Jahresrückblick 2022: Prozessoren von AMD und Intel
Wir blicken auf das Jahr 2022 in Sachen Hardware für Gamer zurück. Auf die große Fülle von einzelnen Produkten und Zubehör werden wir nicht eingehen, denn es gibt mehr als genug zu den neuen Grafikkarten von AMD und Nvidia sowie neuen Prozessoren von AMD und Intel zu sagen. Außerdem: Grafikkarten-Preise und der Preissturz bei SSDs.
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Prozessoren für Gamer von AMD und Intel
Im Jahr 2022 erschienen viele neue Prozessoren - wir beschränken und dabei aber auf die für Gamer wichtigen Modelle. Den Start machte Intel mit neuen Alder Lake-Modellen der 12000er-Serie für den Sockel 1700, der im Vorjahr mit den übertaktbaren K-Modellen der 12000er-CPUs seine Premiere feierte. Im Januar erschienen dann direkt viele neue, nicht übertaktbare Mainstream-CPUs, unter anderem der Core i3-12100 für Einsteiger, der Core i5-12400 für den Mittelklassebereich und der Core i7-12700 für ambitioniertes Gaming. Für Enthusiasten oder Profi-Anwender ist noch der Core i9-12900 zu nennen. Die neuen Top-Modelle platzierten sich entsprechend der Leistung etwas hinter ihren K-Brüder in Sachen Gaming. Allgemein machte der Sockel 1700 beim Preis-Leistungs-Verhältnis trotz teurer Mainboards AMD mächtig Feuer unterm Sitzfleisch.
AMD reagierte auf die neuen Intel-CPUs - natürlich war diese Reaktion nicht spontan, sondern AMD hatte schon länger etwas in der Pipeline. Für den bewährten Sockel AM4 gab es im April 2022 Nachschub unter anderem in Form der Ryzen 5-Modelle 4500, 5500 und 5600. AMD handelte, da die bis dahin günstigste 5000er-CPU, der Ryzen 5 5600X, damals stets über 200 Euro kostete und man keine Konkurrenz für Intel im Bereich unter 200 Euro mehr war, sofern es um moderne CPUs geht.
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Außerdem kam der Ryzen 7 5700X in diesem Schub mit auf den Markt, der eine günstigere Alternative zum Ryzen 7 5800X sein sollte und dies auch erfüllte. Vor allem für Spiele gilt, dass der 5700X kaum langsamer als der 5800X ist, aber preislich zwischen ihm und dem Ryzen 5 5600X rangiert.
Quelle: Gigabyte
Bei Mainboards für den AMD Sockel AM5 geht es erst ab 180 Euro los, zum Beispie mit dem Gigabyte B650M DS3H.
Der Star der April-Updates von AMDs Sockel AM4-Portfolio ist aber der Ryzen 7 5800X3D, obwohl man ihn nicht übertakten kann. Das 3D deutet an, dass AMD für vertikale Verbindungen zwischen Bauteil-Schichten sorgt, so dass die Daten über kürzere Wege fließen können. Diese Architektur-Veränderung sorgte dafür, dass der Ryzen 7 5800X3D in Games zu AMD vorerst schnellster CPU wurde und sich sogar knapp vor Intels teurere Core i-12000-Modelle wie den i9-12900K setzen konnte. Das Wort "vorerst" zeigt schon: Es blieb nicht dabei. Zuerst gab es von Intel eine Spezialversion des Core i9-12900K, nämlich den Core i9-12900KS, der sich ein wenig vor AMDs Ryzen 7 5800X3D einordnen konnte. Allerdings zu einem für das kleine Leistungsplus nicht akzeptablen Preis - aktuell ist er 200 Euro teurer als AMDs 5800X3D. AMD selbst sorgte dann Ende September für eine weitere Wachablösung, denn damals erschien der neue Sockel AM5 mit den zugehörigen Ryzen-CPUs 7600X, 7700X, 7900X und 7950X, welche alle auf der neuen Architektur Zen 4 basieren. Alle vier neuen Ryzen-CPUs übertrumpfen in Sachen Gaming den Ryzen 7 5800X3D und sind quasi identisch zum Core i9-12900KS. Aber es gibt zwei große Haken: Zum einen kosten Sockel AM5-Mainboards mindestens 180 Euro - das sind 100 Euro mehr als das günstigste Sockel 1700-Mainboard.
Quelle: PCGH
Ein Core i7-13700K im Sockel eines Asus ROG Z790 Hero-Mainboards eingebettet.
Zum anderen erfordert der Sockel AM5 zwingend DDR5-RAM, welches bei gleicher Kapazität mindestens 60 Prozent teurer als DDR4-RAM ist. Letzteres ist für den Sockel AM4 nötig, beim Sockel 1700 bestimmt man durch die Wahl des Mainboard-Modells beim Kauf, ob man DDR4- oder DDR5-RAM benötigt.
Das war es mit CPUs für 2022 - oder? Weit gefehlt. Denn Intel hat im Oktober die 13000er-Serie der Core-i-Modelle als Refresh für den Sockel 1700 ins Rennen geschickt. Es handelt sich um sechs übertaktbare CPUs, wobei es an sich nur je drei CPUs sind, die jeweils mit und ohne eigene Grafikeinheit (zu erkennen an einem KF hinter der Modellnummer) erhältlich sind: Der Core i5-13600K(F), Core i7-13700K(F) und Core i9-13900K(F). Alle drei setzen in sich Games klar an die Spitze im CPU-Bereich - somit steht Intel am Ende des Jahres als Gewinner da, sofern man bereit ist, mindestens 320 Euro für einen Prozessor ausgeben. Das ist nämlich der Preis des Core i5-13600KF.
