Floodland im Test: Gesetzgebung & Worldbuilding
Nach der Klimakatastrophe ist vor dem Wiederaufbau: Wir haben uns mit dem PC Survival-Strategiespiel Floodland zum Anführer der Menschheit erkoren.
Diese Ansichten werden dann wichtig, wenn es darum geht, allgemein gültige Gesetze für unsere Zivilisation festzulegen. Die Spannungen zwischen verschiedenen Clans zu entschärfen und gleichzeitig sinnvolle Richtlinien zu beschließen, selbst, wenn diese nicht immer gut ankommen, ist ein Kernaspekt von Floodland und definitiv die stärkste Idee im Spiel. Der Gedanke, dass im Untergang der Menschheit die Chance für einen Neustart liegt, ist verheißungsvoll und bietet theoretisch die perfekte Grundlage für ein kreatives, vielleicht sogar soziologisch interessantes Videospiel. Das möchten die Entwickler mit Floodland wohl auch abliefern, die Möglichkeiten zur Gestaltung unserer perfekten Gesellschaft sind dann aber doch recht oberflächlich - und ergeben teilweise auch überhaupt keinen Sinn.
Worldbuilding ohne innere Logik
"Gesetze" ist hier ohnehin ein recht weit gefächerter Begriff. Immerhin reichen die Eingriffe von der Errichtung eines Fitnessstudios über die Zensur der Presse bis hin zur Einführung der Monarchie. Jeder Beschluss bringt Boni und manchmal auch Mali mit sich und manche Gesetze sind miteinander unvereinbar. So weit, so verständlich.
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Die genauen Zusammenhänge zwischen den Gesetzen sind dann aber weniger nachvollziehbar. Warum wir zum Beispiel im Freizeit-Sektor erst den Pranger wiedereinführen müssen, nur um Fitnessstudios zu entwickeln, erschließt sich uns nicht wirklich.
Auch, dass die Eröffnung von Kneipen für den Alkoholkonsum im direkten Gegensatz mit öffentlichen Leseräumen steht, halten wir für recht weit hergeholt. Stephen King schrieb immerhin sogar ein paar seiner bekanntesten Werke völlig zugedröhnt.
Ein generelles Fleischverbot auszusprechen, mag vor dem Hintergrund von Massentierhaltung und Futteranbau sinnvoll erscheinen, da es in Floodland allerdings gar keine Möglichkeit zur Tierzucht gibt, bezieht sich dieses Dekret nur auf den Fischfang und das Sammeln von Muscheln. Insekten dürfen wir allerdings fröhlich weiter mampfen. Wo kämen wir da hin, wenn uns diese Grünen auch noch die Würmer verbieten würden?
Quelle: PC Games
Floodland im Test: Hurra, die Welt geht unter (6)
Dass viele dieser Gesetze ein wenig albern wirken, vor allem im Kontext einer post-apokalyptischen Gesellschaft, können wir noch ganz gut akzeptieren. Möglicherweise waren diese Themen dem Entwicklerteam einfach besonders wichtig.
Wenn dafür aber komplett sämtliche innere Logik aus dem Fenster geworfen wird, lässt das die Spielwelt unglaubwürdig wirken. Dafür gibt es leider auch ein paar Beispiele: So können wir etwa gleichgeschlechtlichen Paaren das Heiraten erlauben, obwohl es dafür doch in der Post-Apokalypse überhaupt gar kein Verbot geben sollte. Geschweige denn ein Organ, das Eheschließungen durchführt.

Aber da ist wohl einfach vieles nicht zu Ende gedacht worden, oder es gingen die Zeit und Mittel aus es entsprechend zu polieren.
Hab auch nen lets play gesehen, mit zunehmender Spieldauer scheint das Spiel aus allen nähten zu platzen und nichts ist mehr zu zu managen, alles ist extrem unübersichtlich nach einer Weile und beim lets play kam dann auch schnell das Gefühl auf das alles eher nervig als motivierend oder spaßig wurde. Das darf einem Videospiel aber nicht passieren.
Der technische Zustand der auch in dem von mir geschauten lets play mehr als nur ab und zu zum tragen kam, rechtfertig den Preis von 30 euro so auch nicht.
Wenn man ehrlich ist hätte das Spiel so nicht erscheinen dürfen. Wobei das ja mittlerweile der neue Standard ist.