Diablo 4: Vessel of Hatred im Test: Blizzard auf Kurskorrektur - so gut ist das Add-on wirklich!

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Diablo 4: Vessel of Hatred im Test: Blizzard auf Kurskorrektur - so gut ist das Add-on wirklich!
Quelle: Blizzard Entertainment

Manche Add-ons reißen dich einfach vom Hocker. Und dann gibt es solche wie Vessel of Hatred. Für Fans ist es trotzdem ein Pflichtkauf, denn Blizzard bessert in vielen Punkten nach. Eingeschworene Kritiker wird es aber nicht mehr umstimmen.

Die Söldner: Nie mehr allein

Söldner und Begleiter kennen wir schon aus Diablo 2 und 3, nun sind sie auch ein Teil 4 angekommen. Eine gelungene Neuerung!

Im Verlauf der Geschichte trefft ihr vier Begleiter, die ihr für euren Trupp anheuern könnt. Ab da dürft ihr immer einen Söldner als aktiven Mitstreiter mitnehmen und einen zweiten packt ihr in einen Unterstützungsslot, der nur in bestimmten Situationen aktiv wird. Anders als in Diablo 3 könnt ihr die Söldner nicht mit Waffen und Rüstungen ausstatten, aber sie leveln auf und können über kleine Talentbäume weiterentwickelt werden, damit ihre Boni und Angriffe gut zu eurem Build passen. Und weil sie auch im Kampf kräftig austeilen, stellen die Söldner tatsächlich eine nützliche Ergänzung dar, von der jeder Build profitieren dürfte.

Im Unterschlupf verwaltet ihr eure neuen Söldner. Quelle: PC Games Netter Nebeneffekt: Sobald eure Söldner aufleveln, schalten sie auch eine spezielle Währung frei. Die dürft ihr dann in eurem Söldnerlager bei einer neuen Händlerin verprassen. Wer hier ein bisschen spart, kann sich auf einen Schlag einen regelrechten Beuteregen herbeizaubern, bei dem selbst der Baum des Flüsterns neidisch wird.

Runenworte: wenig Begeisterung, viel Potenzial

Die Rückkehr des Runensystems wurde mit Spannung erwartet - schließlich waren Runenworte ein echtes Markenzeichen von Diablo 2. Die Umsetzung in Vessel of Hatred fällt aber noch ein bisschen unspektakulär aus.

Runen droppen ganz normal als Beute, es gibt sie in drei Seltenheitsstufen: magisch, selten und legendär. Zwei Runen lassen sich in ein gesockeltes Items einsetzen, so bilden sie einen Runenwort. Alle Runen unterscheiden sich aber grundsätzlich in zwei Arten: Eine liefert die nötige Energie, zum Beispiel durch den Einsatz bestimmter Skills, indem ihr ausweicht oder einen Heiltrank trinkt. Die andere Runensorte löst dann einen besonderen Effekt aus, sobald ihr auf diese Weise genügend Energie aufgebaut habt.

Runenworte bestehen aus zwei Runen. Eine lädt Energie auf, die andere entfesselt den Effekt. Quelle: PC Games Einfache Runenworte erhöhen zum Beispiel eure kritische Trefferchance oder beschwören einen magischen Wolf, der kurzzeitig für euch mitkämpft. Seltene, hochwertige Runen entfesseln aber auch magische Talente anderer Klassen. So können zum Beispiel auch Geistgeborene einen Schrei des Barbaren auslösen oder einen Meteoritenschauer des Zauberers entfesseln.

Das System ist schön unkompliziert und in der Theorie cool - doch in der Praxis waren die meisten Runen, die ich bislang gefunden habe, einfach noch ziemlich unspektakulär. Da man für Runen auch zwei kostbare Slots opfert, in die man sonst Edelsteine einsetzen könnte, will der Einsatz wohlüberlegt sein. Aber: Das System hat Potenzial, hier kann Blizzard in künftigen Seasons sicher noch einiges nachlegen.

Runen kommen auch zum Schmieden von mythischen Items zum Einsatz. Quelle: PC Games Schon jetzt könnt ihr überschüssige Runen auch gegen andere Exemplare umtauschen. Besonders seltene Runen braucht ihr außerdem für das Endgame-Crafting: Schon früher konntet ihr mächtige "Uniques" beim Alchemisten herstellen. Diesen Job übernimmt nun der Juwelenschmied. Dort dürft ihr mythische, einzigartige Gegenstände wie Andariels Antlitz oder die beliebte Harlekinskrone basteln. Zuvor brauchtet ihr dafür vier prächtige Funken, das ändert sich jetzt: Nun braucht ihr nur noch zwei prächtige Funken, aber dafür auch noch ein paar seltene Runen.

Neue Dungeons fürs Endgame

Auch die Endgame-Inhalte haben mit Vessel of Hatred Zuwachs bekommen. So gibt es nun eine neue Dungeon-Sorte namens "Unterstadt von Kurast". Hier müsst ihr euch unter einem strengen Zeitlimit durch drei Etagen bis zum Boss vorkämpfen. Unterwegs trefft ihr Monster, aus denen ihr ein paar Sekunden Zeitbonus rauskloppen könnt. Außerdem gibt es Altäre, die einen Fortschrittsbalken füllen - dadurch erhaltet ihr am Ende etwas hochwertigere Beute. Vor jedem Run dürft ihr außerdem noch festlegen, welche Art von Belohnung ihr gerne hättet.

Ein erstes Fazit nach zwei Dutzend Durchläufen: Ein netter Zeitvertreib mit angenehm hoher Gegnerdichte und ordentlichen Bosskämpfen am Schluss - doch gerade im Vergleich zu den spaßigeren Höllenfluten oder den neuen Höllenhorden auch noch kein Dauerbrenner. (Unschuldige Frage: Wären die Glyphen-Upgrades hier vielleicht nicht besser aufgehoben?)

In der Unterstadt von Kurast kämpft ihr nicht nur gegen Monster, sondern auch gegen die Zeit. Quelle: PC Games Der zweite neue Endgame-Inhalt ist die Dunkle Zitadelle, auf die Blizzard große Hoffnungen setzt. Denn dieser Dungeon ist der erste reine Koop-Inhalt für Diablo 4, das bedeutet: Einzelspieler kommen hier nicht weiter! Und das ist wörtlich zu nehmen, denn ihr könnt den Dungeon zwar auch alleine betreten, doch schon nach ein paar Minuten steht ihr vor einer Barriere, die sich nur mit mindestens einem Mitspieler öffnen lässt.

Ob das Spaß macht und ob sich das Ganze überhaupt lohnt? Keine Ahnung! Auf meinem Test-Server waren leider viel zu wenige Leute unterwegs, Mitspieler habe ich darum nie gefunden. Zumindest konnte ich schon mal einen Blick auf das Angebot einer Händlerin werfen, die euch die Zitadelle schmackhaft machen will: Bei ihr bekommt ihr zum Beispiel Schriftrollen, mit denen ihr die Härtung eines Gegenstands zurücksetzen könnt. Das wird all jene freuen, die sich beim Handwerk einen Gegenstand verhunzt haben.

Uber-Bosse stellen immer noch eine wichtige Endgame-Aktivität dar und werfen besonders starke Items ab. Quelle: PC Games

Mitspieler gesucht

Sobald Vessel of Hatred live geht, solltet ihr aber keine Probleme mehr haben, ein paar Mitspieler für die Dunkle Zitadelle zu finden. Dafür hat Blizzard nämlich den praktischen Gruppenfinder eingebaut, ein neues Tool zur Spielersuche. Über mehrere Filter dürft ihr da festlegen, welche Aktivität ihr spielen wollt, und schon geht die Anfrage raus. Praktisches Detail: Für bestimmte Orte (z.B. Albtraumdungeons) könnt ihr auch direkt auf der Karte die passende Spielersuche starten und müsst nicht immer den Umweg über das Tool gehen.

Das ist übrigens nicht die einzige Quality-of-Life-Verbesserung, die Blizzard mit Season 6 einführt. Eine gefällt mir besonders: Man darf jetzt einen Schnellreisepunkt als Favoriten festlegen. Das Stadtportal bringt euch dann immer dorthin - und zwar ganz egal, in welcher Region ihr gerade seid. So simpel, so praktisch!

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Zitat von Felix Schuetz
        Wie passt denn das zusammen?
        Ganz gut für mich. Man erlebt es ja trotzdem und macht sich seine Gedanken.
        Hab ja auch nicht gesagt, dass ich sie komplett ignoriere, sondern dass ich sie nicht unbedingt brauche.

        Edit: Oder anders gesagt hatte ich gehofft, dass mit dem DLC die dünne Story des Hauptspieles aufgewertet wird und es hatte auch den Anschein…bis eben zum Ende.
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Zitat von Felix Schuetz
        Wie passt denn das zusammen?
        Ganz gut für mich. Man erlebt es ja trotzdem und macht sich seine Gedanken.
        Hab ja auch nicht gesagt, dass ich sie komplett ignoriere, sondern dass ich sie nicht unbedingt brauche.

        Edit: Oder anders gesagt hatte ich gehofft, dass mit dem DLC die dünne Story des Hauptspieles aufgewertet wird und es hatte auch den Anschein…bis eben zum Ende.
      • Von Felix Schuetz Redakteur
        Zitat von ChaosCreator
        Nun ist aber auch bei D4 die Story allerhöchstens schmückendes Beiwerk, wirklich wichtig finde ich sie nicht. Ehrlich gesagt brauche ich die auch nicht.
        Zitat von ChaosCreator
        Gestern den DLC durchgespielt…das Ende ist eine Frechheit. Leider haben sie damit alles verkackt, was den DLC bis dahin ausgezeichnet hat. Echt schade.
        Wie passt denn das zusammen?
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Zitat von Limerick
        Bei Path of Exile fehlt mir einfach komplett die Story und das ganze Blockbuster Feeling. Man merkt einfach, dass Diablo mit einem wesentlich größeren Entwicklungsbudget entstanden ist, es wirkt einfach viel wertiger. Das fängt schon bei den Cutscenes an, über das Storytelling, bis hin zur Technik ingesamt. Wobei ich PoE 2 keinesfalls hässlich finde, versteh mich nicht falsch. Jetzt wo aber auch die Lootmechaniken in Diablo wieder passen, sehe ich für mich persönlich kein Argument mehr, dass für PoE spricht. Es ist ein guter Diablo Klon, aber letztlich nur ein Klon, der nicht an das Original heran kommt.
        Bei PoE habe ich keine Lust, mich in das sehr komplexe System zu arbeiten.
        Bei einem Hack‘n Slay kann ich auf eine Story auch weitestgehend verzichten. Nun ist aber auch bei D4 die Story allerhöchstens schmückendes Beiwerk, wirklich wichtig finde ich sie nicht. Ehrlich gesagt brauche ich die auch nicht.
        Hab mit verschiedenen Charakteren das Spiel durchgespielt, aktuell auch den DLC, aber ich glaube, ich habe bisher jeden Dialog weggeclickt, weil mich das auch gar nicht interessiert, aber vor allem ist es völlig Banane, was das spielen an sich betrifft.
        Die Nebenquests sind generisch ohne Ende und die Hauptquest absolut vorhersehbar, daher clicke ich auch alles weg, weil ich sowieso schon weiß, wie es endet. ;)
        Das Kampfsystem macht mir wirklich viel Spaß, hat aber noch große Probleme. Die Charaktere sind untereinander immer noch sehr unbalanced. Der Barabar ist völlig OP, dafür andere vor allem im Endgame ziemlich nutzlos. Hier sollte mal nachgebessert werden.
        Die Vergabe legendärer und einzigartiger Items ist komplett übertrieben, das Spiel scheißt einen förmlich damit zu, was solche Items sehr beliebig wirken lässt.
        Ich finde, Diablo 4 ist ein grundsolides Spiel, was aber noch etliche Baustellen hat. Es erinnert mich etwas an Diablo 3, was auch erst nach mehreren Jahren das Spiel war, was es von Anfang an sein wollte.
        Mit Sicherheit wird man noch daran feilen und verbessern, doch nach so langer Entwicklungszeit und dem Abstand zwischen Teil 3 und Teil 4 hätte ich „mehr“ erwartet.
        Wie gesagt, grundsolide, überhaupt nicht schlecht, aber richtig gut eben auch noch nicht.

        P.S. Gestern den DLC durchgespielt…das Ende ist eine Frechheit. Leider haben sie damit alles verkackt, was den DLC bis dahin ausgezeichnet hat. Echt schade.
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von Limerick
        Bei Path of Exile fehlt mir einfach komplett die Story und das ganze Blockbuster Feeling. Man merkt einfach, dass Diablo mit einem wesentlich größeren Entwicklungsbudget entstanden ist, es wirkt einfach viel wertiger. Das fängt schon bei den Cutscenes an, über das Storytelling, bis hin zur Technik ingesamt. Wobei ich PoE 2 keinesfalls hässlich finde, versteh mich nicht falsch. Jetzt wo aber auch die Lootmechaniken in Diablo wieder passen, sehe ich für mich persönlich kein Argument mehr, dass für PoE spricht. Es ist ein guter Diablo Klon, aber letztlich nur ein Klon, der nicht an das Original heran kommt.
        Mir fehlt die Story bei Path of Exile genauso und ist auch mein größter Kritikpunkt aber dafür passt halt alles andere. bei Diablo habe ich zwar die Story aber dafür gewaltige Probleme darin. Der Anfang ist dabei wie gesagt durchaus sehr stark von Diablo IV aber dann fällt es ab, wird recht belanglos und generisch. Es gibt einfach keinen Zwei-Parteienkonflikt bei dem man als Spieler eine Wahlmöglichkeit hätte, sondern die Story ist eher wie in Diablo 2 ein schnödes hinterhergerenne ohne einen besonderen Twist. Da fühle ich auch keinen Blockbuster

        gerade wenn ich Inarius 1 Mal begegne und dann war es das im Grunde mit ihm.
        , gerade eben weil die Präsentation die meiste Zeit über einfach in InGame Grafik von oben ist (wenn auch nicht alles). Und die Technik ist halt wirklich nicht dolle. ich meine, das Wetter außerhalb eines Gebäudes macht sich auch innerhalb des Gebäudes bemerkbar. Polygone sind etwas höher aber insgesamt hat es immer noch einen Look wie in Diablo 3 und das war damals schon nicht nur von Path of Exile geschlagen worden, sondern selbst dem da schon uralten Titan Quest wenn ich an die Texturqualität denke.

        Diablo 4 ist schon okay als Spiel aber letztendlich hat es auch einige Defizite, die es auch eher konstant behält. Ich habe aufjedenfall nicht dieses Budget im Spiel sich wiederspiegeln gesehen.
      • Von Limerick Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von SethWinterstein
        Brilliant? Also es war gut aber danach kam ja nichts mehr. Das war genau am Anfang noch gut, die Kamera war auf Augenhöhe mit anderen Winkeln und danach wieder klassisch von oben. Die Kampagne hatte dann auch keine Turns. Das ganze Set-Up ist für ein Lilith Vs. Inarius, zwei unterschiedliche Ideologien aber geht ziemlich linear auf Lilith, aus der man aber eigentlich nichts macht weil ihre Muterrolle eigentlich gar nicht richtig ausgespielt wird. Ich hatte das im Vorfeld befürchtet und war doch erstaunt, dass niemand bei Blizzard da frühzeitig eingeschritten ist um das hier lore akkurater zu machen.

        Ich seh auch keine Vormachtsstellung, die Maps sind Schläuche und gerade mit dem Mount ist das die meiste Zeit eher nervig und offensichtlich. Auch technisch nicht das gelbe vom Ei, wenn dann Monster aufploppen oder Fernkampf-Elemente wie Pfeile einfach verschwinden. Vom reinen Gameplay her ist das auch eher solala. Es ist halt wie Teil 3, quasi jeder Klick löst eine Fähigkeit aus, eine normale Attacke gibt es nicht. Kann man mögen aber als Nekro fand ich es schon eher nervig, wenn überall was aufgeploppt it. Ganz schlimm auch, wie man diese grässlichen floaty glow-Tränke übernommen hat aus Teil 3. Im Grunde ist das ganze Spiel wie Teil 3, nur halt mit dunklerer Optik. Kann einem gefallen, klar aber Vormachtsstellung? Die sehe ich eher bei Path of Exile.
        Bei Path of Exile fehlt mir einfach komplett die Story und das ganze Blockbuster Feeling. Man merkt einfach, dass Diablo mit einem wesentlich größeren Entwicklungsbudget entstanden ist, es wirkt einfach viel wertiger. Das fängt schon bei den Cutscenes an, über das Storytelling, bis hin zur Technik ingesamt. Wobei ich PoE 2 keinesfalls hässlich finde, versteh mich nicht falsch. Jetzt wo aber auch die Lootmechaniken in Diablo wieder passen, sehe ich für mich persönlich kein Argument mehr, dass für PoE spricht. Es ist ein guter Diablo Klon, aber letztlich nur ein Klon, der nicht an das Original heran kommt.
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