Sicherheitswarnung: Cyberpunk-Agenten sind in unsere Konzern-Systeme eingedrungen und lassen uns dank ihrer taktischen Vielfalt einfach nicht mehr los! Invisible, Inc. hat uns im Test originell unterhalten.
Gewollte Verluste
In so genannten Nano-Fabriken findet ihr teures Equipment, um damit eure Agenten zu verbessern.
Schade ist nur, dass man zwischen den Missionen die Einsatzmitglieder nicht austauschen oder erlittene Verluste ausgleichen kann. Nur zu Beginn eines Story-Runs habt ihr Zugriff auf alle freigeschalteten Charaktere und sucht euch euer Wunschpaar aus. Verstärkung für das Zweierteam erhaltet ihr, wenn ihr entsprechende Inhaftierungsaufträge im Verlauf einer Kampagne angeboten und lösen könnt. Die Spannung ist jeweils dadurch erhöht, dass der jeweilige Extraktionspunkt am Ende einer Mission für euch völlig unbekannt ist. In der Regel und bei mittleren bis schweren Einstellungen hat man es bis dahin schon mit einer hohen Alarmstufe zu tun. Da die Agenten im direkten Kampf nur einen Treffer aushalten, ist Nervenkitzel programmiert. Agenten, die den Fluchtpunkt nicht erreichen, sind für den Rest der Kampagne verloren – es sei denn, der Zufall beschert euch eine passende Befreiungsmission. Sollte die komplette Agententruppe hopsgehen, ist die Kampagne vorbei. Je nach gewählter Spieleinstellung könnt ihr den Level wiederholen, den aktuellen Einsatztag neu beginnen, um es mit einer anderen Mission zu versuchen, oder ihr schmeißt die Kampagne ganz hin und versucht es komplett von vorne mit einem frisch ausgewählten Agentenpaar.
Technisch solide
Der eingesetzte Comic-Stil ist zwar stimmig, lässt Invisible, Inc. auf Dauer aber auch recht schlicht aussehen. Zudem wirken die Animationen der Figuren recht unnatürlich und überzogen schnell. Die Steuerung der Charaktere stellt dank des optional spielbaren Tutorials keine Hürde dar. Außerdem lässt sich die Tastaturbelegung im Menü jederzeit anpassen. Die Soundeffekte sind zwar eher spärlich gesetzt, dafür trumpft das Spiel mit einem erstklassigen Cyberpunk-Soundtrack auf, der für eine schöne Atmosphäre sorgt.
Englisch hören, deutsch lesen
Da Invisible, Inc. komplett rundenbasiert ist, habt ihr in der Regel genügend Zeit, euch die aktuelle Situation anzuschauen und den nächsten Zug zu planen. Es sei denn, ihr habt die Option "Zeitangriff" gewählt, dann müsst ihr eure Züge in jeweils zwei Minuten abschließen.
Dank der Workshop-Einbindung auf Steam könnt ihr Invisible, Inc. auf Wunsch auch mit deutschen Bildschirmtexten spielen. Klickt dazu in eurer Steam-Bibliothek nach der Installation des Spiels auf "Workshop durchstöbern" und abonniert das German Language Pack von Modder Silas Coldfire. Im laufenden Spiel wählt ihr in den Optionen den Reiter namens "Gameplay". Klickt nun im neuen Fenster auf "Language", danach auf "Refresh Languages" und wählt den Eintrag "German". Startet nun Invisible, Inc. neu, um die Mod zu aktivieren.
Erhältlich ist das Agentenspektakel entweder auf Steam. Diese Version muss online aktiviert werden. Wer lieber eine DRM-freie Version ohne Aktivierungspflicht erwerben möchte, greift auf zur GOG-Variante. Der Preis liegt jeweils bei 19,99 €.
Hacker gegen Konzerne, das geht auch unplugged
Mit Hacker-Agenten Konzerne auszuspionieren, diese Idee hatte auch schon der Trading-Card-Guru Richard Garfield. Der Erfinder von Magic: The Gathering veröffentlichte 1996 mit Netrunner ein entsprechendes Cyberpunk-Kartenspiel. 2012 wurde das Spiel von Hersteller Fantasy Flight Games unter dem Namen Android: Netrunner neu aufgelegt. Eine deutsche Version ist beim Heidelberger Spieleverlag seit 2013 verfügbar. Die Starterbox ist für knapp 25 Euro erhältlich. Netrunner ist für zwei Spieler konzipiert und erhielt mehrere Auszeichnungen unter anderem den Golden Geek Award für das beste Kartenspiel 2012. Mehr Infos zu dem Kartenspiel findet ihr hier.

Durch den zufälligen Levelaufbau ist der Wiederspielbarkeitswert enorm hoch und man darf keine Angst davor haben auch mal zu scheitern, besonders die Final-Mission in der Kampagne hat es in sich. Man kann aber sehr viel an Optionen und Schwierigkeit vor jeder Kampagne verändern, also auch Strategie-Neulinge können erstmal langsam einsteigen.
Hoffe, dass das Spiel die verdiente Aufmerksamkeit bekommt. Das Entwicklerstudio haut ja wirklich einen Hit nach dem anderen raus (Shank, Don't Starve, Mark of the Ninja...)