Alles auf null: Warum FIFA den jährlichen Neustart braucht

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Kolumne David Benke - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Alles auf null: Warum FIFA den jährlichen Neustart braucht
Quelle: EA

Der jährliche Release von Electronic Arts' Fußball-Simulationen wie FIFA und EA Sports FC steht schon seit Längerem in der Kritik. Dabei gibt es einen guten Grund dafür.

Jährlich erscheinende Sportspiele haben es oft nicht leicht bei ihrer Spielerschaft. Egal, ob F1, Madden, NHL oder NBA: Überall wird gemeckert, dass man doch eigentlich nur einen Neuaufguss des Vorgängers bekommt, oder gleich des Vor-Vor-Vor-Vorgängers. Alles fühlt sich irgendwie gleich an, sieht irgendwie gleich aus. Neue Features, die mal etwas frischen Wind reinbringen könnten, für die es sich vielleicht auch mal lohnen würde, bis zu 80 Euro auf den Tisch zu legen, sind Mangelware. Stattdessen entsteht oft der Eindruck, dass der größte Unterschied im Vergleich zum Vorjahr in den aktualisierten Kadern und Trikots liegt. Ein Saison-Update zum Vollpreis quasi!

Gerade bei FIFA - beziehungsweise EA Sports FC, wie sich die Fußball-Simulation seit diesem Jahr nennt - war und ist dieser Vorwurf besonders präsent. Für die Nintendo Switch brachte Electronic Arts über mehrere Jahre hinweg sogar das exakt gleiche Spiel auf den Markt, ohne jegliche spielerische Änderungen, aber dafür mit einem happigen Preis.

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Da braucht man sich nicht wundern, dass Fans irgendwann die Schnauze voll haben und fordern, EA Sports solle den jährlichen Release doch bitte abschaffen und längere Abstände zwischen den einzelnen Ablegern lassen! Eine Meinung, die ich zwar nachvollziehen, aber nicht wirklich teilen kann. Denn nach mittlerweile 14 EA-Kickern in Folge (vier davon im Test) habe ich für mich festgestellt: FIFA braucht den jährlichen Neustart!

Neues Jahr, neues Glück

Für mich ist der Beginn einer neuen FIFA-Saison immer die spannendste Zeit des gesamten Lebenszyklus. Das liegt natürlich daran, dass EA Sports - aller Kritik zum Trotz - jedes Jahr ein paar Dinge einbaut, die tatsächlich neu sind, die man erst mal ausprobieren und meistern muss. In FIFA 23 (jetzt kaufen 59,95 € ) war das beispielsweise der Powerschuss, der in Online-Matches eine zusätzliche Komponente reinbrachte, die in entscheidenden Momenten den Unterschied ausmachten konnte.

In FIFA 22 durfte ich mich über das Create-Your-Club-Feature freuen, das mir offline endlich die Möglichkeit gab, einen eigenen Verein zusammenzubasteln und mit ihm Dutzende Stunden in meinem geliebten Karrieremodus zu versenken.

Vincenzo Grifo wird in FIFA 23 aus einem Gold-Pack gezogen. Quelle: PC Games Das Gefühl des Neuen und Unbekannten zeigt sich aber vor allem im Ultimate-Team-Modus, der sich bei mir als der zweite große Zeitfresser etabliert hat. Denn hier bekommt man nicht bloß die Illusion eines Neustarts vorgegaukelt. Hier stellt EA Sports tatsächlich alles wieder auf Anfang.

Alle Errungenschaften des Vorjahres sind Schnee von gestern: Kader, Münzen und Weltränge werden beim Sprung von FIFA 23 zu EA Sports FC 24 komplett zurückgesetzt. Alle fangen also wieder bei null an. Und das sorgt, zumindest in meinen Augen, für einen ganz besonderen Reiz.

Eine gute Vorbereitung ist alles!

Es ist, wie wenn man in einem Aufbauspiel einen neuen Anlauf im Kreativmodus startet: Man steht wieder mit einem leeren, unbeschriebenen Blatt da. Nur, dass dieses Blatt eben keine Weltkarte ist, sondern eine Taktiktafel.

Und es geht nicht darum, eine möglichst hübsche, gut funktionierende Siedlung mit optimierter Infrastruktur und komplexen Warenketten aus dem Boden zu stampfen, sondern darum, eine perfekt aufeinander abgestimmte Mannschaft zusammenzustellen - und zwar so billig wie möglich.

Ich habe in 14 Jahren FIFA keinen einzigen Cent in Mikrotransaktionen gesteckt. Die Idee, Echtgeld für Kartenpäckchen auszugeben, um vielleicht einen halbwegs brauchbaren Spieler daraus zu ziehen, war mir immer suspekt. Zum Start meines Ultimate Teams ist mein Budget also extrem knapp. Ich muss jeden Pfennig zweimal umdrehen und sorgfältig planen.

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    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ElvisMozart Hobby-Spieler/in
        Ich finde nicht, dass das Spiel langsamer geworden ist.
        Gerade das Passpiel finde ich etwas schneller als noch im Vorgänger ?
        Das Dribbling an sich ist auch wichtiger geworden. Das Abnehmen des Balls ist viel schwieriger geworden, weil die Spiele viel wendiger geworden sind.

        Offensiv klappt es bei mir schon ganz gut, nur mit der Verteidigung klappt es dieses Jahr noch nicht so ganz ?
        Da muss ich mal gucken, wie man das am besten macht. Der Ansatz vom letzten Jahr funktioniert nicht so gut .
      • Von ElvisMozart Hobby-Spieler/in
        Ich finde nicht, dass das Spiel langsamer geworden ist.
        Gerade das Passpiel finde ich etwas schneller als noch im Vorgänger ?
        Das Dribbling an sich ist auch wichtiger geworden. Das Abnehmen des Balls ist viel schwieriger geworden, weil die Spiele viel wendiger geworden sind.

        Offensiv klappt es bei mir schon ganz gut, nur mit der Verteidigung klappt es dieses Jahr noch nicht so ganz ?
        Da muss ich mal gucken, wie man das am besten macht. Der Ansatz vom letzten Jahr funktioniert nicht so gut .
      • Von Micha_Regelt Anwärter/in
        Zitat von Shadow_Man
        Wie ist denn das Spieltempo so? Ich mag ja langsames Gameplay, bei dem es realistischer wirkt mit schönem Spielaufbau und so weiter. Bei FIFA 23 hab ich da deswegen auf langsam gestellt, fands aber immer noch bissl zu schnell. Wie ist es denn da bei FC24?
        Das Spiel ist langsamer geworden. Aber immer noch zu schnell um realistisch zu sein. Aber das ist Geschmackssache. Ich mags und wie gesagt die neuen Animationen sehen zum Teil wirklich fantastisch aus.
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Zitat von Micha_Regelt
        Wird das nicht langsam langweilig Jahr für Jahr den gleichen Bullshit von sich zu geben? Nicht nur, dass es nicht stimmt... Du machst dich damit auch maximal lächerlich...

        FC24 hat nichts mit FIFA 23 zu tun, dass Gameplay ist völlig anders, erfordert sehr viel mehr Spielaufbau, und Taktik. Die Ki verteidigt besser und durch die neuen Animationen und Physikberechnungen von Licht und Trikots usw sieht das Spiel auch noch besser aus als je zuvor.
        Wie ist denn das Spieltempo so? Ich mag ja langsames Gameplay, bei dem es realistischer wirkt mit schönem Spielaufbau und so weiter. Bei FIFA 23 hab ich da deswegen auf langsam gestellt, fands aber immer noch bissl zu schnell. Wie ist es denn da bei FC24?
      • Von Shadow_Man Mitglied
        Keine Ahnung, ob ich da die Ausnahme bin, aber ich spiele immer nur Karriere-Modus und was es so an Offline/Einzelspielerinhalten gibt. Ich war noch nicht einmal in dem Ultimate Team Modus drin.

        Und das jährliche werden sie nicht ändern: Grund: Lizenzen. Die sind so teuer, da wird kein Manager sagen: Gut jetzt lass uns nur noch alle 2 Jahre ein Spiel bringen.

        Zitat

        Vorbild könnte beispielsweise Konkurrent Konami sein. Die Japaner haben mit eFootball (ehemals Pro Evolution Soccer) den Schritt zu einem kostenlosen Live-Service-Modell gewagt. Hier werden Saison-Updates einfach per Patch aufgespielt. Das könnte auch für EA Sports FC funktionieren, würde aber wohl deutlich weniger Geld in die Kassen des Publishers spülen und bleibt damit wohl leider nur Wunschdenken ...
        Nein, bitte bitte nicht, das wäre sogar das Schlimmste, was passieren könnte. Seit dem ist doch PES/eFootball quasi tot. Es gibt doch bis heute da auch keinerlei Einzelspielerinhalte oder? Das besteht doch quasi nur aus diesem Ultimate Mode (Weiß grad nicht wie das bei eFootball heißt, glaub my club oder so).
        Nee, als Free-2-Play würde man sich komplett auf dieses Bezahlmodi stürzen. Das würde alles noch schlimmer machen.
      • Von ichmusssagen Gelegenheitsspieler/in
        Das pay to win Modell von Ultimate Team macht die Reihe praktisch unspielbar. Jede spieltechnische Entwicklung des Onlinemodus wird durch diese cashcow untergraben. Wer sich darauf einlässt befindet sich unversehens in einem Hamsterrad von immer neuen Special Karten, welche mühsam erspielte Spielerkarten schneller obsolet machen, als man gucken kann, um auch ja immer genügend Antrieb zu haben Echtgeld zu investieren.

        Kann man mit einem Mittelklasseteam gewinnen? Ja klar. Ist es fair gegen Teams mit 6 Icons und sonstigen Topkarten anzutreten? Nö. Spieltechnisch wäre es wesentlich interessanter, wenn man z.B. Teams mit Maximalwert zusammenstellen kann. Oder es gäbe Ligen, wo Spieler nur einmla zur Verfügung stehen un man gegeneinander traden könnte. Die Liste an Verbesserungspotential ist unendlich, aber alle sinnvollen Verbesserungen würden das Monetarisierungsmodell untergraben, also kommen sie auch gar nicht.

        Abgesehen davon ist meine Erfahrung, das UT im ersten Monat noch spaßig ist, wenn man am Team basteln kann. Spätestens wenn die Mittelklasse Spieler schon im Team sind, gibt es das Problem, dass man für einen Topspieler einen Monat grinden muss.

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