Diablo 4: Vessel of Hatred im Test: Blizzard auf Kurskorrektur - so gut ist das Add-on wirklich!

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Diablo 4: Vessel of Hatred im Test: Blizzard auf Kurskorrektur - so gut ist das Add-on wirklich!
Quelle: Blizzard Entertainment

Manche Add-ons reißen dich einfach vom Hocker. Und dann gibt es solche wie Vessel of Hatred. Für Fans ist es trotzdem ein Pflichtkauf, denn Blizzard bessert in vielen Punkten nach. Eingeschworene Kritiker wird es aber nicht mehr umstimmen.

Auf den Spuren von Mephisto

Ob euch die Geschichte interessiert oder nicht, spielt erst mal keine Rolle: Bei Spielstart könnt ihr zwar auswählen, die Kampagne des Hauptspiels zu überspringen, doch an Vessel of Hatred kommt ihr nicht vorbei. Ihr müsst die Story des Add-ons zumindest einmal durchspielen, bevor ihr sie auch in Zukunft mit anderen Charakteren überspringen könnt.

Vessel of Hatred spielt ganz in den Süden des Kontinents, wo euch mit Nahantu eine stimmungsvolle Dschungelregion erwartet. Die kennt man teilweise schon aus Diablo 2, darum dürft ihr euch auf ein Wiedersehen mit Orten wie Kurast (stilecht mit Gidbinn!) freuen, und auch Mephistos Kammer inklusive verloschener Höllenpforte stattet ihr einen kurzen Besuch ab. Mit Ormus kehrt außerdem ein alter Bekannter zurück, die Fans wissen es vielleicht zu schätzen.

Die Story knüpft direkt an das Hauptspiel an. Quelle: PC Games Neben dichtem Dschungel hat Nahantu auch noch andere Klimazonen zu bieten, zum Beispiel eine Savanne mit rostroten Felsen, außerdem erwarten euch unterwegs die typischen Open-World-Inhalte: Zufallsereignisse, Händler, Questgeber, Stützpunkte und so weiter. Das ist alles auf gutem Niveau, wenn auch etwas unspektakulär: Nahantu bietet im Vergleich zu den angrenzenden Zonen Hawezar und Kehjistan kaum Alleinstellungsmerkmale.

An den Docks von Kurast entdecken Kenner von Diablo 2 kleine Details. Quelle: PC Games Die Story knüpft nahtlos an das Hauptspiel an und dreht sich diesmal um Neyrelle, die sich mit Mephistos Seeleinstein irgendwo in Nahantu herumtreibt. Das Große Übel, das im Hauptspiel nur eine Nebenrolle übernahm, darf nun endlich die Muskeln spielen lassen - doch selbst Mephisto kann dem dünnen Plot leider kaum Spannung einhauchen. Dabei gibt es durchaus Lichtblicke und gute Ideen, auch die Bosskämpfe sind völlig in Ordnung.

Doch die meiste Zeit über verfällt die Geschichte eben doch wieder ins übliche Erzählmuster: Ihr folgt uralten Prophezeiungen, lasst euch zu irgendwelchen Tempeln führen, lauscht zu langen Gesprächen und Beschwörungsformeln, betretet mehrfach die Geisterwelt und haut zwischendurch einfach alles kurz und klein, was einen Lebensbalken hat. Das Muster wiederholt sich. Immerhin gäbe es noch einen neuen "Nebenschurken", doch im Vergleich zu Elias fällt er ziemlich blass aus. Auch bei den Zwischensequenzen in Spielgrafik hat Blizzard ein wenig gespart, hier hatte das Hauptspiel einfach mehr zu bieten.

Ein Geistgeborener erkundet das üppige Nahantu. Quelle: Blizzard Und das Ende? Das lässt Lore-Wächter zwar verzückt nach Luft schnappen, bleibt aber wieder mal sperrangelweit offen.

Übrigens voll beabsichtigt, wie uns Blizzard später in einer Q&A-Session verraten hat. Denn anders als bei früheren Diablo-Erweiterungen soll Vessel of Hatred die Geschichte nicht hastig abschließen. Das Add-on bildet einfach nur das nächste von (hoffentlich) vielen kommenden Kapiteln. Blizzard scheint also noch große Story-Pläne zu haben, und ich finde: Das hat Lob verdient! Selbst wenn das bedeutet, dass das Finale von Vessel of Hatred vielleicht nicht ganz so knallt, wie ich es mir erhofft hatte.

Geistgeborene: So spielt sich die neue Klasse

Die neuen Geistgeborenen passen prima zum Dschungelsetting, denn die sechste Klasse setzt auf leichte Rüstung, schnellen Nahkampf und vor allem auf vier mächtige Naturgeister. Man kann sich das wie eine Mischung aus Mönch und Hexendoktor vorstellen: Mit Jaguarfertigkeiten teilt ihr brutale Nahkampfkombos aus, die mehrere Gegner in Stücke reißen und euer Angriffstempo steigern. Gorilla-Talente verpassen euch dafür (bitter nötigen) vorübergehenden Schutz in Form von Barrieren und Blockchancen. Mit Adler-Angriffen werden häufige Stellungswechsel belohnt, außerdem schleudert ihr Projektile auf Gegner, die sie verwundbar machen. Und Tausendfüßler-Skills belegen eure Feinde mit verheerenden Gift-Effekten, die euch heilen oder die teilweise mit eurem Dornen-Wert skalieren.

Geistgeborene beschwören Naturgeister, darunter einen riesigen Tausendfüßler. Quelle: PC Games Besonders einer der ultimativen Skills - ein riesiger, giftspuckender Tausendfüßler - ist bei mir praktisch im Dauereinsatz. Wie gut, dass sich auch dieses Talent nun mit bis zu fünf Punkten steigern lässt! (Was übrigens für alle ultimativen Fähigkeiten gilt - nur eine von vielen kleinen Änderungen in Vessel of Hatred).

Auch Geistgeborene haben eine simple Klassenmechanik: Jeder der vier Naturgeister liefert euch einfach nur einen nützlichen passiven Bonus, zwei Stück dürft ihr euch aussuchen. Die Vorteile lassen sich beliebig kombinieren und wieder auswechseln - und das war es auch schon! Das System ist also nicht spannend, aber zumindest schnell und flexibel.

Auch wenn ich das volle Potenzial der Klasse noch nicht ausgeschöpft habe, fällt eines doch schnell auf: Geistgeborene verkörpern nicht eine, sondern viele Stärken, mit jeder Menge Skills, Items, Buffs und Debuffs, die sich clever kombinieren lassen. Ihr seid also nicht darauf angewiesen, euch stur auf eine der vier Geister-Ausrichtungen festzulegen. Ist der Geistgeborene also der ultimative Allrounder, die Eier legende Kloppmilchsau?

Die Lagerfeuer-Darstellung bei der Charakterauswahl wurde gestrichen. Quelle: PC Games Wohl kaum. Kurz nach Release werden sich wieder die üblichen Endgame-Builds herauskristallisieren. Doch welche das sind und ob der Geistgeborene zur Spitzenklasse taugt, lässt sich anhand meiner Testversion nicht abschätzen - schon allein, weil das Balancing hier und da etwas wackelig war und noch in einem Day-1-Patch überarbeitet wird. Trotzdem hatte ich schon jetzt großen Spaß mit meiner Mischung aus Gift-Talenten und Dornenschaden, gemixt mit ein bisschen Gorilla-Defensive und ein paar Adler-Stacheln für den Fernkampf. Das war vielleicht nicht immer elegant, aber so bin ich ganz bequem in Qual 3 angekommen und habe mich auf Paragonstufe 250 geprügelt.

Falls euch diese Werte jetzt aufhorchen lassen, habt ihr gut aufgepasst - denn auch hier hat sich das Spiel weiterentwickelt. Auf der nächsten Seite erfahrt ihr alles zu den neuen Schwierigkeitsstufen, dem überarbeiteten Levelsystem und warum ihr euch im Paragonsystem künftig noch weiter austoben dürft.

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    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Zitat von Felix Schuetz
        Wie passt denn das zusammen?
        Ganz gut für mich. Man erlebt es ja trotzdem und macht sich seine Gedanken.
        Hab ja auch nicht gesagt, dass ich sie komplett ignoriere, sondern dass ich sie nicht unbedingt brauche.

        Edit: Oder anders gesagt hatte ich gehofft, dass mit dem DLC die dünne Story des Hauptspieles aufgewertet wird und es hatte auch den Anschein…bis eben zum Ende.
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Zitat von Felix Schuetz
        Wie passt denn das zusammen?
        Ganz gut für mich. Man erlebt es ja trotzdem und macht sich seine Gedanken.
        Hab ja auch nicht gesagt, dass ich sie komplett ignoriere, sondern dass ich sie nicht unbedingt brauche.

        Edit: Oder anders gesagt hatte ich gehofft, dass mit dem DLC die dünne Story des Hauptspieles aufgewertet wird und es hatte auch den Anschein…bis eben zum Ende.
      • Von Felix Schuetz Redakteur
        Zitat von ChaosCreator
        Nun ist aber auch bei D4 die Story allerhöchstens schmückendes Beiwerk, wirklich wichtig finde ich sie nicht. Ehrlich gesagt brauche ich die auch nicht.
        Zitat von ChaosCreator
        Gestern den DLC durchgespielt…das Ende ist eine Frechheit. Leider haben sie damit alles verkackt, was den DLC bis dahin ausgezeichnet hat. Echt schade.
        Wie passt denn das zusammen?
      • Von ChaosCreator Mitglied
        Zitat von Limerick
        Bei Path of Exile fehlt mir einfach komplett die Story und das ganze Blockbuster Feeling. Man merkt einfach, dass Diablo mit einem wesentlich größeren Entwicklungsbudget entstanden ist, es wirkt einfach viel wertiger. Das fängt schon bei den Cutscenes an, über das Storytelling, bis hin zur Technik ingesamt. Wobei ich PoE 2 keinesfalls hässlich finde, versteh mich nicht falsch. Jetzt wo aber auch die Lootmechaniken in Diablo wieder passen, sehe ich für mich persönlich kein Argument mehr, dass für PoE spricht. Es ist ein guter Diablo Klon, aber letztlich nur ein Klon, der nicht an das Original heran kommt.
        Bei PoE habe ich keine Lust, mich in das sehr komplexe System zu arbeiten.
        Bei einem Hack‘n Slay kann ich auf eine Story auch weitestgehend verzichten. Nun ist aber auch bei D4 die Story allerhöchstens schmückendes Beiwerk, wirklich wichtig finde ich sie nicht. Ehrlich gesagt brauche ich die auch nicht.
        Hab mit verschiedenen Charakteren das Spiel durchgespielt, aktuell auch den DLC, aber ich glaube, ich habe bisher jeden Dialog weggeclickt, weil mich das auch gar nicht interessiert, aber vor allem ist es völlig Banane, was das spielen an sich betrifft.
        Die Nebenquests sind generisch ohne Ende und die Hauptquest absolut vorhersehbar, daher clicke ich auch alles weg, weil ich sowieso schon weiß, wie es endet. ;)
        Das Kampfsystem macht mir wirklich viel Spaß, hat aber noch große Probleme. Die Charaktere sind untereinander immer noch sehr unbalanced. Der Barabar ist völlig OP, dafür andere vor allem im Endgame ziemlich nutzlos. Hier sollte mal nachgebessert werden.
        Die Vergabe legendärer und einzigartiger Items ist komplett übertrieben, das Spiel scheißt einen förmlich damit zu, was solche Items sehr beliebig wirken lässt.
        Ich finde, Diablo 4 ist ein grundsolides Spiel, was aber noch etliche Baustellen hat. Es erinnert mich etwas an Diablo 3, was auch erst nach mehreren Jahren das Spiel war, was es von Anfang an sein wollte.
        Mit Sicherheit wird man noch daran feilen und verbessern, doch nach so langer Entwicklungszeit und dem Abstand zwischen Teil 3 und Teil 4 hätte ich „mehr“ erwartet.
        Wie gesagt, grundsolide, überhaupt nicht schlecht, aber richtig gut eben auch noch nicht.

        P.S. Gestern den DLC durchgespielt…das Ende ist eine Frechheit. Leider haben sie damit alles verkackt, was den DLC bis dahin ausgezeichnet hat. Echt schade.
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von Limerick
        Bei Path of Exile fehlt mir einfach komplett die Story und das ganze Blockbuster Feeling. Man merkt einfach, dass Diablo mit einem wesentlich größeren Entwicklungsbudget entstanden ist, es wirkt einfach viel wertiger. Das fängt schon bei den Cutscenes an, über das Storytelling, bis hin zur Technik ingesamt. Wobei ich PoE 2 keinesfalls hässlich finde, versteh mich nicht falsch. Jetzt wo aber auch die Lootmechaniken in Diablo wieder passen, sehe ich für mich persönlich kein Argument mehr, dass für PoE spricht. Es ist ein guter Diablo Klon, aber letztlich nur ein Klon, der nicht an das Original heran kommt.
        Mir fehlt die Story bei Path of Exile genauso und ist auch mein größter Kritikpunkt aber dafür passt halt alles andere. bei Diablo habe ich zwar die Story aber dafür gewaltige Probleme darin. Der Anfang ist dabei wie gesagt durchaus sehr stark von Diablo IV aber dann fällt es ab, wird recht belanglos und generisch. Es gibt einfach keinen Zwei-Parteienkonflikt bei dem man als Spieler eine Wahlmöglichkeit hätte, sondern die Story ist eher wie in Diablo 2 ein schnödes hinterhergerenne ohne einen besonderen Twist. Da fühle ich auch keinen Blockbuster

        gerade wenn ich Inarius 1 Mal begegne und dann war es das im Grunde mit ihm.
        , gerade eben weil die Präsentation die meiste Zeit über einfach in InGame Grafik von oben ist (wenn auch nicht alles). Und die Technik ist halt wirklich nicht dolle. ich meine, das Wetter außerhalb eines Gebäudes macht sich auch innerhalb des Gebäudes bemerkbar. Polygone sind etwas höher aber insgesamt hat es immer noch einen Look wie in Diablo 3 und das war damals schon nicht nur von Path of Exile geschlagen worden, sondern selbst dem da schon uralten Titan Quest wenn ich an die Texturqualität denke.

        Diablo 4 ist schon okay als Spiel aber letztendlich hat es auch einige Defizite, die es auch eher konstant behält. Ich habe aufjedenfall nicht dieses Budget im Spiel sich wiederspiegeln gesehen.
      • Von Limerick Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von SethWinterstein
        Brilliant? Also es war gut aber danach kam ja nichts mehr. Das war genau am Anfang noch gut, die Kamera war auf Augenhöhe mit anderen Winkeln und danach wieder klassisch von oben. Die Kampagne hatte dann auch keine Turns. Das ganze Set-Up ist für ein Lilith Vs. Inarius, zwei unterschiedliche Ideologien aber geht ziemlich linear auf Lilith, aus der man aber eigentlich nichts macht weil ihre Muterrolle eigentlich gar nicht richtig ausgespielt wird. Ich hatte das im Vorfeld befürchtet und war doch erstaunt, dass niemand bei Blizzard da frühzeitig eingeschritten ist um das hier lore akkurater zu machen.

        Ich seh auch keine Vormachtsstellung, die Maps sind Schläuche und gerade mit dem Mount ist das die meiste Zeit eher nervig und offensichtlich. Auch technisch nicht das gelbe vom Ei, wenn dann Monster aufploppen oder Fernkampf-Elemente wie Pfeile einfach verschwinden. Vom reinen Gameplay her ist das auch eher solala. Es ist halt wie Teil 3, quasi jeder Klick löst eine Fähigkeit aus, eine normale Attacke gibt es nicht. Kann man mögen aber als Nekro fand ich es schon eher nervig, wenn überall was aufgeploppt it. Ganz schlimm auch, wie man diese grässlichen floaty glow-Tränke übernommen hat aus Teil 3. Im Grunde ist das ganze Spiel wie Teil 3, nur halt mit dunklerer Optik. Kann einem gefallen, klar aber Vormachtsstellung? Die sehe ich eher bei Path of Exile.
        Bei Path of Exile fehlt mir einfach komplett die Story und das ganze Blockbuster Feeling. Man merkt einfach, dass Diablo mit einem wesentlich größeren Entwicklungsbudget entstanden ist, es wirkt einfach viel wertiger. Das fängt schon bei den Cutscenes an, über das Storytelling, bis hin zur Technik ingesamt. Wobei ich PoE 2 keinesfalls hässlich finde, versteh mich nicht falsch. Jetzt wo aber auch die Lootmechaniken in Diablo wieder passen, sehe ich für mich persönlich kein Argument mehr, dass für PoE spricht. Es ist ein guter Diablo Klon, aber letztlich nur ein Klon, der nicht an das Original heran kommt.
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