Zu Besuch bei Gog.com - Interview mit Marcin Iwiński
Gute und alte Spiele zu fairen Preisen? Wir haben die polnischen DRM-Abstinenzler kurz vor ihrem Deutschlandstart besucht. Wir sprachen in diesem Zusammenhang auch mit Marcin Iwiński. Der Mitgründer von CD Projekt Red verrät unter anderem, warum Gog.com nun auch in Deutschland startet.
CD Projekt gibt es nun seit mehr als 20 Jahren. Was waren die größten Veränderungen die ihr in der Industrie miterlebt habt?
Marcin Iwiński: Da muss ich etwas weiter ausholen. Wir waren einer der ersten Entwickler in Polen. Angefangen haben wir mit dem Vertrieb von Videospielen. Ich hatte Kontakte in den USA und wir haben angefangen Spiele auf CD-ROM zu importieren. Ich war wahrscheinlich einer der ersten in Polen, der ein CD-ROM-Laufwerk besaß. Wir alle interessierten uns für Spiele und wollten die neuen Titel spielen. Wir haben aber auch eine Geschäftsmöglichkeit erkannt.
Quelle: PC Games
Marcin Iwiński ist Co-Founder von CD Projekt Red. Wir sprachen mit ihm über die Vorteile von Gog.com gegenüber der Konkurrenz, über DRM und die Zukunft mit Windows 10.
Ich habe gleich zu Beginn meiner Tätigkeit einen Wandel miterlebt, als sich die CD-Rom durchsetzte. Seitdem haben sich die Datenträger, auf denen Spiele ausgeliefert werden, nicht mehr so stark verändert. DVDs und Blu-Rays sind ja nur Abwandlungen von CDs. Das Aufkommen der Download-Portale in den letzten Jahren kommt dieser Entwickelung am nächsten. Für mich waren die Entwicklung von der Diskette zur CD und dann das Aufgekommen des digitalen Vertriebes große Evolutionsschritte.
Unter den Download-Plattformen herrscht ein großer Konkurrenzkampf - es gib Steam, Origin, Uplay. Wie hebt ihr euch mit eurer Plattform GOG von der Konkurrenz ab?
Marcin Iwiński: Unsere Idee war es, Spielern - und damit auch uns - eine Plattform zu bieten, mit der sie wirklich in den Besitz der gekauften Spiele gelangen. Kein DRM, kein Kopierschutz, keine zusätzlichen Bedingungen - das war der Kern unserer Herangehensweise.
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Anfangs haben wir uns vor allem auf alte Spiele konzentriert. Damals nannten wir uns noch Good Old Games. Auch wenn wir den Namen inzwischen verworfen haben, erinnern sich noch viele daran. Unser Spiele-Angebot besteht heute noch aus vielen Klassikern. Zu Zeiten von Good Old Games waren nicht so viele alte Spiele auf Download-Plattformen vertreten. Wir mussten sicherstellen, dass die alten Titel auch funktionieren. Beispielweise haben wir uns an die Entwickler von Descent: Free Space - The Great War gewandt, um eine Version des Titels zu spielen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Spiele, die für alte Windows-Versionen programmiert wurden, auf neueren Versionen nicht einmal starten.
Ich denke, wir zeichnen uns durch eine besondere Herangehensweise aus. Die Spiele sind ohne Kopierschutz erhältlich und wir versprechen, dass sie funktionieren. Bei der Vielzahl an Hardware-Konfigurationen kann es natürlich vorkommen, dass etwas überhaupt nicht funktioniert. Käufer erhalten dann ihr Geld zurück oder können es gegen ein anderes Spiel tauschen.
Mit GOG Galaxy veröffentlichen wir einen Client [á la Steam, Anm. d. Red.], der Spielern das Leben erleichtern soll. Wir sind jedoch nicht vollends von Clients überzeugt. Deshalb wird GOG Galaxy optional sein. Kurzum: Es geht uns bei GOG um Entscheidungsfreiheit und Sicherheit.
Euer Fokus scheint stark auf den Spielern zu liegen. Wie sieht es mit den Entwicklern aus - wie nehmen sie GOG wahr? Schließlich fällt es ohne Kopierschutz leichter, die Spiele illegal weiterzugeben.
Marcin Iwiński: Genau dieses Argument wird von Publishern häufig vorgebracht. Aber warum sollte jemand ein Spiel bei GOG kaufen und es dann illegal vertreiben? Ist es da nicht leichter, gleich eine Torrent-Seite zu besuchen und das Spiel kostenlos herunterzuladen? Ich bin der Meinung, dass DRM nicht funktioniert. Schon am Release-Tag sind Cracks für Spiele erhältlich.
Ein gutes Beispiel ist The Witcher 2: Assassins Of Kings. Im Falle der Box-Version waren wir vertraglich dazu verpflichtet, einen Kopierschutz zu integrieren. Der digitale Vertrieb war unsere Sache. Wir haben das Spiel auf GOG ohne Kopierschutz veröffentlicht. Welche Version wurde letztendlich zum illegalen Download angeboten? Die Box-Version mit Crack. Dabei hätten sie einfach die GOG-Version bereitstellen können. Zugegeben, es war ein spezieller Fall, aber er verdeutlicht, dass jedes Spiel irgendwann illegal im Netz auftaucht. Wir wollen diejenigen ansprechen, die Spiele ohne Kopierschutz kaufen wollen und ihnen eine gute Spielerfahrung ermöglichen.
Eine weitere Erfahrung, die wir mit The Witcher 2: Assassins Of Kings gemacht haben: DRM ist auch eine technische Hürde. Das Spiel läuft nicht mehr so flüssig. Der Kopierschutz ummantelt quasi die exe-Datei. Deshalb lief The Witcher 2: Assassins Of Kings fast 30 Prozent langsamer mit DRM.
Im Allgemeinen war es für uns vor allem am Anfang schwer, Publisher von unserem Konzept zu überzeugen. Zum Glück hatten wir schon Erfahrungen im Vertrieb von Spielen vorzuweisen. Viele Publisher haben sich unsere Plattform angesehen und gesagt: "Wir warten ab, wer sonst Spiele über eure Plattform verkauft. Dann steigen wir ein." Interplay und Codemasters waren die ersten, die eingestiegen sind. Ubisoft folgte und so wurden es immer mehr. So hat sich das bis heute entwickelt. Vor kurzem haben wir angefangen Titel von Paradox und Warner Bros. zu vertreiben. Große Unternehmen sind immer etwas langsamer, aber auch ihnen dürfte klar geworden sein, dass die aktuellen DRM-Modelle keinem wirklich etwas bringen.
Kommen wir zur deutschen GOG-Plattform: Viele deutsche Spieler nutzen schon GOG. Warum habt ihr euch dazu entschlossen eine deutsche Plattform zu starten?
Marcin Iwiński: Ich denke, viele Menschen haben einen falschen Eindruck von Globalisierung. Sie sind der Meinung, globalisierte Menschen zu sein, weil sie alles auf Englisch konsumieren. Wenn wir als Entwickler von diesem Standpunkt ausgehen, könnten wir sagen: "The Witcher ist ein globaler Titel, darum ist das Spiel nur auf Englisch erhältlich." Es gibt sicherlich Spieler, denen das nichts ausmachen würde. Es gibt aber auch Leute, die nicht so gut Englisch sprechen und deshalb Medien lieber in ihrer Muttersprache konsumieren.
Ich denke es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Einkaufserlebnis und der Spielerfahrung. Menschen fühlen sich wohler, wenn sie beim Einkaufen in ihrer Muttersprachen reden können, oder der Kunden-Service sie auf Anhieb versteht. Darum kommen wir nach Deutschland.
Wir haben schon jetzt viele Fans dort. Diejenigen sprechen relativ gut Englisch und trauen sich zu, eine Transaktion über eine englische Spiele-Plattform zu tätigen. Wir würden so aber nie eine breite Masse in Deutschland ansprechen.
Die Webseite zu übersetzen und der deutsche Kunden-Service sind nicht die einzigen Dinge, die wir machen. Mehr als ein Drittel der Spiele, die wir auf GOG anbieten, besitzen eine deutsche Übersetzung - 350 Titel auf Deutsch stehen zur Wahl. In Zukunft wollen wir noch mehr Spiele auf Deutsch hinzufügen.
Um auf die alten Klassiker zu sprechen zu kommen. Ihr veröffentlicht die Spiele nicht nur, ihr überprüft, ob alles funktioniert und passt die Titel bei Bedarf an. Wie lange dauert es normalerweise, bis ihr ein Spiel auf GOG anbietet?
Marcin Iwiński: Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Wenn es schnell geht, dann dauert es vielleicht ein paar Tage oder eine Woche. Wenn wir fertig sind, spielen wir den Titel mehrmals durch. Das dauert natürlich seine Zeit. Für ein umfangreiches Rollenspiel brauchen wir mehrere Wochen.
Dann gibt es Fälle, wo das Spiel einfach nicht funktioniert. Es gab mal ein Spiel, da hat es sechs Monate gedauert. Das war die längste Zeit, die wir an einen Titel gearbeitet haben. Das Problem bei diesen Spielen ist, dass sie für ein altes Betriebssystem programmiert wurden. Windows 3.1 und Windows ME sorgen bei uns für Albträume. Diese Spiele auf Windows 8 zu portieren kann für viele Probleme sorgen.
Lohnt es sich überhaupt, sechs Monate an einem alten Titel zu arbeiten?
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Marcin Iwiński: Ja, auf jeden Fall. Es ist zwar nur ein Spiel, unter Umständen komplettiert es aber die Sammlung eines Spielers, oder es ist Teil einer Serie. Wir wollen Spielern ein größtmögliches Angebot bieten und ihnen keine Spiele vorenthalten. Auch wenn das Bedeutet, dass wir mit dem einen oder anderen speziellen Titel keinen Gewinn machen werden. Wenn wir die Möglichkeit haben, uns die Rechte zu einem Spiel zu sichern, dann machen wir das.
Die meisten Spiele sind für aktuelle Windows-Versionen wie Windows 7 optimiert. Bald erscheint Windows 10 was erwartet euch da?
Marcin Iwiński: Ich weiß noch nicht genug über die System-Architektur. Wir sind mit Windows 8 gut klar gekommen. Darum denke ich nicht, dass wir Probleme haben werden. Es kann sein, dass es ein paar Sonderfälle gibt, aber dafür sind wir ja da.

Wie du darüber denkst spielt eigentlich keine große Rolle. Wichtig sind die AGBs die man zustimmt.
Wieder ist hier deine Meinung unwichtig :P
Klingt böse ist aber so. Es gab mal ne Zeit da habe ich über diese Nutzungsrechte auch lange überlegt aber ich habe mich damit schon längst abgefunden und konsumiere einfach nur alles was ich möchte.
Wenn es eine Änderung geben wird dann wirds eben eine geben - mir wayne. Ich habe nie das Gefühl gehabt dass mir die Spiele jederzeit weggenommen werden könnten etc.
Bei Cloudgaming & Always Online sind mir meine Rechte wiederrum nicht mehr egal weil dort die Gefahr viel extremer. Auch bei den ersten Origin-Spionage Skandalen und den entsprechenden AGB Klauseln
habe ich diese Platform nicht mal mit dem A*sch angeschaut. Uplay hats ebenfalls mit Always Online versucht und da sind mir meine Rechte nicht egal gewesen weil es einfach bei solchen dubiosen Methoden einfach 0 Mehrwert gibt.
Bei Accounts erkenne ich hier und da gewisse Vorteile sowas zu akzeptieren aber nicht bei den Dingen die EA und Ubisoft aufzwingen wollten.
Somit wären 2 Spiele im Umlauf obwohl nur eins davon existieren dürfte. Lieber gehen die Publisher auf eine Nummer sicher und sperren diese Möglichkeit als ein Risiko einzugehen dass jemand seine Spiele dupliziert.
Ein Hersteller wird dir nie den Zugang zu deinem Account verwehren wenn du dich an die Regeln hälst. Und wenn man damit nicht einverstanden ist dann spielt man einfach nicht mit und finanziert diese Branche nicht
mit seinem Geld. Du aber scheinst trotzdem alles kaufen / spielen zu wollen und gleichzeitig aber trotzdem alles in Frage zu stellen. Klar kannst du das so machen aber erreichen wirst du damit nix.
Wenn ich mit etwas nicht klarkomme dann höre ich damit auf. Wenn du Steam & Co. benutzt dann weißt du aber schon dass du weiterhin alles unterstützt oder?
Warten wir mal ab in welche Richtung sich GoG entwickeln wird.
Jede gute Alternative ist natürlich erwünscht
Dass man ohne einen "Zwang" es machen könnte steht außer Frage. Nur wäre das eigentlich illegal und würde gegen die Nutzungsrechte verstoßen.
Wer sagt denn dass du nicht vll eine sicherheitskopie erstellt hast und dannach erst das Spiel verkaufst? Somit wäre sogar ein Duplikat von dieser Software unterwegs und das würde nicht mehr unter einer Sicherheitskopie fallen.
Und wenn der Anbieter mir nicht vertraut, dass ich keine illegalen Kopien erstelle, warum sollte ich ihm dann trauen, dass er mir nicht den Zugang zu meinem Account verwährt, mit meinen Daten gewissenhaft umgeht usw.?
GoG vertraut mir, deshalb vertraue ich auch ihnen und deshalb kaufe ich dort ein.
Das digitale Zeitalter bringt nunmal neue Modelle mit sich und das lässt sich eben früher oder später nicht vermeiden.
Aber wer hat diese Modelle & Co. schön eingeführt und wer hat diese Modelle unterstützt? Valve hat es mit Steam aufjedenfall nicht getan.
In dieser Hinsicht ist der Konsolenmarkt nicht viel anders mit seinen DLCs.
Nicht Steam verlangt es sondern die Publisher die diesen Preis angesetzt haben.
Klar gibts auch einige Beispiele da kann ich selber nur noch mit dem Kopf schütteln wie z.b. Vampire Bloodlines. Bei solchen Spielen wartet man halt auf große Sales und schlägt für unter 5€ zu.
Auch Klassiker sind viel Geld wert.. Nur weil sie alt sind heißt es nicht automatisch dass sie nix mehr kosten dürfen.
Beide Märkte sind wichtig aber der digitale hat nunmal einige große Vorteile gegenüber dem langsamen Retailmarkt.
Ich glaube nicht, aber ehrlich gesagt weiß ich es nicht sicher. Mangels Interesse habe ich mich noch nie genauer informiert. Fest steht: wenn ich es wollte, könnte mich niemand daran hindern und das reicht mir.
Dass man ohne einen "Zwang" es machen könnte steht außer Frage. Nur wäre das eigentlich illegal und würde gegen die Nutzungsrechte verstoßen.
Wer sagt denn dass du nicht vll eine sicherheitskopie erstellt hast und dannach erst das Spiel verkaufst? Somit wäre sogar ein Duplikat von dieser Software unterwegs und das würde nicht mehr unter einer Sicherheitskopie fallen.
erfolg hat und nicht nur einige wenige ausgewählte.
"Die Möglichkeit des Weiterverkaufs ist dabei aber nur einer, und nicht mal der entscheidende Aspekt. Viel wichtiger ist im selben Zusammenhang, dass ich bei der fortgesetzten Nutzung des erworbenen Spiels nicht vom guten Willen und der Erreichbarkeit des Verkäufers abhängig sein möchte. Ich habe nichts dagegen, wenn er Server u.ä. für Mehrspielerpartien optional anbietet und diese nutze ich i.d.R. auch gerne, aber ich möchte nicht darauf angewiesen sein."
Das ist genau das, worum es geht. Gerade eben - und zwar durch reinen Zufall und nicht nach gezielter Suche - erst gelesen:
Steam-Gifts - Länderabhängige Aktivierungseinschränkungen - News - GameStar.de
http://www.golem.de/news/...
"... Eines von mehreren weiteren Problemen durch die neuen Regelungen ist, dass es Kunden von Steam bei Reisen in ein anderes Land passieren kann, dass sie ohne VPN unter Umständen während des Aufenthalts nicht auf ihre eigenen Spiele in ihrer Bibliothek zugreifen können. Es gibt Hinweise darauf, dass die neuen Regeln rückwirkend für alle seit Dezember 2014 gekauften Geschenke gelten. ..."
Und lästige Kleinigkeiten wie Kommunikation und Transparenz hat man bei Valve/Steam ja sowieso noch nie für irgendwie wichtig gehalten:
"... Wie genau die neuen Regeln gestaltet sind, ist derzeit nicht klar. Die Änderungen sind vor allem durch Berichte über Probleme auf Reddit.com herausgekommen. Valve hat sich bislang nur auf seiner Supportseite geäußert, aber dabei Unklarheiten gelassen - obwohl das Unternehmen erst vor ein paar Tagen angekündigt hatte, künftig offener und klarer mit der Community zu kommunizieren. ..."
Letztlich kann man bei Steam jederzeit ganz nach Belieben schalten und walten und muss dabei Maßnahmen jeglicher Art auch weder ankündigen oder begründen oder rechtfertigen noch bestätigen oder dementieren, wobei sich Änderungen der Geschäftspolitik oder der AGBs ja nicht nur auf zukünftige Spiele beziehen, sondern schlimmstenfalls auch auf all die, die Du schon seit Jahren in Deiner Bibliothek hast (wie zuletzt das Entfernen von Songs aus einem GTA-Titel per Patch, selbst bei vor etlichen Jahren gekauften Exemplaren). Die obigen Links sind ja nur ein aktuelles Beispiel für Gängelungen und Verkomplizierungen aller Art, die man mit Steam zwangsweise in Kauf nehmen muss. Wem all das egal ist, nur weil Steam einerseits von Valve und Valve nun mal grundsätzlich toll ist und weil einem andererseits ständig mit der SALE-Karotte vor der Nase herumgewedelt wird, der kann das ja gerne tun, sollte aber andere nicht durch ein kollektives "WIR" zwangsvereinnahmen.
ICH würde im Gegenzug auf jeglichen DRM-Verzicht (auch dann, wenn der Weiterverkauf, d.h. die Übertragung auf einen anderen Account, weiterhin nicht möglich sein sollte) auch sofort auf jegliche Sales verzichten und mich mit den ganz normalen Preissenkungen begnügen, wie sie früher üblich waren. ANDERE wären dazu vielleicht nicht bereit, aber ein WIR gibt es in diesem Zusammenhang nicht.