Onlinegaming: Ping verbessern - Möglichkeiten, um die Latenz gering zu halten
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Bei Onlinespielen gibt es eine kleine Verzögerung zwischen eurem PC und dem Server, der die Multiplayer-Partie verwaltet. Diese Verzögerung nennt sich Ping - einen Ping gibt es auch bei Internetzugriffen abseits von Games, aber bei schnellen Onlinespielen kann er stören. Wir haben Tipps für euch zusammengefasst, wie man den Ping verbessern kann.
Unser Artikel zeigt euch, wie man den Ping verbessern kann - die konkreten Tipps findet ihr weiter unten. Zuvor klären wir aber noch einige andere Dinge - unter anderem die Frage: Was ist ein Ping? Wenn Daten von eurem PC zu einem Server (oder bei direkter Verbindung zu einem Spieler, der ein Spiel hostet) fließen, entsteht eine Latenz, also eine kleine Verzögerung - denn die Daten müssen zunächst durchs World Wide Web wandern und beim Server ankommen. Hinzu kommt eine kleine Verzögerung, bis die Daten vom Server bei euch ankommen.Mehr zum Thema: Router und Netzwerke: Praxis-Wissen, Tipps und MarktübersichtDiese Verzögerungen fasst man zusammen als den so genannten Ping. Der Ping gibt die Verzögerung in Millisekunden gemessen an. Bei Videos oder Downloads stört er nicht: Da jedes Datenpaket mit einer gleichen Verzögerung bei euch ankommt, entsteht insgesamt ein durchgehender Datenfluss - um Stockungen zu vermeiden, falls der Datenstrom kurz abbricht, gibt es bei Video den Puffer, in dem Daten schon vorab geladen werden, die eigentlich erst in einigen Sekunden auf dem Bildschirm zu sehen sein sollen.
Was ist ein guter Ping?
Bei Onlinespielen kann ein schlechter Ping ein Nachteil sein: Ein Ping von beispielsweise 200 bedeutet, dass ihr in der Praxis erst mit zwei Zehntelsekunden Verzögerung eine Aktion eines anderen menschlichen Gegners auf dem Monitor seht (eine zusätzliche Latenz beispielsweise durch den Monitor kommt gegebenenfalls noch hinzu). Was genau ein guter Ping ist, lässt sich nicht allgemein festlegen - Werte unter 100 in Games sind die Regel, unter 50 würden wir von einem guten Wert sprechen.Den Ping oder auch die Latenz könnt ihr euch in vielen Games anzeigen lassen. Manche Games verwenden auch Balken für eine Art Ping-Qualitätsangabe - hier müsst ihr euch dann informieren, was es bedeutet, wenn ihr beispielsweise eine Qualität "vier von fünf Balken" habt. Der Ping in Onlinegames hängt oft auch davon ab, mit welchen Spielern ihr verbunden werdet, denn auch die Verzögerung zu den PCs der Mitspieler kann eine Rolle spielen, vor allem dann, wenn kein externer Server, sondern einer der Spieler-PC die Partie als Host verwaltet. Daher kann es sein, dass ihr in einem Spiel einen deutlich schlechteren Ping habt als den Wert, den euch ein Speedtest (zum Beispiel auf WieistmeineIP.de) als Wert für die allgemeine Verbindungsqualität eures Routers zum Internet anzeigt.
Mehr Bandbreite für einen kleinen Ping?
Ganz vermeiden lässt sich ein gewisser Ping nicht - ein Wert von Null ist nicht machbar. Aber es ist möglich, einen Wert von 10 bis 30 zu erreichen. Entgegen mancher Vermutungen habt ihr nicht automatisch einen besseren Ping, nur weil ihr mehr Bandbreite als Internetanschluss habt. Denn es geht nicht um die Datenmenge, die fließen muss und die bei Onlinegames nicht besonders groß ist (Koordinaten von Spielern, kurze Text-Codes, die die Aktionen repräsentieren und so weiter), sondern nur um die reine Verzögerung, wann der Datenfluss beginnt. Viel wichtiger ist die Art des Internetzugangs - DSL mit Fastpath, DSL2+, VDSL, Kabel oder Glasfaser können Ping-Werte von unter 20 ermöglichen. Sofern ihr einen solchen Internetzugang habt, braucht ihr aber sehr hohen Bandbreite für einen guten Ping.
Ping verbessern: So geht's
Auf bestimmte Dinge habt ihr keinen Einfluss, aber es gibt Faktoren, auf die ihr durchaus einwirken könnt. Folgendes könnt ihr für einen besseren Ping tun:
- Per LAN-Kabel spielen. Moderne WLAN-Standards sind zwar schnell - im Zweifel solltet ihr aber per LAN-Kabel spielen oder zumindest testen, ob euer Ping im Durchschnitt per Kabel geringer ausfällt. Bei unserem Autor betrug der Ping bei einem Test 20 Millisekunden per LAN-Kabel - über WLAN waren es 45 Millisekunden.
- Keinen parallelen Datenverkehr zulassen. Wenn ihr nebenbei einen Download oder einen Videostream laufen habt, kann dies den Ping erhöhen. Der Download und euer Spiel streiten sich quasi darum, wer als nächster zuerst sein Datenpaket erhalten darf.
- Software schließen: Prüft nach, ob irgendwelche Tools im Hintergrund aktiv sind, die ihr gar nicht benötigt. Denn manche Tools starten zusammen mit Windows und gehen immer wieder mal kurz online, was euren Ping stören kann. Ihr könnt dazu den Taskmanager verwenden (STRG+ALT+ENTF und dann den Taskmanager anklicken). In Einzelfällen kann auch ein Virenscanner stören.
- Priorisierungen per Software setzen. Es gibt für bestimmte LAN-Adapter beziehungsweise Mainboards Tools des Herstellers, bei denen ihr Anwendungen an eurem PC Priorität gewähren könnt.
- Priorisierungen per Router setzen. Moderne Router haben oft die Möglichkeit, dass ihr im Netzwerk bestimmten Geräten eine Priorität gebt. Ihr könnt beispielsweise dem PC Vorrang vor einem Videostreaming-Stick gewähren.
- Nat-Type prüfen: Manche Spiele geben euch an, wie euer so genannter Nat-Type aussieht. Ist dieser "offen", so gibt es keine EInschränkungen. Bei "mittel" oder gar "geschlossen" kann es Probleme bei Multiplayer-Spielen geben. In diesem Fall ist es oft nötig, dem betreffenden PC über das Freigabemenü im Router bestimmte "Ports" zu öffnen. Wie dies funktioniert, müsst ihr abängig vom Router über dessen Anleitung in Erfahrung bringen. Welche Ports dazu nötig sind, erfahrt ihr beim Spielepublisher oder in dessen Supportforen.
Ihr seht, dass ihr also einige Dinge tun könnt, um euren Ping zu optimieren. Eventuell lohnt es sich, einen neuen Router zu kaufen - achtet dabei darauf, dass ihr einen Router mit einem für euren Anschluss geeigneten eingebauten Modem kaufen müsst, falls ihr den neuen Router nicht nur an den vorhandenen anschließen wollt. Falls ihr schon längere Zeit einen Router eures Internetanbieters nutzt, dann fragt beim Anbieter nach, ob euch möglicherweise ein neuer Router zusteht, der eine Priorisierungstechnik bietet.
