Techniken für Grafikkarten: Nvidia RTX-Grafikkarten im Vorteil
In unserem Special erklären wir, was hinter den Software-Techniken für AMD- und Nvidia-Grafikkarten wie Raytracing, DLSS, FSR und mehr steckt.
Nvidia RTX-Grafikkarten für Raytracing
Die RTX-Modelle von Nvidia haben spezielle Raytracing-Kerne, die für die Berechnung von Raytracing-Inhalten in Spielen zuständig sind. In vielen Spielen gibt es nämlich seit Herbst 2018 Raytracing-Effekte, die zusammen mit den ersten RTX-Grafikkarten eingeführt worden waren. Dabei handelt es sich bislang allerdings nur um physikalisch korrekte Berechnung von Licht, Schatten sowie Reflexionen.
Ihr könnt in Spielen, die Raytracing bieten, häufig auch zwischen verschiedenen Stufen wählen oder wählen, welche Effekte überhaupt mit Raytracing berechnet werden sollen. Manch einer aktiviert in so einem Fall lieber nur realistische Reflexionen und vertraut bei Licht und Schatten auf die normale Spieleengine, was in der Summe dann mehr FPS (Bilder pro Sekunde) bringt im Vergleich zum Aktivieren aller Raytracing-Effekte. Je nach dem, um welches Spiel es geht, können ohnehin auch nur ein oder zwei der genannten Faktoren per Raytracing integriert sein.
Im besten Falle sieht eine Szene dank Raytracing deutlich realistischer und stimmiger als ohne Raytracing aus, und selbst Kleinigkeiten, die euch erst bei einem Standbildvergleich auffallen, sorgen unterbewusst häufig für den Eindruck, dass die Stimmung der Grafik irgendwie besser wirkt. Es kann aber auch passieren, dass ihr zwischen dem Bild mit aktivierten Raytracing und dem ohne Raytracing keinen Unterschied bemerkt oder es einfach nur anders, aber nicht wirklich besser aussieht. Es ist sogar möglich, dass euch die Raytracing-Version weniger zusagt. So kann es beispielsweise bei einer Spielszene vor einem großen Haus mit Bäumen sein, dass die Bäume mit aktiviertem Raytracing auf dem Boden eher matschige Schatten bilden, weil Licht von parkenden Autos, Fenstern und der Hauswand reflektiert wird und somit - physikalisch korrekt - keine scharfen Schatten entstehen. Das Bild ohne Raytracing nutzt hingegen nur eine einzige, vereinfachte Hauptlichtquelle, nämlich "Die Sonne", und es entstehen knackige, scharfkantige Schatten, bei denen sich auf dem Boden sogar einzeln Äste und Blätter der Bäume klar abzeichnen. Viele Spieler würden vermutlich letztere Schatten als die qualitativ besseren Schatten wahrnehmen und die Raytracing-Version für eine vereinfachte Schattenberechnung halten. Hier nun noch ein weiterer Slider-Vergleich aus Cyberpunk 2077:
Weitere Szene aus Cyberpunk 2077
Nachteile: Leistungsfresser Raytracing
Insofern bleibt es euch überlassen, welche Relevanz ihr Raytracing beimesst. Die Sache ist nämlich die, dass die FPS-Werte, die euer PC berechnen kann, selbst bei RTX-Grafikkarten einbrechen, wenn ihr Raytracing bei einem damit kompatiblen Spiel aktiviert. Die FPS-Einbrüche sind allerdings durch die neueren RTX-Modellreihen der GeForce-Familien 3000 und aktuell 4000 entschärft worden. Trotzdem werdet ihr bei einem Spiel, das auf eurem PC mit einer RTX-Grafikkarte ohne Raytracing in beispielsweise WQHD (2560x1440 Pixel) und hohen Details bei 40 FPS läuft, bei aktiviertem Raytracing und ansonsten identischer Einstellung eher unter die 30 FPS-Grenze rutschen. Mit AMD-Grafikkarten sind die Einbrüche allerdings deutlich höher, obwohl AMD inzwischen auch auf Raytracing spezialisierte Bauteile bei der Radeon 7000er-Serie nutzt. Sollte euch Raytracing also sehr wichtig sein, dann kann manch eine Nvidia-Grafikkarte, die an sich beim Preis-Leistungs-Verhältnis der AMD-Konkurrenz hinterherhinkt, doch für euch in Frage kommen. Insgesamt macht Raytracing aber auch erst bei den etwas stärkeren Modellreihen Sinn. Wenn ihr nur eine Nvidia GeForce RTX 4060 verwendet, die in einem aktuellen Spiel bei Full-HD bei hohen Details zum Beispiel 40-50 FPS schafft, ist es eher fraglich, ob ihr dann auch noch Raytracing aktivieren solltet. Dank KI-Techniken von AMD und Nvidia kann es aber trotzdem funktionieren - dies ist unser nächster Themenblock.
