Guild Wars 2 im Test: Das hat uns gefallen
Nach über fünf Jahren Entwicklungszeit wollte Guild Wars 2 ein Genre-Revoluzzer sein. Dafür hat es nicht ganz gereicht - wohl aber zu einem exzellenten Spiel und zu einer der schönsten Abschiedserklärungen an das Pay-to-Play-Modell.
Das hat uns an Guild Wars 2 gefallen:
Eine Geschichte nach Maß
Alle fünf Rassen dürfen alle acht Klassen spielen, zudem gibt es keine Dreifaltigkeitsaufteilung zwischen DPS, Tanks und Heilern mehr – sämtliche Typen können sämtliche Rollen übernehmen, die Unterschiede finden sich allein in der klassenspezifischen Spielmechanik. Wer nach ein bis zwei unterhaltsamen Stunden im entsprechend breit ausgebauten Charakter-Editor das eigentliche Abenteuer beginnt, dürfte zunächst eine der wichtigsten Guild-Wars-2-Triebfedern kennenlernen: die persönliche Geschichte. Bei dieser Storyline mit eurem Charakter im Plot-Zentrum handelt es sich um den etappenweise erzählten roten Faden, der euch bis zur Maximalstufe 80 durch die Ereignisse des Spiels geleitet und dabei trotz einiger Durchhänger durchaus emotionale Momente im Gepäck hat.
Tyria schläft nicht
Noch wichtiger ist das Quest-System: Anstelle klassischer NPC-Auftraggeber finden sich in Guild Wars 2 dynamische, lokale Ereignisse, bei denen alle Spieler in der Nähe automatisch über das Stattfinden einer Aufgabe, beispielsweise das Beschützen einer Handelskarawane, informiert werden. Ihr könnt dann an den Events teilnehmen oder sie ignorieren – wer mitmacht, wird sehr fair mit XP und verschiedenen Arten von Währung belohnt. Der Clou bei der Sache: Die Events haben ein Eigenleben! Verteidigt niemand die angesprochene Karawane, finden sich deren NPCs vielleicht kurz darauf als Gefangene in einem Zentaurenlager wieder – und ihr erhaltet die dynamische Quest zur Rettung der Kollegen. All diese Events ziehen im Lauf der Handlung in Sachen Dramatik und Einfluss auf die Spielwelt natürlich deutlich an, wodurch ein sehr intensives, kohärentes und lebendiges Gefühl von Abenteuer entsteht.
Eine Spielwelt, die sich selbst mag
Eine ähnlich dichte Atmosphäre bietet auch der friedliche Teil der Spielwelt, die akustisch, grafisch und stilistisch ein echtes Kunstwerk geworden ist: Die Städte leben und atmen, die Bewohner gehen auf charmante Art ihrem Alltag nach. Ein geduldiger Reisender könnte sich einfach nur zwei Stunden lang auf den Marktplatz stellen und drollige Asura, niemals kriegsmüde Charr-Veteranen und hoffnungsvolle Menschen bei ihren Gesprächen belauschen – es wäre gut investierte Zeit! Man hat stets den Eindruck, dass Tyria eigentlich auch ohne die Anwesenheit eines einzigen Spielers hervorragend klarkäme – gleichzeitig freut sich die herrlich gestaltete Fantasywelt aber ehrlich über jeden neuen Bewohner und schafft es hervorragend, frische Helden willkommen zu heißen. Das liegt vor allem auch daran, dass der Humor in Guild Wars 2 (vor allem in der exzellenten englischen Intonierung) nicht zu kurz kommt: "Your mom is so stupid, she thinks a golemancer is what you get when you ask a golemquestion!" Herrlich!
Actiongeladenes, aktives Kampfsystem
Stehen bleiben, Schaden fressen, alle 110 Skills im perfekten Cooldown-Rhythmus erwischen und hoffen, dass die eigenen statistischen Werte dem anvisierten Feind überlegen sind – so präsentierten sich in den letzten Jahren sehr viele MMORPG-Kampfsysteme und erinnerten damit häufig eher an ein Computerprogramm mit menschlicher Komponente als an echtes Gameplay. Guild Wars 2 geht hier einen anderen Weg: Jeder Spieler kann nur zehn Skills mit ins Feld führen, die er dafür aber durch die Wahl seiner Waffen und die eigenen Zusatzfähigkeiten stets selbst bestimmen darf. Das Ausweich-System, dank dessen man tatsächlich vor feindlichen Projektilen in Sicherheit hechten kann, entwickelt sich im Laufe des Spiels von einem interessanten Gimmick zu einem überlebenswichtigen Werkzeug. Eine geschickte Kooperation zwischen verschiedenen Klassen kann außerdem mächtige Kombinationsangriffe entfesseln, die das Schlachtfeld sowohl im PVE als auch im umfangreichen PVP deutlich prägen. Kurzum: Die actionfokussierten, rasanten Gefechte mit ihren strategischen Waffenwechseln und individuellen Skillsets machen stets so viel Spaß, dass selbst thematisch unspektakuläre Events die Teilnehmer aufgrund ihrer Mechanik zu packen verstehen! Und weil das kompetente Sidekick-System alle hochstufigen Charaktere beim Betreten einer Low-Level-Zone automatisch und inklusive aller Werte der aktuellen Zone anpasst, behalten auch sämtliche Feinde im Spiel ihre Gefahr – und damit alle Bereich Tyrias stets ihren Reiz.
Hervorragendes Handwerk
Zugegeben, das Handwerkssystem in Guild Wars 2 wirkt auf Neulinge zunächst ziemlich bedrohlich und gewaltig – doch nach den ersten zaghaften (und durch das offizielle Guild-Wars-2-Wiki unterstützten) Schritten stellt man schnell fest: Das Do-it-yourself-Basteln von Waffen, Rüstung, Speisen & Tränken, Juwelen, Taschen und Co. macht nicht nur eine Menge Spaß, es bietet Meister-Handwerkern auch die Chance, einige der mächtigsten Gegenstände des Spiels herzustellen! Da außerdem noch lukrative Erfahrungspunkte sowohl für das Einsammeln als auch das Verarbeiten von Ressourcen winken und man stets zwei Berufe gleichzeitig nebeneinander betreiben kann, nimmt man gerne Schmiedehammer, Nähnadel oder Kochlöffel in die Hand.
Echte Spiel-Kultur
Extralob verdienen auch die hervorragend etablierten virtuellen Spielkulturen. Das beinhaltet zwar auch reine NPC-Völker wie z.B. die froschartigen Hylek, die intelligenten Quaggan-Delfinmenschen oder die brandgefährlichen Krait-Schlangen mit ihrer auf Sklaverei und Brutalität aufgebauten Geschichte – im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen aber selbstredend die fünf spielbaren Rassen: Die Norn sind vielleicht etwas zu bieder geraten, was aber eben auch an ihrer stoischen Art liegt. Das Grasmenschen-Volk der Sylvari ist ein interessantes Kultur-Experiment, das aber etwas zu oft vor allem nach der nächsten Ausfahrt in Richtung Elronds Haus zu suchen scheint. Die Menschen erfreuen sich einiger der schönsten Landstriche Tyrias, zudem nimmt man ihnen das durch den schier endlosen Krieg gegen die Zentauren erlittene Leid wirklich ab. Alle Charr-Legionen kämpfen auch nach einem Vierteljahrtausend noch immer wortwörtlich mit den Geistern ihrer eigenen Vergangenheit. Und dann sind da natürlich noch die ebenso genialen wie von sich selbst überzeugten Asura: Die knuffigen kleinen Arroganzbolzen sind die heimlichen Superstars des Spiels und eine der frischesten Fantasy-Rassen der letzten paar Jahre. Allein schon beim Beobachten ihrer drolligen Laufanimationen, die stets nur einen halben Schritt von einem Gesicht-zu-Boden-Rendezvous entfernt zu sein scheinen, könnte man sich scheckig lachen!

Ich denke ein Spiel was mit soviel Beta Zeit von fast 6 Monate vorher spielbar war dürfte solche Fehler nicht haben. Ein Punkt der interessant ist, wäre der Diamanten Shop, dort gibt es Booster zu erwerben die z.B. 2 Stunden halten ( über den Tod ) diese sind aber verschwunden wenn mal wieder der Server einen rausschmeißt oder man von der Map fliegt, bzw, ein neuer Patch aufgespielt wird. Das ist reales Geld as man da für Diamanten ausgeben kann.
Fazit: Ich spiele zwar noch weil ich viele Zeit investiert habe, leider sind Freund und bekannte schon gegangen. Ich werde dann wohl der nächste sein………..
Viele typische Probleme des Genres wie gegenseitiges Loot-Geklaue, ödes Grinding oder dass die Unterteilung in DD, Heiler- und Tank-Klassen für eine erschwerte Gruppenfindung für Dungeons sorgt sind in Guild Wars 2 kreativ und spaßfördernd umgangen worden.
Ferner hat der eigene Charakter eine persönliche, vertonte Storyline, die sogar Zwischensequenzen bietet wie das sonst in MMORPGs sehr selten ist.
Daher 5/5 Sternen von mir!
dann kennst du dich sehr gut damit aus ^^