Hot Take: Black Flag kann mir gestohlen bleiben - das beste Piratenspiel ist über 20 Jahre alt!

0
Special Yannik Cunha - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Hot Take: Black Flag kann mir gestohlen bleiben - das beste Piratenspiel ist über 20 Jahre alt!
Quelle: Nintendo

Gerade dieses Jahr haben sich viele Entwickler an Piratenspiele getraut, aber mich überzeugt kein einziges davon. Nintendo hat vor über 20 Jahren nämlich schon gezeigt, wie man das besser macht!

Momentan gibt es irgendwie wieder einen riesigen Hype um Piraten und Piratenspiele. Alle sind gespannt auf Assassin's Creed: Black Flag Resynced, Windrose ist vor Kurzem in den Early Access gestartet und mit Corsair Cove kommt Ende Juli sogar ein Piraten-Aufbauspiel. Aber keines davon vermittelt für mich dieses Piratenfeeling, nach dem ich mich sehne. Da kann ein Schiff noch so detailliert oder die Wasser-Mechanik so realistisch sein.

Das ist mir alles völlig egal und kann von mir aus auch noch mittelmäßig aussehen, wenn das Spiel dafür tatsächlich Spaß bereitet.

Aber bevor ihr euch aufregt, möchte ich euch sagen, was für mich der wichtigste Aspekt eines Piratenspiels ist: abwechslungsreiche Abenteuer auf hoher See zu erleben.

Die offene See frei befahren, Kanonen abfeuern und damit feindliche Schiffe oder Seemonster versenken, Schätze bergen oder sie stehlen, eine Karte zeichnen und natürlich Inseln erkunden.

Das alles wurde aber schon fantastisch umgesetzt, und zwar vor über 20 Jahren mit The Legend of Zelda: The Wind Waker - das aus irgendeinem Grund immer noch nicht für die Switch, aber für die Wii U verfügbar ist. Klasse.

Immer der Nase nach

Nach einem recht langen Prolog rettet uns das Schiff, das fortan gleichzeitig unser Begleiter ist: der König der roten Löwen. Der war einmal ein Mensch, ist jetzt aber ein kleines Boot, mit dem wir frei von Insel zu Insel reisen können.

Die edle Nussschale lässt sich recht wendig steuern und hat auch eine angenehme Geschwindigkeit, womit wir dieses gewisse Freiheitsgefühl auf dem weiten Ozean bekommen.

Das wird aber noch weiter ausgebaut mit dem "Wind Waker", einem kleinen Dirigentenstab, mit dem wir die Windrichtung selbst bestimmen können.

Das ist als Lösung recht smart, weil Winde und Wellengang einen großen Teil des Piratenlebens ausmachen: Man kann sie also nicht ignorieren, es bereitet aber auch keinen Spaß, sich ständig darum zu kümmern.

The Legend of Zelda: the Wind Waker Quelle: Nintendo "Immer der Nase nach" ist mit diesem Boot noch um einiges witziger. Klar, in einem Assassin's Creed: Black Flag sorgt das für Realismus und gehört zum Abenteuer, in Wind Waker liegt der Fokus dafür auf weiteren Aspekten als auf dem eigentlichen Segeln.

Die offene See

Es gibt nämlich auch Gefahren auf hoher See. So sind Haie in manchen Gewässern unterwegs und auch andere Piratenschiffe fahren vereinzelt herum, oft auch, um ihre Basis zu verteidigen, die wir meistens vollständig mit dem Schiff einnehmen können - falls wir genug Bomben für unsere Kanone dabeihaben.

Dazu gibt es noch kleinere Piratenstützpunkte und U-Boote. Für die müssen wir vom Boot steigen und selbst Hand anlegen, um die dortigen Schätze zu klauen. Klar, wir kämpfen hier zwar gegen böse Goblins, aber im Endeffekt führen wir ganz klassische Piraten-Raubüberfälle aus.

Die Kämpfe in Wind Waker sind übrigens richtig gut! Ziemlich modern für das Jahr 2003. Quelle: Nintendo Die Kämpfe in Wind Waker sind übrigens richtig gut! Ziemlich modern für das Jahr 2003. Aber Schätze reißen wir nicht nur gewaltsam an uns! Es gibt nämlich auch immer wieder Stellen auf hoher See, die aufleuchten. Dort können dann oftmals zufällig generierte Schätze mit dem Enterhaken geborgen werden.

Etwas über 40 dieser Schätze sind aber auch festgelegt vom Spiel und geben wichtigere Belohnungen, etwa Herzteile, damit wir unsere Lebenspunkte dauerhaft erhöhen können.

Obendrauf gibt's noch herumfahrende Händler und ein paar größere Events. So können wir unter anderem in einen Tornado geraten, in dem wir einen fliegenden Frosch als Mini-Boss bekämpfen müssen, oder wir finden ein Geisterschiff.

Es gibt also immer genug zu tun, wenn wir unterwegs sind. Bei Black Flag und Wind Waker ist das Motto zwar gleichermaßen "Der Weg ist das Ziel". Bei Wind Waker liegt aber noch mehr Fokus auf dem Aspekt des Entdeckens als bei Ubisofts Piraten-Abenteuer.

Bergen wir einen Schatz erfolgreich, gibt es eine kleine, süße Cutscene, in der wir sehen, was wir so gefunden haben. Hoffentlich keinen alten Schuh. Quelle: Nintendo Bergen wir einen Schatz erfolgreich, gibt es eine kleine, süße Cutscene, in der wir sehen, was wir so gefunden haben. Hoffentlich keinen alten Schuh. Ich weiß nicht, wie das bei euch aussieht, aber ich gehe lieber immer wieder spontan coole, neue Inseln entdecken, als mir erst mal Gedanken über die detailgetreue Steuerung eines Segelschiffes zu machen.

Land in Sicht!

Die Inseln sind am besten mit denen aus Lost Ark zu vergleichen. In beiden Spielen sind viele der Inseln optional und es gibt entweder eine kleine Quest dort zu erledigen, Kämpfe, einen Boss, oder wenigstens etwas Witziges zu sehen.

Manchmal finden sich auf den Inseln auf Links Reisen einfach kleine Kampf-Szenarien, die wir bestehen müssen, oder unterschiedliche Arten von Rätseln. Die können auf verschiedenen Items aufbauen, die wir bereits freigeschaltet haben, manchmal sind es aber auch Dinge, die wir aus anderen Welten kennen, wie Schiebepuzzles.

Die Feen in ihren Quellen sehen in Wind Waker sehr speziell aus im Vergleich zu anderen Zelda-Teilen. Es gibt zudem eine, um die sich ein riesiges Geheimnis rankt. Quelle: PC Games Die Feen in ihren Quellen sehen in Wind Waker sehr speziell aus im Vergleich zu anderen Zelda-Teilen. Es gibt zudem eine, um die sich ein riesiges Geheimnis rankt. Die Feen mit ihren permanenten Upgrades haben in dem Spiel auch jeweils ihre eigenen Inseln mit unterirdischer Feen-Quelle.

Insgesamt gibt es fast 49 Kacheln auf der Karte und auf jeder davon befindet sich eine Art Insel. Die sind nicht allesamt begehbar, aber immerhin die meisten davon!

Navigator-Link

Damit wir uns nicht jede Insel einzeln merken müssen, gibt es auch ein System, um unsere Karte zu vervollständigen. Wenn wir Fischfutter dabei haben, können wir das immer dem lokalen Fisch pro Kachel spendieren, der meistens um die Inseln schwimmt.

Nach einer kleinen Verfolgungsjagd deckt er dann eines der Felder auf unserer Karte auf. So können wir mit ein bisschen Aufwand die gesamte Karte nach und nach aufdecken, damit wir uns nicht mehr verfahren und wir uns auch nichts merken müssen.

Es wäre nur noch ein Stückchen freier und piratiger, wenn wir selbst eine Karte malen müssten, oder wenigstens die vorhandene selbst bemalen.

Auch wenn es hier so aussieht, als würde Link einer richtigen Piraten-Simulation hinterhertrauern, zeigt ihm Tetra in Wind Waker, wie richtiger Spielspaß aussieht. Quelle: Nintendo Auch wenn es hier so aussieht, als würde Link einer richtigen Piraten-Simulation hinterhertrauern, zeigt ihm Tetra in Wind Waker, wie richtiger Spielspaß aussieht. Die hohe See weckt in mir hauptsächlich Lust auf Abenteuer und Neugier. Neugier, zu wissen, was es da draußen denn noch so gibt. Im echten Leben ist das relativ witzlos, weil fast alles schon entdeckt und eingezeichnet wurde. Außerdem hätte ich absolut keine Lust auf die Wellengänge und ein Wind Waker wurde leider noch nicht erfunden. Wind Waker befriedigt diese Neugier in mir und belohnt mich dabei immer wieder mit verschiedensten, neuen Abenteuern, die alles Positive umfassen, was ich von einem Piratenspiel möchte.

0
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk