Die Siedler 3 im Retrospecial: Die Saufen, die Römer!

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Special Dominik Pache - Redaktionsleiter Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Die Siedler 3 - History Edition Artwork
Quelle: Ubisoft

Keine Lust auf Arbeit. So kennt man den "einen" Gott. Deswegen lässt er Jupiter, Horus und den Drachen Ch'ich-Yu an seiner Stelle schuften. Die drei Götter führen Römer, Ägypter und Asiaten in die Schlacht, um festzustellen, wer der Beste ist. Doch bei Die Siedler 3 geht es weniger ums Kämpfen und viel mehr ums ... Saufen! Glaubt ihr uns nicht? Im Artikel sagen wir euch, warum.

Zunächst läuft alles normal, doch irgendwann hören Bäume auf zu wachsen und man trifft auf die legendären Eisenschweine. Das zerstörte natürlich den kompletten Warenkreislauf und die kopierte Version wurde nutzlos.

Auch wenn der Aufbaupart schön anzuschauen war, spielte man im Grunde auf beinahe jeder Karte dasselbe Spiel. Erst einmal dafür sorgen, dass Baumaterialien und Siedler zur Verfügung stehen, dann sich um die Nahrungsmittelproduktion kümmern und Erze aus den Minen fördern. Anschließend eine Armee aufziehen und den Feind besiegen. In der Kampagne sollte man dann noch die Waren mit dem neuen Schifffahrtssystem auf weitere Inseln transportieren, doch viel Abwechslung gab es nicht.

Mit einer Missions-CD wurde dieses Einerlei ordentlich aufgelockert. Jetzt musste man bestimmte Ziele verfolgen, für die vor allem Priester notwendig waren, da man sonst nicht siegen konnte. In drei Steinkreisen auf der Karte sollen Eisenbarren und Fische platziert werden? Na ja, ein wenig blöd, wenn es auf der gesamten Map keine Eisenvorkommen gibt. Hier musste man auch mal um die Ecke denken. Dann legt man eben Lager mit Steinen an, füllt die Priester mit Reisschnaps ab, damit sie ordentlich Zauberkraft erhalten und verwandelt die Steine in die benötigten Eisenbarren.

Auf einer weiteren Karte ist es die Aufgabe, eine Insel voller Wein zu erobern. Bloß blöd, dass sie vollkommen unzugänglich ist. Diese drei einsamen Priester auf der Insel müssen des Rätsels Lösung sein. Und wenn die Armee nicht herlaufen kann, dann fliegt sie eben. Mit genügend Schnapskraft konnten die Priester die Einheiten nämlich schnurstracks teleportieren.

Es wuselt! Damit die Siedler auch in benebeltem Zustand nicht ineinanderlaufen, wurde ordentlich an der Wegfindung gefeilt. Quelle: PC Games Es wuselt! Damit die Siedler auch in benebeltem Zustand nicht ineinanderlaufen, wurde ordentlich an der Wegfindung gefeilt. Mit der "richtigen" Erweiterung "Das Geheimnis der Amazonen" wurde dann auch noch die wuselige Würstchenparty gesprengt. Das neue Volk brachte sogar weitere Zwischensequenzen mit, in denen ein weiterer Actionheld der 90er den Erzähler mimte. Bruce Willis, ähm wir meinen natürlich seine deutsche Stimme Manfred Lehmann, führte durch die Geschichte, in der das weibliche Kriegervolk Rache an den Männern nimmt und Römer, Ägypter sowie Asiaten nacheinander unterjocht.

Auch hier haben sich die Entwickler ein paar Kniffe einfallen lassen, wodurch die Kampagne nicht einfach nur aus Aufbauen und Erobern bestand. In manchen Missionen musste man sich sogar entscheiden, welche von zwei Siedlungen man weiter ausbaut und welche man zurücklässt. Beide zu retten, ist beinahe unmöglich. Auch begann man nicht zwangsläufig mit einem bereits eroberten Gebiet samt Startressourcen und Arbeitern.

Manchmal galt es erst mit einer Invasion einen Brückenkopf zu erstellen und zunächst einen rudimentären Außenposten zu errichten, der sich später zu einer gigantischen Siedlung entwickelte.

Die Amazonen waren auch kein bloßer Reskin mit hochgepitchten Stimmen, sondern brachten ihre eigenen Gebäude und Fähigkeiten mit sich. Neben einem zerstörerischen Gong als Belagerungswaffe und dem Forschungslabor, das mit alchemistischen Mitteln Gold und Eisen produzierte, stellt sich natürlich die wichtigste Frage: Was saufen die Frauen? Die Antwort lautet: Honigwein. Den gewinnen sie aus Bienenstöcken, die sie im Wald aussetzen. Holz ist für die Amazonen also deutlich wichtiger, da es nicht allein zum Bau verwendet wird.

Aber auch die drei anderen Völker feiern ein Comeback, denn sich von Frauen besiegen zu lassen, kommt denen natürlich nicht in die Tüte. So dürft ihr mit Römern, Ägyptern und Asiaten eine alternative Geschichte zur Amazonen-Kampagne spielen. Abhängig von der gespielten Kampagne, dürft ihr dann auch leicht unterschiedlichen Endsequenzen lauschen.

Wenn ihre heut Die Siedler 3 mal wieder anwerfen wollt, dann funktioniert das am besten mit der History-Edition, die alle Erweiterungen beinhaltet und auf moderne Systeme angepasste Auflösungen bietet. Entweder kauft ihr euch das Spiel einzeln, oder ihr schnappt euch gleich die gesamte Kollektion, mit allen sieben Siedler-Spielen, die erschienen sind.

Und ja, wir zählen "Neue Allianzen" hier bewusst nicht mit. Denn das war unserer Meinung nach kein Spiel, das das Prädikat "Siedler" verdient hat. Und wir gehen einfach mal davon aus, dass Allvater Volker Wertich uns hier beipflichten würde. Nicht ohne Grund verließ er Ubisoft, um an seinem eigenen Spiel namens Pioneers of Pagonia zu arbeiten. Wir sind gespannt, ob das genauso göttlich wird wie Die Siedler 3.

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    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von xaan
        Ich konnte mich damals und auch heute nicht mit dem fehlenden Straßennetz und den frei steuerbaren Soldaten anfreunden.
        Das war auch mein Grund, vor allem der erste, warum ich da aus der Reihe ausgestiegen bin.
      • Von OldShatterhand Mitglied
        Zitat von xaan
        Ich konnte mich damals und auch heute nicht mit dem fehlenden Straßennetz und den frei steuerbaren Soldaten anfreunden.
        Das war auch mein Grund, vor allem der erste, warum ich da aus der Reihe ausgestiegen bin.
      • Von breakdancer071 Spiele-Novize/Novizin
        Für mich immer noch das beste Siedler aller Zeiten. Nur Neue Allianzen ist besser.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Ich mochte den 3. Teil schon, nicht so sehr wie den 2., aber ich konnte mich gut mit dem anfreunden. Hab aber glaub ich nur die Jim Carrey Synchronstimme Kampagne ... eh, also die mit den Ägyptern durchgespielt.
        Gut fand ich die zufallsgenerierten Karten, die einen Map Editor möglich, aber nicht notwendig machten. Auch, dass man dezente Handelsoptionen eingebaut hatte und Waren klauen oder weg-transportieren konnte, wenn sie denn frei rum lagen. Wobei ich das Lagerhaus-Prinzip aus Teil 2 dann doch noch ein Stück besser fand als diese Art von Mikromanagement. Auch die Volksmerkmale waren eine gelungene Ergänzung, wobei die göttlichen Beschwörungen schon sehr mächtig werden konnten.

        Die direkte Steuerung der Armeen brachte aber einen gewaltigen Nachtteil mit sich. Griff der Gegner auch nur 1x an und hatte Erfolg, war es praktisch nicht mehr möglich ihn aufzuhalten, außer wenn ihm irgendwann die Schwertkämpfer ausgegangen wären. Denn Versogungslinien zu neu eroberten Gebieten und Gebäuden mussten im 3. Teil nicht mehr geschaffen werden. Entsprechend war der erste Angriff des Gegners oftmals auch der letzte. Das nahm dem ganzen eine strategische Tiefe, die der 2. Teil noch hatte.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Ich konnte mich damals und auch heute nicht mit dem fehlenden Straßennetz und den frei steuerbaren Soldaten anfreunden. In Siedler 1 und 2 war Logistik ein ganz erheblicher Teil der Herausforderung. Zu schauen, dass Waren effizient von A nach B fließen hat mir große Freude bereitet. In Teil 3 war das plötzlich weg. :(
        Und das Echtzeitstrategiedings oben drauf hätten sie sich auch sparen können. Das war nicht nur schlecht umgesetzt sondern hat am Ende nur vom Siedeln abgelenkt.

        Die gezeichneten Zwischensequenzen finde ich hingegen nicht schlechter als Samstag-Morgen-Cartoons, mit tollen Sprechern als Bonus.
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