Like a Dragon: Infinite Wealth: Der Durchbruch im Westen?
Der Nachfolger zum rundenbasierten Rollenspiel Like a Dragon ist ein absolutes Mega-Game. Es vereint Pokémon, Animal Crossing, die alten und die neuen Yakuza-Teile. Klingt unglaubwürdig? In unserer Vorschau beweisen wir euch das Gegenteil!
Das komplette Kontrastprogramm erleben wir mit Kasuga auf Hawaii. Die Insel kocht vor Lebensfreude beinahe über. Das passt wunderbar zu unserem jungen Protagonisten, der hier voll in seinem Element ist. Honolulu hebt sich deutlich von den japanischen Städten ab, die wir sonst aus der Reihe kennen. Alles ist sehr viel amerikanischer. NPCs haben ein westlicheres Aussehen. Werbetafeln, Autos und selbst die Musik, die aus den Geschäften dröhnt, wirken für Europäer deutlich gewöhnlicher.
Von den Tokioter Kanji-Neonschildern und dem verruchten Flair der Rotlichtbezirke der alten Yakuza-Teile ging immer ein ganz besonderer und für Spieler in unseren Breitengraden exotischer Charme aus. Der kommt in der mit Palmen durchzogenen und von Malls gesäumten Hauptstadt Hawaiis weniger zum Tragen.
Aber es springen neue Aktivitäten in die Bresche. Am Pazifikstrand lässt es sich Kasuga nicht nehmen, ins kühle Nass zu hechten. Im Meer taucht er nach Schätzen, die sich in den meisten Fällen, aber als wertloses Treibgut herausstellen. Die Motorbootfahrer haben es außerdem auf ihn abgesehen, selbst in Strandnähe muss er immer die Augen offen halten, um nicht von einem Freizeitkapitän gerammt zu werden.
Auch am Ufer will ihm fast jeder an den Kragen. Sogar der Sand selbst hat mit Kasuga ein Hühnchen zu rupfen! Auf den zweiten Blick ist es aber nur irgendein Typ, den dessen Freunde eingegraben und dann in der Sonne vergessen haben. Die Wut des Vergrabenen richtet sich jetzt aber auf uns. Wir haben also keine Wahl und müssen den Sandsack mal so richtig durchboxen.
Quelle: SEGA
Das Kampfsystem bleibt dem rundenbasierten Prinzip treu, das der Vorgänger eingeführt hat. Im Stil der alten Final-Fantasy- und Dragon-Quest-Teile verteilen wir mit Kasuga und seinen Freunden nacheinander Schellen. Die Angriffe sind urkomisch: Das Setting ist zwar realistisch, die Moves parodieren aber Fantasy-Attacken klassischer JRPGs. Ein Feuerzauber ist also ein Bengalo, Elektromagie hat mit einer Autobatterie zu tun. Ein Angriff mit Leuchtfackeln verursacht natürlich Feuerschaden, Strom schockt die Gegner und so weiter. Den Animationen wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, sie wurden gut in Szene gesetzt und animiert.
Das Schlachtfeld und die Position der Figuren sind nun noch wichtiger. Vor der Wahl eurer Attacke dürft ihr euch in einem kleinen Bereich bewegen und euren Charakter optimal ausrichten. Viele Skills sind nicht nur plumpe Angriffe, sondern können Gegner zurückwerfen, lassen die Kämpfer anstürmen, oder lösen Spezialeffekte aus, die in einem ganzen Areal Wirkung entfalten. Besonders effektiv sind Double-Team-Attacken, die ihr starten könnt, wenn ihr euch neben einem Verbündeten befindet. Je nach Figurenpaar sind das spezielle, besonders mächtige Angriffe, die oft den Kampf entscheiden.
Kasuga hat aber nicht nur Freunde, die sich permanent in seinem Team befinden, sondern kann auch Leute anrufen, die er auf seiner Reise getroffen hat und sie so "beschwören". Die sogenannten Poundmates stehen euch für den Rest des Kampfes bei und erscheinen mit einer meist skurrilen Videosequenz, die besondere Vorteile mit sich bringt. Das können besonders starke Attacken, flächendeckende Heilung oder ganz andere Effekte sein.
Neue Poundmates schaltet ihr in der Geschichte teilweise automatisch frei, aber manche trefft ihr auch in speziellen Gegenden oder im Rahmen von Minispielen. Den radelnden Botenjungen erhaltet ihr zum Beispiel durch das neue Lieferdienst-Minispiel. In Like a Dragon musste Kasuga noch Dosenpfand sammeln. Im zweiten Teil der neuen Generation Yakuza-Spiele ist er in der Welt zum Pizzaboten aufgestiegen. Pfand sammeln und Pizza ausliefern ähneln sich stark. Ihr seid auf einem Fahrrad unterwegs und sammelt Tokens, die euch Punkte bringen. Bei Kunden am Straßenrand müsst ihr anhalten, um die Lieferung abzugeben.
Quelle: SEGA
Kasugas Superkraft war schon immer die Bindung zu seinen Freunden. Bereits im Vorgänger konntet ihr eure Beziehungen vertiefen und dadurch Spezialgespräche und weitere Vorteile freischalten. In Infinite Wealth steht euch das Bindungsbingo zur Verfügung. Lauft ihr an einem gewissen Ort vorbei, stehen die Chancen gut, dass euch ein Mitstreiter etwas dazu erzählt und dabei etwas Persönliches aus seinem Leben offenbart. Dafür erhaltet ihr einen Eintrag auf der Bingokarte, durch die ihr mit komplettierten Reihen, Zeilen und Diagonalen besonders viel Freundschaft aufbaut. Solltet ihr es schaffen, die gesamte Karte auszufüllen, freut ihr euch über eine ganz spezielle Belohnung.
Kasugas Freunde stehen ihm im Kampf bei, doch auch seine Gegner können ihm Vorteile bringen. Als wir durch die Straßen von Honolulu streifen, sehen wir an jeder Ecke Menschenansammlungen, die als "Raid" betitelt werden. Das bedeutet, dass sich eine Meute Gauner versammelt hat, aber die ist irgendwie anders als das Geschmeiß, das man sonst auf den Straßen trifft. Jede Gangster-Gruppe scheint ein eigenes Thema zu haben und etwas Besonderes zu sein. Nach dem Sieg über die komischen Typen, die "Sujimon" genannt werden, will sich Kasuga sofort mit ihnen anfreunden.
Sehr effektiv ist es, den Taschenmobstern Geschenke zu überreichen und sich dabei so tief wie möglich zu verbeugen. Anschließend folgt ein Hagel an Komplimenten, um die frisch entstandene Freundschaft zu festigen. Hat man sich genug ins Zeug gelegt, schnappt man sich das Sujimon und es schließt sich dem Team an.

Momentan sehe ich da auch nach diesem Artikel wenig Anreize, mich nochmal mit der Spielreihe auseinander zu setzen.