Echoes of Aincrad Test: Der schlechteste Boss jemals und die leere Spielwelt
In Echoes of Aincrad gibt es eine leere Spielwelt, langweilige Gegner und schlecht aufgebaute Bosse
Und neben der leeren Welt?
Eigentlich ist der Skill der Waffe für den Kampf gedacht. Dort ist es nämlich gar nicht so schlecht, schnell von Gegner zu Gegner rennen zu können. Das Messer hat gegenüber den anderen Waffen wie Schwertern, Keulen und Äxten ohnehin Schnelligkeit auf seiner Seite.
Nur leider gibt es kaum Kämpfe, bei denen wir diesen, oder überhaupt irgendeinen, Vorteil benutzen müssen. Die meisten Gegner lassen sich ziemlich einfach mit ein paar Treffern aus dem Weg räumen - höchstens. Oft gibt es auch One-Hits, was das Erkunden nicht unbedingt spannender macht.
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Und die Bosse haben immer wieder Zeitfenster, in denen wir mit jeder Waffe einfach draufhauen können. Wir wählen unsere Waffe also einfach nach Stil. Auf den eigentlichen Kampf gibt es zumindest auf der normalen Schwierigkeitsstufe kaum Einflüsse. Außer, dass manche der freischaltbaren Skills viel zu stark sind.
Mit dem Messer können wir beispielsweise schon früh mehrere, kleine Messer auf einmal werfen. Benutzen wir den Skill im Nahkampf, haben wir damit so etwas wie eine Shotgun gebaut, die auch Bosse gerne einmal die Hälfte ihrer HP kostet. Selbst die späteren Skills, für die wir unsere Waffe stundenlang spielen und hochleveln müssen, sind nicht so stark wie dieser. Gute Balance sieht anders aus.
Quelle: PC Games
Dieser Wolf war eine seltene Ausnahme eines spaßigen Bosses. Aber auch er verliert durch unsere Wurfmesser den größten Teil seiner HP in kürzester Zeit.
Natürlich gibt es auch moderne Action-Mechaniken wie einen Perfect Dodge und Perfect Parries, die sind aber nicht besonders verlässlich. Nicht etwa, weil sie nicht funktionieren würden, das geht super.
Das Problem liegt eher bei der KI und den Animationen der Gegner. Manchmal machen die gar nichts, manchmal rennen sie hin und her und manchmal greifen sie uns sogar an. Das ist schon nicht sehr verlässlich für präzise Action-Manöver.
Die Animationen sind aber die Kirsche auf der Torte aus Systemen, die nicht ineinandergreifen. Viele Angriffe der Monster kommen ohne Ankündigung aus dem Nichts. Andere wiederum brauchen so lange, dass sie direkt aus Elden Ring stammen könnten. Und dazwischen verstecken sich gelegentlich Animationen, die wir kommen sehen und auf die wir reagieren können.
Quelle: PC Games
Ihr versteht nicht so ganz, was hier geschieht? Keine Sorge, wir auch nicht. Bei finalen Schlägen gibt es oft Zooms, durch die wir nicht selten den Überblick über das Schlachtfeld verlieren. Eine super Belohnung für einen Kill!
Unsere bevorzugte Strategie war es also, wenn die Gegner nicht ohnehin mit ein paar Treffern gestorben sind, einfach hinter sie zu dashen und dann so viel Schaden draufzuhauen, wie möglich. Das klappt bei so gut wie allen Bossen.
Der schlechteste Bossfight jemals
Apropos Bosse: Lasst uns eine Geschichte über den vielleicht schlechtesten Bossfight aller Zeiten erzählen, die die Probleme in Echoes of Aincrad gut symbolisiert.
Wir sind auf dem Weg, den Raid auf Ebene 1 anzugehen, um auf die zweite Ebene voranzuschreiten. Der erste, wirklich wichtige Bosskampf im Spiel, der uns einen Schritt näher zu Ebene 100 und somit wieder ins echte Leben bringt. Bevor es dorthin geht, wird aber natürlich Spannung aufgebaut.
Quelle: PC Games
Vor dem Raid sammeln sich eine Menge Spieler, es wird klar: Die Situation ist ernst.
Spannung in Form eines viel zu langen Weges zu einem der prozedural generierten Dungeons. Von denen gab es im Spiel schon einige, wobei die prozedurale Generierung jedes Mal nur die gleichen etwa fünf Bausteine verwendet und sich Dungeons dadurch immer wiederholen. Da hatten die Chalice-Dungeons in Bloodborne schon mehr Abwechslung.
Aber beim großen Raid auf Ebene 1 gibt es ausnahmsweise mal andere Bausteine, also endlich Abwechslung, ein richtig interessanter Dungeon! Dachten wir jedenfalls, bis wir merkten, dass hierfür wohl wieder nur fünf etwas andere Bausteine benutzt worden sind.
Wir haben uns an dem Dungeon also schon nach wenigen Minuten sattgesehen. Immerhin gibt es dort einen ganzen, neuen Gegnertyp. Also wieder einen Skill benutzen und den viel zu langen Dungeon bis zum Boss so schnell wie möglich mit dem schmalen Messer durchrennen. Auf dem Weg wird natürlich alles aus dem Weg geräumt, weil das ohnehin nur ein paar Schläge benötigt.
Quelle: PC Games
Auf den ersten Blick ist der Dungeon recht hübsch. Nachdem wir ihn mehrere Stunden sehen, ist das aber nicht mehr so aufregend. Und vorher eigentlich auch nicht.
Mit ein paar Cutscenes wird dann die Spannung noch einmal aufgefrischt. Noch ein letztes Mal in die Stadt und Items aufstocken.
Wir haben schon ein paar Infos über den Boss, können uns ein Bild von ihm machen und fragen uns, was der so auf dem Kasten hat.
Und dann geht es rein zum Kobold-Fürsten. Ein richtig fetter Raidboss, wie er im Buche steht! Das wird sicherlich spannend, dachten wir uns. Und das wurde es auch, immerhin für den Hauptcharakter, der nicht unsere Spielfigur ist.
Kirito aus dem Sword-Art-Online-Anime kümmert sich nämlich mit ein paar anderen "Spielern" um den Boss. Wir kloppen uns stattdessen im Eingang des Bossraums mit kleinen Monstern - in einem MMO würde man die als "Adds" bezeichnen. Kleinkram, der dazukommt, damit ein Boss ein wenig schwieriger ist.
Quelle: PC Games
Der Koboldfürst sieht nicht nur bedrohlich aus, er ist es auch - schätzen wir.
Aber wenn wir endlich genug von denen aus dem Weg geräumt haben, dürfen wir endlich selbst ran! Tja, Pustekuchen, was wir tatsächlich endlich dürfen, ist eine Cutscene sehen, in der Kirito den Boss besiegt. Ohne uns.
Es gibt keine zweite Phase, in der wir gegen den Boss kämpfen. Keinen Twist, bei dem Kirito besiegt wird und wir die neuen Helden werden. Nicht einmal wirklich mitkämpfen durften wir, während andere NPCs an der Front waren. All der Spannungsaufbau für nichts.
Aber dann! Nachdem die ganze Spannung weg ist und die Handlung vorangeschritten ist, dürfen wir noch einmal in den prozedural generierten Dungeon und nichts Neues sehen. Wir haben da einmal die Zeit im Blick behalten. Fast eine ganze Stunde dauert es, durch den tristen Dungeon zu rennen - wohlgemerkt mit unserer Messer-Strategie. Und an diesem Punkt waren wir so genervt, dass wir nicht einmal mehr alle Gegner aus dem Weg geräumt haben.
Aber danach, nachdem jegliche Spannung erstickt wurde und das Ziel eigentlich schon erreicht ist und wir der Handlung nach schon lange hätten auf Ebene 2 gehen können, dürfen wir sogar doch noch gegen den Koboldfürsten kämpfen! Inklusive seiner Adds, während wir nur einen Begleiter dabei haben.
Quelle: PC Games
Eigentlich haben wir hier gerade Adds aus dem Weg räumen wollen, aber der Boss hat sich neben uns teleportiert und uns sofort besiegt. Klasse.
Da kann es einmal passieren, dass wir von einem Gegner außerhalb der Kamera getroffen werden. Ein spezielles Feature hat der Boss aber, und zwar hacken wir ihm im Verlauf des Kampfes seine Beine ab und er kämpft trotzdem weiter. Das hat uns überrascht und war an sich ein nettes Feature. Leider war auch dieser Teil des Kampfes durch die Adds einfach nur lästig und hat den Fokus von der stylischen Boss-Mechanik genommen. Auf der letzten Seite reden wir noch über Technik, die sympathischen Charaktere und unsere Rolle im Spiel.
