Ist das Christopher Nolans bester Film? So urteilen die Kritiker über The Odyssey

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News Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Ist das Christopher Nolans bester Film? So urteilen die Kritiker über The Odyssey
Quelle: Universal Pictures

Ist The Odyssey das erhoffte Meisterwerk? Die Kritiken zum Kino-Epos sprechen eine deutliche Sprache.

Das Warten hat ein Ende: Ab heute, dem 16. Juli 2026, startet The Odyssey auf der großen Leinwand (deutscher Titel: Die Odyssey). Aber lohnt sich der Kinobesuch? Mittlerweile gibt es zahlreiche Kritiken im Netz, die Christopher Nolans antikes Helden-Epos mit Lob überschütten.

Auf der Website Rotten Tomatoes erreicht The Odyssey einen hervorragenden Wertungsschnitt von 96 Prozent. Damit hängt der Streifen sogar alle früheren Filme von Christopher Nolan ab, darunter The Dark Knight (94 Prozent), Oppenheimer (93 Prozent) und Dunkirk (92 Prozent). Dieser Wert kann sich allerdings noch ändern, bislang sind auf Rotten Tomatoes knapp 200 Bewertungen eingegangen. Weitere dürften in Kürze folgen. User-Wertungen gibt es vor Kinostart natürlich noch nicht, da bleibt es also spannend.

Auch auf Metacritic gibt The Odyssey ein starkes Bild ab. Bei 54 eingereichten Wertungen kommt der Film auf einen Schnitt von 88 Punkten. Damit erreicht er immer noch ein Top-Ergebnis, liegt aber zumindest leicht unter Dunkirk und Oppenheimer, die Metascores zwischen 90 und 94 erzielt haben.

Was sagen die Kritiker über The Odyssey?

  • Visuell beeindruckend: Alle Kritiker sind sich einig, dass Nolans Film ein bildgewaltiges Kinoereignis ist, das enorm von einer großen Leinwand profitiert. Der vollständig mit modernsten IMAX-Kameras gedrehte Film (Kameramann: Hoyte van Hoytema) soll visuell einer der aufregendsten Filme des Jahres sein. Besonders die Seeschlachten und Landschaftsaufnahmen werden als monumental beschrieben.
  • Besetzung: Der vielfältige Cast erntet breit gefächertes Lob. Matt Damon soll in der Hauptrolle des zerrissenen Helden Odysseus eine tolle Figur abgeben, manche behaupten sogar, er liefere eine der besten Leistungen seiner Karriere ab. In den Nebenrollen geben sich Stars wie Zendaya, Elliot Page, Tom Holland, Anne Hathaway, Travis Scott, Jon Bernthal, Lupita Nyong'o, Charlize Theron, John Leguizamo, Mia Goth, Benny Safdie, Robert Pattinson und Samantha Morton die Klinke in die Hand. Die Fülle an Darstellern hat allerdings auch ihren Preis, manche Schauspieler sollen nämlich nur wenige Minuten zu sehen sein.
  • Blockbuster mit Hirn: Trotz seiner stattlichen Laufzeit von 172 Minuten soll der Film wenig Längen aufweisen, insgesamt loben viele Kritiker den hohen Unterhaltungswert. Der Fantasy-Film soll eine gute Balance zwischen Sommer-Blockbuster und nachdenklichen Tönen finden. Manche Kritiker betonen, dass der Schluss noch lange nachhallt.
  • Soundtrack: Neben der starken Regie von Christopher Nolan wird auch der Komponist und Oscar-Preisträger Ludwig Göransson mehrfach gelobt. Sein Soundtrack soll mit unerwarteten Klängen überraschen, da Nolan ausdrücklich keine klassisch-orchestrale Musikbegleitung wie in vielen anderen Abenteuerfilmen vorschwebte. In diesem Video gibt's einen kleinen Vorgeschmack auf die Musik von The Odyssey.
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Welche Schwächen hat The Odyssey?

Während die meisten Rezensionen voller Lob sind, finden sich auch einige Stimmen, die deutlich kritischer über The Odyssey urteilen. Manche werfen dem Film - wie so oft bei Christopher Nolan - eine emotionale Distanz zu seinen Figuren vor. Andere bemängeln die etwas zu moderne Auslegung von Homers antiker Heldensage, die sich bei der Umsetzung einige kreative Freiheiten nimmt.

Auch das Erzähltempo soll gelegentlich unter seinen häufigen Zeitsprüngen und Rückblenden leiden, wobei es allerdings auch Gegenstimmen gibt, die genau dieses Merkmal besonders loben. Mehrere Kritiker zeigten sich außerdem enttäuscht darüber, dass manche Figuren etwas unterentwickelt bleiben und ihre Schauspieler dadurch wenig zu tun bekommen - darunter etwa Tom Holland in der Rolle von Telemachus, dem Sohn von Odysseus.

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Hier eine kleine Auswahl an Pressestimmen zu The Odyssey

  • "Es gibt kaum einen moderneren Mainstream-Film, der gewagter, gewaltiger und gelungener ist als Nolans neuestes Werk." - The Daily Beast
  • "The Odyssey hat bereits so viel Gerede ausgelöst, dass seine eigentliche Veröffentlichung im Vergleich dazu eine Enttäuschung zu werden drohte. Aber wartet erst einmal ab, bis ihr diesen langweiligen Blender tatsächlich seht." - Time
  • "Nolan, beflügelt von der selbstzügelnden Kraft der modernen Moral, verwandelt ein episches Gedicht in Prosa." - The New Yorker
  • "Vielleicht fehlt dem Film - wie es bei Nolan manchmal der Fall ist - ein emotionaler Kern. Aber die Reizüberflutung ist so gewaltig, dass es schwerfällt, sich darüber Gedanken zu machen." - The Irish Times
  • "Nolan ist eine sehr zeitgemäße Adaption gelungen, die Vorstellungen von Krieg und Heldentum hinterfragt. Vorstellungen also, die gerade jetzt gern wieder idealisiert werden. Aber Nolans Odyssee ist auch ein bombastisches und berückendes Kinoereignis. Wahrscheinlich sogar das Kinoereignis des Jahres." - Der Standard

Die nervigen Kontroversen um The Odyssey

Schon lange, bevor es echte Pressestimmen zu dem Film gab, hatte The Odyssey bereits mit mehreren Vorwürfen zu kämpfen, die viele Diskussionen in sozialen Netzwerken nach sich gezogen haben.

So echauffiert sich eine lautstarke Minderheit etwa über die diverse Besetzung. Insbesondere die Tatsache, dass Helena von Troja von der dunkelhäutigen Lupita Nyong'o gespielt wird, sorgt bei einigen Leuten für Entrüstung. Dass es sich bei der Vorlage um eine antike Sage voll mythologischer Kreaturen, Götter und frei erfundener Charaktere handelt, wird dabei geflissentlich ignoriert, was die ganze Debatte nur noch mühsamer macht. Und was hat Christopher Nolan zum Vorwurf des "Race Swappings" zu sagen? Das lest ihr hier.

Andere Vorwürfe betreffen den Schauspieler Elliot Page, der angeblich die Rolle des legendären Achilles spielen sollte. An der Behauptung war nichts dran, denn Page verkörpert nicht Achilles, sondern Sinon - einen weiteren Helden aus der griechischen Mythologie. Aber das war einigen Schreihälsen da schon egal, die hatten sich nämlich längst auf die Tatsache gestürzt, dass Elliot Page ein Transmann ist. Page hat sich seit seinem Coming-out im Jahr 2020 häufig über Diskriminierung von Transgender-Personen geäußert und dabei Missstände und Wissenslücken scharf kritisiert.

In vielen sozialen Medien wurden außerdem die Kostüme kontrovers diskutiert, die angeblich nicht authentisch genug sind. Speziell der modernen Rüstung von Agamemnon wird oft nachgesagt, sie erinnere eher an Batman als an einen griechischen Herrscher. Aber auch die zeitgenössische Sprache stößt nicht bei allen Fans von Homers Vorlage auf Gegenliebe. Vor allem der Satz "My dad is coming home" von Tom Hollands Telemachus hat im letzten Trailer für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

Christopher Nolan hat allerdings selbst erklärt, keine sture 1:1-Umsetzung der bahnbrechenden Heldensage zu machen. Ihm schwebte eine zeitlose, moderne Adaption vor, die ihre eigenen Schwerpunkte setzt und ein neues Publikum anvisiert - übrigens genau wie die zahllosen anderen Film- und Serienfassungen, die in den letzten 100 Jahren auf Basis von Homers Odyssee entstanden sind.

Wieder mal zeigt sich: All die lautstark geführten Kontroversen und künstlich aufgebauschten Debatten stehen im krassen Gegensatz zu den Kritikermeinungen - also denjenigen, die den Film tatsächlich schon gesehen haben.

Pünktlich zum Kinostart erntet The Odyssey nämlich massig Lob und Anerkennung, viele halten ihn sogar für den besten Streifen, den Christopher Nolan je gedreht hat. Ob da was drin ist? Ab heute dürft ihr es selbst herausfinden: The Odyssey startet hierzulande am 16. Juli 2026 in den Kinos. Was denkt ihr über The Odyssey? Habt ihr den Film schon gesehen oder werdet ihr ihn euch ansehen? Wir würden gern wissen, wie euch der Film gefallen hat - schreibt uns einfach einen Kommentar!

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