Japan: 20 Dinge, die ich vor meiner ersten Reise gerne gewusst hätte
Das Land der aufgehenden Sonne ist für viele Menschen das Traumziel für einen Urlaub. Doch vor dem ersten Besuch solltet ihr diese Dinge wissen.
Ich bin ein absolut leidenschaftlicher Fan von Japan, dem Land der aufgehenden Sonne oder auch "Nippon", wie es im Original heißt. Bereits zum fünften Mal konnte ich inzwischen einmal um die halbe Erde fliegen und mich in meinem liebsten Urlaubsland aufhalten. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich so manche Sachen für selbstverständlich halte, die einem Erstbesucher gar nicht bewusst sind.
Die folgenden Tipps ersetzen natürlich keineswegs einen Reise-Guide oder die detaillierten Tipps, die euch Tourismus-Experten auf Youtube & Co. bieten. Aber wenn ihr ohnehin am Planen einer Reise seid oder einfach noch den ein oder anderen Tipp mitnehmen wollt, dürfte in meinem Special etwas für euch dabei sein!
Mehr Japan-Know-how von Matze:
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- Conbini lassen euch nie verhungern: Wer in einem sicheren, günstigen und immer verfügbaren Setting die Küche Japans erkunden will, für den empfehle ich zu Beginn ganz klar den Besuch eines Convenience Stores. Die drei größten Ketten heißen dabei "Lawson", "Family Mart" und "7 Eleven". Hier findet ihr warme wie kalte Gerichte, Snacks, Salate, Getränke, diverse Hygiene-Artikel und noch viel mehr. Stellt euch etwa den Laden einer Tankstelle vor - nur höhere Qualität und kleinere Preise. Haben Restaurants also zu oder seid ihr noch gerädert vom Flug? Conbini! Dort ist vom Reisbällchen bis zur Deluxe-Bentobox alles dabei.
Convenience Store - Essen für alle
- Steuerfrei shoppen gehen: Achtet beim Bummeln (egal ob Klamotten, Figuren, Messer, Tee oder sonstwas) auf die magischen Worte "Tax Free". Sie stehen dafür, dass dieser Shop am Tax-Free-Programm für Touristen teilnimmt. Wer weniger als sechs Monate in Japan verbringt, muss ab einem Einkaufswert von 5.500 Yen keine Steuern zahlen. Das fällt für Nahrung anders aus als etwa für Anime-Figuren, aber letztere sind dann direkt 10 Prozent günstiger. Holt ihr euch also einen Zorro aus One Piece für 5.500 Yen, kostet der durch Vorzeigen des Reisepasses direkt nur noch 5.000 Yen. Das Ganze hat ein Limit pro Reisenden: 430 Euro (aktuell etwa 70.700 Yen) dürft ihr nach Deutschland steuerfrei und zollfrei zurückbringen.
- Kartenzahlung geht klar, aber ihr braucht Bargeld: Während kontaktlose Kartenzahlung spätestens seit den Olympischen Spielen vor ein paar Jahren deutlich verbreiteter ist, ist es sehr oft praktisch, Bargeld in Japan zu haben. Vor allem kleine Läden, Imbissbuden und Automaten benötigen die schicken silbernen Münzen. Besucht dafür einfach einen Geldautomaten in den weitverbreiteten "7-Eleven"-Convenience-Stores. Wo ihr dort ein Schild mit "ATM" seht, erhaltet ihr euer Bargeld. Dafür am besten eine Kreditkarte mitbringen, dann fallen die Gebühren möglichst gering aus. Also einfach nach Landung zum Beispiel 50.000 Yen in bar abheben, dann seid ihr auf der sicheren Seite.
- IC Card - der Alleskönner: Für die Fahrten mit dem Regionalverkehr (U-Bahn, Zug, Bus & Co.) spart ihr euch idealerweise einzelne Tickets und holt euch einfach eine sogenannte "IC Card", also eine Prepaid-Karte mit Smart-Funktion. Die bekannteste davon ist die "Suica" aus Tokyo. Die grüne Karte mit dem Pinguin lässt sich kinderleicht mit Geld aufladen, sodass ihr bei Fahrten berührungslos am Eingang einer Station eine Fahrt buchen und dann beim Verlassen zahlen könnt. Da ihr so eine IC Card (es gibt auch die "Passmo" in Tokyo, die "ICOCA" in Osaka und viele andere Varianten) auch für Conbini und Getränkeautomaten nutzen könnt, ist das Geld darauf praktisch nie "verloren". Welche Karten es gibt und wo sie gelten, erfahrt ihr idealerweise auf JapanGuide (Englisch).
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Die Suica-Karte ist nicht nur praktisch, sondern auch ein süßes Andenken an eure Reise. Mit dieser Prepaid-Karte könnt ihr den Nahverkehr kinderleicht nutzen, ohne immer Tickets kaufen zu müssen.
- Englisch? Japanisch? Etwas dazwischen ist ideal: Ich erwarte von niemandem, dass er Japanisch kann, wenn er dieses Land nur besucht, dafür ist die Sprache einfach zu schwer und ihr Anwendungsbereich sehr eingeschränkt (im Gegensatz zu Englisch, Spanisch, Französisch oder auch Chinesisch). Was ich aber sage: Sichert euch ein paar simple Begriffe, die im Alltag einfach super-praktisch sind. Ich kann wirklich kein Japanisch, aber diese Phrasen waren Gold wert:
- Konichiwa / Konbanwa - "Guten Tag" / "Guten Abend"
- Sumimasen - "Entschuldigen Sie bitte" für Situationen, in denen man Hilfe braucht oder einfach Aufmerksamkeit ... wenn ihr etwa aus der U-Bahn raus müsst
- Hai - "Ja"
- Kudasai - "Bitte"
- Gomen Nasai - "Tut mir sehr leid"
- Kore - "Das hier", etwa wenn ihr auf etwas auf einem Menü oder in einer Auslage zeigt
- Daijobu - "Passt schon", wenn euch etwa jemand fragt, ob ihr eine Tüte braucht. Ein lächelndes Kopfschütteln reichte aber oft auch.
- Okaikei kudasai - "Die Rechnung bitte" ist ein äußerst praktischer Satz. Oftmals läuft es aber ohnehin darauf hinaus, dass ihr einfach am Eingang bei einer Kasse zahlt, bevor ihr geht.
- Name einer Sache + "Hitotsu kudasai" - "Einmal xy, bitte" Damit geht ihr sicher, wie viele Semmeln oder Reisbällchen ihr bekommt. Oft reicht aber auch einfach ein Zählen mit den Fingern und zeigen. "Donutsu hitotsu kudasai" wäre etwa "Einen Donut, bitte"
- Google ist euer bester Freund - nicht nur als Suchmaschine: Während ihr selbstverständlich mit Google Maps & Co. an viele praktische Infos kommt, solltet ihr unbedingt weitere Funktionen nutzen. Die App "Google Lens" lässt euch etwa direkt übersetzen, was eure Kamera gerade sieht. Also Inhaltsstoffe eines Produkts, den Namen von Gerichten einer Speisekarte oder die Angaben von Preisen und Öffnungszeiten eines Museums. Abgesehen davon lohnt sich Chrome als Browser auf eurem Handy wegen einer simplen Sache: native Übersetzungsfunktion für japanische Webseiten. So erhaltet ihr deutlich mehr Infos, als wenn ihr euch auf offizielle Übersetzungen verlasst. Die gibt es oft nämlich nicht.
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Zutaten-Check: Alles klar, dieser leckere Snack ist einfach nur ein Haufen Kokosnuss mit Melasse - keine verstecken Fischflocken oder Bacon-Stücke. Der Vegetarier freut sich.
- Mülleimer? Ha! Ein Running Gag in Japan, vor allem für Touristen ... es gibt keine Mülleimer! Zumindest nicht in der Öffentlichkeit. Bis auf wenige Ausnahmen (Flaschen-Mülleimer neben Getränkeautomaten oder in Supermärkten im Eingangsbereich) müsst ihr euren Müll im Grunde mit euch herumtragen. Durch den Verpackungswahn in Japan häufen sich so schnell Reste an, gleichzeitig habt ihr aber auch schnell eine Mülltüte, die ihr so tragt oder im Rucksack verstaut. Spätestens in einem Hotel lässt sich das dann entsorgen. Spart euch aber ellenlange Suchen unterwegs.
- Tattoos im traditionellen Bad? NOPE! Weil in Japan die Mühlen langsam lahmen, gilt weiterhin in vielen "Onsen"-Einrichtungen die Regel, dass ihr nicht mit Tattoo reindürft. Das geht auf alte Regeln gegen Yakuza-Mitglieder zurück. Heutzutage gibt es aber auch Onsen-Anbieter, die euch mit Tattoo-Covers baden lassen, teilweise bekommt ihr die sogar vor Ort.
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Wer aufgrund von Tattoos Probleme mit Onsen-Einlass hat, muss auf Privat-Onsen in größeren Anlagen oder als Teil eines Hotels setzen.
- Öffnungszeiten von Museen: Im Urlaub besuchen viele Touristen gerne Museen, was ich durchaus verstehe. Vor allem Japan bietet mit seinen Ausstellungen, Galerien und Sammlungen der Zeit der Samurai viel Anlass dafür. Nur eine kleine Anmerkung für eure Urlaubspläne: Checkt Feiertage und vor allem Montage. Dann haben Museen oft geschlossen. Erst recht, wenn ein Feiertag auf einen Sonntag gefallen ist - dann wird er (wie in Großbritannien) nämlich oft mit einem freien Tag unter der Woche ausgeglichen.
- Bringt eure bequemsten Schuhe mit: Wer Japan wirklich bereisen will, der ist oft viel unterwegs. Locker 20.000 Schritte erreicht ihr an einem Tag in Tokyo, erst recht, wenn ihr viele Highlights täglich besuchen möchtet. Pfeift entsprechend auf die "schönsten" Schuhe und zieht stattdessen das an, womit ihr am ehesten lange laufen und lange stehen könnt. Spätestens in ellenlangen U-Bahn-Stationen danken es euch eure Füße. Apropos ...
- Gute Socken, ihr lauft oft ohne Schuhe: Ein schönes Paar Socken lohnt sich immer, aber besonders beim Besuch von Tempeln, Museen und manchem Restaurant in Japan. Denn immer wieder müsst ihr beim Betreten eure Schuhe ausziehen. Bringt also nicht unbedingt die löchrigen Socken mit, die ihr ohnehin vor dem nächsten Waschgang wegwerfen wollt.
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Schuhe aus! Bei einem traditionellen Tempelessen oder auch dem Besuch einer Burg mit Holzböden müsst ihr mit Socken oder Pantoffeln unterwegs sein.
- Reist leicht: Während Service in Japan oft großgeschrieben wird, seid ihr in U-Bahnen und Bahnstationen oft auf euch allein gestellt. Viele Untergrundanlagen, etwa in Kyoto, lassen euch elendig lang herumlaufen und verzweifelt nach Rolltreppen suchen. Holt euch entsprechend leichte Koffer, die auch längere Strecken gut überstehen. Das Waschen von Socken, Unterwäsche und manchem T-Shirt via Hotel-Waschmaschine spart euch auch das Packen von Klamotten für jeden Tag. Und kauft euch die schwersten Souvenirs nicht unbedingt am zweiten Tag eurer Reise. Macht es also nicht wie ich ...
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Matthias am 2. Tag seines jüngsten Japan-Trips: "Hey, ich könnte doch einfach direkt den Rest des Urlaubs all das unterbringen müssen? Wäre das nicht cool?!" Smarter Move, Brückle ...
- Sporttasche für Mitbringsel: Wer bereits im Voraus ahnt, dass er viele Souvenirs mitbringen will, dem lege ich eine zusammenfaltbare Sporttasche ans Herz. Die verbringt den ganzen Urlaub dann im kompakten Modus im Koffer. Für den Heimflug packt ihr dort dann etwa Wäsche und andere "weiche" Inhalte rein, während im Koffer die Sachen sind, die nicht gequetscht werden dürfen. Etwa Anime-Figuren, Packungen mit exklusiven Keksen oder Bausätze. Porzellan packt ihr trotzdem lieber in den Rucksack und nehmt es auf den Flieger.
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Am Ende einer Reise wird es sehr schnell, sehr schwer, wenn ihr alles in euren Koffer packen wollt. Eine separate Sporttasche für Wäsche, die bis dahin im Koffer geschlummert hat, macht sich sehr bezahlt.
- Kein Trinkgeld, aber Extrakosten: Während es in Japan schön ist, dass ihr kein Trinkgeld zahlen müsst, solltet ihr in der Region "Kansai" (Osaka, Kyoto & Co.) nicht erschrecken. Denn dort erhaltet ihr in Restaurants oft einen kleinen Snack, ohne dass ihr ihn bestellt habt. Diesen müsst ihr dann auch am Ende bezahlen, eine "Table Charge" (wie Gedeck in Italien), die einfach dazu gehört. Manchmal auch in anderen Regionen Japans, wenn ihr euch etwa etwas Alkoholisches holt.
- Vegetarier sein in Japan: Eines DER Themen, die diesen Artikel überhaupt motiviert haben. Wer europäische Städte gewohnt ist, erlebt als Vegetarier oder gar Veganer (Gott steh euch bei) einen Kulturschock in Japan. Denn die Bewohner von "Nippon" geben im Schnitt wenig auf Tierleben und garnieren fast jedes Gericht noch mit totem Tier. Nudeln mit Pesto? Garnelen drauf! Tomate-Mozzarella-Baguette? Natürlich noch ein Schinken. Eine Nudelsuppe? Die Brühe setzt vermutlich auf Fisch, Knochen oder einfach Fleisch. Ich lege euch wärmstens die App HappyCow ans Herz. Eine Art Google Maps für Vegetarier und Veganer! Das hat meiner vegetarischen Begleiterin das Leben erleichtert. Denn es gibt sie schon, die vegetarischen oder gar veganen Cafés und Restaurants. In Tokyo etwa die empfehlenswerte Kette T's Tantan. Oder das Lokal "Kyoto Engine" in Kyoto.
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Vegetarier in Japan haben es schwerer, aber es ist nicht unmöglich: Kyoto Engine in Kyoto bietet etwa leckerste Kost für Veganer und Vegetarier.
- Tier-Cafés? Bloß nicht: Und wenn wir schon beim Tierwohl sind, möchte ich euch darauf hinweisen, dass ihr einen Bogen um die vielen, vielen Cafés mit Tier-Thematik machen solltet. Denn während vielleicht ein Katzen-Café oder ein Hunde-Café im Rahmen sein können, wurde mir in Japan schnell klar: Hier sieht man Tiere als süße Deko, nicht als Lebewesen. Verzichtet also darauf, eure Yen in Cafés mit Eulen, Igeln, Capybaras & Co. zu lassen - all das sind Tiere, die ihre Ruhe haben wollen und hier alles andere als artgerecht leben.
- Auto fahren in Japan? Achtung, Deutsche! Die Anbindung mit Flugzeug, Zug oder auch Hochgeschwindigkeits-Shinkansen ist in Japan oft gegeben, aber für so manche entlegene Gegend oder Nationalpark kann sich ein Mietwagen sehr lohnen. Und hier eine wichtige Warnung: Der deutsche Führerschein benötigt eine offizielle Übersetzung ins Japanische. Ohne so ein Dokument bekommt ihr in Japan nirgends einen Mietwagen. Kümmert euch also rechtzeitig darum, so einen Wisch vorher zu beantragen, dann geht dafür keine Zeit in Japan drauf. Und das, bevor ihr überhaupt den Linksverkehr lernen müsst ...
Quelle: buffed (Matthias Brückle)
Mit dem Bus hierherkommen? Eine Qual. Spätestens in entlegenen Gegenden wie Yakusugiland auf Yakushima ist ein Mietwagen ein Muss. Und somit auch eine Führerschein-Übersetzung.
Nasse Tücher? Nur für die Hände: Vor dem Essen ist es typisch in Japan, feuchte Tücher zu erhalten. Diese dienen dazu, dass ihr eure Hände reinigt. Ein angenehmer Ritus, aber Obacht - fürs Gesicht ist das Zeug eigentlich nicht gedacht. Wer aber nach einem heißen Tag trotzdem das kühle Nass will, der wird deswegen nirgends rausgeworfen.
- Rauchen in der Öffentlichkeit: Ich bin zwar selbst kein Raucher, schließe aber definitiv nicht aus, dass manch einer von euch raucht. Entsprechend eine kleine Vorwarnung - die meisten Großstädte in Japan haben inzwischen - nach Jahren des großen Raucher-Kults - strenge Vorschriften gegen das Rauchen in der Öffentlichkeit. Wer rauchen will, muss dafür oft in kleine "Buden der Schande", die Bushaltestellen mit blickdichten Wänden ähneln.
- Rauchen in Bars, Hotels und Restaurants: Im Gegensatz zu Deutschland ist es durchaus möglich, dass eine Gaststätte in Japan noch das Rauchen erlaubt, und sei es nur am Abend oder in einem Nebenraum. Besonders Kneipen und Bars sind notorische Raucherzonen; hier hilft es definitiv vorab auf Google Maps zu prüfen, ob ein Rauchverbot gilt; findet ihr keine Infos dazu, ist es wahrscheinlich dort erlaubt. Achtet auch in Hotels auf die Buchung eines Nichtraucherzimmers.
