Rogue Legacy (PC)

Release:
27.06.2013
Genre:
Action
Publisher:
k.A.
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Rogue Legacy im Test: Bleibt trotz toller Spielbarkeit unter seinen Möglichkeiten

19.07.2013 07:55 Uhr
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Neu
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Leben und sterben lassen: In Rogue Legacy genügt ein Einzelkämpfer nicht, Heldentum ist hier Familiensache. Das Actionspiel kombiniert Permadeath mit unterschiedlichen Fähigkeiten der Ahnen des Helden, bleibt aber dennoch oft eintönig. Spaß macht das Spektakel trotzdem, wie Felix Schütz im Test herausfand.

Rogue Legacy im Test: Macht trotz eintönigem Ablauf Spaß. (7) Rogue Legacy im Test: Macht trotz eintönigem Ablauf Spaß. (7) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Ein bisschen wie Ghouls 'n Ghosts, aber auch wie Castlevania. Hart, aber nicht unfair. Retro, aber nicht altmodisch. Süchtig machend, wenn man sich nicht vom Frustfaktor abschrecken lässt. Rogue Legacy wird derzeit viel Gutes nachgesagt, das 2D-Actionspiel avancierte über Nacht zum Indie-Hit. Im Test zeigt sich: Das Spiel hat seinen Ruf verdient.

Der erste Eindruck kann täuschen: Trotz mancher Ähnlichkeiten ist Rogue Legacy kein Erkundungsabenteuer im Metroidvania-Stil, in dem neue Fähigkeiten weitere Levelbereiche freischalten. Stattdessen folgt das Spiel einem simpleren Konzept, zumindest auf den ersten Blick: Mit einem Ritter betritt man zu Beginn eine grafisch schlichte, zufallsgenerierte Burg. Dort erwarten den Spieler die üblichen Aufgaben: Er weicht Fallen aus, bekämpft dutzende Monster und sammelt Gold auf – das war's im Wesentlichen. Dabei spielt sich Rogue Legacy vor allem zu Beginn ganz schön fordernd: Wer Feuerbällen, Axthieben und Stachelgruben nicht fingerfertig aus dem Weg geht, der beißt in Rekordzeit ins Gras – und genau das ist der Clou an Rogue Legacy. Denn hier ist der Bildschirmtod endgültig, ein verstobener Held unwiederbringlich verloren. Das Spiel beginnt dann einfach von Neuem – und damit geht der Spaß erst richtig los.

Schweres Erbe

Rogue Legacy im Test: Macht trotz eintönigem Ablauf Spaß. (3) Rogue Legacy im Test: Macht trotz eintönigem Ablauf Spaß. (3) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Nach jedem Tod sucht man sich einen von drei zufälligen Nachkommen als neue Spielfigur aus. Dieser frische Schwertschwinger kann verschiedenste Eigenschaften seiner Vorfahren haben: Manchmal ist er etwa ein hochgewachsener Paladin, der Geschosse mit seinem Schild abwehrt, aufgrund seiner Körpergröße aber auch leicht in tödliche Fallen tappt. Andere Nachkommen sind vielleicht kleinwüchsige Magier, die prima in Geheimgänge passen und mit starken Zaubern austeilen, aber nur wenige Treffer verkraften. Und ein dünn gewachsener Schatzsucher genießt zwar einen fetten Bonus auf gefundene Reichtümer, wird von feindlichen Hieben aber weit durch die Gegend geschleudert. Manch zufälliges Erbgut ist spielrelevant, anderes hingegen völliger Unfug: Farbenblinde Helden sehen das Spiel beispielsweise in Schwarz-Weiß, was zwar kein echter Nachteil ist, aber einfach öde aussieht. Andere Helden erleben das Geschehen dafür buchstäblich auf dem Kopf stehend, was Rogue Legacy nahezu unspielbar macht – mehr ein Gag als sinnvolles Spielelement.

Gold statt Erfahrungspunkten

Egal ob groß oder klein, dünn oder dick, auf Nahkampf oder Magie spezialisiert, alle Helden haben das gleiche Ziel – und das lautet: reich zu werden. Denn alles Gold, was man bei besiegten Feinden und in Schatztruhen erbeutet, steht dem nächsten Nachkommen zur Verfügung. Mit der Kohle darf man seine eigene Festung umfangreich ausbauen, wodurch der Spieler verschiedenste, dauerhafte Boni erhält. Neue Heldenklassen, stärkere Nahkampftreffer, ein größerer Mana-Pool, zusätzliche Goldfund-Boni, eine höhere Crit-Chance und vieles mehr sind im Angebot, sie alle freizuschalten verschlingt Unmengen an Gold und Spielzeit. Klassische Erfahrungspunkte gibt es nicht, die gesamte Charakterentwicklung wird über Gold abgewickelt. Neben dem Ausbau der eigenen Festung gibt es außerdem zwei NPCs, bei denen man sein Geld verprassen kann: Der Schmied liefert neue Waffen und Rüstungsteile, falls man vorher die entsprechenden Baupläne gefunden hat. Bei der Verzauberin hingegen darf man Runen aktivieren, durch die der Spieler mächtige Zusatztalente erhält: Lebensabsaugung, Doppelsprung oder kurze Flugfähigkeiten gewähren ein wenig Freiheit in der eigenen Spielweise.

Motivierend eintönig

Rogue Legacy im Test: Macht trotz eintönigem Ablauf Spaß. (4) Rogue Legacy im Test: Macht trotz eintönigem Ablauf Spaß. (4) [Quelle: Siehe Bildergalerie] Hat man all sein Gold für die dauerhaften Upgrades ausgegeben, geht es zurück in die verwunschene Burg, die in jeder neuen Partie wieder zufällig generiert wird. Die Entwickler haben zwar alle Räume von Hand entworfen, doch die Anordnung der Levels bestimmt das Spiel selbst. So bleibt das simple Prinzip trotz der ständigen Sterben-und-Wiederholen- Mechanik eine ganze Weile lang frisch. Neben dem Schlossbereich erforscht man außerdem einen Garten, einen Turm und einen Kerker unter dem Gewölbe. In jedem der vier Abschnitte warten nicht nur härtere Feinde, sondern auch ein mächtiger Bossgegner darauf, unerfahrene Helden nach Strich und Faden zu verdreschen. Diese Riesenmonster zu besiegen und so den fünften, finalen Endboss freizuschalten, ist das eigentliche Ziel des Spiels. Dabei gilt: Wer sich an dem hohen Schwierigkeitsgrad die Zähne ausbeißt, investiert einfach mehr Spielzeit und "grindet" sich seinem Ziel entgegen: Jeder Spieldurchgang, jeder Tod bringt mehr Gold ein, das man für weitere Upgrades nutzt, um so Schritt für Schritt mächtiger zu werden – bis man irgendwann stark genug ist, um die Bosse zu besiegen.

Das kann unheimlich motivierend und befriedigend sein, andererseits gerät der Spielablauf dadurch auch schnell ziemlich eintönig. Dazu tragen auch die wenigen Gegnerarten bei, die sich oft nur in Farbe und Stärke unterscheiden. Auch die Kämpfe sind etwas monoton, da fast jeder Held mit einem Schwert über ein und dieselbe Hauptwaffe verfügt. Der bewusst detailarme Retro-Grafikstil bietet ebenfalls kaum Abwechslung und eine interessante Story sucht man vergebens – so bleibt Rogue Legacy trotz toller Spielbarkeit, spaßiger Upgrades und motivierender Zufallselemente deutlich unter seinen Möglichkeiten.

   
Felix Schütz
„Motivierende Retro-Tretmühle“
Es gibt Menschen, die haben Rogue Legacy in gerade mal fünf Stunden durchgespielt. Hut ab, Leute, ihr seid irre! Ich habe stolze 18 Stunden gebraucht, bis ich den Endboss endlich geplättet hatte. Das stört mich aber gar nicht, denn obwohl Rogue Legacy irgendwann ganz schön eintönig wird, hatte ich doch einen Riesenspaß dabei, meine Helden aufzuleveln, Reichtümer anzuhäufen und mit den verschiedenen Klassen und Upgrades zu experimentieren. Erstaunlich finde ich, wie gut bei all den Zufallselementen die Balance gelungen ist – unfaire Stellen habe ich selten erlebt, die meisten Situationen waren trotz des hohen Schwierigkeitsgrades schaffbar, wenn man konzentriert bei der Sache bleibt. Und sobald mir mein Held früher oder später doch mal wegstirbt, kümmert‘s mich nicht weiter – immerhin bringt mich jedes Goldstück näher zum nächsten Upgrade. Schade allerdings, dass die Entwickler nicht mehr Levels, abwechslungsreichere Gegner, ein Crafting-System oder zusätzliche Waffen eingebaut haben. Der ewige Kreislauf aus Monster hauen, Gold erbeuten und Upgrades kaufen nutzt sich nach einer Weile einfach etwas ab.
   
Rogue Legacy (PC)
Spielspaß-Wertung

79 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Motivierendes Spielprinzip
Auf Dauer eintönig
Viele freischaltbare Upgrades
Gegner wiederholen sich oft
Gut spielbare Plattformer-Action
Detailarmer 2D-Grafikstil
05:18
Rogue Legacy: Der schräge Jump'n'Run-Hit im Angespielt-Video
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Print-Redakteur
Moderation
19.07.2013 07:55 Uhr
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Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
18.07.2013 16:50 Uhr
Gutes Game für kleines Geld.

Anfangs ist es echt schwer, aber mit ein paar Upgrades und etwas Übung wird es einfacher und man stirbt nicht gleich am 3. Monster.


Die Wertung finde ich fair, kann auch den negativpunkten zustimmen. Ich selbst würde dem Game eine 7/10 geben. Gutes "Roguelike" Game mir ein paar Schwächen.