Gothic Remake: Es ist Zeit für Gameplay!

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Kolumne Carlo Siebenhüner - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 49,99 €
Gothic Remake: Es ist Zeit für Gameplay!
Quelle: pc games

Im neuesten THQ Showcase gab es einen weiteren Trailer zum Gothic Remake. Der erste Ausblick auf das alte Lager war super, aber wir wollen Gameplay sehen.

Vor ziemlich genau einem Jahr saß ich bereits hier nach dem THQ Nordic Showcase und habe mit euch über den neuen Trailer zum Gothic Remake geschwärmt. Nun gibt es einen weiteren Einblick. Ich nehme das Gezeigte mit euch auseinander und erkläre, warum das zwar toll ist, ich mir aber doch ein wenig mehr erwartet.

Die Welt reagiert

Nach dem ersten wunderschönen Ausblick auf das alte Lager im Trailer klaut Rainer erst mal dreist einen Apfel und geht dann weiter den Außenring entlang. Hier gibt es dann das eindeutige Zeichen, dass man im Remake natürlich auch schleichen und stehlen kann. Unser Rainer will sich nämlich jetzt kackendreist, mitten am Tag in eine Hütte schleichen und mal schauen, was es da so gibt, aber gut, das haben wir ja damals alle so gemacht. Dabei wird er aber erwischt und holt sich eine fette Drohung ab. Schön, dass die NPCs auf solch ein Verhalten also wieder reagieren. Allgemein passiert in der Spielwelt wirklich eine Menge, denn bereits zwei Meter weiter fliegt ein Buddler in hohem Bogen aus seiner Hütte und wird von einem Gardisten verprügelt. Hat da etwa jemand sein Schutzgeld nicht bezahlt und spürt jetzt die Konsequenzen?

Der Protagonist wird von einem anderen Buddler beim Einbruch erwischt. Quelle: THQ Nordic Unser Rainer nutzt die Gelegenheit und zieht dem Gardisten seinen Erzbeutel ab. Die Währung innerhalb der Kolonie ist nicht Gold, sondern das Erz, das abgebaut wird. Im Hintergrund übrigens ein schönes Szenario. Buddler sitzen ums Feuer und braten sich einen Scavenger und daneben kifft ein Novize aus der Bruderschaft. Auch diese Szene signalisiert gerade Serien-Veteranen sehr viel. Ja, auch im Remake gibt's wieder auf den ersten Blick unnütze Animationen, die aber viel zur Atmosphäre beitragen. Ganz am Anfang konnte man auch ein paar Leuten dabei zuhören, wie sie eine Runde schnacken. Die legendären Gesprächsfetzen sind also auch wieder mit an Bord.

Mud ist zurück

Weiter geht's zu unser aller Lieblingskoch Snaf. Der sieht ein wenig schmächtig aus. Im Original war er doch kräftiger, da könnte Alkimia Interactive also noch was drauflegen. Viel wichtiger ist aber die Person, die da weggescheucht wird. Wenn mich nicht alles täuscht, dann ist das Mud! Da freuen sich alle Starfield-Fans, dass Bethesda den Verehrer aus Oblivion wieder zurückgebracht hat, dabei waren das lange nicht die ersten Entwickler, die einen nervigen Charakter erfunden haben. Gothic machte das bereits 2001 und auch im Remake muss man also aufpassen, an wessen Hütte man vorbeiläuft, sonst hat man eine Klette am Hals.

Am Suppentopf fangen sich dann zwei Buddler an zu kloppen. Ein schönes Detail hier ist, dass man am Rande noch mitkriegt, wie ein Gardist dazwischen geht und einen der beiden umhaut. Der hat wohl auch kein Schutzgeld bezahlt. Übrigens sieht man im Hintergrund auch Thorus vor der Burg stehen und mit irgendwem quatschen. Vielleicht ist es ja der namenlose Held, der gerade erklärt bekommt, wie es hier läuft.

Richtig zur Sache geht's dann im nächsten Schnitt. Da will Rainer seinen neu gewonnenen Reichtum in der Arena auf den Kopf hauen und allein, dass das jetzt wohl geht, ist schon super. Im Original war die Arena nämlich komplett nutzlos. Man absolviert zwei Kämpfe und danach ist sie völlig egal. NPC-Kämpfe gibt es gar nicht und das, obwohl sich abends immer brav Zuschauer auf der Tribüne einfinden.

Die Arena ein Paradebeispiel für Content, der damals geplant war, dann jedoch herausgeflogen ist. Das merkt man extrem und es ist schön, dass das Remake hier ansetzt und solche Dinge angeht. Nicht nur ist die Arena sehr viel größer gestaltet, sie ist auch belebt. Da stehen Zuschauer in allen möglichen Posen und feuern die Kämpfer an. In der Arena gibt es dann einen ersten Blick auf einen Feuerwaran. Offenbar wird man also nicht nur gegen Menschen antreten. Warum der Kollege in der Arena aber in Unterhosen gegen das Vieh kämpft, leuchtet mir nicht ganz ein, schließlich ist der Feuerwaran einer der gefährlichsten Gegner im Original.

Die Arena im Remake Quelle: THQ Nordic Zum krönenden Abschluss haut nicht Rainer das Erz auf den Kopf, sondern der Gardist, dem er es abgeknöpft hat, haut Rainer auf den Kopf. Ende! Es ist erneut ein schöner Trailer mit vielen kleinen Elementen, die Atmosphäre versprühen, aber auch Spielmechaniken andeuten. Gerade in dieser Hinsicht finde ich den Trailer sogar besser als den von letztem Jahr. Trotzdem hätte ich gerne mehr gesehen.

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    • Kommentare (46)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gast1705533002 Mitglied
        Als Kenner und Liebhaber des ersten Gothic seit dessen Veröffentlichung anno 2001 sehe ich das Remake weiterhin eher skeptisch. Die letzten beiden Trailer sehen stimmungsvoll auf, aber Gothic-Atmosphäre will da beim Betrachten dennoch (noch) keine bei mir aufkommen. Gameplay-Material ist in der Tat längst überfällig...
      • Von Gast1705533002 Mitglied
        Als Kenner und Liebhaber des ersten Gothic seit dessen Veröffentlichung anno 2001 sehe ich das Remake weiterhin eher skeptisch. Die letzten beiden Trailer sehen stimmungsvoll auf, aber Gothic-Atmosphäre will da beim Betrachten dennoch (noch) keine bei mir aufkommen. Gameplay-Material ist in der Tat längst überfällig...
      • Von Roman_Reigns Hobby-Spieler/in
        Zitat von TheRattlesnake
        Warum sollte es nicht erscheinen? Ich behaupte mal dass das Gothic Remake eins der größten Projekte ist die derzeit unter Embracer in entwicklung sind. Sowas stellt man doch nach mittlerweile über 3 Jahren nicht einfach ein.
        Ist so ein Gefühl…
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von Jakkelien
        Gothic hat so viele Gameplaymechaniken, die in modernen Spielen erst wiederentdeckt wurden oder immer noch fehlen.
        Und genau das zeigt, dass nur weil etwas früher mal irgendwie war, nicht direkt veraltet oder schlecht ist. Ich denke da auch an Diablos altes Inventar-Tetris. Hat Diablo heute nicht mehr, würde man einem wohl als fortschrittlich verkaufen. Auf der anderen Seite hat man aber Path of Exile oder auch Escape from Tarkov, die unterschiedlich große Items immer noch verwenden.

        Es gibt da wohl wirklich wenig, dass man wirklich als veraltet bezeichnen könnte und etwas das man nicht mehr bringen könnte.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von Jakkelien
        und Crafting (wenn man so will) lief immer nur vereinzeltab, ohne das man Stacks verarbeiten konnte.
        Da hat es Zelda Botw/Totk vorweg genommen :D
      • Von Sardaykin80 Anfänger/in
        Zitat von Jakkelien
        .
        Gothic hat so viele Gameplaymechaniken, die in modernen Spielen erst wiederentdeckt wurden oder immer noch fehlen.

        Erst allmählich verzichten moderne Spiele auf Questmarker und Minimap. Doch Gothic setzt noch einen oben drauf und arbeitet viel mit Wegbeschreibungen. Das kenne ich von keinem aktuellen Spiel. Du setzt dich dadurch anders mit der Spielwelt auseinander, wirst dadurch ganz automatisch zum Erkunden verleitet und lernst die Welt kennen.
        Auch wenn das Kampfsystem per se maximal funktional ist, hat Gothic mit den unterschiedlichen Trainingsstufen etwas wirklich einmaliges gemacht. Zumal es sich nicht nur optisch auswirkt und du mit fortgeschrittenen Kampfhaltungen effektiver kämpfen kannst. Das habe ich nie wieder in einem Spiel gesehen.
        Gothics Open World hat klare und harte Begrenzungen. Zu starke Gegner schauen dich nur mal schief an und du fällst um und du selbst kannst sie maximal ankratzen. Das gibt es einfach nirgends. Die Progression ist fix mit deinem Fortschritt in der Hauptstory verknüpft. Die Minenkolonie öffnet sich erst nach und nach.
        Die Welt reagiert auf dich (Waffe gezogen, in Hütte reingelatscht). Das interessiert NPCs selbst heute nicht.
        Crafting erfolgt in mehreren voll animierten und nachvollziehbaren Schritten. Moderne Spiele haben oft nur eine Station und dann klickst du dich durch ein Menü. Das Remake sollte jedich auf keinen Fall den Fehler wiederholen, dass du jedes Item einzeln verarbeiten musst
        Gothic hat ein Fraktionssystem das Quests abändert, vor dir verschließt, neue hinzufügt und einen riesigen Einfluss auf deine Ausrüstung und möglichen Fertigkeiten hat. Wo ist das in modernen Spielen abgeblieben?

        Ich denke an der Stelle setze ich einen Cut.
        Und alle diese Systeme wurden seit 2001 nicht nennenswert weiterentwickelt ;)
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