angenommen. Wie zu Zeiten des C64 und Amiga. Ich hatte hunderte Spiele, aber die einzigen Original-Disketten waren die mitgelieferten Workbench- und Extra-Disketten. Sogar das Kopierprogramm war kopiert.
Heute sehe ich das anders, aber damals hatte ich auch keinerlei Unrechtsbewußtsein dahingehend.
Weiß ja nicht, was der Autor mobil gerne spielen möchte. Oder man nimmt die Switch.
Ansonsten sollte nun langsam auch Deutschland mal im 21. Jahrhundert ankommen.