Empire Earth 2
(T)olle Technik
Empire Earth 2 sieht deutlich schöner aus als sein Vorgänger, ohne Frage; von State-of-the-Art ist die Grafik allerdings weiterhin meilenweit entfernt. Schöne Effekte wie das spiegelnde Wasser oder die pompösen
Explosionen werden von einem recht sterilen Gesamterscheinungsbild getrübt: Landschaften wirken oft eintönig und leer. Ressourcen liegen in Häufchen auf der flachen Wiese oder im Wüstensand herum den stimmigen Look eines Schlacht um Mittelerde oder Siedler: Erbe der Könige hat man in Empire Earth 2 nicht hinbekommen. Ein Atmosphäre-Pluspunkt sind allerdings wechselnde Jahreszeiten und verschiedene Klima-zonen mit dementsprechendem Wetter. Auch die Bedienung geht hervorragend von der Hand, alles sitzt dort, wo man es erwartet auch wenn das Interface etwas überdimensional ausgefallen ist. Alternative: Wer die enormen Mengen an Tastaturbefehlen auswendig lernt, kann so nahezu das komplette Spiel bedienen vor allem im Mehrspieler-Modus unverzichtbar.
Eine große Hilfe ist die neue 3D-Ansicht in der rechten unteren Bildschirmecke. Hier können mehrere Schauplätze über Bookmarks überwacht werden. Es ist sogar möglich, Elemente innerhalb dieser Ansicht zu markieren und Befehle zu erteilen. So lässt sich an mehreren Orten gleichzeitig agieren. Ein paar Kleinigkeiten trüben das insgesamt gelungene Bedienkonzept: Warum kann man beispielsweise nicht schon im Baumenü sehen, welche Gebäude und vor allem wie viele man davon schon errichtet hat? Auch stören stellenweise auftretende Probleme beim Errichten von Mauern über Straßen. Probleme, die vermutlich schon in Kürze durch einen Patch behoben werden müssen.
Die größte Schwäche erlaubt sich Empire Earth 2 allerdings bei der Perspektive: Schon der Vorgänger bekam Schelte aufgrund der streckenweise unbrauchbaren Sicht auf das Schlachtfeld. Der zweite Teil machts nicht besser. Sobald die Armeen und Siedlungen größer werden, ist es mit der Übersicht vorbei. Hier hat Empire Earth 2 mit den gleichen Problemen zu kämpfen, die auch schon Act of War zum Verhängnis wurden. Wäre die Kamera komplett frei beweglich, Empire Earth 2 wäre nahezu perfekt. Die KI macht ihre Sache recht gut, unglaubwürdiges Verhalten des Computergegners ist eher die Ausnahme. Nur die Wegfindung hat gelegentliche Aussetzer was besonders dann auffällt, wenn Sie versuchen, große Truppenverbände durch eine Schlucht oder eine zuvor geschlagene Lücke in einer gegnerischen Mauer zu führen.
