Edgar Wrights unterschätztes Meisterwerk: Wie The World's End Gott den Stinkefinger zeigt

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Kolumne Christian Fussy - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Edgar Wrights unterschätztes Meisterwerk: Wie The World's End Gott den Stinkefinger zeigt
Quelle: ©Focus Features

Der britische Kultregisseur Edgar Wright hat mit "Last Night in Soho" aktuell einen Film im Kino, der für die meisten Cineasten wohl zum Pflichtprogramm gehört. In diesem Artikel widmen wir uns allerdings einem seiner älteren Werke: Dem Abschluss der sogenannten Cornetto-Trilogie, "The World's End". Der ist Redakteur Christian Fußy zufolge ein häufig unterschätztes Meisterwerk. Im Video erzählt er uns warum.

Wenn ihr britischen Humor und Actionfilme mögt, seid ihr höchstwahrscheinlich vertraut mit dem Namen Edgar Wright. Für alle anderen: Wright ist der Regisseur von "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" und "Baby Driver" und hat dieses Jahr mit "Last Night in Soho" und einer Dokumentation über seine Lieblingsband Sparks gleich zwei Filme in die Kinos gebracht. Sein wahrscheinlich bekanntestes Werk ist allerdings die sogenannte Blood-and-Ice-Cream-Trilogie. Auch bekannt als die Cornetto-Trilogie.

Hot Fuzz Quelle: Universal Hot Fuzz

Die besteht wie der Name schon sagt aus drei Filmen, "Shaun of the Dead" aus dem Jahr 2004, "Hot Fuzz" von 2007 und "The World's End" von 2013. Die Filme weisen in ihrer Machart Gemeinsamkeiten auf und haben mit Simon Pegg und Nick Frost jeweils dieselben Hauptdarsteller, allerdings immer in anderen Rollen. Außerdem widmet sich jeder Teil einem anderen Genre bzw. anderen Genres. "Shaun of the Dead" ist eine Mischung aus RomCom und Zombiefilm, in "Hot Fuzz" wird ein Agatha-Christie-Kleinstadt-Krimi mit einem Buddy-Actionfilm gekreuzt und "The World's End" verbindet Trinker-Dramedy mit Science Fiction.

Ich bin großer Fan von Wright und mag eigentlich alle seiner Filme, die Cornetto-Trilogie und deren geistiger Vorfahre "Spaced" sind aber auch für mich eindeutig die Highlights in seinem Schaffen. Heute möchte ich ganz besonders über einen der drei Filme reden, von dem ich glaube, dass er unter Fans zu Unrecht als der schwächste Teil der Reihe gilt: "The World's End".

Als der Film erschienen ist, bekam er zwar von der Presse gute Kritiken und auch vom Publikum wurde er allgemein gut aufgenommen, im direkten Vergleich mit den Vorgängern zieht er allerdings fast immer den Kürzeren. Ich habe den Eindruck, dass die meisten Fans entweder "Shaun of the Dead" oder "Hot Fuzz" als Wrights besten Film wahrnehmen und "The World's End" in einem Ranking meist sogar noch hinter "Baby Driver" und "Scott Pilgrim" auf dem letzten Platz positionieren würden. Auch die großen Fachpublikationen scheinen sich da einig zu sein. Ich bin allerdings vollkommen anderer Meinung. Ich halte den Film sogar für den besten Film, den Wright in seiner Karriere bisher gemacht hat und für einen der besten Filme der 2010er Jahre allgemein.

Ich möchte aber nicht nur erzählen, warum "The World's End" super toll ist und ihr ihn euch anschauen sollt, sondern hoffentlich auch der Diskussion um den Film etwas Neues hinzufügen und meine eigene Interpretation mit euch teilen.

Worum geht es in "The World's End"?

Für mich greifen alle Leitmotive und Themen des Films, wie zum Beispiel die "Starbuckisierung" von Geschäften oder die Auseinandersetzung mit dem Älterwerden ineinander, um die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der eine Rebellion gegen Gott und gegen das Paradies führt.

Wie genau ich darauf komme, erzähle ich euch gleich. Vorher aber kurz eine Zusammenfassung, worum es überhaupt geht. Achtung, es folgen Spoiler zum gesamten Film:

Wir treffen die Hauptfigur Gary King (Simon Pegg) bei einer Gruppentherapiestunde, wo er von den glorreichen Tagen seiner Jugend erzählt. Damals unternahm er mit vier Freunden einen Pubcrawl in seiner Heimatstadt Newton Haven mit 12 Bier an 12 Stationen, die sogenannte Goldene Meile. Die letzte Kneipe auf der Route ist das World's End. Für die Jungs war damals allerdings schon vorher Schluss, weshalb Gary spontan beschließt, die Kneipentour als Erwachsener nachzuholen und diesmal bis zum Schluss zu kommen. Seine Freunde aus Kindertagen Andy (Nick Frost), Oliver (Martin Freeman), Peter (Eddie Marsan) und Steven (Paddy Considine), haben sich allerdings von ihm entfremdet und begleiten ihn nur aus Solidarität zueinander und weil Gary ihnen Lügen auftischt. Im Lauf des Pubcrawls erfahren wir, dass die meisten Bewohner von Newton Haven von künstlichen Doppelgängern, sogenannten Blanks, ersetzt wurden. Dahinter steckt ein Alien-Hivemind namens The Network (Bill Nighy).
Edgar Wrights unterschätztes Meisterwerk: Wie The World's End Gott den Stinkefinger zeigt (3) Quelle: ©Focus Features Edgar Wrights unterschätztes Meisterwerk: Wie The World's End Gott den Stinkefinger zeigt (3)
Zusammen mit Olivers Schwester Sam (Rosamund Pike) leisten die fünf Protagonisten Widerstand gegen die Invasoren, wobei Oliver und Peter ihr Leben verlieren und durch Blanks ersetzt werden. Am Ende werden Gary, Steven und Andy von The Network im World's End konfrontiert und es wird enthüllt, dass die Aliens für die meisten technischen Errungenschaften der Menschheit verantwortlich sind. Sie bieten Gary an, die Menschheit in einen intergalaktischen Völkerbund mit aufzunehmen, sollte sich dieser bereiterklären, dem Netzwerk weiterhin zu erlauben, fehlerbehaftete Menschen durch glücklichere, fleißigere Blank-Versionen zu ersetzen. Statt sich den Aliens anzuschließen, entscheidet sich Gary, die Hilfe auszuschlagen. Er sagt den Außerirdischen, dass die sich ficken gehen sollen, woraufhin diese zusammen mit ihrer Technologie von der Erde abziehen und diese zurück ins Mittelalter schicken. Im Epilog sehen wir einen nüchternen Gary, der in der Postapokalypse einige Blanks als Gefährten um sich geschart hat.

Science Fiction direkt aus dem Leben

Die Drehbücher stammen bei allen Filmen der Trilogie von Edgar Wright selbst und von Simon Pegg. Die Beziehung zwischen Shaun und Ed in "Shaun of the Dead" ist inspiriert durch die reale Beziehung zwischen Pegg und Frost und deren Wohnverhältnisse. Das Dorf Sandford in "Hot Fuzz" entstand in Wrights tatsächlicher Heimatstadt Wells in Somerset und auch "The World's End" nährt sich aus realen Erfahrungen. In diesem Fall aber nicht zwangsweise aus lustigen.

Pegg redete 2018 offen über seine Depressionen und seine Alkoholsucht. The World's End sei in gewisser Weise seine Art gewesen, diese zu verarbeiten und Menschen darin einzuweihen. Als mittlerweile trockener Alkoholiker hat Pegg laut eigener Aussage auch Erfahrungen mit der Organisation der Anonymen Alkoholiker gemacht. Es ist sicher kein Zufall, dass die bekannteste Therapiemethode der Anonymen Alkoholiker das sogenannte Zwölf-Schritte-Programm ist und in "The World's End" genau 12 Bars absolviert werden müssen, um die Goldene Meile zu komplettieren. Was Viele nicht wissen über die Anonymen Alkoholiker ist, dass es sich bei ihnen um eine religiöse Organisation handelt, die aktiv versucht, Hilfsbedürftige zum Glauben zu bekehren.

Pegg und Wright scheinen dazu eine klare Meinung zu haben.
Edgar Wright und Simon Pegg Quelle: Twitter Edgar Wright und Simon Pegg
Weil wahrscheinlich nicht jeder mit den 12 Schritten vertraut ist, hier eine Auflistung von der offiziellen Seite der Anonymen Alkoholiker. Vor allem die Punkte 2, 3, 6 und 7 haben starke Parallelen zur Geschichte in The World's End.

  1. Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind - und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
  2. Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.
  3. Wir fassten den Entschluss, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes - wie wir Ihn verstanden - anzuvertrauen.
  4. Wir machten eine gründliche und furchtlose Inventur in unserem Inneren.
  5. Wir gaben Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber unverhüllt unsere Fehler zu.
  6. Wir waren völlig bereit, all diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
  7. Demütig baten wir Ihn, unsere Mängel von uns zu nehmen.
  8. Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten, und wurden willig, ihn bei allen wiedergutzumachen.
  9. Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut - wo immer es möglich war -, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.
  10. Wir setzten die Inventur bei uns fort, und wenn wir Unrecht hatten, gaben wir es sofort zu.
  11. Wir suchten durch das Gebet und Meditation die bewusste Verbindung zu Gott - wie wir Ihn verstanden - zu vertiefen. Wir baten Ihn nur, uns Seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.
  12. Nachdem wir durch diese Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an Alkoholiker weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Grundsätzen auszurichten.

Edgar Wrights unterschätztes Meisterwerk: Wie The World's End Gott den Stinkefinger zeigt (6) Quelle: ©Focus Features Edgar Wrights unterschätztes Meisterwerk: Wie The World's End Gott den Stinkefinger zeigt (6)


Auf dem Pfad der (Selbst-)Zerstörung

Gary bekommt am Ende von einer höheren Macht die Möglichkeit präsentiert, alle seine Verfehlungen von ihm zu nehmen und einen neuen Gary King zu erschaffen. Es handelt sich buchstäblich um eine Intervention, in der sein Alkoholismus zum Thema gemacht wird. Mit ihm sind mit Steven und Andy auch genau die beiden Freunde, denen er am stärksten in seiner Vergangenheit geschadet hat. Andy dadurch, dass er ihn zum Trinken verleitet und dann im Stich gelassen hat und Steven dadurch, dass er sich mit Sam eingelassen hat, obwohl er wusste, dass sein Kumpel Gefühle für sie hegt. Und obwohl Gary den ganzen Film über seiner eigenen Jugend hinterherrennt und sich nichts sehnlicher wünscht, als zu dem Moment zurückkehren zu können, in dem das Leben für ihn noch voller Möglichkeiten, Hoffnungen und Träume war, lehnt er am Ende das Angebot ab.

Seine Selbstzerstörung, sei sie durch Alkohol oder sonstige Methoden, aus eigener Kraft zu überwinden, wird als ultimativer Akt der Rebellion gezeigt. Der Film argumentiert, dass die Dinge, die unlogisch und unvollkommen an uns sind, die Dinge sind, die uns am menschlichsten machen.

Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und sogar der Drang danach, uns selbst zu töten, sind elementare Teile der menschlichen Erfahrung und sie uns zu nehmen würde uns dieser berauben. Edgar Wright weist im Audiokommentar darauf hin, dass ein Großteil der Begriffe für Saufen im Englischen Synonyme für Zerstörung sind, darunter "wasted", "annihilated", "obliterated" und "trashed".

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Als er im Vorspann seinen Mantel überstreift, beschreibt ihn der Regisseur auf dem Audiokommentar als "ein[en] General, der seine Uniform anzieht, bevor er sich in den Kopf schießt." Es ist nicht verwunderlich, dass Gary ohne Gepäck in Newton Haven ankommt: Er hat nicht vor, es nach der Nacht mit seinen ehemaligen Freunden wieder zu verlassen. Und am Ende tötet er sich auf gewisse Weise sogar selbst, indem er seinem jungen Ich den Kopf abreißt. Ironischerweise wird Gary King, der fast mythische Anführer aus Jugendtagen, der seinen eigenen Weg geht, durch genau diesen Akt wiedergeboren.

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  2. Seite 2 Edgar Wrights unterschätztes Meisterwerk - Part 2
    • Kommentare (17)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von lokokokode Gelegenheitsspieler/in
        War ok der Film, bis auf das dumme Ende XD
      • Von lokokokode Gelegenheitsspieler/in
        War ok der Film, bis auf das dumme Ende XD
      • Von Cobar Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Fireball8
        Aber mir macht das Spaß, und ich bin da anders als bspw. Cobar, für mich macht das Filme dann noch besser, wenn gewisse Interpretationen sinnvoll sind und mich total umhauen. Mother! war so ein Film. Ich habe wirklich gar nichts mit Religion und der Bibel am Hut, aber holy shit :-D
        Sei dir auch voll und ganz gegönnt und ich freue mich für dich.
        Ist doch super, dass es so viele verschiedene Filmgeschmäcker gibt und jeder was für sich findet :)
        Ich habe generell auch nichts gegen Filme, die einen mal etwas fordern, nur diesen einen fand ich da jetzt eben nicht spannend genug, dass ich ihn weiter geguckt hätte.

        Zitat von Fireball8
        Cooler Artikel auf jeden Fall. Ich hab die ersten beiden Filme in 'nem Alter gesehen, in dem ich sie noch auf keinen Fall sehen durfte, geschweige denn verstehen konnte. Zu The World's End fing es gerade erst an, dass ich gemerkt habe wie gut mir Filme gefallen, die nicht jeder schaut. Aber mit 19 war ich einfach noch viel zu blöd um da irgendwas anderes zu sehen oder zu verstehen, als das Gezeigte :B Wird Zeit sie mal alle wieder nachzuholen.
        Beschreibt es hier recht gut, wie das auch bei mir war. Zombiefilme mochte ich einfach schon immer und da fiel dann natürlich auch Shaun of the Dead rein. Hauptsächlich Simon Pegg und Nick Frost haben mich dann dazu gekriegt, dass ich auch direkt den zweiten Film geschaut habe, als es diesen gab.
        Ich mag die beiden übrigens auch in vielen anderen Rollen, gerade Nick Frost ist super.
        Wer die beiden ebenfalls gut findet, dem empfehle ich noch die Serie "Truth Seekers" auf Amazon Prime, die inzwischen leider gecancelt wurde. Die erste Staffel davon hat mir aber gut gefalen. Viel Nick Frost und einige richtig gute Momente gemeinsam mit Simon Pegg. :)
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Twixtor2021
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Mulholland drive war unter dem größten Mist, den ich mir je angesehen habe, gleichauf mit Tree of Life von Terrence Malick und einigen anderen Stinkern. Lynch hat ein Zusammenhangloses etwas zurecht gezimmert und behauptet einfach es wäre ein Film.
        Nein, Mulholland Drive kann man bis auf einige wenige Elemente zusammenhängend erklären.
        Zitat von Twixtor2021
        In Deutschland hingegen scheint es vielen sehr gut zu gehen, eine Art invertierter Eskapismus, weil es fast nur deprimierendes Zeug über gescheiterte Personen gibt, auf die der Otto Normal Bürger herabschauen kann.
        Wie man gerade am Beispiel Mulholland Drive sieht, eben nicht nur in Deutschland.
        Lars von Trier ist auch kein deutscher Filmemacher und dessen Filme, in denen öfters mal die Protagonisten am Ende oder auch das Baby schon mal in den ersten Film Minuten stirbt, sind quasi Vorzeigefilme für depressive Filme.

        Auch sonst fallen mir problemlos noch weitere Filme ein, deren finale Plotentwicklung zu einem unhappy End führt, ohne ein Film aus Deutschland zu sein. (Die ich aus Spoilergründen nicht nenne)
      • Von Fireball8 Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von Worrel
        Kann ich nachvollziehen, da stellenweise in ~ der ersten Stunde nicht viel passiert. Im Prinzip gibt nach der Klarstellung des Haupthandlungsstranges "Rita's Vergangenheit aufklären" gerade mal eine diesbezüglich relevante Weiterentwicklung.

        Das liegt daran, daß Mulholland Drive eigentlich als Serie konzipiert worden ist und die erste Stunde quasi die erste komplette Folge ist. Als dann klar war, daß es keine Serie geben würde, hat D. Lynch das vorhandene Material zu einem eigenständigen Film zusammen geschnitten und das Material der letzten halben Stunde dafür nachgedreht.
        Zum Glück für den Film ist Naomi Watts währenddessen vom Aussehen her deutlich erwachsener geworden, was sowohl ihre anfängliche naive Art wie auch ihre depressivere Seite gen Ende des Films deutlich verstärkt.

        Aber ja: kein Film für jedermann.

        Allerdings kann "öde" einem Film auch sehr gut tun. Beispielsweise ebenfalls von Lynch (aber ein normaler Film): The Straight Story, in dem ein alter Mann nach dem er vom Schlaganfall seines Bruders in einem anderen US Staat gehört hat, sich aufmacht, diesen zu besuchen. Nur: Er ist schlecht zu Fuß, hat keinen Autoführerschein, sondern nur seinen Rasenmäher, mit dem er sich auf den Weg macht und so sechs Wochen für die Reise braucht. Das beruht sogar auf einer wahren Geschichte. Ich finde den Film wunderschön. Gerade wegen seiner Langsamkeit.
        Meine Freundin ist während des Films eingeschlafen (gut, der Tag war auch anstrengend :P). Ich hingegen war wie gebannt und wollte ihn am liebsten direkt nochmal schauen :D

        Das letzte Mal, dass ich einen "schweren" Film direkt nochmal geschaut habe, war bei I'm Thinking of Ending Things. War eigentlich echt sehr zäh und teilweise öde, hab auch nicht wirklich was verstanden, aber irgendwie wollte ich es dann verstehen und dieser Aha-Moment während des zweiten Schauens hat mir wieder gezeigt warum ich Filme, die einen herausfordern und mit viel Symbolik und Metaphern arbeiten, so gerne mag. Oft muss ich dann auch Interpretationen nachlesen, weil ich einfach nicht das Wissen und Verständnis für manche Filme habe und viele Metaphern nicht erkennen würde, selbst wenn sie noch so offensichtlich sind. Aber mir macht das Spaß, und ich bin da anders als bspw. Cobar, für mich macht das Filme dann noch besser, wenn gewisse Interpretationen sinnvoll sind und mich total umhauen. Mother! war so ein Film. Ich habe wirklich gar nichts mit Religion und der Bibel am Hut, aber holy shit :D

        Ich kann es aber auch wirklich verstehen, wenn man da keine Lust drauf hat. Dann geben einem solche Filme natürlich oft auch nicht viel und wirken langweilig. Sie dann aber als Mist oder zusammenhanglos zu bezeichnen finde ich auch nicht wirklich fair. Vor allem "zusammenhanglos" trifft bei solchen Filmen auch einfach nicht zu. Aber gut, Geschmäcker und so :)

        Cooler Artikel auf jeden Fall. Ich hab die ersten beiden Filme in 'nem Alter gesehen, in dem ich sie noch auf keinen Fall sehen durfte, geschweige denn verstehen konnte. Zu The World's End fing es gerade erst an, dass ich gemerkt habe wie gut mir Filme gefallen, die nicht jeder schaut. Aber mit 19 war ich einfach noch viel zu blöd um da irgendwas anderes zu sehen oder zu verstehen, als das Gezeigte :B Wird Zeit sie mal alle wieder nachzuholen.
      • Von Twixtor2021 NPC
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Mulholland drive war unter dem größten Mist, den ich mir je angesehen habe, gleichauf mit Tree of Life von Terrence Malick und einigen anderen Stinkern. Lynch hat ein Zusammenhangloses etwas zurecht gezimmert und behauptet einfach es wäre ein Film.

        Ich bin da mehr bei General Lee. Auch wenn ich am liebsten eine Kombination aus Unterhaltung und Anspruch habe. Film ist aus meiner Sicht vor allem Eskapismus. Deshalb sind die Bollywoodfilme auch so schrill und bunt, sie sollen die armen Menschen für einen Moment aus der Tristesse ihres Lebens rausholen. In Deutschland hingegen scheint es vielen sehr gut zu gehen, eine Art invertierter Eskapismus, weil es fast nur deprimierendes Zeug über gescheiterte Personen gibt, auf die der Otto Normal Bürger herabschauen kann.
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