Intel-CPUs: Hyperthreading kehrt zurück - auch wegen der Krise mit hohen Umsatzverlusten
Der Verzicht auf Hyperthreading (SMT) könnte ein Faktor für die aktuelle Krise von Intel sein - daher setzt Intel bald wieder auf SMT.
Intel machte in den letzten Tagen in den Top-News der Medien wege der finanziellen Krise und dem Streichen etlicher Investitionen Schlagzeilen, wie auch die PC Games Hardware berichtet. Auf der anderen Seite hat uns die Meldung erreicht, dass Intel für kommende CPU-Generationen Hyperthreading, auch als SMT bekannt, setzen will. Auch hierzu gibt es eine News unserer Kollegen der PC Games Hardware. Beides hängt direkt miteinander zusammen.
Intel setzt wieder auf SMT
Der CEO von Intel, Lip-Bu Tan, bestätigte bei der Verkündung der Quartalsergebnisse von Intel, dass man wieder auf Hyperthreading, auch als SMT bekannt, setzen werde. SMT (Simultaneous Multithreading) beschreibt eine Technik, durch die ein CPU-Kern zwei Aufgaben parallel bearbeiten kann. Somit wird aus einer 8-Kern-CPU mit SMT indirekt ein 16-Kern-Prozessor. AMD verwendet bei fast allen Ryzen-CPUs SMT. Intel hatte hingegen beim Sockel 1700 begonnen, bei vielen Core i-CPUs einen Mix aus Kernen mit und ohne SMT zu verbauen. Der Core i7-14700K hat beispielsweise 20 Kerne, aber bietet nicht 40, sondern nur 28 Threads. Beim Sockel 1851 gibt es ebenfalls zwei Kern-Arten, die aber nun beide überhaupt kein SMT mehr bieten. Der Core Ultra 7 265KF hat zum Beispiel 20 Kerne und kann ebenso viele Threads verwalten.
Verluste wohl auch wegen Verzicht auf SMT
Ein Grund für die Rückkehr zu SMT sind auch die Quartalsergebnisse. Im zweiten Quartal 2025 gab es einen Verlust von drei Milliarden US-Dollar, weswegen Intel einige Investitionen komplett auf Eis legt - in den deutschen Medien war dabei vor allem das endgültige Aus für ein großes Werk bei Magdeburg in den Schlagzeilen, für das die Bundesregierung 10 Milliarden Euro als Subvention eingeplant hatte. Intel führt zumindest einen Teil der starken Verluste bei den Marktanteilen auf das Fehlen von SMT zurück - im Bereich der für Intel wichtigen Server-CPUs lag der Marktanteil 2024 noch bei deutlich übr 70 Prozent, mittlerweile sind es nur noch 55 Prozent. Die Kunden, so Lip-Bu Tan, erwarten offenbar SMT als Standard. Ohne SMT lassen sich CPUs schlechter vermarkten, möglicherweise auch, da bei der Kaufentscheidung die technischen Eckdaten als relevanter eingestuft werden als die Informationen über die effektive Leistung.
Commodere als mahnendes Beispiel
Die Rolle der technischen Daten wurde auch beim Niedergang von Commodore Mitte der 1990er-Jahre deutlich. Der mit den Amiga-Heimcomputern extrem erfolgreiche Hersteller wurde von IBM-kompatiblen PCs verdrängt, was teilweise auch damit zu tun hatte, dass die eigentlich nicht schnelleren Konkurrenz-PCs die vergleichsweise hohen CPU-Taktwerte in den Fokus rückten. Vor allem private Kunden sahen die Taktwerte aber wie eine Art Leistungsindex, so dass die IBM-kompatiblen PCs beim Computer-Boom der 1990er-Jahre an Commodore vorbeizogen. Der Konzern verpasste es, für genügend Aufklärung zur Leistungsfähigkeit zu sorgen, so dass deren Computer nach und nach immer schlechter verkauft werden konnten. Insofern ist es von Intel eine gute Entscheidung, SMT wieder einzuführen.
