Fallout 76 und RDO: Warum geben Entwickler Spielern nicht, was sie wollen?
Fallout 76 und Red Dead Online haben es schwer. Dabei könnten sie einfacher haben, wenn die Entwickler den Spielern nur das geben würden, was sie wollen. Nämlich die Freiheit, zu entscheiden, ob und mit wem sie zusammenspielen möchten.
Betrachtet man es nüchtern, dann hat sich Fallout 76 seit seiner Veröffentlichung im November 2018 stark verbessert. Wer sich auf den Titel einlässt, der kann inzwischen durchaus viel Spaß haben. Red Dead Online wäre ebenfalls ein Spiel, das Freude verbreitet, wären da nicht noch ein paar Probleme - darunter das offene PvP und die Serverstruktur. Doch beide Titel stehen sich selbst im Weg, weil die Entwickler nicht auf das eingehen, was die Spieler möchten.
Spiele brauchen mehr Optionen, wie sie sich spielen lassen
Fallout 76 (jetzt kaufen / 35,99 € ) ist im Grunde ein recht klassischer Teil der Endzeit-RPG-Reihe und bietet seit dem Wastelanders-Update auch NPCs und spannende Quests. Aber warum ist es nicht möglich, diese alleine erleben zu dürfen? Warum können Spieler nicht in einem Offline-Modus spielen und Appalachia so erkunden, wie sie es möchten - und zwar ohne, ständig auf andere Spieler treffen zu müssen? Und warum ist es nicht möglich, nur mit ausgewählten Freunden zu spielen? Das war es doch, was Fans von The Elder Scrolls und Fallout schon seit Jahren fordern. Einfach eine Koop-Möglichkeit in den Rollenspielen zu haben.
Dasselbe gilt für Red Dead Online. Dass Spieler nun bei Serverproblemen in eine Solo-Lobby kommen und dort alleine unterwegs sind, hat für Begeisterung in der Community gesorgt. Das zeigt doch, was die Spieler wollen. Sie möchten einfach die Möglichkeit haben, auch mal alleine zu spielen oder einfach nur mit ein paar ausgewählten Freunden unterwegs zu sein. Die Spiele sollen doch möglichst vielen Personen Spaß machen, doch genau das, was diese wollen, bekommen sie dann nicht. Spiele leben doch von Optionen und eine Wahlmöglichkeit zwischen einem offenen Online-Modus, Koop mit Freunden oder Offline würde Fallout 76 und Red Dead Online sicher für eine viel größere Spielerschaft öffnen.
Manche Titel, wie beispielsweise Conan Exiles ermöglichen das und erfreuen die Fans damit, warum ist das nicht bei mehr Spielen möglich? Vielleicht sollten Entwickler langsam wegkommen von festgefahrenen, fixen Ideen, wie Spieler ihrer Ansicht nach etwas zu erleben haben und mehr darauf eingehen, was die Kunden überhaupt wollen.

Dabei ist die Zeit der großen PvP-Spiele vorbei. Man hat längst gesehen, dass Spieler zwar gerne gemeinsam, oder parallel miteinander spielen, aber eben nicht im offenen Feld gegeneinander.
Mir macht mein isoliertes Leben in F76 so auch genug Spaß.
Und bevor jetzt die ersten Leute rufen "waaaas? Bist Du deppert 15€/Monat für den Mist zu zahlen".
Mir macht es halt Spaß, ich bekomme für mich persönlich ausreichend Gegenwert, auch wenn vieles davon eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Andere Spiele setzen auf Lootboxen und andere Bezahlinhalte. Bei Fallout 76 erinnere ich mich an Ärger wegen völlig überteuerter kosmetischer Items, die auch noch schlecht aussahen. Aber wie kamen sie überhaupt auf das Konzept? Vielleicht weil bei Fallout 3/New Vegas/4 die Fans alles selbst gemoddet haben und so keiner 3 Euro für eine Basecap bezahlt hätte? Daher musste natürlich ein ganz neues Spiel ran, um auf den Microtransaktionszug aufzuspringen.
Zum Thema Charakterdesign [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]:
"Bei der Überschrift hatte ich eher an sowas wie Charakterdesign gedacht. Die amerikanischen Entwickler bauen scheinbar nur noch hässliche Frauen in Spiele ein, damit Männer die Figuren auch ja nicht attraktiv finden. Dabei zeigen Ikonen wie die frühere Lara Croft, die dann ja auch teils von Models verkörpert wurde, was die Spieler anspricht."
Ich denke das ist nur bedingt der Fall. Einerseits setzen ja gerade Titel mit Mikrotranaktionen wie Fortnite durchaus auf Reize und andere dann wieder kaum. Interessanter Weise haben, zumindest nach meinen Erfahrungen, zuletzt gerade die inhaltslastigeren Spieleentwicklungen aus den USA, aber auch zu Teilen andere Hersteller vermehrt in diese Richtung bewegt, obwohl es sich ja gerade auszahlen könnte "sexualisierendere" Kleidungen per Mikrotransaktion anzubieten, z.B. bei Assassins Creed. Scheint aber gerade unethisch zu sein...dann lieber Geld von Kindern durch glücksspielähnliche Mechanismen ala 2K. Man könnte fast meinen, das wäre das Spiegelbild der US-Gesellschaft: Themen wie Rassismus und Gendergerechtigkeit beherrschen die politische Debatte, aber das Thema Gerechtigkeit bei der Vermögensverteilung ist nicht so präsent.
Übrigens insbesondere auch die weiblichen. Ich kenne keine Frau, die gerne einen hässlichen Charakter spielt. Die meisten Zockerinnen die ich kenne verbringen Stunden im Charaktereditor und legen viel Wert auf das Aussehen der getragenen Rüstung. Es hat seinen Grund, warum Spiele wie Sims gerade bei Frauen populär sind, und da gibt es Millionen DLCs mit Klamotten, Frisuren und Makeup.
Ein Bleeding Edge ist meiner Ansicht nach nicht nur wegen dem 08/15 kopieren eines erfolgreiches Spielkonzepts sang und klanglos untergegangen sondern vor allem auch wegen dem Charakterdesign aus dem Horrorhaus.
Was meine persönliche Meinung angeht, ich kaufe Spiele möglichst nur komplett, halt irgendwann als GotY oder Ultimate Edition und meist dann sogar erst im ersten Sale von dieser und habe dann in der Regel halt die wichtigsten, schönsten und besten Rüstungen und Waffen dabei. Und ja, ich lege auch sehr viel Wert auf das Aussehen meiner Spielfigur.