Mainboard-Kaufberatung: Sparen mit DDR4, und muss ein Mainboard teuer sein?
DDR4-Mainboards bieten einen Kostenvorteil. Lohnen sich die alten Sockel?
DDR4-Mainboards als Kostenvorteil
Die beiden neueren Sockel, also AM5 und 1851, brauchen zwingend DDR5-RAM. Der alte Sockel AM4 wiederum läuft nur mit DDR4-RAM. Beim Sockel Intel 1700 entscheidet wiederum das Mainboard über die RAM-Art, da die passenden CPUs mit DDR5- und DDR4-RAM lauffähig sind. Sockel 1700-Mainboards mit DDR4-Support erkennt ihr meist an einem Namensanhang wie DDR4 oder D4. Auf den Sockel 1700 und DDR4-RAM zu setzen, ist aktuell preislich eine gute Wahl, sofern ihr nicht unbedingt eine Top-Spiele-CPU haben wollt.
Für den Sockel 1700 ist unser Tipp der Intel Core i5-14600KF (Spieleleistung ähnlich einem Core Ultra 265KF, Sockel 1851, oder Ryzen 5 7600X3D, Sockel AM5) oder der Core i7-14700KF (Spieleleistung ähnlich einem Ryzen 7 7800X3D, Sockel AM5). Nehmt ihr 32GB DDR4-RAM mit einem Takt von 3200 MHz, dann kosten diese zwar 220 Euro statt nur (wie noch im Sommer 2025) 60 Euro. Im Vergleich zur gleichen Menge DDR5-RAM spart ihr trotzdem über 200 Euro. Bei der Spieleleistung gibt es beim Sockel 1700 kaum einen Unterschied zwischen DDR4- und DDR5-RAM - letzteres taktet zwar deutlich höher, hat dafür aber eine Verzögerung beim Datenzugriff (Latenz) - dieser Nachteil gleicht den Vorteil des höheren Taktes bei Spielen aus.
Bei einigen Anwendungen kann der schnellere Takt von DDR5-RAM zwar einen deutlichen Vorteil bringen, vor allem wenn es um das kontinuierliche Fließen von großen Datenmengen geht. Bei Spielen ist dies aber nicht gefragt, sodass nur wenige Spiele mit schnellem DDR5-RAM ein Plus von mehr als 1 bis 2 Prozent mehr FPS (Bilder pro Sekunde) im Vergleich zu DDR4-RAM liefern. Auch der AMD-Sockel AM4 kann wegen des DDR4-Vorteils punkten, allerdings eher im Einsteigersektor oder für Budget-PCs bei CPUs unter 150 Euro wie dem AMD Ryzen 5 5600 oder 5600X. Falls es euch aber doch um die aktuell beste Spieleleistung geht, müsst ihr den Preis für DDR5-RAM schlucken und zu einem AMD Ryzen 7 9800X3D oder 9850X3D greifen. Im Vorteil sind dann diejenigen, die schon DDR5-RAM haben und nur ein neues Mainboard suchen.
Was bieten teure Mainboards?
Wenn es um die pure Leistung geht, spielt es wie schon erwähnt keine Rolle, wie teuer ein Mainboard ist. Ausnahmen sind indirekte Einflüsse: Teure Mainboards unterstützen meist RAM mit besonders hohen Taktwerten, das aber aktuell noch viel teurer als RAM mit Standardtaktwerten ist. Das Feature "hoher Maximaltakt" sollte derzeit also keine Rolle spielen. Teurere Mainboards bieten aber zudem überwiegend bessere Übertaktungsoptionen und einen stabileren Betrieb, sodass Nutzer, die die CPU übertakten wollen, das ein oder andere Prozent an Mehrleistung herauskitzeln können. Dies geht aber nur, wenn die CPU einen frei wählbaren Multiplikator hat.
Quelle: MSI
Mehr als 200 Euro wie für das MSI Z890 Gaming Plus WIFI (ab 240 Euro) sollte man nur mit Übertakter-Ambitionen ausgeben.
Bei Intel sind nur CPUs mit einem K oder KF als Namenssuffix übertaktbar, wobei bei Intel zum Übertakten auch noch ein Mainboard mit einem Z-Chipsatz wie Z890 (Sockel 1851) nötig ist. Diese Mainboards sind in der Regel teurer als andere Hauptplatinen. Bei AMD spielt der Chipsatz für die Übertaktungsfrage keine Rolle. Diese Chipsätze empfehlen wir aktuell:
- Sockel AMD AM4: B550
- Sockel Intel 1700: B760 oder für Übertakter Z790
- Sockel Intel 1851: B860 oder für Übertakter Z890
- Sockel AMD AM5: B850, für Enthusiasten auch teurere Mainboards mit X870 oder X870E
Ohne Übertaktungswunsch reichen Mainboards zwischen 80 und 140 Euro völlig aus - wer mehr ausgibt, bekommt die zuvor genannten Vorteile oder auch mehr Ausstattungsfeatures. Vorsicht bei den Chipsatznamen: Es gibt unter anderem die Sockel B650, B660, B860 und B860 - zwei davon sind für den Sockel AM5, je einer für die Intel-Sockel 1700 und 1851. Sucht ihr beim Preisvergleich oder in einem Onlineshop ein Mainboard, dann setzt als ersten Suchfilter den zur gewünschten CPU passenden Sockel.
