Destiny 2: Meinung zur Kampagne

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Destiny 2: Meinung zur Kampagne
Quelle: Bungie

Knapp zwei Wochen nach Release vergeben wir unsere Testwertung für Destiny 2 und zeigen den Shooter im Review-Video in Aktion.

Aktuelle Änderungen hervorheben

Die gute Nachricht: Destiny 2 hat eine Story

Schöne Szenerien gibt's viele in Destiny 2. Quelle: Computec Media GmbH Schöne Szenerien gibt's viele in Destiny 2. Ja, Destiny 2 erzählt im Gegensatz zum Vorgänger eine durchgehende Handlung, der sich auch folgen lässt. Der Anfang holt dabei Spieler des ersten Teils ebenso ab wie Neueinsteiger. Kurz zusammengefasst: Irgendwann in der Zukunft läutet eine aus den Weiten des Alls aufgetauchte und unvorstellbar riesige Kugel das Goldene Zeitalter ein. Die Menschheit nennt sie "Der Reisende". Der technologische Wunderball ermöglicht nicht nur ferne Reisen durchs All, sondern gibt Auserwählten auch die Macht des Lichts und schenkt ihnen damit, nun ja, Space-Magie. Auf die hat es in Destiny 2 der Alien-Schuft Ghaul abgesehen. Der platzt ohne Einladung ins Hauptquartier der Helden, die sich selbst Hüter nennen, und trennt sie vom Licht. Den ihrer Kräfte beraubten Überlebenden bleibt nur die Flucht.

In den folgenden - je nach Spieltempo - ungefähr 11 bis 13 Stunden Spielzeit entspinnt sich eine Geschichte ums Scheitern und ums Aufbäumen. Die ist für Destiny-Veteranen gespickt mit selbstreferentiellen Anspielungen und kleinen Easter Eggs, lässt sich aber auch von Neulingen mühelos verfolgen. Im Zentrum der Erzählung stehen neben Ghaul die drei Star-NPCs des Vorgängers: Jäger Cayde-6, Warlock Ikora Rey und Titan Zavala. Die fühlen sich als hätten sie versagt, als hätten sie die Menschheit im Stich gelassen und verteilen sich auf verschiedene Orte im Sonnensystem. Die Aufgabe der Spieler: Die Band wieder zusammenbringen und zum Kampf gegen Ghaul blasen.

Tutorial mit Zwischensequenzen

Da sich das Trio natürlich auf die neuen Planeten-Zonen von Destiny 2 verteilt, wird schnell klar, wozu die Kampagne primär dienen soll: Spieler machen hier die ersten Schritte in den neuen Gebieten und werden mit Spielmechaniken vertraut gemacht, die sie dann im Endgame stundenlang beschäftigen sollen. Entsprechend hastig rauschen die Autoren von einem Zwischenstopp zum nächsten. Vermeintlich existenzielle Krisen sind mitunter innerhalb von zwei Mission geklärt. Charaktertiefe wird dabei keine aufgebaut - auch wenn die wichtigsten Figuren im Laufe der Kampagne deutlich greifbarer werden als sie es im ersten Destiny je waren. Auch Bösewicht Ghaul bleibt blass - die Autoren beleuchten zwar seine reichlich klischeehafte Motivation, lassen ihn im Mittelteil jedoch fast vollständig von der Bildfläche verschwinden und ziehen ihn erst zum Finale wieder aus dem Hut.

Auch die eigentlich spannende Prämisse löst sich aus Gameplay-Gründen schnell in Nichts auf. Die ehemaligen Superhelden werden ihrer Superkräfte beraubt - wären wir Spieler längere Zeit vergleichsweise machtlos, gäbe das bestimmt eine spannende Story ab. Destiny 2 stünde in dem Fall auf Gameplay-Seite ohne Spezialfähigkeiten aber reichlich nackig da. Entsprechend flott bekommen Spieler-Charaktere ihre Kräfte wieder und turnen als Space-Magier durchs Spiel. Etwas absurd wirkt dann leider nur, dass selbst die wichtigsten NPCs bis kurz vor Schluss ohne ihre Kräfte auskommen müssen. Warum? Das versuchen die Autoren gar nicht erst zu erklären. Ähnlich fragwürdig wirkt die Entscheidung, den Charakter des Spielers in Zwischensequenzen regelmäßig als saucoole Ein-Mann-Armee zu inszenieren, der tut was sonst keiner kann ... abgesehen von den Dutzenden anderer Spieler-Charaktere, die auch im Rahmen der Kampagne immer wieder zu sehen sind. Destiny 2 tappt hier ins gleiche Problem wie viele Online-Spiele. Das stört nicht groß bei einem Spiel, von Destiny 2: Die Zwischensequenzen sind teilweise vorgerendert, teilweise Ingame-Szenen. Quelle: Computec Media GmbH Destiny 2: Die Zwischensequenzen sind teilweise vorgerendert, teilweise Ingame-Szenen. dessen Handlung ohnehin kaum jemand Witcher-3-Niveau erwarten dürfte. Die meisten Spieler werden es schulterzuckend hinnehmen. Da wäre allerdings deutlich mehr möglich gewesen.

Unterm Strich bleibt die Kampagne von Destiny 2 mit vielen Explosionen untermaltes Popcorn-Kino zum Mit-Schießen. Egal ob in Spielszenen, Ingame- oder Render-Zwischensequenzen - Destiny 2 erzählt eine temporeiche Geschichte voller Drama, Humor und mal mehr und mal weniger schmissiger One-Liner. Action und Unterhaltung waren den Machern sichtlich wichtiger als Tiefgang. Dennoch: Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es immerhin eine Erzählung, die diese Bezeichnung verdient. Inklusive eines zwar vorhersehbaren, aber befriedigenden und famos inszeniertem Finale - mit einem recht plumpen Cliffhanger auf Inhalts-Erweiterungen.

Euer eigenes Tempo

Auch spielerisch bieten die Bungie-Entwickler, was zu erwarten war. Abgesehen von vereinzelten Spritztouren in Panzer-ähnlichen Gefährten bieten die Story-Hauptmissionen von Destiny 2 kaum Gimmicks. Ihr schießt euch durch lauschige Wälder, schleimige Höhlen, Industrie-Komplexe und Alien-Basen. Die Missionen spielen dabei fast ausnahmslos in den Gegenden, die auch später im "Open World"-Teil des Spiels zugänglich sind. Ihr lernt also bereits, euch in den Gebieten zurechtzufinden, die deutlich größer und verwinkelter sind als im Vorgänger.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr Teile dieses Open-World-Gameplays übrigens vorziehen. Die Kampagne von Destiny 2 müsst ihr nicht am Stück durchspielen. PvP-Matches lassen sich ebenso einschieben wie öffentliche Events, das Erkunden der Zonen mit ihren unzähligen öffentlichen Mini-Dungeons (verlorene Sektoren genannt) und das Absolvieren von mit Mini-Stories verknüpften Neben-Quests (Abenteuer). Letztere bieten übrigens auch nach Abschluss der Kampagne zumindest noch etwas Story-getriebene und mit Skript-Ereignissen versehene Beschäftigung im ansonsten Itemgrind-lastigen Endgame. Die meisten Spielelemente sind allerdings nicht von Anfang an zugänglich und werden erst im Laufe der Kampagne freigeschaltet. Wer beispielsweise die kooperativen Strikes spielen möchte, muss dafür erst einmal knapp zwei Drittel der Haupt-Missionen bewältigen.

Außerdem erlaubt die Kampagne natürlich bereits erste Gehversuche im Gruppenspiel. Mit Ausnahme der Prolog-Missionen, in denen eure Figur noch ohne Superkräfte unterwegs ist, sind sämtliche Story-Einsätze mit bis zu zwei Mitstreitern spielbar - inklusive des Finales.

Destiny 2: Für Solospieler geeignet?

Da uns diese Frage im Vorfeld der Veröffentlichung häufig gestellt wurde, wollen wir sie hier nicht ignorieren. Eine finale Antwort können wir freilich noch nicht geben, denn die Langzeitmotivation des Endgame für Solisten muss sich noch beweisen. Allen, die mit einem Kauf rein für die Story-Kampagne liebäugeln, können wir nun jedoch raten: wartet Preissenkungen oder Sales ab. Zu einem günstigeren Preis gibt Destiny 2 eine kurzweilige SciFi-Seifenoper ab - für alle, die mit dem Itemgrind-Anteil des Spiels so gar nichts anfangen können, ist der Shooter den Vollpreis aber nicht wert.

Destiny 2: Englische vs Deutsche Synchro

Destiny 2: Impressionen aus der Kampagne (1) Quelle: Computec Media GmbH Destiny 2: Impressionen aus der Kampagne (1) Klar, wer Englisch nicht fließend spricht, sollte die deutsche Fassung von Destiny 2 spielen. Wenn ihr aber des Englischen mächtig seid, empfehlen wir euch das Umschalten der Sprache. Abgesehen von Cayde kommt kaum ein anderer Charakter in der deutschen Version so tragisch, so dramatisch, so emotional rüber wie in der Originalsprache. Die Sprecherinnen von Hawthorne und Ikora verblassen schlichtweg gegenüber den originalen Stimmen, und auch der Sprecher von Zavala bricht sich keinen Zacken aus der Krone. Nebencharaktere wie Failsafe und Devrim Kay funktionieren ganz gut, bei Asher Mir ist möglicherweise die Vorlage zu komplex, als dass sie sich einfach mit der geforderten Schnippigkeit übertragen ließe. Über Sloane müssen wir kein Wort verlieren. Immerhin bringt die deutsche Stimme von Ghaul genug Gewicht mit, damit das Psycho-Rhinozeros auch als echte Bedrohung rüberkommt.

Destiny 2: Meinungen zur Kampagne

Meinungen

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  1. Seite 1 Destiny 2 im Test: Das letzte Update vor der Wertung
  2. Seite 2 Destiny 2: Meinung zum Solo-Endgame
  3. Seite 3 Destiny 2: Meinung zur Kampagne
  4. Seite 4 Destiny 2: Vorab-Spielbericht
    • Kommentare (66)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von Gemar
        Die Menüführung ist total verwirrend.
        Diese unmenge an Icons und Bezeichnungen ist erschlagend.
        Ich habe es 1-2 Std ausprobiert und hatte bisher nur die Einführung, sehr viele Ladezeiten und eine epische Suche durch die Menüs.
        Ich habe es (glaube ich) geschafft ein paar Aufträge(?) zu erklicken aber zum Ziel kam ich dann doch nicht.
        Mal sehen wann ich dazu noch einmal Lust habe, aber wenn es sowieso nur Grind ist, fällt das Spiel bei mir eigentlich schon durch.
        Das Spiel hat mMn einen sehr guten SP-Part, welcher atmosphärisch die Welt vom Game einführt. Zu Beginn stand ich auch wie ein Esel am Berg, bis ich die richtigen Icons für die Kampagne erkannt hatte. Aber die ersten 2-3 Maps in der Kampagne, zogen sich, wenn ich mich recht erinnere.
        Und nach der Kampagne? Diablo im Shooterbereich. Finde aber hier, D2, das PvE viel angenehmer
      • Von McDrake Mitglied
        Zitat von Gemar
        Die Menüführung ist total verwirrend.
        Diese unmenge an Icons und Bezeichnungen ist erschlagend.
        Ich habe es 1-2 Std ausprobiert und hatte bisher nur die Einführung, sehr viele Ladezeiten und eine epische Suche durch die Menüs.
        Ich habe es (glaube ich) geschafft ein paar Aufträge(?) zu erklicken aber zum Ziel kam ich dann doch nicht.
        Mal sehen wann ich dazu noch einmal Lust habe, aber wenn es sowieso nur Grind ist, fällt das Spiel bei mir eigentlich schon durch.
        Das Spiel hat mMn einen sehr guten SP-Part, welcher atmosphärisch die Welt vom Game einführt. Zu Beginn stand ich auch wie ein Esel am Berg, bis ich die richtigen Icons für die Kampagne erkannt hatte. Aber die ersten 2-3 Maps in der Kampagne, zogen sich, wenn ich mich recht erinnere.
        Und nach der Kampagne? Diablo im Shooterbereich. Finde aber hier, D2, das PvE viel angenehmer
      • Von Gemar Mitglied
        Die Menüführung ist total verwirrend.
        Diese unmenge an Icons und Bezeichnungen ist erschlagend.
        Ich habe es 1-2 Std ausprobiert und hatte bisher nur die Einführung, sehr viele Ladezeiten und eine epische Suche durch die Menüs.
        Ich habe es (glaube ich) geschafft ein paar Aufträge(?) zu erklicken aber zum Ziel kam ich dann doch nicht.
        Mal sehen wann ich dazu noch einmal Lust habe, aber wenn es sowieso nur Grind ist, fällt das Spiel bei mir eigentlich schon durch.
      • Von riesenwiesel Hobby-Spieler/in
        Da man das Spiel umsonst abgreifen konnte, hab ich es mal ein paar Stunden reingeschnuppert...

        Langsam bekomme ich den Eindruck, dass ich zu kritisch bin, aber wenn ich den Test lese, dann habe ich das Gefühl ein anderes Spiel gespielt zu haben.

        "Der Startpunkt ist dabei für alle Spieler die Story-Kampagne. Und deren Anfang holt Kenner des ersten Teils ebenso ins Boot wie komplette Destiny-Neulinge. "
        Stimmt, nach den ersten zehn Minuten fühle ich mich als Neulinge zwar neu, aber doch abgeholt. Nach der ersten Stunde hingegen wird man komplett im Regen stehen gelassen. Und da geht es nicht um irgendwelche beiläufigen Anspielungen, sondern da wird einfach mal die Kenntnis einer kompletten Rasse als gegeben vorausgesetzt, ohne das man je was von dieser Gehört hat. Das hat zumindest mir nicht das Gefühl vermittelt, dass da etwas neues ist, was neugierig macht mehr zu erfahren, sondern man hat sich einfach nur gefühlt als hätte man irgendetwas Wesentliches verpasst. Gar nicht gut gemacht.

        "Destiny 2: Technisch hervorragende PC-Version"
        Das könnte man fast schon als Ironie auslegen. Der ganze Artikel erwähnt mit keinem Wort die wirklich extrem auffällig vielen, teils doch rechten langen Ladebildschirme. Könnte man den Ladezeiten noch mit noch besserer Hardware gegensteuern, ist allein schon die Anzahl sehr verblüffend. Zum Teil wirklich drei in Folge ohne erkennbaren Grund. "Hervorragend" ist das nun wirklich nicht.
      • Von stevem Spiele-Enthusiast/in
        "deutlich mehr los..." ehm also ich bin zu 80-90% alleine auf den planeten unterwegs ganz selten treffe ich mal auf nen spieler und noch seltener treffe ich mal auf 4 weitere spieler, die meiste zeit mache ich alleine die events da weit und breit einfach keine spieler sind oder gar kommen ..... auch die clans sind alles andere als hilfsbereit oder das man damit leichter spieler findet, ich war bisher in 3 verschiedene clans und überrall habe ich eine gruppe für raids, strikes usw. gesucht aber es hat sich nie jemand gemeldet .... mittlerweile ist es auch so das ich in strikes nur noch alleine bin, das zeigt mir dass das spiel kein dauerbrenner ist und kaum wiederspielwert hat, daher denke ich mal dass das spiel anfang 2018 kaum noch jemand zocken wird ....
      • Von schmoki Hobby-Spieler/in
        Hab jetzt rund 30-35h die PC-Version gespielt als kompletter Destiny-Neuling und finde 86% recht großzügig.

        Die 8h Kampagne waren ganz okay. Das spannendste war allerdings das Panzer fahren, was man außerhalb der story ja nicht wirklich kann. Der Rest war recht vorhersehbar und größtenteils ein Schlauchlevel. Die restlichen 22h+ habe ich größtenteils mit 2freunden (gruppen sind ja leider auf 3spieler limitiert) public events gefarmt und hab nun power level 265 erreicht. Auf dem Weg dahin sind 2andere freunde bereits ausgestiegen, weils ihnen zu viel Grind war. PvP hab ich auch 2h gemacht und 4h alleine gefarmt.

        Mein Fazit: Wenn man Freunde hat, die aktiv mit einem spielen macht es echt Spaß. Wenn mans alleine spielt hätte ich das Spiel aber wahrscheinlich schon nach 15h gedroppt und aufgehört.
        Sobald man aber alleine rumlaufen muss ist es der Horror. Soziale-Aspekte hat das Spiel sogut wie gar keine. Man muss sich oft 5x in die gleiche Zone porten, bis man überhaupt mal andere Spieler sieht und die machen meistens sowieso was anderes als public events. Anflüstern oder ähnliches geht ja generell nicht und aus anderen MMOs bin ichs gewöhnt ninja-freundesanfragen einfach abzulehnen, weshalb es recht schwer fällt andere Leute zu treffen. Der Klan-Chat (der ingame nicht existiert) ist ebenso nen Witz. Da kann man auch einfach direkt nen discord-textchat benutzen, ist gleichwertig umständlich.

        QOL-Features fehlen auch ziemlich viele:
        - wie oben schon erwähnt ingame clan chat
        - Gruppeneinladungen kann man nicht einfach per knopfdrück akzeptieren, sondern muss sich erst durch 3untermenüs wurschteln.
        - Zonen sind Spielermäßig zu stark limitiert und oft ist man einfach alleine in ner neuen Zone (zonenauswahl oder ähnliches wäre nett)
        - 3er gruppen für public events, obwohl da auch deutlich mehr sein könnten, ist sehr einschränkend
        - Skalierung auf die Spieleranzahl ist nicht vorhanden. Alleine public events sind ätzend und mit 5leuten gehen sie deutlich zu schnell. Hauptstory zu 3. ist super einfach und man kann alles durchrushen, alleine ist sie deutlich anstrengender und man muss sich durchkämpfen.
        - Gruppen für Quests oder Strikes suchen ist denke ich generell unmöglich, da es keine ingame-gruppensuche oder ähnliches gibt.
        - generell Soziale-Aspekte fehlen komplett.

        Bin jetzt noch gespannt, wie es mit dem Raid aussieht, aber lange wird sich das Spiel wohl nicht mehr auf meiner Festplatte halten.
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