Diablo 4: Vessel of Hatred im Test: Blizzard auf Kurskorrektur - so gut ist das Add-on wirklich!
Manche Add-ons reißen dich einfach vom Hocker. Und dann gibt es solche wie Vessel of Hatred. Für Fans ist es trotzdem ein Pflichtkauf, denn Blizzard bessert in vielen Punkten nach. Eingeschworene Kritiker wird es aber nicht mehr umstimmen.
Saison des Aufsteigendes Hasses: Das bietet Season 6!
Auch ohne Vessel of Hatred könnt ihr euch in Season 6 auf frischen Content freuen, der sich diesmal aber verständlicherweise in Grenzen hält. Im Grunde dreht sich alles um Reichwandler-Dämonen, riesige Vierbeiner mit einem Portal auf dem Rücken. Viele von euch kennen sie schon aus Reaper of Souls. Reichwandler tauchen alle 15 Minuten in zufälligen Gebieten auf, ein Symbol auf der Karte markiert den nächsten Spawn-Punkt. Hier wartet dann ein kleiner Event, bei dem ihr Gegnergruppen totklickt, während der Dämon langsam eine festgelegte Route entlangstampft - das ist leider ziemlich langweilig, weil sich der Vorgang nicht beschleunigen lässt. Am Ende seiner Tour dürft ihr den Dämon dann aber selbst auf die Matte schicken, durch sein Portal huschen und einen kurzen Dungeon erledigen.
Quelle: PC Games
Als Belohnung erhaltet ihr am Ende einige brodelnde Opale, eine neue Tranksorte. Sie verpassen euch einen satten XP-Bonus von 15 Prozent, was schon allein die Mühe wert ist. Zusätzlich geben sie euch verbesserte Drop-Chancen für Ressourcen oder andere Items. Und als Sahnehäubchen erhaltet ihr mit aktivem Opal auch noch Ansehen für einen neuen saisonalen Händler, den ihr nun in Zarbinzet antrefft. Habt ihr hier genügend Ränge freigeschaltet, dürft ihr euch dort mit saisonalen Beutekisten, Rohstoffen und anderem Zeug eindecken. Dank der brodelnden Opale ist das schon in wenigen Tagen erledigt.
Fragezeichen und Balancing
Auch wenn ich im Test eine Menge Spaß mit Vessel of Hatred hatte, bleiben noch ein paar Fragezeichen. Vor allem das Balancing beim Aufleveln wirkte noch ausgereift. Mir ist es gleich mehrfach passiert, dass ich urplötzlich einen Paragon-Level nach dem nächsten erreichte. Einmal machte ich 20 Levelaufstiege in nur wenigen Minuten! Warum, weiß ich bis heute nicht - ich hatte keine Buffs aktiv, die so einen Sprung erklären würden.
Dafür hatte ich ab etwa Paragon 230 das Gefühl, dass kaum noch etwas weitergeht. Selbst auf Qual 3 mit aktiven Tränken und Opalen geriet das Aufleveln furchtbar zäh. Und warum ich plötzlich 1,8 Milliarden Gold im Säckel hatte, konnte ich mir auch nie so ganz zusammenreimen - zumal ich einen Tag davor noch Geldsorgen hatte. Wo kam der ganze Reichtum bitteschön her?!
Quelle: PC Games
Dass Blizzard noch weiter versucht, die übertriebenen Zahlenwerte im Charakterbogen einzudämmen, finde ich absolut richtig. Einer der wichtigsten Werte "Angriffsstärke" ist aber nach wie vor erstaunlich nichtssagend. Als ich zum Beispiel meine Glyphen hochlevelte, sollten sich da eigentlich 80 % mehr Schaden bemerkbar machen. Ja, Schaden worauf eigentlich? Der Wert taucht im Spiel sonst nirgendwo auf - und der Angriffswert spiegelt den neuen Glyphenbonus auch nicht wider.
Handwerksmaterialien waren ein weiteres Problem auf dem Test-Server (Patch 2.0.1), vor allem Eisenbrocken oder Engelshauch waren bis zum Schluss Mangelware. Aber: Blizzard verspricht, dass die Drop-Raten für genau diese Materialien schon mit dem Day-one-Patch (Version 2.0.2) spürbar angehoben werden. Im Idealfall bekommt ihr davon also gar nichts mehr mit. Bei der Gelegenheit könnte Blizzard auch gleich noch das Verwandeln von Edelsteinfragmenten überarbeiten. Man darf nämlich drei Sorten Fragmente gegen eine andere eintauschen, das Eingabefeld ist aber auf 999 Fragmente beschränkt. Dadurch dauert es eine halbe Ewigkeit, um größere Mengen umzutauschen - und das bringt viel zu viel unnötige Klickarbeit!
Meinung: Ist Vessel of Hatred den Kaufpreis wert?
Ihr merkt also: Die wichtigsten Änderungen in Vessel of Hatred betreffen eigentlich gar nicht die Erweiterung, sondern beruhen auf dem Patch 2.0 - und den erhalten alle Spieler gratis. Ob sich der Kauf des Add-ons für euch lohnt, bestimmen somit einzig die neuen Inhalte: Habt ihr Lust, den Geistgeborenen zu spielen und Nahantu zu erkunden? Interessiert euch, wie die Geschichte weitergeht? Wollt ihr das Endgame mit der Dunklen Zitadelle und Unterstadt aufpeppen? Und möchtet ihr mit Runenwörtern experimentieren und Söldner anheuern? Das alles gibt's nur im Add-on.
40 Euro wirken dafür vielleicht etwas hochgegriffen, zehn Taler weniger hätten es auch getan - schließlich finanziert sich Diablo 4 immer noch mit Mikrotransaktionen. (Übrigens sehr erfolgreich, wie es scheint.) Doch zumindest nervt das Spiel nicht ständig mit seinem Ingame-Shop und Pay-to-Win ist auch kein Thema. Vessel of Hatred ändert daran nichts, den kosmetischen Kram und Season Pass kann man leicht ignorieren. Das geht für mich in Ordnung.
Ich hoffe sogar stark, dass Blizzard schon Pläne für ein zweites Add-on hat. Denn sowohl Diablo 2 wie auch Diablo 3 liefern erst mit ihren Erweiterungen so richtig rund - doch danach kam leider nichts mehr, die Spiele waren ab da im Grunde "fertig". Für Diablo 4 wünsche ich mir etwas anderes: Nicht nur Live-Service-Pflege mit Seasons und großen Patches alle paar Monate, sondern auch noch mehrere richtig große Erweiterungen, die mehr Regionen und Charaktere, Story, Klassen und Endgame-Mechaniken einbauen. Das Spiel hätte es verdient.
Vessel of Hatred ist für sich betrachtet vielleicht etwas unspektakulär - aber ich hoffe, es ist nur der Auftakt für eine ganze Reihe von Add-ons, die Diablo 4 auch auf lange Sicht am Leben halten, die Neues wagen und gleichzeitig auch die alten Fans immer wieder zurück ins Boot holen, und sei es nur für ein paar Wochen.
Schließlich winkt mit Path of Exile 2 schon ein mächtiger Konkurrent um die Ecke, der viele Spieler weglocken könnte. Und der setzt komplett auf Free-to-Play. Wenn Blizzard auch in Zukunft 40 Euro für seine Add-ons haben will, dürfen die also ruhig noch etwas mehr auf die Waage bringen - oder einfach beim Preis runtergehen.


Hab ja auch nicht gesagt, dass ich sie komplett ignoriere, sondern dass ich sie nicht unbedingt brauche.
Edit: Oder anders gesagt hatte ich gehofft, dass mit dem DLC die dünne Story des Hauptspieles aufgewertet wird und es hatte auch den Anschein…bis eben zum Ende.
Bei einem Hack‘n Slay kann ich auf eine Story auch weitestgehend verzichten. Nun ist aber auch bei D4 die Story allerhöchstens schmückendes Beiwerk, wirklich wichtig finde ich sie nicht. Ehrlich gesagt brauche ich die auch nicht.
Hab mit verschiedenen Charakteren das Spiel durchgespielt, aktuell auch den DLC, aber ich glaube, ich habe bisher jeden Dialog weggeclickt, weil mich das auch gar nicht interessiert, aber vor allem ist es völlig Banane, was das spielen an sich betrifft.
Die Nebenquests sind generisch ohne Ende und die Hauptquest absolut vorhersehbar, daher clicke ich auch alles weg, weil ich sowieso schon weiß, wie es endet. ;)
Das Kampfsystem macht mir wirklich viel Spaß, hat aber noch große Probleme. Die Charaktere sind untereinander immer noch sehr unbalanced. Der Barabar ist völlig OP, dafür andere vor allem im Endgame ziemlich nutzlos. Hier sollte mal nachgebessert werden.
Die Vergabe legendärer und einzigartiger Items ist komplett übertrieben, das Spiel scheißt einen förmlich damit zu, was solche Items sehr beliebig wirken lässt.
Ich finde, Diablo 4 ist ein grundsolides Spiel, was aber noch etliche Baustellen hat. Es erinnert mich etwas an Diablo 3, was auch erst nach mehreren Jahren das Spiel war, was es von Anfang an sein wollte.
Mit Sicherheit wird man noch daran feilen und verbessern, doch nach so langer Entwicklungszeit und dem Abstand zwischen Teil 3 und Teil 4 hätte ich „mehr“ erwartet.
Wie gesagt, grundsolide, überhaupt nicht schlecht, aber richtig gut eben auch noch nicht.
P.S. Gestern den DLC durchgespielt…das Ende ist eine Frechheit. Leider haben sie damit alles verkackt, was den DLC bis dahin ausgezeichnet hat. Echt schade.
gerade wenn ich Inarius 1 Mal begegne und dann war es das im Grunde mit ihm., gerade eben weil die Präsentation die meiste Zeit über einfach in InGame Grafik von oben ist (wenn auch nicht alles). Und die Technik ist halt wirklich nicht dolle. ich meine, das Wetter außerhalb eines Gebäudes macht sich auch innerhalb des Gebäudes bemerkbar. Polygone sind etwas höher aber insgesamt hat es immer noch einen Look wie in Diablo 3 und das war damals schon nicht nur von Path of Exile geschlagen worden, sondern selbst dem da schon uralten Titan Quest wenn ich an die Texturqualität denke.
Diablo 4 ist schon okay als Spiel aber letztendlich hat es auch einige Defizite, die es auch eher konstant behält. Ich habe aufjedenfall nicht dieses Budget im Spiel sich wiederspiegeln gesehen.
Ich seh auch keine Vormachtsstellung, die Maps sind Schläuche und gerade mit dem Mount ist das die meiste Zeit eher nervig und offensichtlich. Auch technisch nicht das gelbe vom Ei, wenn dann Monster aufploppen oder Fernkampf-Elemente wie Pfeile einfach verschwinden. Vom reinen Gameplay her ist das auch eher solala. Es ist halt wie Teil 3, quasi jeder Klick löst eine Fähigkeit aus, eine normale Attacke gibt es nicht. Kann man mögen aber als Nekro fand ich es schon eher nervig, wenn überall was aufgeploppt it. Ganz schlimm auch, wie man diese grässlichen floaty glow-Tränke übernommen hat aus Teil 3. Im Grunde ist das ganze Spiel wie Teil 3, nur halt mit dunklerer Optik. Kann einem gefallen, klar aber Vormachtsstellung? Die sehe ich eher bei Path of Exile.