Elex 2 in der Vorschau: Viele gute Ideen und ein großes Problem
Piranha Bytes ist wieder da und machen das, was sie schon immer gemacht haben. Ein Rollenspiel mit Ecken & Kanten, einzigartigem Design, aber auch alten Schwächen. Wir konnten bereits unzählige Stunden Probe spielen und erklären, warum Elex 2 ein Rohdiamant ist, der unbedingt mehr Feinschliff benötigt.
Das Frühjahr 2022 ist vollgepackt mit Blockbustern, die jeden Spieler mit riesigem Pile of Shame in Tränen ausbrechen lassen. Für Rollenspielfans kommt noch ein Schwergewicht obendrauf. Mit Elex 2 steht das neue Projekt der altehrwürdigen Rollenspielschmiede Piranha Bytes an, die auch 20 Jahre nach ihren gefeierten Rollenspielen der Gothic-Serie noch einen sehr guten Ruf bei Rollenspielern in Deutschland genießt.
Das Spiel will nach dem Achtungserfolg des ersten Teils den Weg fortsetzen, den es mit Fantasy und Postapokalypse eingeschlagen hat. Dabei geht es Probleme des Vorgängers an und will ein tieferes Rollenspiel mit dichter gestricktem Content werden. Nach zahlreichen Stunden in der Vorschauversion können wir attestieren, dass der Weg der Richtige ist, doch sehen wir auch die Gefahr, über die Fallstricke der Vergangenheit zu stolpern.
In diesem Artikel
Fraktion zum selber machen
Quelle: pcgames.de
Mit hübschen Zwischensequenzen versucht Elex seine Story besser zu inszenieren.
Der Held von Elex hat ein Problem, das wohl eine Menge seriöser Forscher in der echten Welt auch haben: Da macht und tut man und entdeckt das große Problem, das die Menschheit gefährdet, nur hört einem keiner zu.
Nachdem Jax am Ende von Elex 1 mitbekommten hat dass eine gigantische Bedrohung auf die Welt von Magalan zukommt, geht er auf die Fraktionsführer der Gilden zu, um die darauf vorzubereiten. Die scheuchen ihn aber genervt wieder weg, denn schließlich gibt es weitaus "Wichtigeres" zu tun. Beispielsweise sich gegenseitig die Köpfe einhauen oder andere anspruchsvolle Dinge.
Resigniert zieht Jax ab und verkriecht sich in den Bergen. Als dann einige Jahre später die Bedrohung wirklich auf dem Planeten eintrifft, macht er sich erneut auf, denn handfeste Argumente hat er ja jetzt. Diese Story setzt Elex 2 (jetzt kaufen 15,89 € ) meistens schick in Szene.
Das Spiel nutzt allein in den ersten Stunden schon gefühlt mehr gescriptete Zwischensequenzen als sein Vorgänger im gesamten Spiel. Dazu gesellen sich schick animierte Rendersequenzen. Piranha Bytes legt sich sehr ins Zeug, seine Story zu inszenieren. Warum das ein Problem ist, klären wir gleich.
Quelle: pcgames.de
Eine alte Bastion dient von Anfang an als unser Hauptquartier.
Damit Jax sich nicht nur auf die anderen Fraktionen verlassen muss, gründet er einfach seine eigene Gilde. Eines der überraschend coolen Features des ersten Teils wird nämlich ausgebaut und ist von Anfang an präsent. Schon im ersten Gespräch, das man im Spiel führt, wird die Quest rund um die eigene Fraktion ins Rollen gebracht.
Als Standort wählen wir eine alte Burgruine, und damit wir die wieder in Schuss bringen können, heuern wir immer neue Leute an: einen Baumeister, der Häuser instand hält, oder einen Commander, der Strategien ausarbeiten soll.
Im Gegensatz zum Vorgänger kommen wir also nicht in ein schon vorhandenes Lager, sondern unser Heim wächst von einer leeren Ruine zu einer standfesten Basis. Das ist ein motivierendes Element und war nicht umsonst bereits im Vorgänger sehr beliebt. Hier muss sich nur zeigen, wie wichtig die Festung im späteren Verlauf noch wird.
Gildenwahl
Quelle: pcgames.de
Die Berserker haben sich das Fort in der Wüste Tavar unter den Nagel gerissen und die Wüste in eine blühende Oase verwandelt.
Doch wissen wir alle seit den drei Musketieren "Einer für alle und alle für Einen!". So sind die anderen Fraktionen natürlich ebenfalls wichtig. Obwohl wir zwar unser eigenes Ding hochziehen, sollen wir uns für Unterstützung auch einer der bereits bestehenden Gilden anschließen und uns hocharbeiten.
Von denen gibt es jetzt fünf statt wie gewohnt drei auf der Weltkarte. Letztere besteht übrigens aus bekannten Gebieten aus Elex 1 und neuen Landstrichen. So haben die Berserker das Fort in der Wüste Tavar übernommen und kurzerhand aus dem trockenen Ödland ein blühendes Waldgebiet gezaubert - im wahrsten Sinne, denn wie schon im ersten Teil setzt die Fraktion auf altertümliche Waffen und Magie.
Quelle: pcgames.de
Die Morkons leben in einer unterirdischen Anlage, in der man auch die hübschen Beleuchtungseffekte begutachten kann.
Die alten Herren des Forts, die Outlaws, wurden zwar geschlagen, formieren sich in einer Kraterstadt im Norden aber neu und verhalten sich wie eh und je: Es ist ein ruppiger und anarchischer Haufen, der größtenteils im Dreck lebt.
Um sich zu wehren, pumpen sie sich Stims in die Venen und basteln sich ihre Waffen aus Schrott zusammen. Auch die Kleriker feiern ein Comeback. Die fanatischen Gotteskrieger mit Hang zur Technik wurden aus ihrem hochentwickelten Hort vertrieben und formieren sich in einer alten Burgruine wieder neu.
Der alte Feind des ersten Teils ist ebenfalls wieder mit dabei. Die Albs konsumieren zwar weiterhin das gefühlskalt machende Elex, doch sind sie weit weniger todbringend als früher. Ihre Festung thront im verschneiten Norden. Völlig neu ist die Fraktion der Morkons. Die haben sich vor dem Meteoriteneinschlag, der die Welt von Elex überhaupt erst ins Chaos gestürzt hat, in einer unterirdischen Höhlenanlage verschanzt.
Erst jetzt öffnen sie ihre Grotte und bringen die Kunde ihres Gottes über die Welt. Sie predigen vom Stillstand und wollen, dass sich nichts weiterentwickelt. Dabei nutzen sie vor allem Blutrituale und Schmerzen für ihre Zwecke, denn ihrer Meinung nach ist der Tod die reinste Form des Stillstandes.
Wie das Charakter- und Kampfsystem ausfällt und was das eine große Problem ist, lest ihr auf Seite 2!

Wie ist die Atmosphäre? Was kann man alles machen? Wie ist die Geschichte? Wie ist das mit dem gesamten RP? Das sind so die Dinger, welche mich beschäftigen. Als RP Spieler.
Ob jetzt die Angriffs.- und Gesichtsanimationen perfekt sind, das ist dann was für den kleinen 13 Jährigen Asia-Action-Adventure Zocker aus dem Nachbarhaus, der anbei keine PC Games liest sondern auf Twitch irgendeinem anderen Gesellschaftsopfer mit blauen Haaren (genannt Influencia) sein Taschengeld opfert. Das Grafikgenöle nimmt aber den gesamten hinteren Teil der Preview ein.
Kommt mal etwas in der Spielezeit von 2022 an. Selbst eure Redakteure spielen laut Angabe gerne noch alte Schwarten wie Skyrim oder wollen nochmal in Morrowind reinschauen. Schon mal was von der Retrogamingwelle gehört? :-D Ich zock gerne mal wieder ein Gothic 1&2 einfach weil es geile Rollenspiele sind oder ein Kotor 1, weil es so Spiele heute nicht mehr wirklich gibt (selbst wenn sich gute Studios um eine ähnliche Qualität heute noch bemühen).
Mensch Karl, das war ein Griff ins Klo. Regst mich grad auf! :-D :-D :-D Geh Playstation spielen, den neuesten Grafikhit von Fokuhila Kamikaze aus Sonyhausen. Und der Chefredakteur Lohmüller soll weniger WoW zocken, das macht weich in der Rübe, so sagt man jedenfalls, und an so interessante Spiele gscheide Leut hinsetzen.
Das Setting war anfangs ungewohnt und etwas schwierig zu akzeptieren, dann aber gut, die Atmosphäre gewohnt sehr gut. Bedienung und Kampfsystem waren die Schwächen, die Grafik war ok, diesmal aber auch der Sound "nur" ok. Das Charaktersystem hatte eigentlich alles, aber leider auch den Fehler mit den Attributen. Das Jetpack war eine nette Idee, welches einen öfters mal rettete. Insgesamt würde ich wohl bei 80 % landen, recht gut und wohl das Beste seit den ersten drei Kapiteln von Risen 1.
Die Grafik ? Gerade bei einem RPG, bei welchem es so viele Spielelemente gibt, sollte diese nicht allzu viel ausmachen, vielleicht 10 % der Gesamtwertung. Dann ist eine nur halbwegs gelungene Grafik auch kein großer Abzug.
Mir hat Elex 2 durchaus Spaß gemacht in der Vorschau und das Spiel bietet auch die Tugenden, die PB-Spiele für mich ausmachen.
Ich würde niemals das Spiel nur der Grafik wegen verteufeln. Absolut nicht. Es ist aber ein Faktor, der sich mit jedem Teil mehr in den Vordergrund drängt und den man (meiner Meinung nach) immer schlechter verdrängen kann.
Müssen sie sicher nicht. Können sie mMn aber absolut.
Wie hier schon gesagt lässt ein Elex Spiele wie Witcher 3 oder Horizon Zero Dawn für mich weit hinter sich.
Und solange Piranha Bytes mit ihren Spielen erfolgreich genug ist um das nächste Spiel finanzieren zu können (und das war bei Elex meines Wissens nach sehr schnell der Fall) gibt es eigentlich auch keinen Grund sie zu irgendwas zu drängen.
Dabei ist Grafik sogar noch ein sehr schwieriges Feld. Eine stimmige 2D-Grafik kann genauso hübsch sein, wie modernste 3D-Technik.
Bei Elex 2 ist das halt so eine Sache. PB baut durchaus wieder eine stimmige Welt. Nur steht die Technik dem Design mittlerweile auch im Weg. (Stichwort: Modellbau-Look).