Der Herr der Ringe: Schlacht um Mittelerde 2
"Das ist guter Felsen hier."
Die aus der Buchvorlage bekannte Elbeninschrift ziert die Festung des jeweiligen Ringbesitzers.
So spricht Zwerg Gimli in der Buchvorlage Die zwei Türme, als er auf den festen Wällen der Hornburg steht. Und genauso dürfen Sie sich als Spieler fühlen, denn jetzt bauen Sie Ihre jeweilige Basis ganz im Stile eines Command & Conquer Generäle auf. Den Grundstein bildet Ihr Haupthaus, ein Zitadellengebäude, in dem Sie Arbeiter rekrutieren. Sobald Sie einen solchen fleißigen Burschen mit der Maus auswählen, erscheint auf der rechten Bildschirmleiste ein schlankes Baumenü, in dem alle verfügbaren Gebäude abgebildet sind.
Die vorgegebenen Bauplätze des Vorgängers gibt es (fast) nicht mehr. Sie dürfen überall auf der Karte bauen, soweit es das Gelände zulässt. Das macht deutlich mehr Spaß als im Vorgänger. Das Haupthaus selbst verfügt über sieben feste Bauplätze, die Sie schon aus Die Schlacht um Mittelerde kennen. Darauf errichten Sie Festungsanbauten, wie zum Beispiel Abwehrtürme, Katapulte oder Adlerhorste.
Zusätzlich darf der Spieler jedes Haupthaus mehrfach erweitern. So können die Goblins ihre Zitadelle mit einem schützenden Spinnwebenbelag versehen, während die Zwerge verstärktes Mauerwerk einsetzen. Sehr schön: Für jedes der sechs spielbaren Völker haben sich die Entwickler individuelle Upgrades ausgedacht, was zu einer hohen Abwechslung im Spiel führt. Natürlich dürfen Sie Ihre frei errichteten Gebäude nicht schutzlos stehen lassen, dafür sorgt eine neuartige Mauerbauweise.
Auf der Mauer, auf der Lauer
Das Bausystem ist denkbar simpel und genial: An den festen Baupunkten Ihrer Zitadelle oder mithilfe eines Arbeiters im freien Gelände errichten Sie so genannte Mauerknotenpunkte. Dort beginnend ziehen Sie mit der Maus gerade verlaufende Mauerwälle. Am gewünschten Endpunkt platziert das Spiel wieder einen neuen Knotenpunkt. Jeder Mauerabschnitt ist in kurze Segmente unterteilt, die sich mit zusätzlichen Bauten versehen lassen.
So errichten Sie kinderleicht Tore und bei den Zwergen sogar weitere Verteidigungstürme. Lediglich die Goblin- und Mordor-Fraktion muss ohne Mauern auskommen, was wir nicht ganz nachvollziehen können. Aber Vorsicht: Dieses neue Spielelement verführt regelrecht dazu, die hektischen Gefechte zu vergessen. Stattdessen ertappten wir uns dabei, wie wir stundenlang an unserer Burganlage herumtüftelten.
Aber denken Sie bitte nicht, dass Die Schlacht um Mittelerde 2 zu einem Einigel-Spiel verkommt - weit gefehlt! So schön die dicken Wallanlagen anzusehen sind, mit ballistischen Belagerungswaffen sind diese schnell zerlegt - etwas zu schnell, wie wir finden. In der Testversion hielten die Anlagen genau wie die Gebäude nicht lange stand. Da sollten die Entwickler noch bis zum Release nachbessern.
Zu wenig Biss?
Einer der Kritikpunkte am Vorgänger war die extrem früh störende KI des Computers. Das scheinen sich die Entwickler fast zu sehr zu Herzen genommen zu haben, zumindest für die Kampagnen. Beim Testen auf mittlerem Schwierigkeitsgrad fiel uns auf, dass der Gegner in keine verlorenen Gebäude nachbaute und insgesamt viel weniger aggressiv gegen unsere Stellungen vorging als im Vorgänger.
