Gute Kritiken reichten nicht - Entwickler von MIO: Memories in Orbit schließt
MIO: Memories in Orbit kam bei Kritikern gut an. Trotzdem schließt das Studio hinter dem Metroidvania. Ein weiteres Beispiel dafür, wie schwer es Indie-Entwickler aktuell haben.
Schlechte Nachrichten aus der Indie-Szene: Das französische Entwicklerstudio Douze Dixièmes wird geschlossen. Besonders bitter daran ist, dass die Meldung nur wenige Monate nach dem Release von MIO: Memories in Orbit erfolgt. Denn eigentlich hat das Spiel sowohl bei mir als auch bei vielen anderen Spielern einen guten Eindruck hinterlassen.
In unserem Test im Januar war MIO zwar nicht eines dieser Spiele, das vielleicht die ganz großen Schlagzeilen erzielt hat, aber dennoch durch sein Artdesign, die Atmosphäre und das Metroidvania-Gameplay überzeugte. Umso überraschender ist es jetzt zu hören, dass das Studio hinter dem Titel jetzt seine Türen schließen muss.
Laut einem Bericht der französischen Zeitung Le Figaro konnte sich MIO: Memories in Orbit (jetzt kaufen ) wirtschaftlich nicht so entwickeln, wie erhofft. Obwohl das Spiel überwiegend positive Kritiken erhielt, blieben die Verkaufszahlen offenbar hinter den Erwartungen zurück. Nach dem Release beendete Publisher Focus Entertainment die Zusammenarbeit mit Douze Dixièmes.
Quelle: PC Games
MIO war wirklich ein gutes Metroidvania, das besonders auch Hollow Knight Fans gut gefallen dürfte.
Ein Problem, das die gesamte Branche betrifft
MIO zeigt einmal mehr ein Problem, das wir in den vergangenen Jahren immer häufiger beobachten konnten: Gute Spiele sind längst keine Garantie mehr für wirtschaftlichen Erfolg. Der Markt ist mittlerweile so überfüllt, dass selbst qualitativ hochwertige Titel schnell untergehen können. Jede Woche erscheinen dutzende neue Spiele auf Steam, Konsolen-Stores und anderen Plattformen. Gleichzeitig kämpfen Spieler mit begrenzter Zeit und einem riesigen Backlog.
Dadurch entsteht eine Situation, in der selbst positive Reviews und begeisterte Spieler nicht zwangsläufig ausreichen, um ein Studio langfristig zu sichern. Viele gute Spiele gehen einfach unter. Wenn selbst ein Titel wie MIO: Memories in Orbit, nicht die nötigen Verkaufszahlen erreicht, dürfte es für noch kleinere Projekte umso schwieriger werden.
Social Media Hype als Türenöffner
Manchmal braucht es heute offenbar auch einfach das nötige Quäntchen Glück. Ein gutes Beispiel dafür ist PEAK. Das Koop-Kletterspiel wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem riesigen Erfolg und war plötzlich überall auf Social Media präsent. Zahlreiche Streamer und Content Creator sprangen auf den Trend auf und sorgten für zusätzliche Aufmerksamkeit.
Quelle: Aggro Crab / Landfall
PEAK ist auf vielen Social Media Plattformen durch die Decke gegangen und war dadurch sehr erfolgreich.
Natürlich muss auch ein Spiel wie PEAK überzeugen, damit Spieler dranbleiben. Der enorme Hype entstand aber nicht allein durch klassische Testwertungen, sondern vor allem durch die Dynamik sozialer Netzwerke. Der Aspekt, dass es ein Multiplayer Titel ist, spielte mit Sicherheit auch noch eine wichtige Rolle. Natürlich kennen wir die genauen wirtschaftlichen Erwartungen von MIO nicht. Trotzdem wirkt die Schließung von Douze Dixièmes wie ein weiteres Beispiel dafür, dass Sichtbarkeit heute fast genauso wichtig geworden ist wie die Qualität eines Spiels.
Douze Dixièmes wurde 2017 gegründet und gehörte mit gerade mal zehn Mitarbeitern ohnehin nicht zu den großen Namen der Branche. Umso mehr zeigt die Geschichte, wie schwierig die Situation aktuell für kleine Entwicklerteams geworden ist.
Wir hoffen deshalb, dass die beteiligten Entwickler schnell neue Projekte und neue Studios finden. Talent scheint dort jedenfalls genug vorhanden gewesen zu sein. Habt ihr MIO: Memories in Orbit gespielt? Und glaubt ihr, dass es für Indie-Studios heute schwieriger ist als je zuvor, sich gegen die Masse an Neuerscheinungen durchzusetzen?
