Handhelds: Ich werde nicht zum Handheld-Helden
Handheld-PCs sind seit der Ankündigung der Asus ROG Xbox Ally zum Hype geworden. Ich selber werde aber wohl nicht zum Handheld-Helden und erkläre, warum.
Ich halte es auch ohne Handheld aus
Im Grunde genommen sind Handheld-PC sicher für viele Gamer eine tolle Sache. Ich persönlich tue mich aber schwer, für mich den Sinn eines Handhelds zu erkennen. Es fängt schon mit der Tatsache an, dass ich einen halbwegs ordentlichen Laptop zum Spielen habe. Ich frage mich daher, welche besonderen Situationen für das Spielen per Handheld infrage kommen, zumal ich in aller Regel dann eine schwächere Grafik als auf dem Laptop in Kauf nehmen müsste. Ebenso kann es Performanceprobleme bei einer schlechten Umsetzung geben.
Der Hauptgrund, warum ich kein Handheld brauche, ist aber, dass ich so gut wie nie eine Situation habe, in der ich Zeit totzuschlagen habe und ein Laptop zu groß wäre. Bei Reisen im Zug kann ich beispielsweise problemlos den Laptop nutzen. Das gilt erst recht für den Fall, dass ich zu Hause mal spielen will, ohne meinen PC oder eine "richtige" Konsole über den Fernseher im Wohnzimmer zu verwenden. Am ehesten würde ich mich noch per Handheld zocken sehen, falls ich mal länger an einer Bushaltestelle warten muss, oder auch während einer Busfahrt. Ich mache aber so gut wie nie Busfahrten, die länger als 20 Minuten dauern.
Ach ja, ein wichtiger Punkt kommt auch noch dazu: Die Akkulaufzeit. Handhelds sind bezogen auf ihre Leistung zwar leicht, aber beim Akku gibt es immer Kompromisse. Eine richtig gute Akkulaufzeit würde zu viel Gewicht bedeuten, und auch von den Maßen her gibt es Grenzen bei dem, was als Akku noch in ein Handheld passt. Selbst das MSI Claw 8 Ai+ mit seinen üppigen Maßen von fast 30 Zentimetern in der Breite und 12,6 Zentimetern bei der Höhe wirbt mit einer Gaming-Dauer von nur vier Stunden. Ein Gaming-Laptop ist dabei zwar auch nicht besser, aber auf dem Sofa oder im Zug nutze ich sowieso eine Steckdose. Ein Szenario, das für mich vielleicht infrage bei einem Handheld gekommen wäre, wäre das Zocken eines Rollenspiels auf im Bett - aber zum einen stört mich das Gewicht, zum anderen würde es mich nerven, wenn nach einer Handvoll Stunden Gaming bereits wieder ein Kabel her muss.
Quelle: MSI
Will ich wirklich so ein Ding (hier eine MSI Claw AI Plus) über Stunden in den Händen halten? Ich glaube eher nicht.
Handhelds bereichern die Auswahl
Ich wünsche zwar Handhelds durchaus einen Erfolg - sie bereichern den Gamingsektor. Die Nintendo Switch und Switch 2 zeigen, dass Handhelds beliebt sein können, obgleich man in diesem Fall beachten muss, dass zum einen die Spiele-Zielgruppe eine ganz andere als bei PC, Xbox und Playstation ist und zum anderen die Switch auch von Nintendo vor allem als stationäre Konsole konzipiert ist. In Familien können sich Handhelds für PC-Spiele aber durchaus etablieren. Man denke an die Streitigkeiten, wenn der eine an der Konsole spielen, der andere aber lieber eine Serie schauen will. Sind die vorhandenen Fernseher oder Monitore bereits in Beschlag genommen, kann man dank eines Handhelds trotzdem spielen, und zwar auf einem Niveau, das technisch deutlich besser als das von Handy- oder Tablet-Games ist.
Allerdings muss man es sich auch leisten können - die technisch ein klein wenig stärkeren Handheld-PC-Varianten kosten mehr als eine Xbox Series X oder Playstation 5 - und keine Angst davor haben, dass vielleicht nach Ablauf der Garantiezeit die Steuerungssticks versagen und eine teure Reparatur ansteht. Für mich persönlich bleibt es aber dabei, dass ein Handheld-Kauf in absehbarer Zeit nicht infrage kommt, da ich zu wenig passende Gelegenheiten in meinem Alltag habe. Vielleicht, aber nur vielleicht, schlage ich irgendwann einmal zu, wenn mein derzeitiger Spiele-Laptop in Rente geht. Dann reicht mir ein Office-Notebook für typische Laptopaufgaben, sodass ein Handheld anstelle eines Gaming-Notebooks möglicherweise dann doch verlockend erscheint. Ansonsten wäre mir aber lieber gewesen, wenn Microsoft eine richtige neue Xbox anstelle einer Handheld-Xbox vorgestellt hätte.

muss ich wohl verpasst haben.
Als sollte ein Umweltschützer etwas über die Vorteile von Verbrennungsmotoren schreiben.
Wieso beschränkt sich der Artikel auf aktuelle Handhelds und postuliert die höchst subjektive Sichtweise des Autors?
Handhelds gibt es 1989, seit dem Gameboy - eigentlich sogar schon davor - und Handhelds haben sich als durchaus sehr erfolgreich herausgestellt, siehe Gameboy mit über 110 Millionen oder den DS mit7 über 150 Millionen verkauften Einheiten.
Hier hätte sich eine schöne Gelegenheit geboten, mobile Gaming via Handhelds insgesamt zu betrachten, sowie Entwicklungen zu zeigen und mögliche Aussichten zu prognostizieren, anstatt recht plump auf Handhelds einzudreschen.
Schade um den Aufwand und auch schade um die Lesezeit.