CPUs für Gamer: Allgemeine Tipps und Kaufempfehlungen - Intel Core Ultra Plus vs. Ryzen
Seit Kurzem sind der Intel Core Ultra 250K und 270K im Handel - wir nehmen dies zum Anlass für eine aktuelle Kaufberatung zu AMD- und Intel-Prozessoren.
In unserer Prozessor-Kaufberatung schauen wir uns genauer an, welche CPUs derzeit ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben, sofern euer Schwerpunkt auf Gaming liegt. Darunter sind Einsteiger-CPUs ab etwa 120 Euro, aber auch Top-Prozessoren, die über 400 Euro kosten, sowie die beiden neuen Intel-CPUs Core Ultra 250K Plus und Core Ultra 270K Plus (hier der Test der PC Games Hardware).
Für den Kauf kann zudem auch die Frage eine Rolle spielen, welchen Arbeitsspeicher der Prozessor benötigt. Denn durch die seit dem Spätsommer 2025 stark gestiegenen RAM-Preise kann es je nach Budget durchaus sinnvoll sein, auf eine ältere CPU für die Sockel AMD AM4 und Intel 1700 zu setzen, die mit DDR4-RAM laufen. Zwar betrafen die Preisanstiege beide RAM-Sorten, aber der frühere Preisabstand zwischen DDR4 und DDR5 hat sich durch die Krise deutlich erhöht. Auf das Thema RAM gehen wir übrigens in einem separaten Artikel ein, den wir parallel zu unserer CPU-Kaufberatung online stellen. Wir starten nun mit unserer Prozessor-Kaufberatung, wobei wir zuerst einige allgemeine Themen durchgehen werden.
Leistung: Takt und Kerne kein guter Maßstab
Zum Recherchieren der Spieleleistung sind professionell aufgearbeitete Benchmarkergebnisse und Leistungsindizes essenziell. Denn an der puren Anzahl an Kernen oder Threads sowie am Takt lässt sich die Leistung nicht bestimmen. Eine Ausnahme: Wenn zwei CPUs aus der gleichen Familie und Generation stammen, gleich viele Kerne und Threads haben, dann gibt der Takt durchaus den möglichen Leistungsvorteil preis.
In diesem Artikel
Die Anzahl an Threads sagt übrigens aus, wie viele Aufgaben die CPU parallel bearbeiten kann. Mit SMT (Simultaneous Multithreading) kann ein CPU-Kern zwei Threads verwalten - bei AMD hat eine CPU entweder bei allen Kernen SMT oder bei gar keinem der Kerne. Aus 8 Kernen werden mit SMT also 16 Threads. Bei Intel kann es einen Mix geben - der Core i5-14600KF hat beispielsweise 14 Kerne - sechs davon haben SMT (12 Threads), acht nicht, sodass man auf 20 Threads kommt. Die neuesten Modelle der Core Ultra-Serie bieten allesamt gar kein SMT mehr. Allerdings gibt es e- und p-Kerne. Die e-Kerne sind effizient und nicht ganz so stark wie die p-Kerne, wobei das für Performance steht.
Quelle: PCGH
AMD Ryzen 7 9850X3D in seiner Verpackung
Muss es eine teure CPU sein?
Viele fragen sich, ob es sich lohnt, noch weitere 50, 100 oder auch 200 Euro draufzulegen, um einen besseren Prozessor zu erhalten. Denn in Spieletests von Fachmagazinen bringen die stärkeren Prozessoren 20, 30 oder auch über 50 Prozent mehr FPS (Bilder pro Sekunde) im Vergleich zu schwächeren CPUs. Allerdings muss man hierzu wissen, dass diese Tests bei geringen Auflösungen (meist 1024x720 Pixel) und Details durchgeführt werden, um das Potenzial der CPU ohne eine Verzerrung durch die Grafikkarten-Leistung aufzuzeigen. Misst man die FPS-Werte bei hohen Auflösungen und Details, werden die Werte nämlich oft durch die Grafikkarte begrenzt.
Ein Beispiel: Die eine CPU könnte bis zu 60 FPS, die andere aber sogar bis zu 90 FPS bringen, also 50 Prozent mehr. Eure Grafikkarte schafft aber bei WQHD und maximalen Details - was viele zu Hause verwenden würden - nur 50 FPS, sodass ein Test für beide CPUs im Schnitt bei etwa 50 FPS landen würde. Wenn aber bei praxisnäheren Einstellungen eine CPU gar nicht so weit vorn liegt wie bei Labortests: Soll man sich dann nicht einfach eine besonders günstige CPU anschaffen? Hier kommt ein klares Nein von uns. Denn auch wenn am Ende die Durchschnitts-FPS-Werte mit hoher Auflösung und Detaileinstellung vielleicht kaum höher sind, wird euch die stärkere CPU besser gegen FPS-Einbrüche absichern. Ihr könnt vereinfacht gesagt mit stabilerer, eher gleichbleibend hoher Leistung rechnen und im Zweifel Ruckler verhindern. Zu teuer muss eine CPU aber nicht sein: Eine CPU für mehr als 460 Euro bringt bei Spielen derzeit keinen Vorteil. Doch dazu später mehr.
