Destruction Derby im Retro-Special: Als Rennspiele noch ein gelungenes Schadensmodell hatten

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Special Michael Grünwald - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Destruction Derby im Retro-Special: Als Rennspiele noch ein gelungenes Schadensmodell hatten
Quelle: PC Games

28 Jahre nach Release schauen wir uns das Crash-Rennspiel Destruction Derby des Entwicklerstudios Reflections Interactive im Retro-Special noch einmal an.

Das ist gar nicht mal so einfach, denn ein klassischer Arcade-Racer ist der Titel nicht. Die Fahrphysik ist recht realistisch, wenngleich von einer reinen Simulation weit entfernt. Es macht trotz der schwammigen Steuerung Laune, mit den Fahrzeugen über die Pisten zu düsen. Drei unterschiedliche Autos stehen übrigens zur Auswahl. Die unterscheiden sich bezüglich Beschleunigung und Fahrverhalten und stellen quasi den Schwierigkeitsgrad dar. So ist die Karre auf der Pro-Stufe schwieriger zu kontrollieren als das Rookie-Fahrzeug.

Absolute Zerstörung

Neben den normalen Modi existiert auch noch die Möglichkeit, gegen einen menschlichen Spieler anzutreten. Allerdings fahren wir nicht gleichzeitig auf der Strecke, sondern nacheinander. Die KI-Piloten bekommen jedoch für beide Rennen Punkte, sodass wir einen gehörigen Zählernachteil haben. Zumindest mit dem Freund oder der Freundin können wir unser Punktekonto aber vergleichen. Ein Hardcore-Zerstörungsmodus ist ebenfalls integriert. In dem versuchen wir, im Bowl so lange wie möglich zu überleben. Wir sind quasi die Zielscheibe für alle anderen Gegner und sollten uns daher nicht erwischen lassen. Stehen wir einmal ungünstig an der Wand, düsen die NPCs mit Karacho in uns hinein und lassen nichts außer einem Schrotthaufen zurück.

Autos crashen Quelle: PC Games

One-Hit-Wonder

Bereits ein Jahr nach Destruction Derby, also 1996, brachten die Entwickler einen zweiten Teil auf den Markt. Die Fortsetzung überzeugte jedoch deutlich weniger. Zwar ist die Grafik ein wenig verbessert, neue Modi stehen zur Verfügung und die Strecken sind mit Sprüngen sowie Hügelkuppen gepflastert, doch das Fahrverhalten und die Kollisionsabfrage mit Kontrahenten lassen zu wünschen übrig.

Destruction Derby 2 ist kein schlechtes Spiel, aber insgesamt fehlt dem Spiel das richtige Balancing. In den Rennen entwickeln sich kaum Kampfgruppen, denn das Starterfeld zieht sich bereits nach wenigen Kurven zu weit auseinander.

Ähnliche Probleme haben auch die um einiges schlechter bewerteten Nachfolger Destruction Derby Raw und Arenas aus den Jahren 2000 und 2004. Diese wurden nicht mehr von Reflections Interactive, sondern von Studio 33 entwickelt. Das Wasser konnten diese Spiele dem ursprünglichen Destruction Derby nicht reichen.

Crash in Destruction Derby 2 Quelle: PC Games

Das Aussterben der Crash-Spiele und ein Comeback

Welchen Hype die Titel auslösten, sahen wir ab Anfang der 2000er-Jahre. Mit der Burnout- und der FlatOut-Reihe ging die Autozerstörung nämlich in die nächste Runde. Die Spiele von Criterion Games und Bugbear Entertainment überzeugten die Fans im Handumdrehen.

Ein Auto formschön in seine Einzelteile zu zerlegen, hat aber auch einfach etwas Befriedigendes an sich. Danach jedoch wurde es leiser um die spielbaren Crash-Spektakel. Von Burnout fehlt seit Jahren jede Spur und FlatOut hat sich qualitativ nach einem Entwicklerwechsel selbst zerstört.

Ein paar Ausreißer wie die abgedrehten Rennspiele Split Second und Twisted Metal kamen zwar in den Jahren nach dem Crash-Hype noch auf den Markt, aber bis zum Jahr 2018 blieb es eher ruhig im Genre. Dann jedoch feierte Wreckfest seinen finalen Release. Nach vier Jahren im Early Access überzeugte der Racer des FlatOut-Entwicklerstudios Bugbear von Beginn mit abgedrehten Fahrzeugen, grandiosen Strecken und einer sensationellen Zerstörungsmechanik.

Crash in Wreckfest Quelle: PC Games Eindeutig inspiriert vom ersten Destruction Derby, bekam das Rennspiel von allen Seiten positives Feedback. Bis heute bringen die Entwickler immer wieder neue Fahrzeuge, Strecken und andere Updates ins Spiel. Wenn ein aktueller Titel in die Fußstapfen des grandiosen Destruction Derby getreten ist, dann eindeutig Wreckfest.

In zwei Jahren wird der Urvater der Zerstörungsorgien 30 Jahre alt. Entwickler Reflections ist mittlerweile Part von Ubisoft und Publisher Psygnosis wurde aufgelöst - ein neuer Teil ist daher sehr unwahrscheinlich. Doch vielleicht schnappt sich ja jemand die brachliegende Marke und bringt ein Remake auf den Markt. Wir würden es spielen!

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Norisk699 Gelegenheitsspieler/in
        Danke für dieses und viele andere retro Videos. Ich schaue sie zuverlässig alle auf YT an .

        Gut gemacht, jedes Mal!
      • Von Norisk699 Gelegenheitsspieler/in
        Danke für dieses und viele andere retro Videos. Ich schaue sie zuverlässig alle auf YT an .

        Gut gemacht, jedes Mal!
      • Von CrusaderNoRegret NPC
        Ich hab DD1 und DD2 damals bis zum abwinken gezockt. DD2 ist mein persönlicher Favorit.. war damals bei der Matrox Mystique dabei und hatte die Matrox eigene 3D-Beschleunigung. Was zeitlich in etwa zwischen MMX und 3DFX angesiedelt war und ebenso von der Qualität.

        von DD2 gabs auch mehre Versionen die sich alle in kleinigkeiten wie Sounds, Texturen, KI Fahrverhalten, usw. unterschieden haben.. z.B. Playstation 1 version, PC version, Matrox Mystique Version.

        Anakin94 hat die im Vogons forum mal detailliert gegenübergestellt.. lohnt sich wirklich, für Die-Hard fans!
        https://www.vogons.org/vi...

        Ich hätte so bock mal den Chalk Canyon im LAN mit 4-8 Spielern zum zocken...
        es wurde ja mal ne DD2net.exe nachgeliefert die zocken über IPX ermöglichte.. ich habs mit nem IPXwrapper auch geschafft das sich die Clients finden.. man konnte in der Lobby chatten, aber das Spiel nicht starten.. zu schade. Das network-DD2 war aber auch nur ne Beta..
        wäre so genial wenn das nochmal funktionieren würde...

        DD1 war auch geil. aber die Strecken waren zu 2D, keine Berge oder Hügel. Der Soundtrack gefiel mir.. hatte was von den 90er Dance/techno/Rave zeiten. Aber DD2 übertraf spielerisch vom Fun das erste bei weitem. Der Metal-Soundtrack ist heute noch immer wieder in meiner Playlist...

        schade das es sowas heute nich mehr gibt...
        Ich hab Wreckfest auch geliebt und spielte es auch mit Wheel und cockpit view und manual shifts, wie als simracer. Aber das DD Flair war was anderes.

        Und TRAIL OUT ist quasi Wreckfest nur nochmal neu mit raytracing, aber in der zeit als ich es gespielt hatte, noch ohne multiplayer support..
      • Von M4GIC Spiele-Novize/Novizin
        Ohman habe ich das Spiel damals geliebt. War damals so glücklich, als sich Wreckfest als würdiger geistiger Nachfolger entpuppte. Bin auf den zweiten Teil gespannt.
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