Gothic Remake: Ein Blick auf den neuen Trailer und der Wunsch nach Gameplay
Im neuesten THQ Showcase gab es einen weiteren Trailer zum Gothic Remake. Diesmal war das alte Lager in voller Pracht zu sehen. Der erste Ausblick in das Lagerleben war super, aber so langsam würde ich mir endlich mehr wünschen.
Kinder, wie die Zeit vergeht! Vor ziemlich genau einem Jahr saß ich auch schon hier nach dem THQ Nordic Showcase und habe mit euch über den neuen Trailer zum Gothic Remake geschwärmt. Damals zeigte man einen kleinen Rundflug durch die alte Mine. Der hatte mich damals kalt erwischt, denn nach dem furchtbaren Playable Teaser und ein paar warmen Versprechen, dass man viel näher ans Original will, hatte man jahrelang nichts mehr dazu gesehen.
Der Minen-Trailer kam da wie gerufen und machte klar, dass man die Kritik wirklich gehört hat. Die Entwickler bewegen sich nun sehr viel näher am Original und das konnte man sehen. Man versteckte schöne Details zuhauf darin, denn das war eben kein Trailer für die Masse, sondern ein Trailer für die Fans. Das fand ich damals genau richtig! Falls ihr euch noch mal den direkten Vergleich zum Original anschauen wollt, dann checkt einfach noch mal den Artikel von letztem Jahr. Jetzt, ein Jahr später, sitze ich wieder hier, denn es fand ein weiterer THQ Nordic Showcase statt und es gab einen neuen Trailer für das Gothic Remake (jetzt kaufen 254,99 € / 49,99 € )! Auch der ist cool, doch ein wenig frage ich mich, ob das jetzt alles war.
Das (neue) alte Lager
Versteht mich nicht falsch, der Trailer beherbergt einige tolle Details, die mich wirklich freuen. So ganz euphorisch wie letztes Jahr gehe ich diesmal aber nicht raus, was nicht unbedingt am Trailer allein liegt. Doch gehen wir erst mal durch, was es zu sehen gibt. Zum Einstieg sehen wir ein Skelett im Käfig abhängen, das von einer Krähe bearbeitet wird. Die Kamera dreht nach unten und wir sehen: Das ist der Eingang vom alten Lager!
Pausiert man an dieser Stelle, kann man einen kleinen Blick vor das Lager werfen. Dort erkennt man, dass der Weg zum Eingang nach rechts abbiegt. Im Original führte er noch mit einem leichten Linksdrall weg. Möglicherweise geht man die Wege durch die Kolonie also etwas verschlungener an. Im Trailer geht es weiter zum Hauptcharakter. Der Kollege ist nicht der namenlose Held, sondern irgendein Typ. Ich nenne ihn der Einfachheit halber jetzt mal Rainer.
Rainer ist ziemlich abgebrannt. Also macht er sich auf ins Lager und gibt mit dem Blick auf die Burg und den Vorplatz den ersten Schauwert des Trailers. Mir als Fan geht da das Herz auf. Die Gestaltung der Burg orientiert sich sehr nah am Original, ist nur um ein Vielfaches detaillierter. Dem Gemäuer sieht man sein Alter jetzt viel stärker an. Überall wuchert Grünzeug, stellenweise fehlen ein paar Steine, die Fahnen am Eingang sehen wertig aus. Ich finde das wirklich hervorragend gestaltet.
Quelle: pcgames
Den Vorplatz erkennt man ebenfalls auf Anhieb. Neben dem Lattenzaun hat sich jetzt noch eine kleine Steinmauer eingefunden, die den Absatz zum Teich etwas mehr definiert. Die Bühne ist ein Stück zur Seite gerückt und man sieht, dass eine Feuershow abgezogen wird. Schauen wir mal, ob wir im fertigen Spiel In Extremo sehen werden oder einen anderen Auftritt. Allgemein hat man dem Lager mehr Fläche zum Atmen gegeben, was ich auch wichtig finde.
Wer hinhört, erkennt sofort den legendären Soundtrack des alten Lagers! Vor einem Jahr hatte ich noch den Wunsch geäußert, ob man nicht vielleicht ein paar alte Hasen von damals anfragen könnte. Kurz darauf enthüllte man, dass Kai Rosenkranz wieder mit an Bord ist. Der Mann hat den Soundtrack von Gothic 1 bis 3 komponiert. Das macht er jetzt auch fürs Remake und ganz ehrlich könnte mich das nicht glücklicher machen. Die Soundtracks der Gothic-Serie gehören für mich bis heute zum Besten, was es gibt.

Es gibt da wohl wirklich wenig, dass man wirklich als veraltet bezeichnen könnte und etwas das man nicht mehr bringen könnte.
Gothic hat so viele Gameplaymechaniken, die in modernen Spielen erst wiederentdeckt wurden oder immer noch fehlen.
Erst allmählich verzichten moderne Spiele auf Questmarker und Minimap. Doch Gothic setzt noch einen oben drauf und arbeitet viel mit Wegbeschreibungen. Das kenne ich von keinem aktuellen Spiel. Du setzt dich dadurch anders mit der Spielwelt auseinander, wirst dadurch ganz automatisch zum Erkunden verleitet und lernst die Welt kennen.
Auch wenn das Kampfsystem per se maximal funktional ist, hat Gothic mit den unterschiedlichen Trainingsstufen etwas wirklich einmaliges gemacht. Zumal es sich nicht nur optisch auswirkt und du mit fortgeschrittenen Kampfhaltungen effektiver kämpfen kannst. Das habe ich nie wieder in einem Spiel gesehen.
Gothics Open World hat klare und harte Begrenzungen. Zu starke Gegner schauen dich nur mal schief an und du fällst um und du selbst kannst sie maximal ankratzen. Das gibt es einfach nirgends. Die Progression ist fix mit deinem Fortschritt in der Hauptstory verknüpft. Die Minenkolonie öffnet sich erst nach und nach.
Die Welt reagiert auf dich (Waffe gezogen, in Hütte reingelatscht). Das interessiert NPCs selbst heute nicht.
Crafting erfolgt in mehreren voll animierten und nachvollziehbaren Schritten. Moderne Spiele haben oft nur eine Station und dann klickst du dich durch ein Menü. Das Remake sollte jedich auf keinen Fall den Fehler wiederholen, dass du jedes Item einzeln verarbeiten musst
Gothic hat ein Fraktionssystem das Quests abändert, vor dir verschließt, neue hinzufügt und einen riesigen Einfluss auf deine Ausrüstung und möglichen Fertigkeiten hat. Wo ist das in modernen Spielen abgeblieben?
Ich denke an der Stelle setze ich einen Cut.