Bekannte Gesichter

Der Pate Eine Sache beherrscht Der Pate richtig gut: die Haupt- und Nebendarsteller des Films auftreten zu lassen. Don Vito Corleone, seine Söhne Sonny und Michael, Consigliere Tom Hagen, dazu kleinere Halunken wie Monk Malone, Paulie Gatto und der eingangs erwähnte Luca Brasi - sie sind alle da und, bis auf Michael, der irgendwie fremd aussieht, mit verblüffender Ähnlichkeit zum Original gezeichnet. Die Detailtreue führt bis zur seltsam vorgeschobenen Unterlippe des Paten. Auch sein ruhiges Wesen, seine minimalistische Gestik und die hauchende Stimme finden sich in seiner Person wieder.

Ebenso sorgfältig gingen die Macher mit der Story des Films um. Die meisten Schlüsselereignisse wurden akkurat nachgestellt und um Stellen ergänzt, die den Spieler involvieren: Sie sind derjenige, der den Pferdekopf in Woltz Schlafzimmer deponiert. Und Sie sind derjenige, der die Waffe in Louis" Restaurant versteckt, wo Michael seinen Anschlag auf Sollozzo ausführt. Selten gibt es Grund zu mäkeln. Etwa dann, wenn es in einer berühmten Sequenz heißt "Vergiss die Canneli nicht", obwohl sich jene sizilianische Süßspeise mit einem o schreibt.

Alle Zeichen auf Action

Der Pate Wie sehr die Action im Vordergrund steht, verdeutlicht die Ausgefallenheit des Prügelsystems. Neben der Tastatur bewirken Drehbewegungen mit der Maus Schläge. Kontrollierte Angriffe erweisen sich mit einer Kombination der beiden Eingabegeräte aber als undurchführbar, bequemer verläuft das Handgemenge mit Gamepad inklusive Analogstick. Ins Angriffsrepertoire fallen: Gegner festhalten, Kopfnuss und Kinnhaken verpassen, auf den Boden werfen, nachtreten, an Wände drücken, schubsen, über Geländer halten.

Klingt kompliziert, doch in der Praxis hat sich panisches Herumhämmern auf Tasten bewährt. Das sind die Früchte ungenauer Programmierarbeit.Auch bei den Schießereien fällt eine extravagante Steuerung auf. So klebt das Fadenkreuz automatisch am Gegner im Sichtfeld fest, sobald Sie die rechte Maustaste gedrückt halten - ein kurzes Loslassen und es hüpft zur nächsten Person. Ist ein Feind erst mal anvisiert, können Sie das Fadenkreuz über seinen Körper wandern lassen, um bestimmte Zonen anzugreifen. Ein Schuss in die Beine lähmt, einer in den Arm entwaffnet. Der Kopf ist der empfindlichste Bereich.

Warum nicht einfach ständig wie im Ego-Shooter ballern, was ohne Weiteres möglich ist? Weil Verletzungen heftig Aua machen, insbesondere direkte Treffer mit der Schrotflinte verursachen den augenblicklichen Exitus. Und dann starten Sie am letzten Kontrollpunkt von vorn - beliebiges Speichern ist nicht. Also: Vor dem Losstürmen den richtigen Moment abwarten und aus der Deckung heraus agieren.

Feinde tun es Ihnen gleich und suchen Schutz hinter Wänden, Theken und Kisten.
Das Waffenrepertoire ist stattlich. Es reicht von Pistolen über Schnellfeuergewehre, in den heimlichen Momenten kommt der Würgedraht zum Einsatz, im Nahkampf der Baseballschläger.

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