Deathloop: So unterschiedlich können Meinungen über Videospiele sein

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Kolumne Michael Grünwald - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 50,99 €
Deathloop: So unterschiedlich können Meinungen über Videospiele sein (1)
Quelle: Arkane Studios

Mit Deathloop kam vor kurzem eine neue Marke von Arkane Lyon auf den Markt. Die Meinungen über den speziellen Shooter spalteten die Gemüter. Viele sahen in Deathloop einen Anwärter zum Spiel des Jahres, einige andere doch nur ein durchschnittliches Abenteuer. Redakteur Michael Grünwald geht darauf ein, warum trotz aller Professionalität auch immer der subjektive Einfluss eine Rolle in der Bewertung spielt.

Bevor Deathloop am 14. September erschien, war nicht viel über das neue Projekt von Arkane Lyon bekannt. Obwohl ich Anfang Mai von Bethesda zu einer ersten Gameplay-Präsentation eingeladen wurde, war ich nach dem Event nicht unbedingt viel schlauer. Das gezeigte Material sah cool und durchgeknallt aus, doch wie genau das im fertigen Spiel umgesetzt werden sollte, konnte ich damals noch überhaupt nicht einschätzen.

Gutes Spiel, unterschiedliche Wertungen

Mittlerweile habe ich den Titel durchgespielt und mein erster Eindruck hat mich nicht getäuscht. Es macht extrem viel Laune, sich mit Colt in den Mörder-Puzzle-Shooter zu stürzen. Arkane lässt mir die Wahl, wie ich mich durch die vier verschiedenen Abschnitte bewege. Meistens versuche ich als Stealth-Fan natürlich heimlich, still und leise vorzugehen, doch das ist gar nicht mal so einfach und endet relativ häufig in wilden Schießereien. Zum Glück lassen sich diese ebenfalls hervorragend spielen. Doch es ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Gerade die K.I. hat hin und wieder erhebliche Aussetzer und agiert relativ dumm auf bestimmte Situationen.

In vielen Reviews wird Deathloop (jetzt kaufen 23,49 € / 50,99 € ) daher vollkommen zu Recht abgewertet, wenn es um die Zeitschleifen-Touristen der Insel geht. Natürlich habe ich auch unseren PC Games-Test (Wertung 7) ausführlich gelesen und mir ist dabei aufgefallen, dass es schier unmöglich ist, einen Titel komplett objektiv zu bewerten. Eine gewisse Subjektivität besitzt jeder Mensch und das ist auch gut so. Für jeden Spieletester entscheiden unterschiedliche Faktoren, ob das Spiel beispielsweise als Meisterwerk oder doch "nur" als ein besonderes Abenteuer betitelt wird.

Kein Spiel verläuft identisch

Deathloop: So unterschiedlich können Meinungen über Videospiele sein (2) Quelle: PC Games Hardware Deathloop: So unterschiedlich können Meinungen über Videospiele sein (2) Das liegt auch an der Tatsache, dass jede Gamerin und jeder Gamer eine unterschiedliche Erfahrung in Spielen erlebt. In unserem Deathloop-Test taucht beispielsweise folgender Contra-Punkt auf: "Übertrieben häufige Invasion von Julianna nervt ungemein." Dass diese Spielmechanik eine negative Auswirkung auf den Spielfluss haben kann, verstehe ich absolut. In meinem Durchlauf hatte ich jedoch das Glück, dass die Antagonistin eben nicht allzu häufig erschien. Noch dazu spielt es eine große Rolle, zu welchem Zeitpunkt Julianna in die Welt eindringt. Habe ich gerade wenig Leben und stehe allgemein schon kurz vor dem Game Over oder befinde ich mich gerade einfach nur auf Erkundungstour? Diese Kleinigkeiten können den Spaß erheblich beeinflussen und insgesamt gesehen auch für eine Abwertung sorgen.

Bugs oder Spielabstürze dürfen natürlich ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Jedes Spiel verläuft schließlich anders. In Deathloop kommen diese Fehler glücklicherweise sehr selten bis gar nicht vor. In meinem Test-Durchlauf zu Biomutant hatte ich dagegen mit etlichen Abstürzen und Rucklern zu kämpfen, wodurch sich mein Gute-Laune-Faktor über die komplette Spieldauer hinweg in Grenzen hielt. Sollte ein anderer Redakteur weniger von diesen Problemen miterleben, lässt sich somit ein breiteres Bewertungs-Spektrum durchaus erklären.

Deathloop: So unterschiedlich können Meinungen über Videospiele sein (4) Quelle: Bethesda Deathloop: So unterschiedlich können Meinungen über Videospiele sein (4) Und obwohl die Review-Differenzen in Deathloop gewaltig erscheinen, behaupte ich, eine Wertung von 7 - 9 Punkten ist im Rahmen und gerechtfertigt. Der Titel ist für mich kein Meisterwerk, aber dennoch ein spaßiges und geniales Abenteuer, das über eine lange Zeit fesselt. Je nachdem, wo ich die Gewichtung der Stärken und Schwächen des Spiels ansetze, gehen Meinungen eben auseinander. Deswegen bin ich der Ansicht, dass in jedem Test ein wenig Subjektivität gar nicht schadet. Zumindest, wenn das Produkt am Ende fair behandelt und bewertet wird.

Meinungsvielfalt in der Spielebranche

Der Spieler aus Red Dead Redemption 2 reitet auf seinem Pferd. Quelle: PC Games Hardware Deathloop: So unterschiedlich können Meinungen über Videospiele sein (5) Selbst Spiele des Jahres haben ihre Kritiker. Witcher 3, Grand Theft Auto 5 und Red Dead Redemption 2 waren allesamt grandiose Titel und doch kenne ich Kollegen und Freunde, die diese Meisterwerke nicht gespielt oder vorzeitig beendet haben. Ich zähle diese Games zu meinen absoluten Lieblingsspielen und dennoch kann ich es nachvollziehen, dass nicht alle damit warm werden. Die Steuerung von Red Dead 2 ist komplett überladen und bis das Abenteuer rund um Arthur Morgan einmal so richtig in die Gänge kommt, vergehen gut und gerne 10 bis 15 Stunden.

Mir machte weder die zunächst langsame Erzählweise etwas aus, noch störte mich das eher gemächliche Gameplay mit langen Reiteinheiten durch den Wilden Westen. Wem das Epos von Rockstar zu Beginn aber zu wenig Action bot, der ließ den Titel schnell links liegen. Zusätzlich zu einer kompletten Spielzeit von über 40 oder vielleicht sogar 50 Stunden kostet es dann schon Überwindung erneut in das Abenteuer zu starten.

Auch in Deathloop kann ich locker 25 Stunden verbringen, wenn ich wirklich jeden Stein auf der Insel umdrehen möchte. Meiner Meinung nach ist das lohnenswert, da die Story genau auf diesen Geheimnissen von Blackreef aufbaut. Doch auch hier kann ich es verstehen, wenn das Backtracking ab einem gewissen Zeitpunkt als nervig angesehen wird und deshalb in die Wertung einfließt. Letztlich sollten sich alle mit Interesse sowieso eine eigene Meinung und ein eigenes Bild von einem Videospiel machen. Schließlich sind Geschmäcker zum Glück verschieden. Gerade Deathloop wird jedoch den ein oder anderen positiv überraschen.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DerSchlonz Gelegenheitsspieler/in
        Das Spiel an sich interessiert wich sehr, aber genau das ständige wiederholen ist etwas, was mich komplett nervt.
        Alle bejubeln Hades, mich kotzt das Spielprinzip nach zwei stunden an, genau wie bei Dead Cells.
        @Topic
        Es gibt bestimmt Dinge an Games, Filmen, Musik oder auch am Essen die man objektiv bewerten kann.
        Allerdings kann das wichtigste Kriterium, ob das Produkt gut unterhaltet bzw. schmeckt nur der entscheiden, der es konsumiert.
      • Von DerSchlonz Gelegenheitsspieler/in
        Das Spiel an sich interessiert wich sehr, aber genau das ständige wiederholen ist etwas, was mich komplett nervt.
        Alle bejubeln Hades, mich kotzt das Spielprinzip nach zwei stunden an, genau wie bei Dead Cells.
        @Topic
        Es gibt bestimmt Dinge an Games, Filmen, Musik oder auch am Essen die man objektiv bewerten kann.
        Allerdings kann das wichtigste Kriterium, ob das Produkt gut unterhaltet bzw. schmeckt nur der entscheiden, der es konsumiert.
      • Von Neawoulf Mitglied
        Was DEATHLOOP angeht bin ich echt zwiegespalten: Grafik, Gameplay und Leveldesign sind an sich ziemlich gut, auch wenn auch meiner Meinung nach nicht auf dem Niveau anderer Arkane Spiele . Der Humor ist Geschmackssache (für mich ein bisschen zu stumpf).

        Aber dieses Loop-Prinzip gefällt mir irgendwie nicht, obwohl ich z. B. ein großer Fan von Outer Wilds war, das das Loopprinzip aber ein wenig anders umgesetzt hat. Nach einigen Spielstunden in DEATHLOOP hat man einen Großteil der jeweiligen Maps schon gesehen und muss sich, Dark Souls like, durch die immer wieder gleichen Gegnergruppen kämpfen oder schleichen, was irgendwann einfach langweilig wird. Man fängt dann an zu hetzen, macht Fehler und wenn man ganz viel Pech hat, verbockt man's dadurch, obwohl man eigentlich nur Zeit sparen wollte.

        Und dann kommt noch das Speichersystem bzw. dessen Fehlen dazu: Teilweise erkunde ich die Level recht lange und umfangreich und wenn dann plötzlich nach 40 oder 50 Minuten das Spiel abstürzt (ist bisher 3x vorgekommen, jedes Mal im gleichen Gebiet), dann ist der komplette Fortschritt einfach dahin. Das ist einfach nur frustrierend und aktuell auch der Grund, warum ich das Spiel erstmal pausiert habe. Evtl. haben die letzten Patches aber die Stabilität verbessert, daher werde ich es sicher nochmal versuchen. Auch dass man mit jedem neuen Loop sämtliche Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände verliert und neu finden muss, finde ich ziemlich nervig.

        Generell mag ich es nicht, wenn mir ein Spiel das Gefühl gibt, es würde meine Zeit durch sinnlose Wiederholungen verschwenden. Genau das ist bei DEATHLOOP für mich aber der Fall.

        Mit der Performance dagegen hatte ich von Anfang an keine Probleme. Das Spiel läuft mit den richtigen Einstellungen flüssig und sieht auch gut aus.Alles in allem in einigen Punkten ein gutes Spiel, aber inhaltlich und spielerisch nicht auf dem Niveau von Dishonored 1 und 2 oder Prey (2017).
      • Von Straycatsfan Mitglied
        Ja so ist das mit der Subjektivität.
        Subjektiv ein sehr geiles Spiel, also die ersten vier-fünf Stunden, aber dann....zum xten Mal die selbe Map/Tafel. Die Gegner immer schön an die selben Flecken gescripted.
        Ich tu mir hier nach zig Stunden schwer das Ding bis ins Ziel zu tragen.
        Dass es sich ob der tollen Story und Geheimnisse lohnt jeden Stein um zu drehen und 25 Stunden in dem game zu verbringen hätte ich jetzt eher von nem Artikel in dem befangenen Werbeblättchen gamestar erwartet aber evtl. nähert ihr euch ja mittlerweile an was die...Subjektivität...anbelangt.
        Zumindest wird hier noch nicht so inflationär mit Superlativen um sich geworfen wie in der Publisherstar drüben)
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