Aktueller Preiswahnsinn bei SSDs: Festplatten-Alternativen als Option - Kaufberatung zu SATA- und M.2-SSDs
Wir geben euch Tipps zum Kauf von SSDs und fragen auch, ob eine Festplatte derzeit eine Alternative sein kann. Wir haben auch 24 Angebote zu SSDs verlinkt.
SSDs sind seit einigen Monaten deutlich teurer geworden - wir schauen uns das Dilemma etwas näher an, geben euch aber auch Tipps zum Kauf einer SSD und haben 24 Modelle mit Angebotslinks zu unseren Partnern herausgesucht. Wir schauen uns zudem an, ob eine klassische Festplatte eine Alternative sein kann.
Durch die Speicherkrise - wegen der enormen Nachfrage nach KI-Hardware sind Speicherchips Mangelware geworden - sind seit letztem Sommer die Preise für Arbeitsspeicher um das Drei- bis Vierfache gestiegen. Auch SSDs sind deutlich teurer geworden - hierauf gehen wir später genauer ein. Wir wollen zuerst mit technischen Tipps und der Frage nach Festplatten starten.
In diesem Artikel
Festplatte: Alternative für eine SSD?
Klassische Festplatten sind in Gaming-PCs immer seltener vorzufinden, da SSDs bei der Datenübertragung sowie auch bei den Zugriffszeiten deutliche Vorteile haben. Natürlich spielte bei der Verbreitung von SSDs auch der Preisverfall eine Rolle, denn eine 2000-GB-SSD kostete bis zum letzten Sommer nur gut 100 Euro, im Angebot auch mal unter 100 Euro. Nun sind die Preise aber bei mehr als dem Doppelten angekommen, und manch einer fragt sich, ob eine Festplatte eine Alternative sein kann. Wir stellen hier klar: Nur als reines "Datengrab" können wir eine Festplatte mit Abstrichen noch empfehlen - 2TB kosten gute 100 Euro, 4TB gibt es ab etwa 160 Euro. Bei einer SSD wird mehr als der doppelte Preis fällig. Für Spiele oder gar Windows solltet ihr aber unbedingt eine SSD verwenden. SSDs funktionieren bei der Datenverarbeitung rein elektronisch - eine Festplatte hingegen sucht ihre Daten mithilfe von mechanischen Vorgängen - Leseköpfe müssen hauchdünn über den Datenscheiben, die sich im Inneren mit mehreren Tausend Umdrehungen pro Minute drehen, korrekt platziert werden. Dieses Platzieren kann für kleine Verzögerungen sorgen, bevor der Datenfluss überhaupt beginnt, was sich am Ende aufsummiert.
Quelle: Kioxia
Kioxia Exceria G2 Pro
Auch die Drehzahl der Datenscheiben in einer Festplatte hat ihre Grenzen - selbst schnelle Festplatten schaffen im Schnitt maximal um etwa 130 bis 140 MB/s beim Datenlesen, was noch nicht einmal den SATA3-Standard ausnutzt, der 600 MB/s gestattet. SATA-SSDs hingegen liefern 500 bis 600 MB/s beim Lesen. Hinzu kommt, dass SSDs keine Zugriffsverzögerung haben. Die Daten fließen also schneller sowie auch durchgängig, ohne dass immer wieder ein paar Millisekunden verloren gehen, weil ein Lesekopf in die korrekte Position gebracht werden muss. Die Datenrate ist wichtig, wenn es um das Laden von großen Datenmengen am Stück geht - beim Laden von Anwendungen und Spielen hingegen ist die fehlende Zugriffszeit der größere Faktor, der eine SSD zu einem Muss macht.
Ladezeiten von Spielen: Datenrate nur sekundär
Beim Laden von Spielen werden nicht viele Gigabyte Daten am Stück geladen, sondern immer wieder kleinere Datenpakete, die dann von den bereits aktiven Spiele-Algorithmen verarbeitet werden. Eine SATA-SSD lädt daher ein Spiel deutlich schneller als eine Festplatte - eine zehnmal so schnelle M.2-SSD aber verringert die Ladezeiten nur noch gering, da der reine Datenfluss beim Spiele-Laden eben nur einen Teil der Ladezeit ausmacht. Es hängt zwar im Einzelfall vom Spiel ab, aber lädt eine Festplatte beispielsweise 60 Sekunden, bis ihr im Spielgeschehen seid, dann kann es mit einer SATA-SSD schon nach 30 Sekunden soweit sein, bis ihr loslegen könnt. Dies liegt weniger an ihren 600 MB/s, mit denen sie laden kann, sondern an der fehlenden Zugriffszeit. Eine M.2-SSD, die 3.000, 5.000 oder gar über 7.000 MB/s als Datenrate hat, wird daher in der Regel nur für weitere ein bis drei Sekunden Wartezeit-Ersparnis im Vergleich zu einer SATA-SSD sorgen. In Open-World-Spielen kann aber trotzdem eine schnelle M.2-SSD Vorteile bringen, da winzige Ruckler, die beim Nachladen von Inhalten der Spielewelt vorkommen können, eher vermieden werden.
