Eishockey Manager 2005
Der Eishockey Manager 2005 bietet dank der offiziellen DEL-Lizenz sämtliche Mannschafts- und Spielerdaten der Deutschen Eishockey Liga. Vom Geburtsdatum über die Schlaghand bis hin zur Körpergröße sind alle Originaldaten der Kufencracks enthalten. Gleiches gilt für die österreichische Nationalliga mit ihren acht Vereinen. Neben der höchsten deutschen Spielklasse können Sie hierzulande auch in der zweiten, dritten oder vierten Liga antreten - mangels Lizenz allerdings wie in zehn weiteren internationalen Ligen nur mit Fantasie-Teams. Dank des mitgelieferten Editors lassen sich fehlende Daten jedoch problemlos nachtragen. Haben Sie sich für die Mannschaft Ihrer Wahl und eine Karriere mit oder ohne Entlassungen entschieden, finden Sie sich auch schon im ziemlich antiquierten Hauptmenü wieder. Das Menü-Design erinnert mit seinen dicken Buttons, vielen Kästen, kräftigen Farben, weißer Fettschrift und pixeligen Grafiken nämlich an längst vergangene Zeiten. Nach dem ersten Kulturschock, dem einen die unübersichtliche "Gesamt-Übersicht" beschert hat, entdecken wir in der unteren Bildschirm-ecke einen Knopf, hinter dem sich - unterteilt in vier Katego-rien - sämtliche Menüs verstecken. Wie umständlich!
Nur etwas für Profis
Wie bei anderen Sportmanagern kümmern Sie sich um Training und Taktik, kaufen und verkaufen Spieler, ziehen finanzkräftige Werbepartner an Land oder bauen Ihre Spielstätte aus. Zwar können Sie wöchentlich Toto spielen, wesentliche Elemente wie Jugend- und Nachwuchsarbeit oder Fanbetreuung fehlen jedoch gänzlich! Im Transfermarkt regiert zudem die Un-übersichtlichkeit. Während einem der Fußballmanager 2005 alle wichtigen Daten auf einen Klick serviert, landet man beim Eishockey Manager 2005 in einem reichlich unübersichtlichen Wust von Namen, Icons, Zahlen und Tabellen. Hat man sich den nötigen Überblick verschafft, ist es aber problemlos möglich, Ersatzspieler an den Mann zu bringen und Top-Stars zu verpflichten. Auffällig ist allerdings, dass das Gehaltsniveau im Spiel merklich über dem realen Salär der DEL-Puckjäger liegt. Hinzu kommt, dass Eishockey-Laien mit vielen Taktik- und Trainingsoptionen wenig anzufangen wissen. Erklärende Hilfetexte oder die Möglichkeit, Assistenten einzustellen und ihnen bestimmte Aufgaben zuzuweisen, gibt es nicht. Fans des beliebten Wintersports wird das nicht weiter stören - schließlich sind ihnen Regeln, Spielzüge und die zahlreichen Abkürzungen in den umfangreichen Statistiken geläufig.
Veraltete 3D-Spielszenen
Für die Darstellung der einzelnen Partien setzen die Entwickler auf individuell berechnete 3D-Spielszenen. Diese sind zwar hübsch anzusehen, technisch jedoch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Das Problem: Da man sich die 3D-Spiele mangels Text-Modus oder reiner Ergebnisanzeige ansehen muss, gehen einem die hakeligen Animationen, sich häufig wiederholende Aktionen und kaum erkennbare Taktik-Änderungen früher oder später gehörig auf den Zeiger. Das Durchwechseln der einzelnen Reihen können Sie selbst übernehmen oder dem Computer überlassen. Positiv: Anhand zahlreicher Statistiken, die leider nicht sortierbar sind, lassen sich das Match sowie die Leistungen einzelner Spieler bis ins kleinste Detail analysieren und Schwächen problemlos aufdecken.

- Antiquiertes Menüdesign kann ich beim EHM2005 nun wirklich nicht erkennen, da es sich erfreulicherweise um eine moderne und bewährte Menüführung handelt, die nun wirklich jedem geläufig sein sollte, da es sich prinzipiell um eine Kopie des Windows-Start-Buttons handel. Ja, genau der Button, den nun wirklich JEDER unten links in seinem Betriebssystem findet. MS gab Unsummen für seine Forschung bzgl. Kundenverhalten und -wünschen aus, um diesen ab Win95 zu implementieren und er hat sich bewährt, so kann ich auch nichts verwerfliches daran finden ihn zu kopieren und altmodisch ist diese Methode der Menüaufrufe sicher nicht - eher praktisch.
- Dicke Buttons, viele Kästen, kräftige Farben und Fettschrift sind doch beileibe kein Negativpunkt, wenn es um ein Managerspiel geht, Herr Sauerteig, dann ist es eher löblich, die unweigerlich anfallenden zahlenkolonnen und Statistikaufbereitungen durch eindeutige Abgrenzung voneinander begreifbarer und übersichtlicher zu gestalten - hier ist der EHM2005 vorbildlich im Managementsektor. Immerhin spielt man solch ein Spiel idr. einige Stunden, so dass das sonst, durch bei anderen Spielen des Genres überladene Screens eher gefolterte Spielerauge hier auch noch nach vielen Stunden nicht ermüdet. Und sooooo DICK sind die Buttons dann auch wieder nicht.
- Pixelige Grafik kann ich eigentlich nur 2 Screenshots auf dieser Webseite hier entnehmen - welche aber aus dem alten Eishockeymanager von 1993(!!!) entstammen. Der DEL Eishockeymanager wartet, soweit ich weiss als erster im Genre, mit einer gestochen scharfen Auflösung von 1024x768 auf, was einen hervorragenden Überblick schafft und wirklich schick aussieht. Es stellt sich wirklich die Frage, welches Spiel hier getestet wurde - wobei 66% für ein Game von '93 natürlich recht ordentlich wäre :).
- Jugend-, Nachwuchs- und Fanarbeit fehlen NICHT gänzlich, wie im Test berichtet. Beide Elemente (ich lasse die Nachwuchsarbeit mal aussen vor, da dies ja der angesprochenen Jugendarbeit entspricht - man möge mir, falls möglich, den Unterschied erklären) sind in der Form vorhanden, dass mann in die Bereiche Geld pumpen kann und dann Jugendspieler verstärkt zum Team stossen können am Ende einer Saison (kommt mir aus dem BMP bekannt vor und war ein Highlight) bzw. der Abverkauf von Fanartikeln erhöht werden kann - mir reicht das.
- Ich finde den Transfermarkt nicht unübersichtlich und konnte SOFORT einen Überblick über mögliche Verstärkungen gewinnen. Das gehaltsniveau ist aber tatsächlich recht hoch...die Einnahmen aber auch, so dass das System in sich geschlossen bleibt.
- Komplexität: Erklärende Hilfetexte GIBT ES ZU FAST JEDEM Menüpunkt, desweiteren ist es bei jedem Managerspiel ratsam, die Anleitung zu lesen, um Erfolg zu haben. Jede Taktik und jede Trainingseinheit wird erläutert - die Trainingseinheiten sind zur Veranschauung teilweise sogar in schicken 3D-Animation zu bestaunen, so dass man sich noch besser vorstellen kann, was die Jungs gerade machen. Es gibt zu NAHEZU JEDEM Menübereicht einen Assitenten bzw. eine Automatik, so dass man von dieser lernen kann. Der Automatikbutton, Herr Sauerteig, befindet sich übrigens IMMER oben rechts!!!! Abkürzungen in der Statistik werden desweiteren im Handbuch erläutert.
-3d-Modus: Klar erreichen die Animationen nicht EA Qualität, hier kommt es häufiger mal zu Rucklern, was aber auch daran liegen mag, dass hier ALLE SPIELE gleichzeitig berechnet werden, also nicht nur eines, wie bei NHL 2004. Die Qualität der Grafikeffekte jedoch entspricht gehobenem Standard im DX8-Bereich. Wichtig beim Managen ist auch eher der Spannungsgrad einer Partie - und der ist hier extrem hoch. Bis zur letzten Minute kann man mitfiebern. Zwar gibt es wirklich keinen Textmodus, jedoch ist es möglich, die Partie im Schnellvorlauf zu betrachte, was bei mir (AMD 1400Mhz) ganze 35 Sekunden dauert, also erträglich ist. Taktikänderungen kann ich übrigens recht gut erkennen - wie bei Heart-Line, Greencode üblich.
Kurzum:
Ihre Zeitschrift ist nicht billig, so dass ich erwarten kann, dass die Redakteure ihren Aufgaben gewissenhaft nachgehen. Wie kann ich bei soviel offensichtlicher Arbeitsunlust von Seiten des Redakteurs Vertrauen aufbauen und diese Zeitung als Kaufentscheidung für Produkte im 50,--EURO-Bereich heranziehen.