Haptische Westen: Hype oder das Ding, das niemand braucht?
Endlich neue Hardware für Gamer, die nicht in den PC gesteckt, sondern am Körper angelegt wird. Innovative Ideen im Gaming sind immer gut, aber auch immer praktikabel?
Aber reicht das aus?
Aber ist es das Vergnügen überhaupt wert? Wie man sich vorstellen kann, ist ein derartiges Spielzeug nicht ganz billig und schlägt in der Founders-Edition mit rund 500 Euro zu buche. Dazu werden voraussichtlich "laufende" Kosten kommen, denn die Gelpads, die das elektrische Signal weitergeben, müssen gelegentlich erneuert werden. Ein Paket mit 80 neuen Pads, das für viermaliges komplettes Tauschen reicht, kostet 40 Euro, das Großkampfpaket für zehnmaliges komplett Erneuern kostet 75 Euro. Wie lange die Pads wirklich halten, kann ich nach einer Session nicht sagen, sie kamen mir nach einer Benutzung allerdings schon etwas lädiert vor.
Und was bringt der Schnickschnack überhaupt, wenn man keine Spiele hat, die damit kompatibel sind? Auf der Website befindet sich netterweise eine Liste mit Titeln, die Support für die Weste bieten. Interessanterweise darunter auch Spiele, die gar nicht in VR gespielt werden können, und sogar Rocket League bietet Unterstützung für das System. Da Messerstiche und Schüsse hier nicht wirklich anstehen, kann ich nur erahnen, wann genau man an welcher Stelle des Körpers einen Einschlag spürt, wenn man in Third-Person-Ansicht ein Fahrzeug über einen virtuellen Rasenplatz jagt.
Quelle: PC Games
Gel-Pads nach einmaliger Benutzung
Weitere Spiele im Line-up sind aktuell:
- Superhot
- Valorant
- League of Legends
- CS:GO
- Alyx VR
- Apex Legends
- Halo INfinite
- Among Us
- Bone Lab
- Until you Fall
- Beat Saber
- The Forest
- Kronno Zomber
- Chrisis Brigade 2
- System of Souls
- SB - Quite my Tempo
- Pistol of Whip
- Drone War
- Arizona Sunshine
- World of Warships
- World of Tanks
- Splitgate
- Fortnite
- PUBG
Mehr Schein als Sein?
Viele der Titel sind nur über einen Mod-Support mit der Weste kombinierbar, was man bereits auf der Website von Owo einsehen kann. Dort sieht man auch, für welche Plattformen die Weste mit den jeweiligen Spielen funktioniert. In den allermeisten Fällen sorgt der Umweg über den Mod-Support dafür, dass man die Weste nur am PC nutzen kann. Jedoch hat sich Owo mit Ubisoft zusammengetan und verspricht Support für Assassin's Creed Mirage auf allen spielbaren Plattformen, also PS4, PS5, XBO, XBS und PC.
Obwohl so eine Weste also ein cooles Feature ist und super viel Spaß beim Herumspielen und Experimentieren macht, sehe ich leider wenig Zukunft für das Nischen-Produkt. Denn wo VR-Systeme schon ihre Probleme haben, Abnehmer zu finden, sorgend die zusätzlichen Einschränkungen bei der Weste dafür, dass die Menge potenzieller Abnehmer noch viel kleiner sein dürfte.
Und evtl. gibt es sowas in einigen Jahren ja auch kleiner um kompakter (und schwächer), so dass man kein komplettes Kleidungsstück dafür braucht, sondern einfach eine Art Gurt, den man sich umschnallt und an verschiedenen Punkten befestigt und der generell unkomplizierter zu handhaben ist.
Schmerzen möchte ich beim Zocken definitiv keine haben, aber ich könnte mir sowas in stark abgeschwächter Form z. B. als Handschuhe vorstellen, damit man Gegenstände in der virtuellen Welt auch tatsächlich fühlen kann, wenn man sie berührt.
danke für den interessanten bericht. klingt nice und ich hoffe für das unternehmen, dass es seinen recht kleinen markt spitz und erfolgreich erreichen wird. ist nämlich schon ein cooles ding, so 'n ding...