Iron Front im Test: Die KI macht der schönen Theorie einen Strich durch die Rechnung
Iron Front: Liberation 1944 sollte eine waschechte Militär-Simulation werden, weswegen man unter anderem auf die Arma 2-Engine setzte. Doch der Schuss geht nach hinten los. Hier liegt zu viel im Argen als dass Iron Front Spaß machen könnte.
Quelle: Deep Silver
Leichte Panzerabwehrgeschütze wie dieses wurden von den Deutschen gerne als "Türanklopfgerät" bezeichnet.
Die Kampagnenmissionen sind mit hübschen Zwischensequenzen in Spielgrafik in Szene gesetzt, mit denen die Geschichte vorangetrieben wird. Auf deutscher Seite beispielsweise folgt die Handlung einer versprengten Einheit, die von einem höheren Offizier im Stich gelassen wurde. Iron Front ist – wie alle Nachfahren von Operation Flashpoint – keine kurzweilige Moorhuhnsafari durch ein Kriegsgebiet, bei der euch die Gegner dutzendweise bequem vor die Flinte springen: Gefechte werden auf realistische Distanzen geführt, den Feind seht ihr entweder gar nicht, zu spät oder nur als kleinen grünen Punkt in einem weit entfernten Gebüsch. Dank der realistischen Ballistik müsst ihr sogar die Visiereinstellungen eures Gewehrs justieren, um zielsicher schießen zu können. Die Gegner-KI dagegen ist problemlos in der Lage, euren Helm auch aus großer Entfernung mit einem unerwünschten Loch zu versehen – jederzeit den Kopf unten zu halten und Deckung zu nutzen, wird euch in Fleisch und Blut übergehen.
Falls ihr euch doch einmal einen Streifschuss einfangt, ruft ihr über das komplexe Kommandosystem um Hilfe. Ob der Sani tatsächlich zu eurer Verarztung herbeisprintet, ist aber nicht sicher: Die computergesteuerten Kameraden verhalten sich hirnloser als ein Haufen grüner Rekruten. Selbst simpelste Befehle führen die Untergebenen nur widerwillig oder gar nicht aus. Sie verlaufen sich hinter Jägerzäunen und weigern sich manchmal partout, aus Fahrzeugen oder Geschützen auszusteigen. Sie quengeln wegen leerer Magazine, wollen sich aber trotz Aufforderung an Munitionskisten keine neuen Patronen greifen. Aber wer kann es ihnen verdenken? Theoretisch sollte jeder Gegenstand beweg- sowie benutzbar sein, aber das Inventarsystem lässt dies nur sehr begrenzt zu. Fallen gelassene Waffen sind fast nie anwählbar und gerne legt die Spielfigur beim Neubewaffnen ihre eigene Ausrüstung samt Uhr, Karte und Kompass gleich aus Versehen mit ab. Das eigene Leben möchte man den nicht sehr wachsamen KI-Kameraden auch nur ungern anvertrauen: Regelmäßig stehen sie seelenruhig wie die Ölgötzen in der Pampa herum, das Gewehr im Anschlag, während zwanzig Meter hinter ihnen die Rote Armee eine Parade veranstaltet. Auf dem Papier klingt Iron Front sehr verlockend für Freunde anspruchsvoller Militärsimulationen, scheitert aber mit Pauken und Trompeten an seiner katastrophalen Umsetzung.

Leider ist auch dem Patch 1.02 weiter total verbugt.
Ein paar Einzelheiten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
- Bildschirm wird von Zeit zu Zeit schwarz.
- Sprachausgabe bricht an unterschiedlichen Stellen ab.
- Spiel bleibt hängen, ohne sich aufzuhängen, d.h. die Stroy bzw. Kampagne läuft nicht
weiter.
- Die Speicherfunktion ist eine Katastrophe.
- Die Vorträge der "Vorgesetzten", die man schon 10x gehört hat, kann man nicht
unterbrechen oder abkürzen.
- Die Steuerung bzw. Menüführung sind ein Alptraum, so wie das ganze Tutorial dazu.
Schade um den hübschen Ansatz aber so geht das nicht. Multiplayer versuche ich damit erst gar nicht.
Gruß
P
Na ja, zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.
Als Zugeständnis an alle beleidigten Leberwürste, die finden, dass ich nicht genug auf Mehrspieler und Editor eingegangen bin: Im im nächsten Test für ein Spiel dieser Kategorie wird es einen Kasten geben, in dem ich explizit erwähne, dass es im Multiplayer viel besser ist und dass ein total mächtiger Editor beiliegt. Wenn es dann insgesamt die gleiche Qualität wie Iron Front hat, gebe ich auch wieder eine Wertung im ähnlichen Bereich.
Ob die Kritik an den Artikel berechtigt oder unberechtigt sind spielt überhaupt keine Rolle (ich finde übrigens Arma 2 im Gegensatz zu OF auch schwach, IF müsste dementsprechend genauso ergehen), der Grundsatz lautet nach wie vor: "Kunde ist König". Es gab schon etliche Unternehmen die diesen Grundsatz vernachlässigt haben und dafür stark abgestraft wurden, dass aber sogar zu (wenn auch harmlosen) Beleidigungen kommt... Wau, das ist richtig einmalig. Mir kommt spontan auch kein Beispiel auf wo es schon mal vorgekommen ist.
Und JA: Ich habe fast ausschließlich alleine, also Singelplayer, gespielt. Wenn ein Spiel dies anbietet, dann muss man auch damit rechnen, dass Leute es deswegen kaufen. Also muss man auch dort eine Wertung abgeben.
Ich hatte genau die gleiche Erfahrung gemacht. Operation Flashpoint (und da insbesondere die Add-Ons) hat mir extrem viel Spaß gemacht, das Spiel hatte ich Tag und Nacht durchgespielt. Arma 2 (als Beilage zu PC-Games) hat mich aber irgendwie gar nicht ansprechen können. Das typische OF Feeling kam die ganze Zeit nicht auf, schließlich wurde das Spiel aufgegeben.
Und Operation Flashpoint hatte ich auch nur in SP gespielt, wie eigentlich sämtliche Spiele. ^^
ww2 reviews sind ja immer heikel.man muss das genre halt toll finden. daher ein paar hinweise um die glaubwürdigkeit zu steigern:
bild 6 zeigt eine schwere pak, keine leichte. die hätte man sicher nicht als "türanklopfgerät" bezeichnet, vor allem weil man von "panzeranklopfgerät" sprach, und nicht von ersterem..tür, wtf!
ansonsten gz zu bild 9. war ein lacher.
die kritik am sp modus hat mich darüber informiert, dass es überhaupt einen gibt. :-B
ich hab das spiel bisher als pures mp gesehen.
aber mal ernsthaft..alle (im weitesten sinne) "shooter" leben doch nur vom mp. oder ist die cod reihe so erfolgreich, weil alle tag für tag sp spielen? dass der fokus auf mp liegt, ist doch klar! interessant wäre halt nur, wie er umgesetzt ist aber..oh wait! darüber steht ja gar nix drin. :D
ich werds mir auf jeden fall kaufen.