Knightmare Tower im Test: Wer hoch steigt, fällt tief - und hat Spaß dabei!

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Der verrückte Comic-Stil von Knightmare Tower macht einen äußerst sympathischen Eindruck.
Quelle: PC Games

Warum immer nur Tower Defense spielen, wenn es auch Tower Attack gibt? In Knightmare Tower feuert ihr einen Ritter mit einer Rakete in Richtung Turmspitze, rettet Prinzessinen und schlachtet Monster. Warum das so unheimlich viel Laune macht und wie viel ihr für den Spaß zahlen müsst, verrät unser Test samt Video-Review.

Dieser Artikel beginnt mit einer Bitte: Öffnet doch mal kurz euer Portemonnaie. Sind da drin vier Euro, die ihr übrig habt?

Nein, keine Sorge, ihr müsst keine Gebühr bezahlen, um diesen Text zu lesen. Wer macht denn sowas? Aber die vier Euro, die könnt ihr natürlich trotzdem gut anlegen: mit dem Kauf von Knightmare Tower. Für diesen lachhaft geringen Betrag bekommt ihr nämlich eine ungemein spaßige Mischung aus Geschicklichkeitstest und Actionspiel, verpackt in goldige Comic-Grafik, extrem zugänglich und immer wieder gut für eine kurze, unterhaltsame Partie. Unser Tipp: kaufen!

Vom PC zum Smartphone, zurück auf den PC

Kein Spoiler: Der knifflige Bosskampf markiert nicht das Ende des Spiels. Danach geht es nämlich im Überlebensmodus weiter. Quelle: PC Games Kein Spoiler: Der knifflige Bosskampf markiert nicht das Ende des Spiels. Danach geht es nämlich im Überlebensmodus weiter. Knightmare Tower war ursprünglich ein kostenloses Flash-Spiel - über den Umweg als Smartphone-App hat es zurück auf den PC gefunden. Das Spielprinzip und der Look bleiben dabei erhalten, allerdings hat Entwickler Juicy Beast das Ganze optisch aufgefrischt, die Menüs angepasst und eine automatische Speicherfunktion eingebaut.

Der Spieler übernimmt in Knightmare Tower die Rolle eines Ritters. Das augenzwinkernde Intro umreißt fix seine Aufgabe: Es gilt, zehn Prinzessionen aus einem Turm zu retten. Um hinauf zu gelangen, schießt sich der Held - na logisch - mit einer Rakete in Richtung Zinnen. Stufen sind schließlich was für Anfänger! Der 25.000 Meter lange Aufstieg ist aber nicht in einem Stück zu schaffen: Unterwegs verliert der Ritter an Geschwindigkeit. Einen Boost gibt es, wenn er Monstern auf den Kopf springt, die den Turm umschwirren: kleine, gelbe Kreaturen und graue, kugelrunde, aus deren Köpfen Dornen schießen. Orangefarbene Drachen mit Feueratem, lange Würmer mit Stacheln und fliegende Augen, die magische Geschosse verschießen. Oder Skelette, die dicke Laserstrahlen aus ihren Zauberstäben in Richtung Turmspitze jagen.

Drei Tasten braucht ihr, um Knightmare Tower perfekt im Griff zu haben: rechts, links, runter, das genügt. Gamepads werden unterstützt, die Steuerung funktioniert aber auch mit den Pfeiltasten der Tastatur anstandslos. Einziges Manko: Die Menüs müssen ohne Mausunterstützung auskommen. Allerdings sind sie so durchdacht designt, dass uns das im Test nie sauer aufgestoßen ist. Zu gebannt waren wir von dem süchtig machenden Spielablauf.

Magisches Erfrischungsgetränk

Die von unten aufsteigende Lava erwischt euch, wenn der Ritter zuviel Schub verliert. Quelle: PC Games Die von unten aufsteigende Lava erwischt euch, wenn der Ritter zuviel Schub verliert. Je höher der Ritter fliegt, umso mehr und umso stärkere Monster tauchen auf dem Bildschirm auf. Regelmäßig stellen euch neue Spezies vor andere Herausforderungen: Geht es anfangs nur darum, möglichst präzise auf die Köpfe der wehrlosen Wesen zu springen, müsst ihr kurz darauf Geschossen ausweichen oder den richtigen Moment abpassen, wenn ein Dornenkopf seine Stacheln einfährt. Besiegte Gegner lassen Power-ups fallen, die eure in Herzen aufgeteilte Gesundheitsanzeige mit einem Extraleben auffüllen, einen Zwischenboss rufen, mehrere Gegner per Bombe zerfetzen oder euch zusätzliches Gold bescheren, das ihr auch für besiegte Feinde erhaltet. Dazu gibt es einen Zaubertrank, der je nach Ausbaustufe unterschiedliche Effekte hat, etwa die Angriffsgeschwindigkeit des Protagonisten erhöht, ihn für kurze Zeit unverwundbar macht oder den Ritter schweben lässt.

Warum Letzteres so nützlich ist? Weil der Held abstürzt, wenn ihr ohne Zaubertrank einen Monsterkopf verfehlt und euch in den Abgrund statt auf den Widersacher werft. Zwar holt euch die Rakete vom Anfang umgehend wieder zurück nach oben, allerdings verliert ihr dabei an Geschwindigkeit - das Risiko wächst, dass euer Knappe irgendwann von der von unten aufsteigenden Lava eingeholt wird und darin verbrennt. Zudem gibt der Held den Löffel ab, wenn er alle Herzen durch Kontakt mit Dornen oder feindlichen Geschossen aufgebracht hat. Der Tod ist in Knightmare Tower jedoch nicht das Ende!

Per Horn-Power-up ruft ihr drei verschiedene Arten von Zwischenbossen. Die wehren sich nicht, bescheren euch aber jede Menge Gold, wenn ihr sie innerhalb eines knappen Zeitlimits besiegt. Quelle: PC Games Per Horn-Power-up ruft ihr drei verschiedene Arten von Zwischenbossen. Die wehren sich nicht, bescheren euch aber jede Menge Gold, wenn ihr sie innerhalb eines knappen Zeitlimits besiegt. Ähnlich wie beim gelungenen Permadeath-Geheimtipp Rogue Legacy startet ihr nach dem Abnippeln sofort erneut. Und hier wie dort bleibt zuvor verdientes Gold auf eurem Konto: Zwischen zwei Raketenstarts könnt ihr damit im Shop Upgrades für euren Ritter kaufen. Die reichen von Extraleben und einem stärkeren Sprungangriff über verringerten Luftwiderstand sowie größeren Geschwindigkeits-Boosts bis hin zu einer höheren Chance auf nützliche Items. Schön: Alle Upgrades sind gleich wichtig, nichts ist überflüssig. Die Auswirkungen einer Verbesserung fallen drastisch aus und lassen euch nach jedem Tod höher steigen. Ein äußerst befriedigendes Fortschrittsgefühl ist die Folge.

Quests ohne Rollenspiel

Die Upgrades im Shop sind allesamt gleich nützlich. Bezahlt wird mit Gold und nicht mit echtem Geld. Quelle: PC Games Die Upgrades im Shop sind allesamt gleich nützlich. Bezahlt wird mit Gold und nicht mit echtem Geld. Zum großartigen Spielfluss, durch den man immer wieder dazu motiviert ist, gleich noch einen Versuch an den vorherigen dranzuhängen, tragen auch die 40 zu erfüllenden Quests bei. Die umfassen einerseits Meilensteine wie "Töte 500 Monster" oder "Führe fünf perfekte Raketenstarts aus", die ihr praktisch nebenbei erreicht. Andererseits stellen euch die Entwickler aber auch auch spezielle Aufgaben à la "Überlebe 15 Sekunden, ohne einem Monster auf den Kopf zu springen". Nur wenn ihr alle 40 Aufträge erfüllt, bekommt ihr den Schlüssel zum vermeintlichen Endboss. Fair: Hadert ihr mit der ein oder anderen Aufgabe, erlaubt euch Knightmare Tower, diese gegen eine Goldabgabe zu überspringen.

Der Weg zum Bossgegner dauert rund zwei bis drei Stunden. Das anfangs simple Spielprinzip bekommt bis dahin eine ordentliche Portion Tiefe verpasst; der Aufstieg zur Turmspitze ist ein beschwerlicher und verlangt ein gewisses Fingerspitzengefühl zusammen mit kurzen Reaktionszeiten. Gleichzeitig ist Knightmare Tower aber kein sonderlich schweres Spiel; weniger begabte Spieler schaffen es mit ein bisschen Geduld und genug verdienten Goldstücken genauso nach oben wie die Profis.

Schön: Die Entwickler haben auch an die Spieler gedacht, die auf der Suche nach einer Herausforderung sind. Denn nach dem knackigen Bosskampf wird der Überlebensmodus freigeschaltet. Hier könnt ihr quasi unbegrenzt gegen immer stärkere Monster antreten und neue Höchststände in Sachen Turmaufstieg erreichen. Weil wir nach dem Ende der Story-Kampagne bei weitem noch nicht alle Upgrades freigeschaltet hatten, hängten wir nur zu gerne noch ein paar zusätzliche Stunden im Überlebensmodus dran. Ein zusätzlicher Schwenk Aufgaben mit höher gesteckten Zielen motiviert zudem die Achivement-Jäger.

Meinung

Schade nur, dass sich die neuen Monster im Überlebensmodus lediglich durch ihr Äußeres von den herkömmlichen Varianten unterscheiden statt dem Spieler andere Taktiken abzuverlangen. Der Schwierigkeitsgrad steigt somit also nur durch die erhöhte Anzahl an Widersachern. Ärgerlich zudem, dass es keine Möglichkeit gibt, eigene Highscores in einer Online-Bestenliste mit anderen Spielern zu vergleichen. Auch ein Mehrspieler- oder Koop-Modus hätte sich gut gemacht.

Aber was will man für vier Euro schon erwarten?

Knightmare Tower gibt es als Bezahl-Download exklusiv bei Steam für vier Euro.

Wertung zu Knightmare Tower (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Sehr zugängliches Spielprinzip, das sich einem innerhalb weniger Momente erschließtEnorm kurzweilig und perfekt für die schnelle Partie zwischendurchPerfekter Spielfluss ohne LängenStändig neue Monster und AufgabenBefriedigendes Fortschrittsgefühl durch Gold-ShopÜberlebensmodus erlaubt praktisch unbegrenzten SpaßHoher SuchtfaktorKeine unnützen UpgradesAufgaben lassen sich durch Gold überspringenUnkomplizierte Steuerung per Tastatur oder GamepadNiedlicher Stil und lustige Ideen (Rakete, Lava, Bosse)Durchdachte MenüsOhrwurm-SoundtrackUnschlagbarer Preis (ca. vier Euro)
Überlebensmodus ohne neue MonsterartenWird nie allzu komplexNormale Kampagne mit rund zwei Stunden sehr kurzStory praktisch nicht existentNur ein SchwierigkeitsgradKein Mehrspielermodus, keine Online-RanglistenKeine Maus-UnterstützungMusik wiederholt sich schnell

Bildergalerie

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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Lightbringer667 Spiele-Kenner/in
        Stimmt, das Spiel ist toll. Eigentlich super simpel, aber echt suchterzeugend. Ich hab das Ding damals mehr oder weniger in einem Rutsch durchgespielt (ok, vllt. wars auch an 2 Tagen... :-B)

        Das ganze hatt aber einen Haken: warum sollte ich es für 4 Euro kaufen, wenn ich es auf Kongregate bereits vor 2 Jahren komplett durchgespielt habe - und das dort immer noch machen kann?
        Das Flash Spiel hat nur minimalst geringeren Umfang und ist kostenlos.

        Ich kann den Entwickler verstehen, der mit dem Spiel etwas Geld verdienen will. Ich kann sogar ein kostenpflichtiges Spiel für iOS und Android verstehen. Aber ein Spiel auf dem PC verkaufen zu wollen, während es zwei klicks weiter komplett umsonst spielbar ist, ist doch etwas seltsam.
      • Von Lightbringer667 Spiele-Kenner/in
        Stimmt, das Spiel ist toll. Eigentlich super simpel, aber echt suchterzeugend. Ich hab das Ding damals mehr oder weniger in einem Rutsch durchgespielt (ok, vllt. wars auch an 2 Tagen... :-B)

        Das ganze hatt aber einen Haken: warum sollte ich es für 4 Euro kaufen, wenn ich es auf Kongregate bereits vor 2 Jahren komplett durchgespielt habe - und das dort immer noch machen kann?
        Das Flash Spiel hat nur minimalst geringeren Umfang und ist kostenlos.

        Ich kann den Entwickler verstehen, der mit dem Spiel etwas Geld verdienen will. Ich kann sogar ein kostenpflichtiges Spiel für iOS und Android verstehen. Aber ein Spiel auf dem PC verkaufen zu wollen, während es zwei klicks weiter komplett umsonst spielbar ist, ist doch etwas seltsam.
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